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Google Android 5.0 "Lollipop" - Alle Neuerungen im Überblick

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Nachdem Google bereits im Juni dieses Jahres das neue "Android L" grob umrissen und eine Entwicklervorschau davon veröffentlicht hat, ist nun alles in Sack und Tüten und der komplette Name bekannt: Android 5.0 ist nach einem einfachen Lutscher benannt, dem Lollipop. Die wichtigsten Änderungen wie das neue Material Design oder ein verbesserter Stromsparmodus sind bereits aus der Vorschau bekannt, doch Google konnte auch noch das eine oder andere neue Feature vorstellen. 

Material Design

Das neue Design von Android 5.0 ist bereits seit der Preview bekannt und zeigte sich auch bisher schon in Updates des Play Stores und anderen Google Apps. Das Design soll vor allem für Bildschirme verschiedenster Größen ausgelegt sein - von der kleinen Smartwatch über Handys, Tablets und Fernseher bis hin zum Auto. Optisch wirkt das Design eher "flach", da bei den entsprechenden Symbolen kaum perspektivische Effekte (bspw. Helligkeitsverläufe) genutzt werden, dennoch sieht man es als dreidimensionale Anordnung von übereinanderliegenden Ebenen, die sehr einfach zu bedienen sein soll. Hierfür setzt man auf kräftige (Pastell-)Farben und eine klare Aufteilung.

[Bildmaterial: Google]

Benachrichtigungen

Auch die Benachrichtigungen erfahren bei Lollipop ein Update, sodass man bereits im Lockscreen auf diese reagieren kann, ebenso lässt sich einstellen welche Benachrichtigungen erst nach dem Entsperren sichtbar sein sollen, um sie vor unbefugten Blicken zu schützen. Wer nicht gestört werden möchte, kann die Benachrichtigungen gänzlich ausschalten oder sich nur von zuvor festgelegten Apps mit hoher Priorität unterbrechen lassen. Erstmals lassen sich nun auch Anrufe direkt aus einer App heraus annehmen.

[Bildmaterial: Google]

Energiesparmodus

Um das leidige Problem der zu geringen Laufzeit etwas abzudämpfen arbeitete man mit Project Volta an einem besseren Energiesparmodus, der die Laufzeit um 90 Minuten verlängern soll, weiterhin wird dem Nutzer nun angezeigt, wann das Ladekabel voraussichtlich abgezogen werden kann und wann die nächste Ladung fällig wird.

Benutzerprofile

Nachdem sich bereits unter früheren Versionen auf Tablets verschiedene Benutzerkonten einrichten ließen, wird das nun auch auf Smartphones möglich sein. Sollte man einmal bei einem Freund zu Besuch sein und die eigene Elektronik missen kann man sich auch kurzerhand als Gast oder Fremduser mit dem eigenen Konto einloggen, um schnell Zugriff auf Nachrichten, Fotos und Kontakte zu erhalten. Wer Angst vor Schnüfflern hat kann sein Gerät auch so konfigurieren, dass nur der aktuell dargestellte Bildschirminhalt für andere zu sehen ist.

[Bildmaterial: Google]

Schnelleinstellungen

Nach iOS 7 übernimmt auch Google direkt einen Knopf für die Taschenlampe in das von oben ausziehbare Menü mit Schnelleinstellungen, auch ein "Cast screen" für das kabellose Übertragen des Bildschirminhaltes an entsprechende Empfänger ist präsent.

[Bildmaterial: ComputerBase]

Konnektivität

Um Videotelefonate unterwegs nicht zu unterbrechen ermöglicht Android 5.0 den nahtlosen Übergang zwischen einem WLAN-Netzwerk und dem mobilen Internet des jeweiligen Anbieters. Durch eine intelligente Wahl des WLAN-Netzwerks will sich Android außerdem nur verbinden, wenn sich das Internet als stabil und zuverlässig erweist. Besonders interessant für Nutzer von Wearables: Nach Bluetooth-LE-Geräten soll zukünftig noch stromsparender gesucht werden.

64-Bit-Unterstützung & ART

Während unter Android 4.4 "KitKat" die neue mit ART abgekürzte Android Runtime als experimentelle Option eingebettet war, löst diese nun final die bisher genutzte Dalvik-Umgebung ab. Davon verspricht man sich eine deutlich bessere Performance, auch wenn bedingt durch die Technologie Apps zukünftig mehr Platz auf dem Handy belegen. Weiterhin werden ab Werk 64-Bit-Prozessoren auf Basis von ARM, x86 und MIPS unterstützt - also auch Intels Atom. Zum Start sollen mit Google Apps wie Chrome, Gmail und Play Music erste 64-Bit-Anwendungen vorliegen.

[Bildmaterial: Google]

Multimedia

Neben Verbesserungen im Audio-Bereich, konkreter strikte Vorgaben bzgl. Signalverzögerung und die Möglichkeit über USB Geräte wie Mixer, Verstärker und Mikrofone anzuschließen, soll auch die Unterstützung von OpenGL ES 3.1 für noch bessere Grafik in Android-Spielen sorgen. Fotos und Videos können nun direkt im RAW-Format vom Sensor abgegriffen werden, außerdem unterstützt Android Lollipop nativ den HEVC-Codec (H.265) und entsprechend damit enkodierte UHD-Videos.

Weitere Features

Zwecks Komfort lassen sich neu erworbene Geräte zukünftig mit Tap & Go einfach einrichten, indem es per NFC kurz mit dem alten Endgerät verbunden wird. Der Sprachbefehl "Ok Google" wird, entsprechende Hardware vorausgesetzt, auch bei ausgeschaltetem Display erkannt und ausgeführt, standardmäßig wird auch die Aktivierung durch zweimaliges Antippen des Bildschirms unterstützt. Neu ist auch die Möglichkeit das Handy von der Einrichtung an zu verschlüsseln, ein Zurücksetzen des Handys zu unterbinden, um Dieben das Leben schwer zu machen, oder sein Handy mit anderen Geräten wie einer Smartwatch mit Android Wear oder dem eigenen Auto mit Android Auto zu entsperren.

[Bildmaterial: Google]

Verfügbarkeit

Aktuell steht eine überarbeitete Entwicklervorschau für das Nexus 5 und Nexus 7 (2013) zur Verfügung, die ersten Geräte mit Android 5.0 Lollipop werden das ebenfalls vorgestellte Google Nexus 6 und Google Nexus 9 Anfang November, danach folgen Google Nexus 4, Nexus 5, Nexus 7 (2012 & 2013), Nexus 10 sowie die Google Play Edition-Geräte. Motorola gab ebenfalls bekannt, dass das Update für Moto X und Moto G (2013 & 2014) und Moto E kommen wird.

UPDATE 27.10.2014: LG kündigt heute offiziell das Update auf Android 5.0 für das LG G3, noch im vierten Quartal 2014, an, das LG G2 "wird folgen", heißt es in der offziellen Pressemitteilung.


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