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Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD - Das beste Tele-Zoom bis €1.500?

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Bereits zur photokina 2012 stellte Tamron das neue Tele-Zoom-Objektiv SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD vor - mangels Vorserienstatus, nicht vorhandenem Preis und in den Messehallen eher suboptimalen Lichtbedingungen verzichteten wir auf einen Test vor Ort und werfen nun, gut ein Jahr später, einen Blick auf die finale Version.

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Mittlerweile hat sich mit gut 1.200 Euro auch ein stabiler Marktpreis etabliert, der zudem weitaus tiefer liegt als die angesetzte UVP von satten 1.999 Euro. Eine wichtige Entwicklung, konkurriert man somit nicht mehr mit dem [[ASIN:B0033567D8|Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS II USM]] oder ähnlichen High-End-Objektiven sondern dringt in Preisbereiche des [[ASIN:B000I2J2SG|Canon EF 70-200 mm f/4L IS USM]] und [[ASIN:B003HC8V9A|Sigma 70-200 mm f/2.8 EX DG OS HSM]] vor.

Intern sollen neun kreisrunde Blendenlamellen, die auch noch bis etwa f/5,6 beinahe rund bleiben, für ein weiches Bokeh sorgen. Auf Seiten der Optik setzt man auf ein XLD Glas (Extrem gering Dispersion) sowie vier LD-Gläser (geringe Dispersion). Eine Abdichtung gegen Spritzwasser versteht sich praktisch von selbst. Ob das Tele-Zoom die Versprechungen halten kann?

Verarbeitung, Autofokus und Bildstabilisator

Ultraschallfokussierung, Bildstabilisierung, Spritzwasserschutz und durchgehend Blende f/2,8... Ganz ohne Einsparungen lässt sich ein solch niedriger Straßenpreis kaum realisieren und so setzt Tamron, im Gegensatz zu Canon und Nikon, auch bei seinem Tele-Zoom im oberen Preisbereich auf viel Kunststoff anstelle von hochwertigen aber auch teureren Metalllegierungen. Die Verarbeitungsqualität ist trotzdem gewohnt gut und dem Preisbereich angemessen.Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD Beispielbilder Der Ultraschall-Autofokus (USD) arbeitete im Test sowohl an unserer Canon EOS 5D Mark III als auch an der Canon EOS 70D weder merklich schneller noch langsamer als das zum Vergleich herangezogene Canon EF 70-200 mm f/4L IS USM. Gut eine halbe Sekunde vergeht bei guten Lichtbedingungen maximal wenn der Fokus über den gesamten Bereich bewegt werden soll. Was fehlt ist ein sonst üblicher Limiter um den Nahbereich (bis etwa drei Meter Entfernung) nicht zu berücksichtigen.Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD Beispielbilder Ebenfalls nicht vorhanden ist eine Option um den sonst sehr guten Bildstabilisator (VC) nur auf die Vertikale Achse zu beschränken - sehr wichtig um auch bei Mitziehern nicht auf den Stabilisator verzichten zu müssen. Abseits dieses kleinen und nicht für jedermann wichtigen Kritikpunktes ist die Leistung durchaus auf Höhe der Zeit. Den "Härtestest" bei einer 125/s Belichtungszeit auf einem Trampolin (siehe Video oben) meisterte das Objektiv in vielen Fällen hervorragend.

Bildqualität

Doch kommen wir nun zum wirklich entscheidenden "Schlachtfeld". Die Bildschärfe hat uns dabei enorm beeindruckt: Selbst bei Offenblende (f/2,8) und am Vollformat verwendet ist die Bildschärfe selbst zu den Rändern hin noch sehr hoch und erreicht spätestens bei Blende f/5,6 sein Maximum. Dabei zeigt das Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD die beste Leistung im mittleren Brennweitenbereich und fällt zu den Enden hin immer leicht ab.Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD Beispielbilder Potentielle Fehler in der Linsenoptik hat man ebenfalls äußert gut korrigiert - weder chromatische noch sphärische Aberration sind mit bloßem Auge ohne weiteres erkennbar und machen eine Korrektur am PC nicht zwingend erforderlich. Auch die äußert geringe Verzeichnung werden nur Perfektionisten probieren weiter zu reduzieren. Einzig und allein die Vignettierung ist am Vollformat gut sichtbar aber verhältnismäßig einfach und mit beinahe jedem Programm behebbar.

Ein Punkt fällt vielen Objektiven immer wieder unsanft auf die Füße: Die Rede ist vom Bokeh - die Schönheit der Unschärfe. Wie der Terminus "Schönheit" bereits vermuten lässt ist dieser Punkt rein subjektiver Natur, jedoch gibt es eine weitgehend übereinstimmende Meinung was ein schönes Bokeh ausmacht. Darunter fallen Punkte wie ein weicher Übergang vom Motiv zum Vorder- und Hintergrund sowie eine ruhige und weiche Unschärfe (im Englischen sind auch die Adjektive cremig und butterig [buttery] oft anzutreffen).Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD Beispielbilder Besonders Zoom-Objektive sind hier oft im Nachteil, da die Linsen neben der Fokussierung auch zum Zoomen bewegt werden müssen und eine Optimierung immer komplexer wird. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis. Zwar kann man definitiv nicht mit der Qualität von aktuellen 200-mm-Festbrennweiten mithalten, doch erreicht man ein sehr ruhiges Bokeh das weich mit der fokussierten Ebene verschwimmt.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B00A2I1A0E|Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD]] gehört zweifelsohne zu den aktuell besten Tele-Zoom-Objektiven im Preisbereich von unter 1.500 Euro - wir würden sogar so weit gehen: Das Beste! Grund dafür ist nicht zuletzt der stark nach unten korrigierte Marktpreis von derzeit gut 1.200 Euro (Stand: 17.11.2013) in Verbindung mit der enorm hohen Bildschärfe - selbst bei Offenblende am Vollformat.

Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD BeispielbilderEchte Kritikpunkte sucht man vergebens: Die Materialwahl ist qualitativ nicht mit der von Canon und Nikon gleichzusetzen, die Verarbeitung jedoch trotzdem hochwertig. In Spezialfällen fehlt es an Einstellmöglichkeiten für den Autofokus und Bildstabilisator, dies dürfte jedoch nur bei wenigen Einsatzzwecken einen großen Unterschied machen. Wer schon länger nach einem messerscharfen Tele-Zoom-Objektiv sucht, sollte zuschlagen!


Kommentare

Franz Niedermaier am

schön gemacht schöne fotos
:)

Matze am

Besten Dank dafür ;)