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Canon PowerShot G16 - Zweitkamera für DSLR-Nutzer im Test

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Kompaktkameras haben wir nicht oft auf ValueTech.de zu Gast, in diesem Fall machen wir aber mal wieder (gerne) eine Ausnahme: Die Canon PowerShot G16. Als Nachfolger der erst 2012 vorgestellten PowerShot G15 hat sich Canon nach eigenen Angaben vor allem auf den Bereich Geschwindigkeit konzentriert und bietet so nun unter anderem einen wesentlich flotteren Autofokus sowie Videomodus - zumindest auf dem Papier. Wir machen den Test.

Canon PowerShot G16Nutzer der Canon PowerShot G15 wird es nicht entgangen sein: Am bewährten Design hat Canon kaum etwas geändert und setzt weiterhin auf viel Einstellräder und Knöpfe anstatt verschachtelter Menüs. Dies ist besonders angesichts der avisierten Zielgruppe, den schon erwähnten DSLR-Nutzern, zu begrüßen, die immer stärkere Verbreitung von Touch-Displays in Canons Portfolio beachtend aber auch etwas verwunderlich. Bevor wir uns auf den "richtigen Test" stürzen, folgend noch einmal ein kompakter Vergleich der Canon PowerShot G16, dem Vorgänger G15 und dem direkten Konkurrenten, der Nikon CoolPix P7800.

Canon PowerShot G16 vs. PowerShot G15 vs. CoolPix P7800 

 [[ASIN:B009CVIIES|Canon PowerShot G15]][[ASIN:B00ESQKNFY|Canon PowerShot G16]][[ASIN:B00F062MI2|Nikon CoolPix P7800]]
Sensor 1/1,7" CMOS 1/1,7" BSI-CMOS 1/1,7" CMOS
Auflösung 12,0 MP (4.000 x 3.000)
Bildprozessor DIGIC 5 DIGIC 6 EXPEED C2
Objektiv 6,1 - 30,5 mm (28 - 140 mm entsprechend KB) f/1.8-2.8 6 - 42,8 mm (28 - 200 mm entsprechend KB) f/2.0-4.0
Zoom-Faktor 5-fach 7,1-fach
Bildstabilisator Ja, optisch
ISO-Bereich 80 - 12.800 80 - 3.200 (erweiterbar auf 6.400)
Verschlusszeit 15 - 1/4.000 s 250 - 1/4.000 s 60 - 1/4.000 s
Sucher Ja, optisch Ja, elektronisch (921.000 Pixel)
Display 3"-PureColor II G LCD dreh- und schwenkbares 3"-LCD
Display-Auflösung 922.000 Pixel (RGB) 921.000 Pixel (RGBW)
Blitz Ja
Zubehörschuh Ja
Serienbild Ohne AF: 2,1 Bilder/s
Mit AF: 0,9 Bilder/s
Ohne AF: 12,1 Bilder/s
Mit AF: 5,9 Bilder/s
8 Bilder/s
Video FullHD (24p)
HD-Ready (30p)
640x480 (120/30p)
320x240 (240p)
FullHD (60/30p)
HD-Ready (30p)
640x480 (120/30p)
320x240 (240p)
FullHD (30/25p)
HD-Ready (30/25p)
640x480 (30/25p)
Anschlüsse USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (inkl. CEC) USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (inkl. CEC), 3,5mm-Mikrofon
Speicherung SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC (UHS-I kompatibel) SD, SDHC, SDXC
Besonderheiten RAW (CR2) RAW (CR2)
W-LAN (b/g/n)
RAW (NRW)
Akku NB-10L (6,8 Wh) EN-EL14 (7,7 Wh)
Abmaße 106,6 x 75,9 x 40,1 mm 108,8 x 75,9 x 40,3 mm 118,5 x 77,5 x 50,4 mm
Gewicht 352 g 356 g 399 g

Bildqualität: Foto

Auch wenn Canon nun einen CMOS-Sensor mit BSI-Technologie (Backside-Illumination; Dt. rückseitige Belichtung) einsetzt, soll sich nach ersten Labortests kaum etwas an der Bildqualität im Vergleich zum Vorgänger getan haben. Auch wir konnten in der Praxis prinzipiell kein ungewöhnlich niedriges Bildrauschen feststellen. Egal ob Bildschärfe oder Bildrauschen - man bewegt sich dank des, für Kompaktkameras, recht großen Bildsensors mit niedriger Auflösung jedoch generell auf hohem Niveau und distanziert sich merklich von der 200-Euro-Klasse.

Canon PowerShot G16 BeispielbildEbenfalls nur für den gehobenen Preisbereich typisch ist die Möglichkeit auch Rohdaten (RAW-Bilder) mit der PowerShot G16 aufzunehmen. Neben wesentlich mehr Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung liefern diese auch uns tiefere Einblicke in die Qualität des Sensors und des Objektivs, sind sie doch formell frei von jedweder "Optimierung" seitens der Kamera. Und so zeigt sich auch bei der Canon PowerShot G16 das Kompaktkamera-typische Bildrauschen bei niedrigen ISO-Werten, welches sich jedoch bis hinzu ISO-1.600 noch problemlos filtern lässt.

Lexar JumpDrive Triton P10, M10, S23, S33 und S73Auch anspruchsvollere Arbeiten lassen sich mit der G16 durchführen, dankbar wird hier sicherlich von vielen (semi-)professionellen Anwendern die Möglichkeit gesehen werden auch Systemblitze zu montieren - wenn auch die Kombination aufgrund des hohen Schwerpunkts nichts für den dauerhaften Einsatz ist. In Extremsituationen macht sich zudem ein, im Vergleich zu Kameras mit größerem Bildsensor, schlechterer Dynamikumfang bemerkbar.

Autofokus, Serienbild- und Videomodus

Aber kommen wir zu den echten Neuerungen an der G16 - und hier reden wir über praktisch alle Bereiche die irgendwie mit dem Thema Geschwindigkeit assoziiert werden können. So verpasst Canon unter anderem dem Kontrast-Autofokus einen, nach eigenen Angaben, gut 40-prozentigen Geschwindigkeitsschub. Kombiniert wird das Ganze mit einem kräftig aufgebohrten Serienbildmodus der nun bis zu 12 Bilder je Sekunde verarbeiten kann und dank der Nutzung von UHS-I-Speicherkarten auch dauerhaft bis zu neun Bilder/s erreicht. Dies gilt jedoch nur für JPEG-Bilder, Freunde von RAW-Fotos müssen mit erheblich niedrigeren Geschwindigkeiten von etwa einem bis drei Bilder je Sekunde vorlieb nehmen.

[[YT:MP2EbWfBs50]]

Videos können nun mit bis zu 60 Vollbildern je Sekunde in Full HD-Auflösung aufgenommen werden - die glatte Verdopplung dürfte ebenfalls dem neuen DIGIC 6-Bildprozessor zuzurechnen sein. Negativ fällt jedoch auf, dass Canon die für den PAL-Bereich wichtigen Bildraten von 50 und 25 Vollbildern je Sekunde nicht integriert hat, genauso fehlt auch ein "24p-Kinomodus". Da die Kamera zumindest für den HDMI-Ausgang eine Auswahlmöglichkeit "PAL" oder "NTSC" bietet, ist tendenziell auf ein entsprechendes Firmwareupdate zu hoffen.

Das integrierte Mikrofon liefert einen guten wenn auch leicht verhangenen/gedämpften Klang ab und hat, wie so oft, mit Windgeräuschen zu kämpfen. Sehr gut kompensiert hat Canon dagegen Geräusch von der Kamera selbst - Autofokus und Bildstabilisator sind nicht zu hören. Letzterer arbeitet zudem sehr gut und erlaubt auch ohne Stativ ruhige Aufnahmen.

Fazit und Empfehlung

Abseits der merklichen Geschwindigkeitsverbesserungen hat sich leider nur wenig getan - oder zum Glück, je nachdem welchen Bereich man betrachtet. Die Verarbeitung ist auf gewohnt hohem Niveau und der Preisklasse definitiv würdig, die Anzahl an Tasten und Einstellrädern ist vielfältig und bietet auch dem Profi diverse Kontrollmöglichkeiten sowie eine intuitive Bedienung nach sehr kurzen Einlernphasen.Canon PowerShot G16 Beispielbild Verbesserungspotential liegt primär im Bereich der Anschlussvielfalt - ein Eingang für ein externes Mikrofon würde viele Filmer garantiert beglücken. Ansonsten werden auch Filmer mit der PowerShot G16 glücklich: 1080p60 und ein exzellenter Bildstabilisator sind beste Grundsatzvoraussetzungen.

Aktuell kommt der größte Konkurrent wohl aus eigenem Hause, ist der Vorgänger [[ASIN:B009CVIIES|PowerShot G15]] doch schon für unter 400 Euro zu haben (Stand: 20.10.2013). Für die [[ASIN:B00ESQKNFY|Canon PowerShot G16]] muss man hingegen beinahe noch den UVP-Preis berappen. Generell sollten potentieller Käufer die G15 im Blick behalten, zumindest sofern die Themen Video und Autofokus keine wichtige Rolle spielen. Auch wer Bilder schnell aufs Smartphone oder Tablet übertragen will ist mit der G16 und dem integrierten WiFi-Modul besser beraten.


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