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Futter für Profi-DSLR-Kameras - CompactFlash-Speicherkarten im Test

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Nach vielen Tests von mittlerweile gut 60 SDHC- und SDXC-Speicherkarten widmen wir uns dem professionelleren Format CompactFlash. Auch wenn mit XQD und CFast 2.0 bereits zwei potentielle Nachfolgestandards auf dem Plan stehen, so ist CompactFlash doch aus der aktuellen Welt der semiprofessionellen und professionellen Fotografie nicht wegzudenken. Kein Wunder, stoßen SDHC- und SDXC-Speicherkarten erst jetzt, dank UHS-I/II, in ähnliche Geschwindigkeitsregionen vor.

CompactFlash-Speicherkarten 2013Doch auch die Robustheit der Karten macht sie bei Profis äußert beliebt. Eher verbiegen sich Pins in Kartenlesern und Kameras, als das die Kontakte der Karte unbrauchbar werden. Puristen werden sich ebenso an der einfacheren Nomenklatur erfreuen. Egal ob 2 MByte oder 256 GByte Speicherkapazität: Die Speicherkarten heißen schlicht CompactFlash, die Geschwindigkeit wird meist im x-fach-System angegeben (x = 150 KByte/s), seltener in MByte/s.

Eine Besonderheit gibt es dann jedoch auch: Die Übertragung der Daten kann entweder im alten PIO- (Programmed Input/Output) oder im moderneren UDMA-Modus (Ultra-Direct Memory Access) erfolgen. Im PIO-Modus werden die Daten, hier zumeist Bilder oder Videos, aus dem Zwischenspeicher der Kamera zuerst in den Bildprozessor geleitet - selbiger kümmert sich anschließend um die Speicherung auf der Speicherkarte. UDMA umgeht den Bildprozessor und ermöglicht das direkte Schreiben aus dem Zwischenspeicher der Kamera auf die Speicherkarte. Dies reduziert die Belastung des Prozessors in der Kamera und ist um bis zu Faktor zehn schneller. Praktisch alle modernen Kameras und die meisten aktuellen Speicherkarten unterstützen UDMA, wenige den schnellsten Modelle UDMA 7 (166,7 MByte/s).

Was und wie testen wir?

Die theoretische Grundlage bilden Tests der Lese- und Schreibgeschwindigkeit mit vier USB 3.0 Kartenlesegeräten. Diese zeigen das grundlegende Potential der CompactFlash-Speicherkarten auf und dienen zudem zur Überprüfung der Herstellerangaben. Als Testprogramm kommt der ATTO-Diskbenchmark zum Einsatz.

  • [[ASIN:B005ES0YYA|Kingston Media Reader USB 3.0]]
  • [[ASIN:B008COSNLE|Lexar USB 3.0 Cardreader 25-in 1]]
  • [[ASIN:B005GP7WKU|SanDisk ImageMate AiO USB 3.0]]
  • [[ASIN:B004P896YO|Pretec P240]]

Kingston USB 3.0 Media Reader (FCR-HS3) - USB 3.0 Kartenlesegerät im Test 2011/08Abseits der theoretischen Tests nutzen wir die [[ASIN:B007KKKJYK|Canon EOS 5D Mark III]] zur Ermittlung der Leistung im Serienbildmodus. Mit der Kamera werden für 30 Sekunden RAW-Bilder im schnellsten Serienbildmodus aufgenommen und die Zeit gestoppt, welche die Kameras zur Speicherung der Bilder benötigen. Gemessen wird hier die Differenz vom ersten Auslösen bis zum Erlischen der "Speicher"-LED. Da jedes Bild eine unterschiedliche Größe aufweist, geben wir den Wert nicht in Bilder/Sekunde an, sondern beziehen die Zeit auf die Größe aller Fotos - somit ergeben sich, genau wie bei den Kartenlesern, Megabyte/Sekunde (MByte/s).

Anmerkung: Es ist zu beachten, dass jedes DSLR-Kamera-Modell unterschiedlich gute Implementierungen des CF-Standards vorzuweisen hat und die Leistung in anderen Kameramodellen (respektive anderen Firmware-Versionen) stark von den gezeigten Ergebnissen abweichen kann. Wir werden in Zukunft versuchen weitere Kameramodelle mit in das Testprogramm aufzunehmen.

Ergebnisse und Kaufempfehlung

[[CHAR:13_cfcard|16]]

Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte (auf welche Bezug genommen wird) angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten CompactFlash-Speicherkarten inklusive täglich aktualisierter Preis/Leistungs-Ratings entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Abseits der aktuellen Top-Modelle haben wir auch noch ein paar "alte Perlen" mit ins Testlabor geholt - mit dabei Lexars aktuell scheidende Professional 400x- und 600x-Serie sowie die Modelle Extreme III und Extreme IV aus dem Hause SanDisk. Aufrüstwillige erhalten so einen guten Überblick ob sich der Umstieg lohnt.

Lexar Professional 1000x und Professional 800x 

Die [[ASIN:B0071LKBMS|Lexar Professional 1000x 16 GByte]] kann sich an die Spitze des Testfeldes setzen - wenn auch nur knapp. Fast 140 MByte/s (933x) beim Auslesen der Daten am PC stehen schlussendlich auf der Habenseite und liegen damit nahe an den avisierten 1000x (150 MByte/s). Bei Serienbildaufnahmen in der EOS 5D III schreibt sie sogar etwas schneller als im Kartenleser und erreicht sehr gute 83,5 MByte/s (~555x). Der Preis ist ebenfalls auf Top-Niveau, jedoch eher nicht im Sinne des Käufers. Fakt ist: Wir reden hier über eine der aktuell besten CompactFlash-Speicherkarten. Dieses Privileg lässt sich Lexar gut bezahlen (etwa 5 Euro/GByte für das 16 GByte-Modell, Stand 18.04.2013).Lexar 400x (8 GByte), 600x (8 GByte), 800x (16 GByte) und 1000x (16 GByte) CompactFlash-Speicherkarte Die [[ASIN:B008QA58ZS|Lexar Professional 800x 16 GByte]] erreicht noch minimal höhere Werte im Kartenleser (966x), dafür aber "nur" etwa 45 MByte/s (300x) bei Serienbildaufnahmen. Die Professional 800x-Serie empfiehlt sich so vor allem für Fotografen, die während des Fotografierens eher seltener auf Serienbildaufnahmen angewiesen sind, am PC jedoch nicht auf einen schnellen Workflow verzichten wollen. Auf welcher Basis Lexar die Eingruppierung der Karten in das x-fach-System vornimmt (offiziell die Lesegeschwindigkeit) entzieht sich jedoch unserer Logik.

SanDisk Extreme Pro, Extreme und Ultra

Ebenfalls gut entlohnen lässt sich SanDisk für sein Topmodell: Die [[ASIN:B002OP7OPI|SanDisk Extreme Pro 90 MB/s 32 GByte]] schlägt mit immerhin 4 Euro je GByte zu Buche (Stand 18.04.2013). Die Leistung der Extreme Pro CompactFlash-Speicherkarten ist durchweg auf sehr hohem Niveau. Im Kartenleser erreicht man über 100 MByte/s lesend (666x), beim Schreiben verfehlt man nur haarscharf die 90 MByte/s. Erfreulicher Weise lässt sich die sehr gute Leistung in theoretischen Tests fast 1:1 in der Kamera abrufen: 85 MByte/s unter Alltagsbedingungen - Bestwert!SanDisk Extreme Pro (32 GByte), Extreme (32 GByte) und Ultra (16 GByte) CompactFlash-Speicherkarte Mit der [[ASIN:B00422F6VU|Extreme 32 GByte]] hat SanDisk ein schon merklich günstigeres Modell im Angebot, aktuell für knapp 2,40 Euro je Gigabyte (Stand 19.04.2013) zu haben. Beim Auslesen im Kartenleser erreicht man gute 85 MByte/s (566x), in der Canon EOS 5D Mark III beim Schreiben von Fotos 59 MByte/s - und damit auch knapp die beworbenen 60 MB/s (400x) im Alltag.

Die SanDisk Ultra 30 MB/s ist mit 2,09 Euro je GByte nicht wesentlich günstiger als das Extreme-Modell, erreicht aber sowohl beim Lesen (53 MByte/s) als auch beim Schreiben in der Kamera (32 MByte/s) solide Mittelklasse-Werte. Wer ein günstiges Angebot findet und generell nicht zu hohe Ansprüche an die Leistung hat, kann zuschlagen. Ein Pluspunkt bei allen SanDisk-Karten: Die aufgedruckten Werte lassen sich, selbst im normalen Foto-Alltag, knapp erreichen.

Kingston Ultimate 600x und PNY Elite-Serie

Kingston Ultimate 600x CompactFlash 16 GBUnser Preis/Leistungs-Tipp ist die [[ASIN:B0042VSTZQ|Kingston Ultimate 600x]] mit 16 GByte. Für nur knapp über 2 Euro je GByte (Stand 19.04.2013) topt man immerhin die Leistung der SanDisk Extreme 60 MB/s und Lexar Professional 800x im Mittel um ganze 15 Prozent! Knapp über 120 MByte/s (800x) beim Auslesen am PC-Kartenleser respektive fast 75 MByte/s (500x) beim Schreiben von RAW-Bildern in der EOS 5D Mark III überzeugen. Auch das Mittelklasse-Modell [[ASIN:B001FO4QHI|Ultimate 266x]] kann mit knapp einem Euro je GByte (Stand 19.04.2013) überzeugen, die Leistung liegt auf dem Niveau der SanDisk Ultra 30 MB/s.

PNY Elite CompactFlash 32 GBPNY platziert die Elite-Serie im oberen Mittelfeld, knapp unter der SanDisk Extreme 60 MB/s. Mit knapp 120 MByte/s lassen sich die Karten mit der beworbenen Lesegeschwindigkeit (800x) auslesen. Schreibend wirbt man mit einem Wert von 333x (50 MB/s) und auch dieser wird knapp erreicht. In Sachen Transparenz liegt PNY damit weit vorn: Lese- und Schreibgeschwindigkeit werden getrennt angegeben und das überaus exakt - vorbildlich! Leider liegt standardmäßig keine Schutzhülle bei, eine Box die bis zu vier CF-Karten Platz bietet lässt sich jedoch über ein Aktionsangebot kostenfrei bestellen. Mehr Infos zum Prozedere stehen auf der Rückseite der Verpackung.

Flashraptor 600x Ultra und extrememory Performance

FlashRaptor 600x Ultra (16 GByte) CompactFlash-SpeicherkarteMit Flashraptor und extrememory stehen zwei, vielen vielleicht noch nicht so bekannte, Hersteller mit auf dem Testplan. Das aktuelle Flashraptor-Topmodell 600x Ultra kann mit einer guten bis sehr guten Lesegeschwindigkeit von 95 MByte/s (633x) punkten, die Schreibgeschwindigkeit fällt mit etwa 33 MB/s (220x) hingegen nicht besonders hoch aus. Angesichts eines Preises von immerhin 3 Euro je GByte erhalten Fotografen z.B. mit der SanDisk Extreme für weniger Geld eine 80 Prozent höhere Geschwindigkeit beim Speichern von Bildern, müssten im Gegenzug mit einer um etwa 10 Prozent geringeren Lesegeschwindigkeit am PC leben.

Die extrememory Performance-Modelle lassen sich mit gut 50 MB/s (333x) noch recht zügig auslesen, das Schreiben von Bildern ist mit unter 20 MB/s jedoch bereits arg langsam. Hier erhalten geneigte Käufer günstiger Karten mit der oben erwähnten Kingston Ultimate 266x wesentlich mehr Leistung für ihr Geld.


Kommentare

Feichti am

Sehr guter Test wie ich finde. Was für Einstellungen habt ihr denn in Atto vorgenommen ?

Matze am

Besten Dank für das Lob! ;)

@Einstellungen: Es sind praktisch die Standardsettings von ATTO, auch wenn man mit "optimierten" Parametern sicherlich noch gut 2-3 Prozent herausholen kann. Die Einzige Änderung betrifft "Total Length" von 256 auf 512 MB.