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Canon EOS M3 - Mehr Glück im zweiten (dritten) Anlauf?

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Mit Spannung wurde die Canon EOS M3 erwartet - und das sowohl vor als auch nach der Ankündigung: Einerseits war generell fraglich ob und wenn ja, wie Canon sein DSLM-Segment weiterführt. Mit der Ankündigung wurde dann auch klar, dass Canon in der EOS M3 den gleichen, neuen 24-Megapixel-Bildsensor verbauen würde wie auch in den neuen Einsteiger-DSLRs EOS 750D und 760D.

Canon EOS M3: Geliefert wird die DSLM zusammen mit dem EF-M 18-55 mm IS STM Kit-Objektiv

Design und Verarbeitung

Schon äußerlich hat sich einiges getan. Mit einer Tiefe von 44 mm ist die EOS M3 um einiges wuchtiger als die noch eher schlanke EOS M (32 mm), auch beim Gewicht hat die neue Canon-DSLM zugelegt und kommt nun auf 366 g (EOS M: 298 g). Neben den offensichtlichen Nachteilen ergibt sich so jedoch auch ein großer Vorteil: Die Canon EOS M3 liegt, für eine DSLM, sehr gut und vor allem sicher in der Hand.Canon EOS M3: Auf der Rückseite kommt wieder ein Touch-Display zum Einsatz

Das rückseitige 3 Zoll große Touch-Display löst, wie gehabt, mit knapp über einer Million Bildpunkten auf, lässt sich nun jedoch auch um bis zu 180° nach oben sowie etwa 45° nach unten ausklappen - 'Generation Selfie' lässt grüßen. Die Bedienung wurde ebenfalls merklich verbessert: Zwei Einstellräder (zum Beispiel für Blende und Belichtungszeit), ein Moduswahlrad sowie ein gesondertes Einstellrad für die Belichtungskorrektur machen einen guten Eindruck.

Bildqualität

Wie eingangs bereits erwähnt setzt Canon in der EOS M3 erstmals seinen neuen 24-Megapixel-Sensor im APS-C-Format (Crop-Faktor: 1,6) ein. Bis auf eher kleine Änderungen am alten 18-MP-Bildsensor (u.a. Hybrid-CMOS-AF) ist dies die erste "echte" Neuerung bei Canons Einsteiger-DSLRs seit immerhin 5 Jahren. Die um ein Drittel gestiegene Auflösung ist dabei die offensichtlichste Neuerung und lässt sich, zumindest im Bildzentrum, auch mit dem Kit-Objektiv ausnutzen.Canon EOS M3 + EF-M 18-55 mm IS STM | 29 mm, f/5.6, 1/400 s, ISO-100

Die RAW-Bilder (3x 14 bit Farbtiefe) kommen, je nach eingestelltem ISO-Wert, auf eine Größe von 24 bis 32 Megabyte. Besonders bei niedrigen ISO-Werten (ISO-100 bis ISO-800) hat uns die sehr hohe Detailschärfe und der gute Dynamikumfang überzeugen können. Leider lässt die Bildschärfe sprunghaft beim Wechsel auf ISO-1.600 nach, bleibt anschließend bis ISO-6.400 jedoch nahezu unverändert.

Canon EOS M3 | links: ISO-800; rechts: ISO-6.400Das Bildrauschen hat sich ebenfalls gebessert und lässt sich bis ISO-6.400 noch recht einfach in Grenzen halten, insbesondere das Farbrauschen ist auch bei hohen ISO-Werten nur sehr schwach ausgeprägt. Ausdrucke in A4-Größe sind so auch mit ISO-6.400 prinzipiell möglich, wer größere Formate in brillanter Schärfe drucken möchte sollte jedoch unter der Schwelle von ISO-1.600 bleiben.

Serienbild und Autofokus

Hybrid-CMOS-AF III heißt das Zauberwort, mit dem Canon (endlich) die Autofokus-Problematik der hauseigenen DSLM-Reihe angegangen ist. Der Mix aus Phasen- und Kontrast-Autofokus auf Sensor-Ebene sorgt in der dritten Generation nun endlich für eine gute Autofokus-Leistung. An die sehr schnellen AF-Systeme von Olympus oder Panasonic kommt Canon nicht heran und auch das AF-Hilfslicht ist sehr ungünstig positioniert. Mehr dazu im Video.Canon EOS M3 + EF-M 18-55 mm IS STM | 18 mm, f/3.5, 1/1250 s, ISO-200

Serienbildaufnahmen lassen sich im RAW- oder JPEG-Format mit 4 Bildern je Sekunde aufnehmen. Die Geschwindigkeit fällt damit lediglich in die Kategorie "OK", auch das Durchhaltevermögen ist mit nur fünf Bildern im RAW-Modus sehr eingeschränkt. Immerhin: Im JPEG-Modus lässt sich die Geschwindigkeit praktisch unbegrenzt halten.

HD-Videomodus

Verschlimmbessert hat Canon den Videomodus. Die Bildschärfe ist auf einem guten Niveau angekommen, der Video-Autofokus arbeitet gut und zum manuellen Scharfstellen gibt es nun auch eine Option für Fokus-Peaking in der Kamera. Full-HD-Videoaufnahmen mit 50 oder 60 Bildern je Sekunde ermöglicht Canon jedoch weiterhin nicht.

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Wirklich schade sind die künstlichen Einschränkungen: Selbst im Modus M geht die Canon EOS M3 in einen vollautomatischen Videomodus. Für ambitionierte Filmer empfiehlt sich die M3 so definitiv nicht. Auch der Ton kann nur komprimiert im AAC-Format aufgezeichnet werden.

Fazit und Empfehlung

Canon hat seine DSLM-Reihe endlich auf den richtigen Weg gebracht. Nun wo die Richtung stimmt muss man sich jedoch daran machen und zur Konkurrenz aufholen. Die [[ASIN:B00TFDDO6A|Canon EOS M3]] muss sich in Sachen Bildqualität und Autofokus keinesfalls verstecken, den Videomodus und vor allem das Objektivangebot muss Canon jedoch verbessern respektive massiv ausbauen um eine attraktive Alternative zu bieten.Canon EOS M3: Im Vergleich zur ersten EOS M fällt vor allem das etwas bulligere Design auf

Starke Konkurrenz kommt von Olympus: Die Olympus PEN E-PL7 ist für weniger Geld zu haben, setzt auf viel Metall als Gehäusematerial und kann vor allem mit dem wesentlich größeren Objektivangebot des MFT-Systems punkten.


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