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Nikon D5300 - Mittelklasse-DSLR mit GPS und WiFi im Test

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Die Produktzyklen haben sich verkürzt - insbesondere moderne Mittelklasse-Spiegelreflexkameras bekommen mittlerweile gut jährlich einen Nachfolger spendiert und so präsentierte auch Nikon erst im vergangenen Oktober einen Nachfolger der D5200. Wir hatten nun die Gelegenheit die Nikon D5300 zu testen, weitere technische Details zur Kamera finden Sie im verlinkten Artikel.Nikon D5300 + 18-105 mm VR: Steuerelemente, Moduswahlrad und Handgriff

Design und Verarbeitung

Rein äußerlich hat sich nicht viel im Vergleich zum Vorgänger getan: Wie auch bei der erst vor wenigen Tagen auf der CES 2014 präsentierten D3300 dominieren auch bei der D5300 runde Formen das Gesamtbild. Die schon von der D5200 bekannten Stereo-Mikrofone zieren die Oberseite vom Sucher, neben dem sehr griffigen Moduswahlrad samt "Live-View-Wippe" prangern nun Logos, die auf das integrierte GPS- und W-LAN-Modul schließen lassen und deuten damit auch auf die wichtigsten Neuerungen im Inneren hin.

Die Verarbeitungsqualität liegt generell auf dem Niveau ähnlich teurer DSLR- und Systemkameras der Konkurrenz und den Vorgängern aus gleichem Hause. Besonderheiten wie Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser sucht man dementsprechend vergebens.Nikon D5300 + 18-105 mm VR: Anschlüsse, Display und Stereo-Mikrofon Die Rückseite der Kamera wird nun merklich vom 3,2" großen LCD ausgefüllt. Leider hat Nikon im Atemzug der Display-Vergrößerung auch alle anderen Bedienelemente auf der Rückseite etwas verkleinert und somit insbesondere Nutzern mit großen Händen keinen Gefallen getan - gleiches gilt im Winter natürlich auch beim Tragen von Handschuhen.

Bildqualität - Foto

Mit 24 Megapixeln bietet die Nikon D5300 auf den ersten Blick keine Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger, jedoch hat Nikon auch hier den Tiefpass-Filter entfernt und setzt dementsprechend wohl auf den aus der D7100 bekannten Bildsensor. So wundert es auch nicht, dass diverse andere Magazine die Bildqualität der beiden Kameras auf ein und demselben Niveau einordnen - und auch wir können visuell keinerlei Unterschiede feststellen.

Beispielbild der Nikon D5300 zusammen mit dem 18-105 mm VR Kit-ObjektivSpeziell bei niedrigen ISO-Werten liefert der Bildsensor in der Nikon D5300 eine exzellente Bildschärfe ab und kann auch mit einem guten Dynamikumfang punkten. Jedoch verliert auch die D5300 verhältnismäßig schnell an Schärfe bei höheren ISO-Werten (etwa 10 bis 15 Prozent bis ISO-800) und auch das Bildrauschen wird (in der 100-Prozent-Ansicht) bei RAW-Bildern früh sichtbar. Glücklicher Weise lässt sich letzteres gut filtern und so auch noch mit Empfindlichkeiten von ISO-3.200 passable Ausdrucke auf DIN A3-Größe anfertigen.

Autofokus und Serienbild

Leider gibt es nicht nur Positives von der D5300 zu berichten: An der Autofokusleistung hat Nikon weder etwas im Sucher- noch im Live-View-Betrieb verbessert. Ist ersteres aufgrund der Einordnung als Mittelklasse-DSLR und dem vergleichsweise üppigen 39-Punkt-AF-System noch zu verkraften, so ist der Kontrast-Autofokus im Live-View-Betrieb mit Fokussierzeiten von teilweise über anderthalb Sekunden nicht mehr Zeitgemäß - und das selbst bei guten Lichtbedingungen.

[[YT:pIA8m1hxFWU]]

Im Serienbildmodus merkt man dann spätestens die (mit hoher Wahrscheinlichkeit künstlichen) Limitierungen an der Nikon D5300. Will man die maximale Bildqualität (14 bit-RAW) auch im Serienbildmodus haben, so sind nicht mehr als vier Bilder je Sekunde möglich - hier schafft selbst die Nikon D7100 mit langsamerem Bildprozessor mehr. Der interne Pufferspeicher reicht nur für sechs Bilder in entsprechender Qualität. Dank des guten Speicherkarten-Controllers geht es, eine schnelle SDHC- oder SDXC-Speicherkarte vorausgesetzt, jedoch mit flotten 2,5 bis 3 Bildern je Sekunde weiter.

Videomodus und GPS

Im Videomodus merkt man schon eher die Möglichkeiten des wesentlich schnelleren EXPEED 4-Bildprozessors in der Nikon D5300. Bis zu 60 Vollbilder je Sekunde (1080p60) bieten für Zeitlupenaufnahmen mehr Spielraum und wirken insbesondere in bewegungsreichen Sequenzen merklich flüssiger. Im Vergleich zu herkömmlichen Full HD-Aufnahmen mit 25 Bildern je Sekunde wirken selbige mit 50 Bildern in der Sekunde beinahe hyperrealistisch. Da YouTube leider weiterhin nicht entsprechende Frameraten unterstützt, stellen wir Ihnen ein entsprechendes Testvideo lokal zur Verfügung.

[[VTYT:Nikon D5300 - Videomodus 50FPS|LKfzCidmm_k]]

Zwar bietet der Videomodus der Nikon D5300 formell einen kontinuierlichen Autofokus, an die weiche Nachführung der Canon EOS 700D mit STM-Objektiven (Objektive mit Schrittmotor zur Fokussierung) oder gar den ausgezeichneten Dualpixel-CMOS-AF der Canon EOS 70D kommt dieser jedoch nicht heran.Beispielbild der Nikon D5300 zusammen mit dem 18-105 mm VR Kit-Objektiv Das integrierte GPS-Modul machte während unserer Dreharbeiten bei bewölktem Himmel ebenfalls keine gute Figur und war erstmalig nach über 60 Minuten dazu zu überreden einen GPS-Standort zu ermitteln und abzuspeichern - leider waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Testbilder (mit blinkender GPS-Anzeige) im Kasten, sodass wir entsprechendem Bildmaterial mit GPS-Metadaten an dieser Stelle leider schuldig bleiben müssen.

Fazit und Empfehlung

Etwas holprig wirkt für uns der Start der D5300: Zu wenig Verbesserungen gab es in den Kernbereichen, insbesondere der weiterhin (zu) langsame Live-View-Autofokus wird langsam aber sicher zum echten Problem im Massenmarkt mit hochoptimierten Systemkameras im Nacken. Die wenigen Neuerungen, wie beispielsweise das integrierte GPS, scheitern noch in der Praxis und leider ist Nikon bisher auch nicht für übermäßigen Eifer bei Firmware-Updates bekannt, die hier schnell Abhilfe schaffen könnten - ganz im Gegensatz zu Samsung oder Sony.Beispielbild der Nikon D5300 zusammen mit dem 18-105 mm VR Kit-Objektiv Wer sich eine neue DSLR zulegen will kann trotzdem zur [[ASIN:B00FYJ5M3C|Nikon D5300]] greifen, man sollte im Vorfeld jedoch nicht zu viel vom GPS und dem integrierten W-LAN erwarten um Enttäuschungen vorzubeugen. Die restliche Leistung geht derweil in Ordnung und gibt keinen echten Anlass zur Klage, insbesondere die sehr gute Bildqualität überzeugt im Test.


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