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Sony Alpha 77 Mark II - Die aktuell beste Kamera mit APS-C-Bildsensor?

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Nachdem das letzte "DSLR-Jahr" ganz im Zeichen der Canon EOS 70D und Nikon D7100 stand, zog Sony Anfang Mai mit der Präsentation der Alpha 77 Mark II nach. Das Update konzentrierte sich vor allem auf den Bereich Geschwindigkeit: Autofokus, Serienbild- und Videomodus - alles musste schneller werden und auch an der Bildqualität wollte man natürlich noch schrauben. Ob die Operation geglückt ist?Hält dicht: Auch ein kleiner Regenschauer bringt die Sony Alpha 77 II nicht aus der Ruhe

Design und Verarbeitung

Wie nicht anders zu erwarten lässt auch Sony sich nicht lumpen sobald es darum geht dem ambitionierten Hobby-Fotografen ein wertiges Stück Technik an die Hand zu geben. Bei einem Straßenpreis von derzeit 1.099 Euro (ohne Kit-Objektiv) sollte man dies auch so erwarten können. Ebenfalls üblich in der Preisklasse ist das zweite LC-Display an der Oberseite mit Tasten zum schnellen Einstellen des Aufnahmemodus (Einzel-/Serienbild, Selbstauslöser etc.), Weißabgleich, ISO-Werts, der Belichtungskorrektur und vielem mehr.

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Auf der Rückseite finden wir das hochauflösende 3,0-Zoll-TFT-Display mit 1,228 Millionen Pixeln wieder, genauso wie den elektronischen Sucher (EVF) mit gewohnten 2,4 Millionen Pixeln und 100 Prozent Sichtfeldabdeckung. Neue Maßstäbe setzt Sony damit bei der Alpha 77 Mark II nicht, leistet sich aber auch keinen Patzer. Zur einfachen Navigation im Menü (und, je nach Modus, auch Auswahl der AF-Felder) steht der klassenübliche Joystick zur Verfügung.

Serienbild und Autofokus

Üppige 11 bis 12 Bilder in der Sekunde schaufelt die Sony Alpha 77 Mark II gekonnt in den internen Pufferspeicher, mit einer schnellen SD-Speicherkarte in der Hinterhand geht es auch nach den 28 (RAW) respektive 65 (JPEG) Bildern noch überaus schnell weiter. Die Werte lassen sich selbst mit aktiviertem Autofokus halten, jedoch muss hierzu im Menü die Priorität auf die Auslösung und nicht auf die Scharfstellung gelegt werden.Beispielbild Sony Alpha 77 II + Sony SAL1650 f/2.8 DT SSM | 50 mm, f/2.8, 1/200 s, ISO-100

Selbst den "Härtetest" hat das Autofokus-Modul mit seinen 79-AF-Punkten überstanden und ein sich auf die Kamera zubewegendes Objekt (Radfahrer) bei zeitgleichem Zoomen in den allermeisten Fällen korrekt fokussiert. Kenner können sich zudem bei der Konfiguration des Autofokus austoben und auch mit vielen verschiedenen AF-Feld-Modi (Weiter AF, Zonen-AF, Zentraler AF, Flexibler Spot AF, Erweiterter Flexibler Spot AF) herumexperimentieren.

Bildqualität

Doch was wäre ein ausgezeichneter Serienbildmodus mit brillantem Autofokus wert, wenn der Sensor dem nachstehen würde? Tut er, zum Glück, nicht. Ein 24-Megapixel-Sensor im APS-C-Format dürfte vielen Lesern sicherlich von diversen Nikon DSLRs der letzten Jahre oder auch der ersten Alpha 77 bekannt sein. Mangels passendem RAW-Konverter konnten wir zum Testzeitpunkt noch keinen Blick in die RAW-Bilder werfen, alle Aussagen beziehen sich dementsprechend auf JPEG-Bilder direkt aus der Kamera (OoC-JPEG).Beispielbild Sony Alpha 77 II + Sony SAL1650 f/2.8 DT SSM | 40 mm, f/3.5, 1/320 s, ISO-100 Die Bildschärfe ist bei geringen ISO-Werten ausgezeichnet und muss sich vor aktuell wohl kaum einer anderen Kamera verstecken. Erst ab ISO-3.200 wird Bildrauschen merklich sichtbar, aber auch Aufnahmen mit ISO-6.400 lassen sich noch problemlos für Ausdrucke auf A4-Größe nutzen. Sehr positiv überrascht hat uns zudem der sehr gute Dynamikumfang, auch im Videomodus.

Videomodus

Letzterer kann sich bei der Sony Alpha 77 Mark II generell sehen lassen. Für actionreiche Aufnahmen steht bis zu 1080p60 zur Verfügung, für die Cineasten natürlich auch 1080p24. Sehr gut gefallen hat uns zudem der Zebra-Modus (Über/Unterbelichtung), weniger gut das Einstellen der Schärfe. Je nach Auflösung und Bildwiederholrate wird im MP4- oder AVCHD 2.0-Container gespeichert, in beiden Fällen mit gängiger H.264 Kompression (Profil: High@4.2) und leider ebenfalls komprimierter Audio-Spur (Dolby Digital oder AAC-LC) - einen PCM-Modus hat man eingespart. Folgendes Video wurde komplett mit der Sony Alpha 77 Mark II aufgezeichnet:

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Damit kommen wir zu einigen weiteren Einsparungen und Beschränkungen am Videomodus, die so nicht hätten sein müssen: Ein Kopfhörerausgang fehlt, es ist nicht möglich bei aktiviertem Autofokus die Belichtung manuell zu steuern (sprich man muss entweder vollautomatisch oder vollmanuell arbeiten) und auch ein schnittfreundliche(re)s Videoformat (All-Intraframe-Kompression) ist nicht verfügbar. Mit dem letzten Firmware-Update kam jedoch zumindest ein HDMI-Signal ohne Einblendungen (Clean-HDMI-Out) dazu.

Fazit und Empfehlung

Die [[ASIN:B00K5V13E6|Sony Alpha 77 Mark II]] ist eine der derzeit besten Kameras mit APS-C-großem Bildsensor. Ob sie "die Beste" ist liegt im Auge des Betrachters: Die Kombination aus Serienbildmodus, Autofokus und Bildqualität ist derzeit zweifelsohne auf Platz 1 und dürfte für viele Anwender entsprechend attraktiv sein. Warum man das im Vorgänger noch vorhandene GPS-Modul wieder entfernt hat, bleibt wohl Sonys Geheimnis.Beispielbild Sony Alpha 77 II + Sony SAL1650 f/2.8 DT SSM | 17 mm, f/4.5, 1/800 s, ISO-100 Alternativen gibt es jedoch zweifelsohne: Die Canon EOS 70D konnte uns im Test mit dem besseren Videomodus (vor allem der Video-AF) überzeugen, ist zudem gute 150 Euro günstiger und hält dank optischem Sucher, wie auch die Nikon D7100, deutlich länger beim Fotografieren durch. Ebenso können Canon wie auch Nikon weiterhin mit einem breiteren Objektivangebot punkten. Sollten Sie Hilfe bei der Wahl der passenden Kamera benötigen, treffen wir Sie gerne im ValueTech-Community-Forum wieder.


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