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Pentax K-3 - Die dritte und letzte Größe im APS-C-DSLR-Markt?

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Mit einem Preis von immerhin gut 1.200 Euro verlangt Pentax einiges für die neue K-3 - mehr als beispielsweise Canon und Nikon für ihre neuen APS-C-Flaggschiffe EOS 70D respektive D7100. Wir werfen heute einen Blick auf den letzten der drei verbliebenen Hersteller von "echten" DSLR-Kameras und wollen nun auch den abschließenden Vergleich zwischen den drei APS-C-Boliden aus Japan wagen.

Pentax K-3 + DAL 18-55mm WRBereits beim ersten Blick auf die Spezifikationen wird klar, dass sich Pentax nicht vor Canon und Nikon zu verstecken braucht: Ein 24-Megapixel-Sensor in Kombination mit bis zu 8,3 Bildern je Sekunde sowie 27 Autofokus-Punkten (davon 25 Kreuzsensoren) sowie ein 86.000-Pixel-RGB-Sensor zur Belichtungsmessung sind den Kontrahenten mindestens ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Auch bei den Anschlüssen hat man mit USB 3.0 ein echtes Highlight zu bieten!

Spezifikationen: Pentax K-3 vs Canon EOS 70D vs. Nikon D7100

Canon EOS 70DNikon D7100Pentax K-3
Sensor APS-C CMOS (22,3 x 14,9 mm) APS-C CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Bildprozessor DIGIC 5+ EXPEED 3 Prime III
Auflösung 20,0 MP (5.472 x 3.648) 24,0 MP (6.000 x 4.000) 24,0 MP (6.016 x 4.000)
Autofokus 19-Punkt-AF (19 Kreuzsensoren
besonders empfindlicher f/2.8 in der Mitte)
51-Punkt-AF (15 Kreuzsensoren) 27-Punkt-AF (25 Kreuzsensoren)
Video-AF Ja, Dual Pixel CMOS AF (Phasen-AF, mit Gesichtserkennung) Ja, Kontrast-AF Ja, Kontrast-AF (mit Gesichtserkennung)
AF-Arbeitsbereich LW -0,5 bis 18 LW -2 bis 19 LW -3 bis 18
Belichtungsmessung Bis 63 Messfelder, 4 Modi (Mehrfeld-, Selektiv-, Spot-, Integralmessung) 2.016-Pixel-RGB-Sensor 86.000-Pixel-RGB-Sensor
Belichtungsreihen Bis 7 Aufnahmen Bis 5 Aufnahmen
ISO-Bereich 100 - 12.800
erweiterbar auf 25.600
100 - 6.400
erweiterbar auf 25.600
100 - 51.200
Sucher Typ: Dachkantprisma
Abdeckung: 98%
Vergrößerung: 0,95-fach
Typ: Dachkantprisma
Abdeckung: 100%
Vergrößerung: 0,94-fach
Typ: Dachkantprisma
Abdeckung: 100%
Vergrößerung: 0,95-fach
Display 3" Clear View TFT-Display 3,2" TFT-Display
Dreh-/Schwenkbar Ja / Ja - / -
Tochscreen Ja -
Auflösung 1.040 Mio. Pixel (RGB) 1.229 Mio. Pixel (RGBW) 1.037 Mio. Pixel (RGB)
Blitz Ja, Leitzahl 12 Ja, Leitzahl 13
Serienbild 7 Bilder/s (JPEG: Unendlich, RAW: 19
je bei UHS-I-Speicherkarten)
14-bit-RAW: 5 Bilder/s
12-bit-RAW: 6 Bilder/s
8,3 Bilder/s (JPEG: 60, RAW: 23)
Video Full HD (30/25/24p)
HD-Ready (60/50p)
640x480 (30/25p)
Full HD (30/25/24p, 60/50i)
HD-Ready (60/50/30/25/24p)
4K ("Intervall-Aufnahmen")
Full HD (30/25/24p, 60/50i)
HD-Ready (30/25/24p, 60/50i)
Anschlüsse USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (CEC kompatibel), 3,5-mm-Mikrofon USB 2.0, A/V (via USB), HDMI-mini (CEC kompatibel), 3,5-mm-Mikrofon, 3,5-mm-Kopfhörer USB 3.0, HDMI-mini (CEC kompatibel), 3,5-mm-Mikrofon, 3,5-mm-Kopfhörer, X-Synchronisation
Speicherung SD, SDHC, SDXC - UHS-I Kompatibel 2x SD/SDHC/SDXC - UHS-I kompatibel (Dual-Slot)
WiFi / GPS Ja / - - / -
Akku / Akkugriff LP-E6 / BG-E14 EN-EL15 / MB-D15 D-LI90 / D-BG4
Gehäusematerial Aluminium und glasfaserverstärktes Polycarbonat und leitfähige Fasern N/A Magnesiumlegierung
Abmaße 139,0 x 104,3 x 78,5 mm 135,5 x 106,5 x 76 mm 131,5 x 100,0 x 77,5 mm
Gewicht 755 g 765 g 800 g

Verarbeitung und Design

Ein erstes Indiz für den doch etwas höheren Preis ist bereits bei der Materialwahl zu suchen. Setzen Canon und Nikon auf Aluminium respektive Magnesium als Grundgerüst und viel Kunststoff drum herum sehen wir bei der Pentax K-3 einen "echten" Magnesium-Body, der auch nur minimal schwerer ausfällt aber oft hochwertiger wirkt. Die Abmessungen sind typisch für APS-C-DSLRs der Oberklasse und bieten auch größeren Händen ausreichend Platz.Pentax K-3 + DAL 18-55mm WR Pentax-typisch ist das restliche Design relativ nüchtern und kantig gehalten, was das doch eher technokratische Iamge unterstreicht. Insbesondere für den Handballen erlaubt die Form jedoch eine nicht so ergonomische Position wie beispielsweise bei der Canon EOS 70D. Das Display auf der Oberseite kann zur schnellen Kontrolle und Einstellung der wichtigsten Parameter verwendet werden und ist dank Hintergrundbeleuchtung auch in der Nacht problemlos abzulesen.

Ein dedizierter Knopf für die ISO-Einstellung dürfte Canon-Nutzern gewiss bekannt vorkommen und erlaubt damit die Kontrolle aller wichtigen Einstellungen (Blende, Belichtungszeit, ISO) über speziell dafür vorgesehene Tasten und Einstellräder - sehr gut. Nikon-Nutzer dürfte hingegen (unter anderem) der Umschalter von Autofokus zum manuellen Fokus nahe am Objektiv bekannt vorkommen, in gewisser Weise haben wir es hier also mit einer Fusion beider Bedienkonzepte zu tun.

Videomodus, Serienbild und Autofokus

Der Videomodus konnte im Test leider weniger überzeugen als die Verarbeitung und auch weniger als vorab erhofft. Zwar bietet man mit dem Kopfhörerausgang einen echten Vorteil gegenüber dem "Video-Klassenprimus" Canon EOS 70D, jedoch scheint die Leistung alles andere als hoch zu sein und so haben ambitionierte Filmer, auch schon teils bei niederohmigen Kopfhörern, mit sehr geringen Pegeln zu kämpfen. Sind diese dann auch noch kaum bis gar nicht isoliert, ist ein Online-Audio-Monitoring in lauteren Umgebungen (in unserem Test ein normaler Weihnachtsmarkt) leider de facto unmöglich. Besonders kritisch wird dies aufgrund der Tatsache, dass die Kamera bei sehr hohen Pegeln schnell zum Übersteuern neigt und letzteres in einem sehr lauten Schnarren/Knacken resultiert.

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Besser hat man es da doch mit dem Serienbildmodus getroffen und erlaubt erstklassige 8,3 Bilder je Sekunde (RAW wie JPEG) und dank des großen Pufferspeichers sogar für mindestens 23 RAW-Bilder am Stück (gut vier Sekunden). Alternativ kann die Serienbildgeschwindigkeit in zwei Stufen gesenkt werden und hält dementsprechend länger im vollen Tempo durch. Weniger schnell ist das Abspeichern auf den (UHS-I-)SD-Speicherkarten: Nach einer kompletten Serie kann durchaus eine halbe Minute vergehen bis die Bilder auf die Speicherkarte geschrieben wurden.

Der Autofokus kann bereits auf dem Papier überzeugen und auch in der Praxis leisten die 27 AF-Sensoren selbst unter schwierigen Lichtbedingungen (z.B. Kerzenschein) gute und präzise Arbeit. Die Geschwindigkeit können wir indes nicht repräsentativ beurteilen, schlichtweg aufgrund des langsamen und lauten AF-Motors im verwendeten 18-55-mm-Kitobjektives. Auch ein kontinuierlicher AF-Modus im Videobetrieb fehlt der K-3 leider.

Bildqualität

Viel Arbeit hat Pentax in den Sensor - oder genauer deren Beweglichkeit - gesteckt. Der Fünf-Achen-Bildstabilisator (genauer zwei Achsen [X, Y] und drei Rotationen [X, Y, Z]) wird genauso über den beweglichen Sensor realisiert wie interessante Funktionen à la Sensor-Nachführung für Astro-Aufnahmen oder die Simulation von Tilt-/Shift-Objektiven durch eine Verstellung des Sensors. Als letzte, interessante Möglichkeit lässt sich der Sensor während der Aufnahme in leichte Schwingungen versetzen und damit eine minimale Unschärfe erzeugen.

Pentax K-3: Testbild ohne AA-Filter Pentax K-3: Testbild mit AA-Filter (Stufe 2)

Wozu? Auch wenn die Testbilder sicherlich keine Preise gewinnen werden, so zeigen sie doch ein mögliches Problem von Bildsensoren mit Bayer-Farbfilter (RGGB): Aliasingeffekte oder auch spezieller Moiré genannt. Gegen den Moiré-Effekt setzten die Hersteller für gewöhnlich auf sogenannte AA-Filter (Antialiasing), die eine minimale Unschärfe über das Bild legen und damit viel von der möglichen Unterabtastung "wegwaschen". Nikon war mit der D800E sowie D7100 einer der ersten Hersteller der selbigen Filter entfernte um mehr Bildschärfe zu erzielen, jedoch immer mit dem Kompromiss lebend unter Umständen Moirè in Kauf zu nehmen.

Pentax bietet nun das beste aus beiden Welten und lässt den AA-Filter ebenfalls weg. Fällt dem Fotografen jedoch ein zu starkes Moiré auf, kann er einen "künstlichen" AA-Filter über das Bild legen, in dem der Bildsensor minimal während der Aufnahme bewegt wird und das Bild damit minimal verschwimmt. In der 100-Prozent-Ansicht lässt sich der Effekt (links ohne, rechts mit AA-Filter) bereits mit dem bloßen Auge erkennen und auch die Dateigröße spricht für mehr Details im Bild ohne weichzeichnenden AA-Filter.

Fazit und Empfehlung

Viel Innovatives und Interessantes verbirgt sich in der neuen [[ASIN:B00FOPHY0U|Pentax K-3]] zum stolzen Preis von knapp 1.200 Euro (ohne Objektiv). Die sehr gute Verarbeitung, hoch wertige Materialien, die Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser sowie ein exzellentes Serienbildtempo sprechen für einen Kauf. Weniger schön sind jedoch die unnötigen Einschnitte im Videomodus (kein kontinuierlicher Video-AF, geringe Kopfhörer-Leistung) sowie die teilweise doch sehr komplexe Menüführung.

Im Kernbereich Bildqualität kann man jedoch überzeugen und liefert, mit dem richtigen Objektiv davor, knackscharf Aufnahmen. Da auch Dritthersteller wie Tamron und Sigma das Pentax-System weiterhin fleißig mit Objektiven versorgen ist auch die Auswahl entsprechend groß und für wohl jeden Anwendungszweck auch eine passende Linse verfügbar.


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