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Panasonic Lumix DMC-GF7: Kompakte DSLM für Selfie-Experten im Test

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Selbsternannte Selfie-Kameras gibt es wie Sand am Meer, DSLM-Kameras ebenfalls. Die Kombination aus beidem war bisher eher selten, Panasonic will dies nun mit der GF7 ändern und stattet die gehobene Einsteiger-DSLM mit einigen sinnvollen Funktionen für Anhänger der populären Selbstportraits aus. Wie sich die kleine DSLM auch abseits dessen schlägt klärt unser Test.

Design und Verarbeitung

Knapp unter 500 Euro plant Panasonic für die Lumix DMC-GF7 als UVP ein, dafür kann sich die Verarbeitung durchaus sehen lassen. Ein Großteil der Front wird von Kunstleder bedeckt, wahlweise in Schwarz oder Braun, Ober- und Unterseite sind aus Metall gefertigt und bilden zusammen ein wertig wirkendes Rundumpaket. Mit 266 Gramm ein sehr leichtes noch dazu.Panasonic Lumix DMC-GF7 [Bildmaterial: Panasonic]

Das rückseitige 3 Zoll große Display löst wie gehabt mit knapp über einer Million Bildpunkten auf und auch die Farbdarstellung sowie der Kontrast sind auf sehr hohem Niveau. Natürlich lässt sich die Panasonic Lumix GF7 sowohl über die Einstellräder und Knöpfe als auch das Touchdisplay auf der Rückseite bedienen. Letzteres funktioniert trotz der sehr kleinen UI-Bedienelemente erstaunlich präzise.

Bildqualität

In den Kernbereichen lässt Panasonic nichts anbrennen und setzt weiterhin auf einen NMOS-Sensor im µFT-Format (Crop-Faktor: 2,0) mit 16 Megapixeln Auflösung sowie den Venus Engine-Bildprozessor. Erstaunlich: Trotz der, im Vergleich zu ähnlich teuren DSLR- oder DSLM-Kameras mit APS-C-Bildsensor, kleineren Pixeloberfläche hält sich das Bildrauschen selbst bei hohen Lichtempfindlichkeiten von bis zu ISO-3.200 in Grenzen. Selbst A4-Ausdrucke lassen sich so noch problemlos anfertigen.Testbilder der Panasonic Lumix DMC-GF7 | 17 mm, f/4.1, 1/60 s, ISO-3200

Die Bildschärfe ist zudem ebenfalls wieder auf sehr hohem Niveau. Insbesondere wer die RAW-Bilder der Lumix GF7 als Ausgangsmaterial nutzt und die Empfindlichkeit nicht großartig über ISO-800 anhebt hat, das passende Objektiv vorausgesetzt, bis aufs letzte Pixel scharfe Bilder vor sich. Das mitgelieferte 12-32-mm-Kit-Objektiv kann in dieser Hinsicht zumindest im Bildzentrum überzeugen, zu den Rändern wird jedoch eine merkliche Unschärfe sichtbar.

Serienbild und Autofokus

Etwas mehr Geschwindigkeit hat Panasonic der GF7 spendiert: Fast 6 Bilder/s sind mit dem mechanischen Verschluss nun möglich, mit Autofokus-Nachverfolgung immerhin noch gute 5 Bilder/s. Wer auf den Autofokus gänzlich verzichten kann und den elektronischen Verschluss einsetzt kann sogar kurzfristig bis zu 40 Bilder/s erreichen. Sinnvoll einsetzen lässt sich diese Geschwindigkeit jedoch nur für Aufnahmen im JPEG-Format: Maximal 7 Bilder im RAW-Format passen in den Pufferspeicher der kleinen GF7.Testbilder der Panasonic Lumix DMC-GF7 | 13 mm, f/4, 1/250 s, ISO-200

Der Kontrast-Autofokus kommt erst in dunklen Umgebungen an seine Grenzen, unter "normalen" Bedingungen stellt die GF7 in Sekundenbruchteilen scharf und muss auch beim Nachfokussieren selten "pumpen". Ein nettes Gimmick hat Panasonic für Selfie-Fotografen im Angebot: Erkennt die Kamera ein Gesicht, sucht der Autofokus immer das zur Kamera nahegelegenste Auge zum Scharfstellen aus - sehr gut! Ebenfalls nicht selbstverständlich: Selfie-Aufnahmen können in allen manuellen und halbmanuellen Modi (A/S/M) sowie im RAW-Format aufgenommen werden.

HD-Videomodus

Etwas mehr Tempo hat Panasonic ebenso dem Videomodus verpasst, dieser bietet nun auch Full-HD-Aufnahmen mit bis zu 60 Vollbildern je Sekunde (1080p60). Dank frei konfigurierbarer Bildprofile lässt sich auch ein flaches Profil (wenig Sättigung, Kontrast und Nachschärfung) für mehr Freiraum in der Nachbearbeitung einstellen.

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Das Ausgangsmaterial würde durchaus auch für semiprofessionelle Aufnahmen taugen, würde Panasonic die Lumix GF7 nicht um die Möglichkeit beschneiden ein externes Mikrofon mit 3,5-mm-Anschluss einzusetzen. So reicht der leichteste Windstoß für viele Störgeräusche. Schade.

Fazit und Empfehlung

Alles richtig gemacht? Fast! Die federleichte [[ASIN:B00T53G5W0|Panasonic Lumix DMC-GF7]] konnte im Test vor allem mit der sehr guten Bildqualität sowie der einfachen Bedienung überzeugen. Auch den Selfie-Modus hat Panasonic sehr gut umgesetzt und bietet selbst ambitionierten Fotografen hier viel Raum für Experimente (RAW-Aufnahmen).Testbilder der Panasonic Lumix DMC-GF7 | 15 mm, f/4.5, 1/1000 s, ISO-200

Starke Konkurrenz kommt vom Objektivsystem-Partner Olympus: Die Olympus PEN E-PL7 ist auch für wenig Geld zu haben, setzt ebenfalls auf viel Metall und muss sich zudem bei der Bildqualität nicht verstecken.


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