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Canon EOS 70D - Die beste DSLR bis 1.000 Euro?

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Den Testbericht zur Nikon D7100 beendeten wir noch damit, dass eine wirkliche Kaufempfehlung nicht möglich ist, ohne den direkten Konkurrenten getestet zu haben: Die Canon EOS 70D. Im heutigen Testbericht werfen wir einen Blick auf den neuen 20-Megapixel-Bildsensor mit Dual-Pixel CMOS AF, einem aufgepumpten Serienbildmodus und natürlich nicht zu vergessen das Thema "Filmen mit der Canon EOS 70D".Canon EOS 70D Wer einen umfassenden Überblick über die technischen Neuerungen der EOS 70D erhalten will oder einen Vergleich zu der nächst kleineren Kamera, der EOS 700D, und der großen Schwester, Canon EOS 7D, sucht, findet einen detaillierten Vergleich in der Ankündigungs-News zur Canon EOS 70D. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Vergleich zur bereits getesteten Nikon D7100.

Canon EOS 70D vs. Nikon D7100 

 [[ASIN:B00DQMRW8C|Canon EOS 70D]][[ASIN:B00BJCTHAW|Nikon D7100]]
Sensor APS-C CMOS (22,3 x 14,9 mm) APS-C CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Bildprozessor DIGIC 5+ EXPEED 3
Auflösung 20,0 MP (5.472 x 3.648) 24,0 MP (6.000 x 4.000)
Autofokus 19-Punkt-AF (19 Kreuzsensoren; besonders empfindlicher f/2.8 in der Mitte) 51-Punkt-AF (15 Kreuzsensoren)
Video-AF Ja, Dual Pixel CMOS AF (Phasen-AF) Ja, Kontrast-AF
AF-Arbeitsbereich LW -0,5 bis 18 LW -2 bis 19
Belichtungsmessung Bis 63 Messfelder, 4 Modi (Mehrfeld-, Selektiv-, Spot-, Integralmessung) 2.016-Pixel-RGB-Sensor
Belichtungsreihen Bis 7 Aufnahmen Bis 5 Aufnahmen
ISO-Bereich 100 - 12.800; erweiterbar auf 25.600 100 - 6.400; erweiterbar auf 25.600
Sucher Typ: Dachkantprisma
Abdeckung: 98%
Vergrößerung: 0,95-fach
Typ: Dachkantprisma
Abdeckung: 100% 
Vergrößerung: 0,94-fach
Display 3" Clear View TFT-Display 3,2" TFT-Display
Dreh-/Schwenkbar Ja / Ja - / -
Tochscreen Ja -
Auflösung 1.040 Mio. Pixel (RGB) 1.229 Mio. Pixel (RGBW)
Blitz Ja, Leitzahl 12
Serienbild 7 Bilder/s (JPEG: Unendlich, RAW: 19; je bei UHS-I-Speicherkarten) 14-bit-RAW: 5 Bilder/s
12-bit-RAW: 6 Bilder/s
Video Full HD (30/25/24p)
HD-Ready (60/50p)
640x480 (30/25p)
Full HD (30/25/24p, 60/50i)
HD-Ready (60/50/30/25/24p)
Anschlüsse USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (CEC kompatibel), 3,5-mm-Mikrofon USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (CEC kompatibel), 3,5-mm-Mikrofon, 3,5-mm-Kopfhörer
Speicherung SD, SDHC, SDXC - UHS-I Kompatibel 2x SD, SDHC, SDXC - UHS-I Kompatibel (Dual-Slot)
WiFi / GPS Ja / - - / -
Akku / Akkugriff LP-E6 / BG-E14 EN-EL15 / MB-D15
Gehäusematerial Aluminium und glasfaserverstärktes Polycarbonat und leitfähige Fasern N/A
Abmaße 139,0 x 104,3 x 78,5 mm 135,5 x 106,5 x 76 mm
Gewicht 755 g 765 g

Design und Verarbeitung

Canon EOS 70DCanon hat sich glücklicher Weise nicht beirren lassen und setzt auch bei der neuen 70D weiterhin auf das bewährte "EOS-Design" mit vielen dedizierten Knöpfen und Einstellrädern. Im Vergleich zur EOS 60D fallen die Änderungen marginal aus, lediglich ein neuer Knopf zur Steuerung der Autofokus-Feldwahl sowie der, nun ebenfalls EOS-Standard, Umschalter zwischen Foto- und Videomodus sind neu. Das LC-Display auf der Oberseite zeigt, bis auf den aktuellen WiFi-Status, ebenfalls keine neuen Werte an. Dementsprechend bleibt es bei den "Basiswerten" (Blende, Belichtungszeit, ISO, Belichtungskorrektur) sowie dem aktuellen Autofokus- und Serienbildmodus und Messmodus der Belichtungssteuerung. Ein Knopf für die zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung rundet das Angebot ab.

Canon EOS 70DAuch schön zu sehen ist Canons absolute Liebe zum Detail: Der Knopf zur ISO-Einstellung verfügt in der Mitte über eine winzige Erhebung. Dieses Detail mag auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, da Canon diese "Markierung" bereits seit vielen Jahren bei allen DSLRs integriert hat, landet der Finger intuitiv auf dem richtigen Knopf. Das Moduswahlrad wurde im Vergleich zur EOS 60D kräftig aufgeräumt und vor allem die diversen Motivprogramme (Portrait, Landschaft, etc.) nun in einem Obermenü (SCN) zusammengefasst. Das schafft Platz und erzeugt mehr Übersicht. Dank der Gummierung ist das Moduswahlrad zudem gewohnt griffig und auch bei Nässe einfach zu bedienen. Der Knopf in der Mitte dient zur Entriegelung und verhindert effektiv ein versehentliches Verstellen der Kamera.

Bildqualität: Foto

Der neue Bildsensor erzielt im Bereich Auflösung natürlich keine neuen Rekorde, wurde selbige doch "nur" von 18 auf 20 Megapixel erhöht. Wesentlich interessanter dürfte für viele Kaufinteressenten sicherlich das bessere Rauschverhalten sein, im Vergleich zur EOS 60D kann man im oberen ISO-Bereich (ISO-1.600 und höher) von einem Vorteil von etwa einem EV sprechen, sprich die EOS 70D zeigt bei ISO-3.200 ein ähnliches Rauschen wie die EOS 60D noch bei ISO-1.600.Canon EOS 70D Beispielbild mit Canon EF 100 mm f/2.8L IS Macro Generell liegt die Bildqualität auf absolutem Top-Niveau für eine DSLR-Kamera mit APS-C-Sensor - wie an den Beispielbildern, alle aufgenommen mit einem Canon EF 100 mm f/2.8L IS Macro, auch gut zu erkennen ist. Bei viel Licht und folglich geringen ISO-Werten kann die neue EOS 70D ihre Leistung voll entfalten.

Canon EOS 70D Beispielbild mit Canon EF 100 mm f/2.8L IS MacroDie Bilder reichen problemlos für den Druck auf gängige Formate wie 60 x 40 cm oder auch noch etwas höher, zumindest sofern die Lichtempfindlichkeit nicht über eine Schwelle von ISO-3.200 angehoben wird. Anschließend ist ein Druck zwar prinzipiell weiterhin möglich, aber entweder das Rauschen sichtbar oder sehr starke Filter von Nöten, die merklich an der Bildschärfe nagen.

Autofokus, Serienbild- und Videomodus

Wer UHS-I-Speicherkarten in der EOS 70D einsetzt kann sich nicht nur über gestochen scharfe Bilder freuen, sondern auch über sehr viele hintereinander - sofern er denn mag. Die EOS 70D kann konstant sieben Bilder je Sekunde auf die Speicherkarte schreiben - sofern als JPEG gespeichert wird. Bei RAW-Bildern reicht der Puffer für immerhin 17 bis 20 Bilder (je nach Speicherkarte) im vollen Tempo! Das ist bedeutend schneller als die Canon EOS 700D und auch schon sehr nahe an der großen Canon EOS 7D.

Doch der DIGIC 5+ Bildprozessor kann noch mehr und erreicht in Kombination mit dem aus der Canon EOS 7D bekannten Autofokussystem eine sehr gute Leistung beim Fokussieren und Verfolgen von Objekten entlang der 19 Kreuz-AF-Sensoren.

[[YT:hbmUKaOzUy0]]

Videos wandern wahlweise in Full HD- oder HD-Ready-Auflösung auf die Speicherkarte und das mit 30/25 respektive 60/50 Bildern je Sekunde. Damit stellt man auch hier keine neuen Rekorde auf, erfüllt aber zumindest die Standards. Ebenfalls mit dabei ist eine schnittfreundliche All-I-Codierung (nur Intra-Frames), die alternativ zur standardmäßig aktiven IPB-Codierung gewählt werden kann. Leider integriert Canon keinen Anschluss für Kopfhörer, was der Kamera in gewisser Weise das Genick bricht.

Denn wirklich einmalig ist der Autofokus im Videomodus dank der eingangs erwähnten Dual-Pixel CMOS AF-Technologie. In Kombination mit dem DIGIC 5+ Bildprozessor lassen sich beispielsweise ein kombinierter, kontinuierlicher Autofokus mit Gesichtserkennung umsetzen und somit "weiß" die Kamera sehr genau wohin sie scharfstellen soll und tut dies zudem sehr zuverlässig und weich. Erst bei sehr wenig Licht (Kerzenlicht, Disco-Beleuchtung und co) kommt die Technologie an ihre Grenzen und erfordert manuelle Eingriffe.

Fazit und Empfehlung

Mit der [[ASIN:B00DQMRW8C|EOS 70D]] hat Canon endlich wieder eine gute Kamera in der gehobenen Mittelklasse im Angebot, die sich sowohl preislich als auch vom Funktionsumfang wesentlich besser von der EOS 700D abhebt aber auch sehr nahe an die EOS 7D heranreicht. Dementsprechend rechnen wir hier in nicht allzu ferner Zukunft auch mit einer Ablösung in Gestalt der Canon EOS 7D Mark II. Besonders hervorzuheben sind der Video-Autofokus und die sehr hohe Serienbildgeschwindigkeit in Kombination mit dem bewährten 19-Punkt-AF-System.Canon EOS 70D Beispielbild mit Canon EF 100 mm f/2.8L IS Macro Zum Glück Standard ist eine Bedienung, die bis ins kleinste Detail durchdacht ist, und eine Formgebung, welche die Kamera sehr gut in normalgroßen Händen liegen lässt. Die vielen Knöpfe, Einstellräder und der sehr gut arbeitende Touchscreen tragen ebenfalls zum guten Gesamtbild bei.

Doch wo viel Licht ist, fällt auch immer etwas Schatten: Das Gehäuse besteht fast ausschließlich auf Plastik, die Leistung der UHS-I-Speicherkarten hat sich seit der Canon EOS 650D nicht merklich verbessert und liegt damit mittlerweile Faktor zwei hinter Nikon. Ebenfalls Faktor zwei fehlt bei der Anzahl der Speicherkarten-Slots. Für Filmer wäre darüber hinaus noch ein Kopfhörerausgang von Vorteil gewesen, bisher hat Canon diesen jedoch leider nicht in Preisgefilde unterhalb der EOS 5D Mark III gebracht.


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