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Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC Makro OS HSM - Neuauflage eines Klassikers

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Das Sigma 17-70 mm f/2.8-4 DC Makro OS HSM gehört(e) seit Erscheinen zweifelsohne zu den beliebtesten Alternativen für die Standard-Kit-Objektive mit 18-55 mm Brennweite. Doch Probleme mit dem Autofokus (Fehlfokus) und eine wenig zeitgemäße Leistung bei maximaler Brennweite (f = 70 mm) sorgten auch für viel Kritik. Mit dem Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC Macro OS HSM stellte man relativ schnell einen Nachfolger vor und wir werfen einen kritischen Blick auf die versprochenen Verbesserungen.

Design und Verarbeitung

Mit der Einführung der hauseigenen Global Vision-Serie stellte Sigma drei Objektive vor, eines davon war das neue 17-70 mm der Contemporary- oder kurz C-Serie. Design und Verarbeitung wirken in jedem Fall wertig und die äußeren Abmessungen entsprechen eher denen des Vor-Vorgängers ohne optischen Bildstabilisator. In beiden Dimensionen (Länge und Durchmesser) konnte Sigma immerhin 7 mm einsparen, gleiches gilt für 65 Gramm an Gewicht.

Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC OS HSM MacroDirekt auf dem, sehr schmalen, Fokus-Ring befindet sich die Skala mit der aktuellen Fokusdistanz (in Metern und Fuß), beim Zoomen wird auf dem Tubus der maximal mögliche Abbildungsmaßstab sichtbar. Durch die Design-Entscheidung den Fokusring derart einzusetzen wird die griffige Oberfläche leider weiter reduziert - ein manuelles Fokussieren ist so insbesondere im Winter mit Handschuhen nahezu unmöglich. Nahe dem Bajonett finden wir zwei Schalter zum (de-)aktivieren von Autofokus und Bildstabilisator.

Autofokus und Bildstabilisator (OS)

Manuelle Eingriffe in den Fokus sind weiterhin nur bei deaktiviertem Autofokus möglich (kein Ring-USM), die eingesetzte Innenfokussierung hat jedoch den Vorteil, dass das Objektiv beim Fokussieren nicht seine Größe ändert und das 72-mm-Filtergewinde an der Front nicht rotiert. Besonders letzterer Punkt ist beim Einsatz von Grauverlaufs- und Polfiltern sehr wichtig. Die Geschwindigkeit hat Sigma leider nicht wirklich verbessern können, dafür hatten wir mit unserem Testmuster keinerlei Probleme mit einem Front- oder Back-Fehlfokus.

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Der optische Bildstabilisator (OS) arbeitet, wie schon vom Vorgänger gewohnt, sehr effektiv und kann scharfe Aufnahmen noch bei etwa 10-fach längeren Belichtungszeiten ermöglichen. Sollte das Fotomotiv entsprechend still stehen, sind so beispielsweise auch bei 50 mm Brennweite noch bei 1/5 s scharfe Aufnahmen aus der Hand zu erzielen. Auch oder insbesondere für Videoaufnahmen lässt sich der Stabilisator zudem gut einsetzen, mehr dazu im Video oberhalb.

Bildqualität

In den allermeisten Fällen liegt die Bildschärfe auf dem Niveau des Vorgängers, nur an den "extremen Enden" (Weitwinkel und Tele) gab es signifikante Änderungen. Galt beim "alten" Sigma 17-70 mm die Faustregel, dass der Fotograf bei zunehmender Brennweite 1-2 Stufen abblenden sollte um möglichst scharfe Bildergebnisse zu erzielen, ist das neue 17-70 mm nun im Bildzentrum über den gesamten Brennweitenbereich hinweg scharf. An den Bildrändern hingegen hat die Leistung im Weitwinkel abgenommen und lässt sich auch durch Abblenden nicht merklich verbessern, passionierte Landschaftsfotografen fahren mit dem Vorgänger hier besser.

Sigma 17-70 mm im Makro-Einsatz: Altes (links) gegen neues (rechts) ModellDas Bokeh, die "Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe", ist ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor auf die subjektiv empfundene Bildqualität. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Lichtstärke bei längeren Brennweiten ist das Sigma schon prinzipiell kein ausgemachtes Portrait-Objektiv, zumindest für die ein oder anderen Makro-Aufnahmen "nebenbei" reicht das Bokeh jedoch problemlos.

Beispielbild Nikon D3300 + Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC OS HSM | 70 mm, f/4.5, 1/800 s, ISO-400Die Vignettierung (Randabschattung) wird mit zunehmender Brennweite nur noch in den äußersten Bildecken zum Problem, im Weitwinkel ergibt sich ein weicher Helligkeitsabfall vom Bildzentrum bis zum Bildrand. Wer sich daran stört sollte aufgrund der speziellen Charakteristik auf jeden Fall zu einem RAW-Konverter mit einem angepassten Korrekturprofil für das neue Sigma C 17-70 mm greifen. Mittlerweile sind in beinahe allen großen RAW-Konvertern entsprechende Profile verfügbar.

Fazit und Empfehlung

Das neue [[ASIN:B00AXZZ034|Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC Makro OS HSM]] ist mittlerweile meist günstiger zu haben als der Vorgänger, falls letzterer noch angeboten wird, und bietet unterm Strich mehr Vor- als Nachteile, trotz einiger "Verschlimmbesserungen" wie dem manuellen Fokusring oder der Bildschärfe im Weitwinkel. Wer eine im Vergleich zum Kit-Objektiv flexiblere und besser verarbeitete Alternative sucht findet diese nun in leicht verbesserter Form im Handel.Beispielbild Nikon D3300 + Sigma C 17-70 mm f/2.8-4 DC OS HSM | 50 mm, f/4.5, 1/2500 s, ISO-400


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