ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Canon PowerShot N100 - Kompaktkamera mit Selfie-Modus im Test

|

Die kompakte PowerShot N100 stellt den Nachfolger der vor allem durch die Form auffallende Canon PowerShot N dar. Wie von der N-Serie gewohnt, dreht sich wieder viel um die Interaktion mit sozialen Netzwerken und das schnelle Foto nebenher. Im Vergleich zum Vorgänger hat man vor allem Display und Objektiv kräftig ausgebaut.

Design und Verarbeitung 

Kam die PowerShot N als quadratische Kamera zum Kunden - und musste für die Formgebung abwechselnd sowohl Kritik als auch Lob einstecken - hat Canon sich bei der N100 für ein eher typisches Kompaktkamera-Design entschieden. Leider, muss man fast sagen, denn für eine UVP von immerhin knapp unter 300 Euro wirkt das Äußere der Kamera arg billig und wäre so eher im Bereich von 120 Euro zu erwarten, das Design kann mit klobig am besten umschrieben werden.

Canon PowerShot N100: NFC und WiFi sorgen für die Verbindung mit der Außenwelt

Die Bedienung orientiert sich damit wieder vermehrt auf Tasten und setzt weniger auf den rückseitig verbauten Touch-Screen mit einer Auflösung von nun immerhin 922.000 Pixeln auf einer Bildschirmdiagonale von 3,0 Zoll. Die Bildschärfe lässt sich unterwegs damit wesentlich besser beurteilen als noch beim Vorgänger. Wer möglichst viel einstellen möchte ist jedoch weitehrin fehl am Platz, die N-Serie sieht Canon nicht für Nutzer, die sich mit Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und Co. "herumschlagen" wollen.

Besonders ungewöhnlich dürfte die kleine Zusatzkamera auf der Rückseite sein. Diese greift einen Trend auf, wie man ihn auch bereits bei vielen neuen Smartphones bewundern kann: Die Bild-in-Bild-Funktion, in der der Fotograf selbst fotografiert wird, wie auch zeitgleich das eigentliche Motiv.

Bildqualität

Beim Objektiv und Bildsensor merkt man der Canon PowerShot N100 Gene aus der S-Serie an: Das Objektiv entspricht mit einer Brennweite von 5,2 bis 26 mm (24-120 mm entsprechend KB) und einer maximalen Lichtstärke von f/1.8-5.7 exakt dem der PowerShot S120, bietet damit aber auch wesentlich weniger Kapazitäten im Tele-Bereich als noch der Vorgänger.Canon PowerShot N100 Beispielbild | 8 mm, f/3.2, 1/50 s, ISO-80 Der 12-Megapixel-CMOS-Sensor dürfte ebenfalls aus der S120 entspringen. Die Auflösung hat man damit nicht erhöht, wohl aber die Sensorgröße von 1/2,3 auf 1/1,7 Zoll. Dank des, für eine Kompaktkamera, großen Bildsensors fällt auch das Bildrauschen vergleichsweise schwach aus. Bis etwa ISO-1000 hat die PowerShot N100 das Rauschen im Griff, ohne merklich weichzeichnen zu müssen.Canon PowerShot N100 Beispielbild | 26 mm, f/5.7, 1/320 s, ISO-80 Ein nennenswertes Bokeh gibt es, aufgrund der Sensorgröße, natürlich wieder nur im Nah- bis Pseudo-Makro-Bereich. Dafür kann die leichte Hintergrundunschärfe hier überzeugen. Leider hat Canon auch (wieder) den RAW-Modus eingespart und ermöglicht auch keine halbmanuellen oder manuellen Einstellungen (Modus M, Av, Tv) der Kamera.

Autofokus, Serienbild- und Videomodus

Der Bildprozessor ist auf der Höhe der Zeit: Ein aktueller DIGIC 6-Bildprozessor sorgt für eine Geschwindigkeit, die sich in vielen Bereichen nicht vor der Konkurrenz zu verstecken braucht. Oder zumindest könnte er das, wie wir von anderen Kameras mit gleichem Prozessor wissen. Serienbildaufnahmen sind so, trotz der geringen Auflösung und hoher Rohleistung, nur mit maximal drei Bildern je Sekunde möglich. Immerhin so lange, bis die Speicherkarte voll ist - oder der Akku leer, wobei letzteres spätestens nach 500 Bildern (ohne Blitz) der Fall sein sollte.

Der Autofokus reagiert trotz alledem flott und stellt in der Regel in unter einer Sekunde scharf, nur bei sehr abrupten Szenenwechseln mit stark unterschiedlicher Helligkeit verzögert die Einstellung der korrekten Belichtung den Fokus um teilweise eine ganze Sekunde.

[[YT:FsjjFvVsiqU]]

Der Videomodus wurde ebenfalls leicht beschnitten: 1080p60 schafft die PowerShot S120 mit dem gleichen Rechenknecht, 1080p30 müssen bei der N100 genügen. Dafür leisten die integrierten Mikrofone einen passablen Dienst und reichen für die kurze Aufnahme nebenbei prinzipiell aus.

Fazit und Empfehlung

Wirklich überzeugen konnte uns die [[ASIN:B00HQC0P14|Canon PowerShot N100]] leider nicht. Das Gehäuse wirkt im Vergleich zum Vorgänger sowie zur Konkurrenz im gleichen Preisbereich billig, klobig und etwas lieblos. Die Bild-in-Bild-Funktion ist nicht mehr als ein Spielzeug, welches man in wenigen Situationen einsetzt - und viele neue Smartphones mit Frontkamera können ebenfalls beide Bilder ineinander montieren, meist sogar wesentlich effektvoller als mit nur einem weißen Rahmen drumherum.

Canon PowerShot N100: Das Gehäuse erinnert etwas an Spielzeug-Kameras

Wer auf die Zweitkamera verzichten kann, der findet mit der Canon PowerShot S200 und [[ASIN:B00EPFEATS|PowerShot S120]] derzeit zwei wesentlich potentere und zugleich auch noch günstigere Alternativen. Die Bildqualität liegt grob auf einem Niveau, die Verarbeitung und Einstellmöglichkeiten jedoch weit darüber.


Kommentare