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Pentax K-S1: Eine strahlende Einsteiger-DSLR?

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Es gibt wenige Kameras die noch wirklich auffallen, die neue Pentax K-S1 tut es auf jeden Fall. Ob die diversen LEDs nur Deko sind oder auch einen praktischen Nutzen haben, klärt der folgende Test. Auch im Vergleich zu anderen Einsteiger DSLRs wie der Nikon D3300 oder der Canon EOS 1200D gibt es einige Besonderheiten, insbesondere mit dem geringen Kaufpreis von derzeit knapp 570 Euro inklusive Kit-Objektiv im Hinterkopf.

Kunststoff kombiniert mit vielen LEDs: Die Pentax K-S1

Design und Verarbeitung

Die neue Pentax K-S1 fällt auf - keine Frage. Die Vorderseite zieren fünf grüne LEDs, die im ausgeschalteten Zustand hinter einem verchromten Streifen versteckt sind, auch die Ring-LED-Beleuchtung vom Auslöser leuchtet in Grün (Foto) oder Rot (Video-Modus). Wozu diese gut sind erfahren Sie im Video weiter unten. Leider ist die Gummierung der K-S1 eher mager, insbesondere der Griff an der Vorderseite bietet kaum halt und auch auf der Rückseite fehlt eine griffige Gummierung für den Daumen.

Pentax K-S1: Auch das Steuerkreuz auf der Rückseite ist beleuchtet [Bildmaterial: Ricoh Imaging]Auch am Bedienkonzept hat Pentax mächtig gearbeitet und lässt keinen Stein auf dem Anderen. Das Moduswahlrad wandert, ebenfalls beleuchtet, auf die Rückseite - lässt sich aber leider nur mit viel Kraftaufwand drehen. Komplett entfernt hat man leider ein Alleinstellungsmerkmal der eigenen Einsteiger-DSLRs im Vergleich zur direkten Konkurrenz von Canon und Nikon: Das zweite Einstellrad. Auch viele Details wie beispielsweise der Autofokus lassen sich nur umständlich einstellen. Rundum leider ein Rückschritt zur Vorgängergeneration.

Serienbild und Autofokus

Die Serienbildgeschwindigkeit hat im Vergleich zur K-500 leicht abgenommen: Fünf statt vormals sechs Bilder in der Sekunde sind sowohl im RAW- als auch JPEG-Modus kein Problem. Ist der Pufferspeicher einmal voll sind, je nach eingesetzter SD-Speicherkarte, auch im RAW-Modus noch etwa zwei Bilder in der Sekunde möglich. Die leicht verringerte Geschwindigkeit dürfte vor allem der höheren Auflösung zuzuschreiben sein, dazu später mehr.Beispielbild Pentax K-S1 + DA L 18-55 mm f/3.5-5.6 AL | 31 mm, f/5, 1/40 s, ISO-1.600

Das Autofokus-Modul liegt im Bereich der gehobenen Einsteigerklasse und ist Identisch zur K-500: Elf Phasen-Autofokus-Felder sind nichts besonderen, neun davon als Kreuzsensor ausgeführt hingegen schon. Die Geschwindigkeit des Autofokus wird jedoch durch das eher träge Kit-Objektiv limitiert und ist im Sucher-Betrieb gerade noch so für Schnappschüsse tauglich, im Live-View-Betrieb vergeht selbst bei guten Lichtbedingungen schnell über eine Sekunde.

Bildqualität

Auch beim Bildsensor erhöht Pentax die Auflösung der K-S1 leicht von 16 auf 20 Megapixel. Leider erleben wir hier insgesamt eher eine Verschlimmbesserung: Die Lichtempfindlichkeit kann weiterhin von ISO-100 bis ISO-51.200 eingestellt werden, jedoch nicht mehr ohne das Bildrauschen schnell in merkliche Regionen zu befördern. Ab etwa ISO-1.600 bemerkt man ein höheres Rauschen in den Bildern, verglichen zur Vorgängergeneration.Beispielbild Pentax K-S1 + DA L 18-55 mm f/3.5-5.6 AL | 55 mm, f/5.6, 1/800 s, ISO-800

Auch kontrastreiche Situationen liegen der Pentax K-S1 leider nicht mehr so gut wie dem Vorgänger mit ausgezeichnetem Dynamikumfang. Das 18-55 mm Kit-Objektiv ist, wie bei praktisch allen Herstellern, nicht geeignet um die volle Bildschärfe vom neuen Sensor auszureizen und neigt insbesondere zu den Rändern hin zu einer leichten Unschärfe. Bei geringen ISO-Werten und im Bildzentrum lässt sich jedoch bereits das Potential des 20-Megapixel-Sensors ohne Tiefpass-Filter erahnen.

Videomodus

Eingespart hat man hingegen vieles abseits des Fotobetriebs. Einen Full HD-Videomodus mit bis zu 30 Bildern in der Sekunde gibt es zwar, jedoch wurde dieser auf das Nötigste beschränkt. Einen Mikrofoneingang zur Verbesserung der Audioqualität (integriertes Stereo-Mikrofon) sucht man genauso vergebens wie einen guten, kontinuierlichen Video-Autofokus.

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Auch die Datenrate ist mit unter 25 Mbit/s eher mager und sorgt neben vielen Kompressionsartefakten auch für wenige Kapazitäten in der Nachbearbeitung. Hier hat insbesondere Nikon mit der D3300 gezeigt, wie es auch im unteren Preisbereich besser gehen kann und bietet bis zu 60 Vollbilder in der Sekunde sowie einen Mikrofoneingang für ambitionierte Filmer.

Fazit und Empfehlung

Auffallen um jeden Preis? Es wirkt fast ein wenig so. Die [[ASIN:B00N3XBAZK|Pentax K-S1]] wurde als große Neuheit im DSLR-Einsteiger-Markt angekündigt und soll fast so intuitiv zu bedienen sein wie ein Smartphone. Ohne Touch-Display, WiFi und einem wenig griffigem wenn auch nett anzusehendem Gehäuse ist man am selbst gesteckten Ziel jedoch (weit) vorbeigeschossen. Der Vorgänger [[ASIN:B00DC4BROO|K-500]] sieht zwar nicht ganz so schick aus, lässt sich aber einfacher bedienen, ist aus technischer Sicht kaum zu unterscheiden und über 100 Euro günstiger.

Auch das Moduswahlrad und Steuerkreuz der Pentax K-S1 sind beleuchtet

Die schärfste Konkurrentin [[ASIN:B00HQCW7TM|Nikon D3300]] ist, ebenfalls inklusive Kit-Objektiv, mit 550 Euro gleich teuer - bietet dafür aber auch in beinahe allen Disziplinen mehr. Da eher wenig beachtet aktuell ebenfalls sehr günstig zu haben ist die [[ASIN:B00BYPW04E|Canon EOS 100D]] samt besserem EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 IS STM Kit-Objektiv.


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