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Nikon COOLPIX P7100 - Zweitkamera für DSLR-Liebhaber?

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Weniger kann manchmal auch mehr sein - eine alte Weisheit die sich aber auch heutzutage allzu oft als richtig erweist. Doch trifft das auch auf die Nikon P7100 mit "nur" 10 Megapixeln und "nur" 7-fach optischem Zoom zu? Ich will nichts vorweg nehmen, Neugierige dürfen natürlich auch gleich das Fazit lesen.

Verarbeitung und Bedienung

Im Verglich zum Vorgänger, der Nikon P7000, ist die [[ASIN:B005IFWZSW|Nikon Coolpix P7100]] um einiges runder geworden - also was ihr äußeres betrifft. Die Kamera liegt gut in der Hand und ist hochwertig verarbeitet, zumindest wirkt die Oberfläche so und auch die Spaltmaße sind allgemein sehr klein. Wirklich negativ fällt nur die, von außen gut sichtbare, Feder im Objektiv auf. Was die Anfälligkeit gegenüber Schmutz angeht, nagt das doch an der sonst überzeugenden Robustheit.

[[VTYT:Nikon P7100|k4L-P54rbJQ]]

Die Knöpfe und Einstellräder sind sauber montiert und rasten ordentlich ein. Da es derer nicht gerade wenig gibt, ein nicht zu unterschätzender Punkt an der Nikon P7100. So sehr die Vielzahl an Einstellmöglichkeiten und frei konfigurierbaren Knöpfen auch zu begrüßen ist, empfinde ich das Design persönlich als etwas überladen.
So ist der "Fn1"-Knopf beispielsweise kaum sinnvoll zu erreichen, um ihm häufig genutzt Funktionen zukommen zu lassen. Und wofür brauche ich sonst einen extra Bedienelement? Aber nun gut, solange er nicht stört, ist dagegen ja nichts einzuwenden.

Grundlegend erweist sich die Steuerung der P7100 als äußerst intuitiv und schnell. Besonders die einstellbaren Profile (U1 - U3) und das Schnellwahlrad für wichtige Einstellungen (Qualität, ISO, Weißabgleich, etc.) machen sofort klar, an wen sich die Kamera richtet und wer sich hier auch schnell einarbeiten wird: Ambitionierte, das heißt nicht zwingend professionelle, Nutzer von digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR). Auch als Nutzer fremder Marken - in meinem Fall Canon - kam ich sehr schnell mit der Bedienung und Menüführung zurecht und empfinde selbige als sehr gut durchdacht.

Bildqualität

Doch kommen wir zum eigentlichen Grund für den Kauf einer edlen Kompakten - zumindest wäre das für mich immer mit der wichtigste Beweggrund: Die Bildqualität der Aufnahmen. Auch hier zeigt Nikon viel Verständnis für die erdachte Zielgruppe: Weniger Megapixel, dafür mit gutem Rauschverhältnis und hohem Dynamikumfang machen, besonders im Zusammenspiel mit der bewährten Optik, auch Abends oder bei Gegenlichtaufnahmen Spaß.

Testbilder der Nikon P7100Weiter geht es beim hoch aufgelösten Display, das auch unterwegs schon eine gute Beurteilung der Ergebnisse zulässt und natürlich auch beim Filmen unerlässlich ist. Als nette Idee kann man den optischen Sucher bezeichnen. So sehr ich den Blick durch einen optischen Sucher auch liebe, aber die Größe erinnert doch mehr an "Mäuse-Kino" als an das erhebende "Aha-Erlebnis" von DSLR-Kameras. Auch ist die Lichtstärke nicht sonderlich gut und die Sichtfeld-Abdeckung bei lediglich etwa 80 Prozent, ein großer Pferdefuß.

Auch als negativ anzumerken ist die Verwendung eines CCD-Sensors. Nicht nur das es mit BSI-CMOS-Sensoren schon bedeutend weiter entwickelte Technologien gibt - und man bei einem Nachfolgemodell auch bei den Kernkomponenten hätte anpacken können - nein auch bei starken Lichtquellen (Scheinwerfer, Laternen, etc.) gibt es das sogenannte "Smearing", helle durch das Bild verlaufende Streifen. Ein Effekt der bei CMOS-Sensoren, bauartbedingt, nicht auftritt.

Videomodus

Filmen kann die Nikon P7100 natürlich auch. Zwar nur in HD-Ready Auflösung, sprich 1280x720 Pixeln, dafür aber auch mit Autofokus, Bildstabilisator und wirklich gutem Ton. Natürlich bezieht sich die Wertung auf integrierte Mikrofone, dafür ist der Klang aber wirklich gut. Ich habe schon viel gehört, besonders blechern und dumpf klingende Billigmikrofone, die Coolpix P7100 von Nikon leistet sich aber auch hier keinen Fehltritt und liefert ein recht harmonisches Klangbild ab, ohne zu übersteuern oder zu schnarren.

Fazit

Es ist schon erstaunlich, was alles möglich ist, wenn man denn nur will. Scheinbar im Wochentakt veröffentlichen die großen Hersteller eine neue Kompaktkamera nach der anderen. Und jedes Mal kommt einem der Gedanke hoch: Warum muss man wieder 16 Megapixel auf diese winzigen Sensoren pressen? Warum braucht eine Mini-Kamera einen 20-fach Zoom? Haben es die Leute nicht langsam, endlich einmal begriffen, dass es hier auch schlichtweg physikalische Grenzen gibt, die man, zumindest mit heutigen optischen Systemen, nicht überwinden kann?

Testbilder der Nikon P7100

Und dann kommt eine Kamera wie die [[ASIN:B005IFWZSW|Nikon Coolpix P7100]]. Ein nicht mit tausenden Effektfiltern überladenes Menü. 10 Megapixel auf einem Sensor, der größer ist als die "16 MP+"-Winzlinge des großen Rests. Einem lichtstarken Objektiv mit moderatem und auch absolut ausreichendem Zoom. Eine Kamera mit HD-Video und endlich einmal brauchbarem Ton. Schade, das Purismus heute immer noch ein seltenes und teures Gut in der Fotografie ist..

Ich fühle mich hier gut aufgehoben, endlich einmal in meinen Ansichten verstanden. Danke Nikon für eine gute, wenn auch nicht perfekte Kamera. Große Worte eines bekennenden Canon-Fans? Ich denke schon.


Kommentare

Angelika am

Ich habe - auf Grund der Superbewertungen - eine solche Kamera gekauft. Leider muss ich sagen, dass ich mich damit etwas übernommen habe. Etwas Ahnung und fotografisches Wissen sollte man beim Gebrauch dieser Kamera schon haben. Zum einfach mal Knipsen im Urlaub reicht eine einfachere Kamera aus. Die vielen schönen Details und Einstellungen, die man hiermit machen kann, kann ich einfach nicht ausnutzen. Schade. Ich würde sie gern verkaufen. Wieviel bekommt man jetzt noch dafür (Kaufpreis im Juli 2012 389€) ???

mproske am

Dass sich die P7100 doch eher an Anwender mit etwas mehr Erfahrung und Ansprüchen richtet, haben wir ja schon im Video erwähnt :)

Für die Kamera bekommt man auf eBay (Tipp: Nach der Kamera suchen und "Beendete Angebote" in den Filterfunktionen auswählen) gute 250 Euro für die Nikon P7100.