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Sigma [C] 18-200 mm DC OS HSM Makro - Reise-Zoom-Objektiv im Test

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Erst im Januar zur CES in Las Vegas kündigte der japanische Objektivhersteller Sigma das neue Reise-Zoom-Objektiv 18-200 mm f/3.5-5.6 DC OS HSM Macro aus der Contemporary-Serie an. Mittlerweile ist das Objektiv weit im Handel verfügbar und wir werfen einen Blick auf die sehr kompakte Konstruktion. Weitere Details zum Objektiv finden Sie in unserer ersten Analyse zur Ankündigung.Beispielbild vom Sigma [C] 18-200 mm DC OS HSM Makro | Canon EOS 650D; 200 mm; f/6.3; 1/400 s; ISO-800

Design und Verarbeitung

Auffällig unauffällig kommt das neue Sigma Reise-Zoom daher: Im eingefahrenen Zustand (18 mm) ist die Konstruktion kaum größer als ein gewöhnliches 18-55-mm-Kit-Objektiv, nur das Gewicht von 430 Gramm fällt etwa doppelt so hoch aus wie bei den genannten Kit-Objektiven. Über einen kleinen Lock-Schalter lässt sich das Objektiv bei 18 mm "einrasten": Zwar fährt der Zoom-Mechanismus kopfüber prinzipiell nicht aus, kommen leichte Erschütterungen hinzu (z.B. beim Laufen) ist diese Art der Sicherung jedoch durchaus zu empfehlen.Sigma [C] 18-200 mm f/3.5-6.3 DC OS HSM Makro im Größenvergleich mit dem Canon EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 IS II Neben dem Lock-Schalter gibt es noch zwei Schalter zum (de)aktivieren von Bildstabilisator und Autofokus. Der Zoom-Ring fällt angenehm groß aus, ist im Gegenzug aber recht schwergängig - ohne jedoch (wie der Vorgänger) an einigen Stellen regelrecht zu verkanten. Der Fokusring orientiert sich (leider) an den anderen C-Serien-Objektiven aus dem Hause Sigma: Der kleine Ring ist schwer zu greifen, bietet kaum Widerstand und lässt im Autofokus-Betrieb auch nicht verstellen (Ring-USM). Auf einen Staub- und Spritzwasserschutz muss man ebenfalls verzichten, angesichts der UVP von unter 500 Euro jedoch nicht ungewöhnlich.

Autofokus und Bildstabilisator (VC)

Der Autofokus kann mit der richtigen Kamera an seiner Seite flott und präzise zu Werke gehen, Geräusche sind dank der Ultraschall-Fokussierung kaum wahrzunehmen. Die geringe Naheinstellgrenze von 39 cm (max. Abbildungsmaßstab 1:3 bei f = 200 mm) kann jedoch bei einem kompletten "Suchlauf" über die gesamte Fokusdistanz die Kamera bis zu über eine Sekunde lang beschäftigen. Eine Möglichkeit den AF-Bereich einzuschränken ist leider nicht vorhanden, dafür funktioniert der Autofokus auch im Makro-Bereich noch tadellos. Im Videomodus arbeitete der Autofokus an unserer Canon EOS 650D zuweilen etwas zu abrupt und sorgt damit für leichte Sprünge im Bild.

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Der optische Bildstabilisator (OS) arbeitet nicht ganz so effizient wie die Implementierung in der hauseigenen A-Serie (Art) und neigt insbesondere im Videomodus zu etwas ruckartigen Bewegungen, im Fotobetrieb können gut viermal längere Belichtungszeiten (+2 EV) als ohne Stabilisierung ermöglicht werden. Aufnahmen bei 200 mm Brennweite sind so auch noch bei 1/50s aus der Hand möglich.

Bildqualität

Die Bildschärfe liegt auf dem bekannten Niveau von besseren Reise-Zoom-Objektiven: Im Bildzentrum ist die Schärfe bereits bei Offenblende sehr gut, zum Rand hin kann durch leichtes Abblenden (ein bis zwei Blendenstufen) noch etwas mehr Bildschärfe herausgeholt werden. Im Makro-Bereich fällt das Bild hingegen merklich weicher aus, insbesondere die eher mäßige Auflösung feiner Strukturen (Mikrokontrast) wird dem Sigma [C] 18-200 mm hier zum Verhängnis.Beispielbild vom Sigma [C] 18-200 mm DC OS HSM Makro | Canon EOS 650D; 200 mm; f/10; 1/60 s; ISO-100 Neben dem Mikrokontrast oft das größte Problem in dieser Objektivklasse: Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds". Leider bleibt auch das neue Sigma-Reise-Zoom-Objektiv nicht davon verschont und hat (siehe Bild unterhalb; z.B. Ecke rechts oben) mit unruhigen Strukturen im Hintergrund zu kämpfen. Nur im Makro-Bereich wird der Effekt durch die hier generell stärkere Unschärfe etwas abgeschwächt.Beispielbild vom Sigma [C] 18-200 mm DC OS HSM Makro | Canon EOS 650D; 200 mm; f/6.3; 1/100 s; ISO-400 Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Sigma hingegen abermals gut in den Griff bekommen: Selbst in der 100-Prozent-Ansicht sind nahezu keinerlei Farbsäume an harten Kontrastkanten im Bild erkennbar - Korrekturen im RAW-Konverter sind dementsprechend nicht notwendig.Beispielbild vom Sigma [C] 18-200 mm DC OS HSM Makro | Canon EOS 650D; 106 mm; f/5.6; 1/250 s; ISO-100 Die Vignettierung (Randabschattung) war beim Vorgänger noch ein größeres, wenn auch einfach zu behebendes Problem. Bei der Neuauflage hat Sigma auch diese Probleme weitestgehend eliminiert. Helligkeitsunterschieden sind nur noch in äußerst seltenen Fällen wahrnehmbar.

Fazit und Empfehlung

Auch wenn einige Teile des vorangegangenen Testberichts nicht den Eindruck machen mögen: Wir haben es beim neuen Sigma-Reise-Zoom mit einer guten Konstruktion zu tun. Einige Problemstellen des Vorgängers wurden beseitigt, ohne neue Baustellen aufzureißen. Auch der Preis ist mit unter 400 Euro (Stand: 20.04.2014) bereits kurz nach Markteinführung auf ein faires Niveau gesunken.Sigma [C] 18-200 mm f/3.5-6.3 DC OS HSM Makro mit Gegenlichtblende Das [[ASIN:B00HS3DST2|Sigma C 18-200 mm DC OS HSM Makro]] ließe sich trotzdem noch weiter verbessern, insbesondere der Fokusring der C-Serie ist und bleibt ein Pferdefuß für Freunde des Films und eine echte Lösung für ein butterweiches Bokeh hat auch Sigma in der Objektivklasse nicht gefunden. Wer primär nach einem kompakten Reise-Zoom-Objektiv sucht kommt jedoch voll auf seine Kosten, denn in Sachen Preis pro Leistung und Gewicht/Ausmaße gibt es derzeit keine Alternative.


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