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Nikon Coolpix S810c - Kompakte Android-Kamera im Test

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Nach der Samsung Galaxy Camera 2 in der vergangenen Woche folgt nun die Review der Nikon Coolpix S810c - eine weitere Kompaktkamera mit Android 4.x, einem 16-Megapixel-Sensor mit 1/2,3 Zoll Diagonale und mit einem Touchscreen anstelle vieler Tasten. Schafft es Nikon "mehr Kamera" in die Kombination einzubringen als zuletzt Samsung - oder scheitert es am Ende an Android?

Design, Verarbeitung und Android

Die Rückseite der Nikon Coolpix S810c sieht einem kleinen Smartphone nicht unähnlich: Die drei typischen Android-Buttons sind als "echte" Knöpfe ausgeführt, dazu ein eher schmächtiges wie vergleichsweise unscharfes 3,7-Zoll-LC-Display mit WVGA-Auflösung (854 x 480 Pixel, 265 ppi). Auf der Oberseite finden wir die üblichen Tasten zum Zoomen, Ein- und Ausschalten und natürlich zum Auslösen der Kamera.Sigma DP2 Quattro Beispielbild | 30 mm, f/7.1, 1/30 s, ISO-1600 Damit unterscheidet sich die Kamera, bis auf das Toch-Display und dementsprechend weniger Tasten, insgesamt nicht stark von üblichen Kompaktkameras aus der 100- bis 150-Euro-Klasse. Auch die Materialien und Verarbeitung kennt man so eher von günstigen Einsteigerkameras.

Im Inneren setzt man auf einen mickxx genannten SoC (womöglich ein anderer Name für den Expeed C2-Bildprozessor) mit einer 800 MHz Single-Core-CPU und einer PowerVR SGX 540 GPU - die Technik liegt damit grob auf dem Niveau von 2007 (GPU) bis etwa 2010, anders Ausgedrückt etwa Faktor 7,5 bis 15 hinter der Samsung Galaxy Camera 2 oder bis weit über Faktor 50 hinter heutigen Smartphones und Tablets der Oberklasse. Wer die Coolpix S810c zu mehr als zum Fotografieren nutzen will - und Android ist hier das Verkaufsargument - wird dementsprechend wenig Spaß haben. Etwas aufwändigere Apps oder gar Spiele lassen sich nicht sinnvoll auf der S810c ausführen.

Bildqualität

Wer RAW-Bilder am PC nachbearbeiten und Motive mit schöner Hintergrundunschärfe freistellen will, der ist auch bei der Coolpix S810c an der falschen Adresse. Die Bilder vom 12-fach-Zoom-Objektiv landen auf dem 16-Megapixel-Sensor mit einer, für Kompaktkameras üblichen, Diagonale von 1/2,3 Zoll.Beispielbild Nikon Coolpix S810c | 9 mm, f/4.3, 1/1000 s, ISO-125 An Schärfe mangelt es den Aufnahmen bei viel Licht, ähnlich der Galaxy Camera 2, nicht. Jedoch greift der Bildprozessor auch hier mächtig in die Trickkiste und überschärft feine Strukturen wie Haare sichtlich. Das Bildrauschen ist selbst bei viel Licht leicht zu sehen und wird bereits ab mittleren ISO-Werten (ISO-800) deutlich sichtbar. Damit liegt man unterhalb des derzeit möglichen bei Reise-Zoom-Kameras im ähnlichen Preisbereich.Beispielbild Nikon Coolpix S810c | 4 mm, f/3.3, 1/125 s, ISO-125 Filter und Effekte gibt es einige zu entdecken, aufgrund des schwachen Prozessors dauert die Verarbeitung jedoch seine Zeit, die Kamera-App kann mit vielen Worten umschrieben werden: Intuitiv, flüssig und aufgeräumt gehören jedoch leider nicht dazu. So interessant wir die Idee von Android als Kamera-Betriebssystem auch finden, Nikon fehlt schlichtweg das Know-How um die Nutzeroberfläche sinnvoll für den neuen Einsatzzweck anzupassen.

Fazit und Empfehlung

Dementsprechend fällt auch unser Fazit aus: Der Preis der [[ASIN:B00JMBFROW|Nikon Coolpix S810c]] ist mit beinahe 300 Euro (Stand 03.08.2014) maßlos übertrieben - insbesondere da mittlerweile sogar kompakte Systemkameras (DSLM) wie die Samsung NX2020 zu gleichen Preisen zu bekommen sind. Mit der Bildqualität kann man hier in keinem Fall mithalten, über WiFi zum Teilen der Bilder verfügt die Konkurrenz ebenfalls, dazu kommen größere und schärfere Displays sowie eine sehr aufgeräumte Nutzeroberfläche - wenn auch ohne Android.

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Wer es kompakter mag und auf Android besteht, sollte eher zur [[ASIN:B00I0MQYMI|Samsung Galaxy Camera 2]] greifen. Jedoch sollte man sich auch hier bewusst sein, dass vor allem eben jene Ausstattungsmerkmale wie ein sehr großes Touch-Display und der leistungsfähige Prozessor für den Preis von etwa 250 Euro (Stand: 27.07.2014) sorgen, nicht etwa eine besonders hohe Bildqualität durch große Bildsensoren oder lichtstarke Objektive.


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