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Samsung MV800 - Kompaktkamera mit Touch-Display im Test

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Kompaktkameras gibt es wie Sand am Meer und dementsprechend groß ist die Auswahl, aber auch die Verwirrung. Gefühlt erscheint jede Woche ein neues Modell für eben jenen Bereich, in dem man überlegt sich ein neues Modell anzuschaffen. Umso schöner ist es einmal ein Modell mit einem, zumindest für Kameras heute noch, ungewöhnlichen Bedienkonzept in den Händen zu halten.

Denn Samsung setzt zur Steuerung der neuen MV800 auf ein Touch-Display, welche sonst eher in Tablets und vor allem Smartphones zu finden sind. Somit steht auch die Zielgruppe recht schnell fest: Eine einfach zu bedienende Kamera, die verhältnismäßig gute Bilder macht und die man auch immer dabei haben kann. Also fast schon wieder ein Smartphone?

Bedienung

Den vermeintlichen Vorteil Touch-Display gilt es aber richtig umzusetzen, denn bereits einige Camcorder setzten auf eine Bedienung via Touch und die Umsetzung ist eher schlecht als recht. Oft genug wird die neue Technologie mit alten Menü-Strukturen vermischt und so sind oft auf eh schon viel zu kleinen Displays viel zu kleine Symbole um gegenüber einem klassischen Bedienkonzept mit Knöpfen und Einstellrädern punkten zu können.

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Samsung hat hier glücklicher Wiese sein Know-How aus dem Smartphone-Bereich einfließen lassen – und das nicht zu knapp! Die Menüstruktur ist der eines Android-Smartphones recht ähnlich und setzt auf sehr kurze Wege. Mit einem „Wisch“ nach Links oder Rechts lässt sich im Hauptmenü schnell durch die einzelnen Foto-Funktionen navigieren, die wie eine App auf dem Smartphone durch einfaches antippen gestartet werden. Das Hauptmenü lässt sich durch den „Home“-Button, einem von lediglich fünf nativen Knöpfen/Schaltern an der MV800, schnell aufrufen.

Je nach gestarteter Funktion stehen dem Nutzer mehr oder weniger Optionen zur Verfügung. Sei es die Auswahl eines Rahmens, Effekts oder im Programm-Modus beschränkte Einstellmöglichkeiten auf die grundlegenden Foto-Funktionen. Hier zeigt sich auch die starke Zielgruppenausrichtung, denn halbautomatische oder ganz manuelle Modi gibt es bei der Samsung MV800 überhaupt nicht.

Bildqualität

Trotz aller neuen Bedienkonzepte ist jeder Vorsprung wertlos, wenn denn die Grundfunktionen einer Kamera nicht überzeugend umgesetzt werden. Wie bereits angeschnitten bietet die Samsung nicht viel manuelle Kontrolle über das fertige Bild, lediglich die absoluten Basisfunktionen wie Über-/Unterbelichtung (+- 2 eV), der Autofokus oder der Weißabgleich lassen sich korrigieren.

Die Qualität der Bilder hängt stark vom Motiv ab. Aufgrund der hohen Pixel-Anzahl, viel mehr der hohen Pixeldichte, hat die MV800 Probleme im Dunklen (starkes Bildrauschen, wenig Details wegen des Rauschfilters) sowie bei Situationen mit hohem Kontrast (geringer Dynamikumfang, „ausgefressene“ Lichter), d.h. zum Beispiel bei Gegenlichtsituationen.

Testbild der Samsung MV800Wenn hingegen auf eine gute Ausleuchtung geachtet wird, kann die kleine Samsung hingegen erstaunlich detailreiche Bilder produzieren. Besonders der Makro- sowie Portrait-Bereich hat uns hier beeindruckt, wenn auch die MV800 zu einer etwas starken Nachschärfung an Kontrastkanten (z.B. Haare) neigt.

Videomodus

Mehr oder minder natürlich kommt die Samsung MV800 mit einem HD-Videomodus daher. Wie immer noch üblich jedoch nicht in FullHD-Auflösung sondern nur im normalen HD (720p). Leider wird auch nicht die native PAL-Bildwiederholrate von 25 Bilder/Sekunde unterstützt sondern lediglich 30 Bilder/Sekunde.

Trotz alledem ist die Bildqualität in Ordnung, wenn auch nicht überragend gut. Ein großer Negativpunkt ist leider die Tonqualität. Die Kamera neigt besonders in lauten Umgebungen dazu den Klang vollkommen zu verzerren. Das macht die Samsung MV800 leider ungeeignet für einen Videomitschnitt vom nächsten Konzert, schade.

Kaufempfehlung

Vor- und Nachteile liegen einmal mehr dicht beieinander. Denn wie sagt schon ein altes Sprichwort: Des Einen Freud ist des Anderen Leid. So manch einer mag sich mit dem Touch-Display und den wenigen Einstellmöglichkeiten sehr wohl fühlen. Für ambitioniertere Experimente, das heißt nicht zuletzt (halb-)manuelle Einstellmöglichkeiten, bietet die kleine Samsung MV800 aber zu wenig Tiefgang.

Als kleine "Easy-to-use" Party- und Unterwegs-Kamera gut geeignet, sonst aber eher nicht zu empfehlen. Und der Preis stimmt für das gebotene!


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