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Pentax K-3 II - Eine K-3 mit Pixel Shift Resolution und GPS im Test

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Etwas überraschend, da früher als von vielen erwartet, hat Pentax gegen Ende April die Pentax K-3 II vorgestellt. Der kurzen Zeit sind größere technische Neuerungen zum Opfer gefallen, mit Pixel Shift Resolution, einem verbesserten Bildstabilisator und integriertem GPS bietet Pentax trotzdem einige interessante Verbesserungen in sein Modellpflege-Update gepackt.Pentax K-3 II - Wie bei (fast) allen Pentax-DSLRs üblich ist auch die K-3 II, zusammen mit den passenden WR-Objektiven, wetterfest

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick hat sich wenig an der Pentax K-3 II getan: Das Design ist gewohnt kantig und auch die beiden Einstellräder sowie ein zweites LCD auf der Oberseite stehen wieder zur Verfügung. Entfernt hat Pentax den integrierten Blitz aus der ersten K-3, an seiner Stelle findet nun ein integriertes GPS-Modul samt (elektronischen) Kompass Platz. Besonders das GPS-Modul weiß mit seiner hohen Präzision und gleichzeitig geringem Stromverbrauch zu überzeugen.

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Das rückseitige, 3,2" große Display löst, wie gehabt, mit knapp über einer Million Bildpunkten auf, lässt sich jedoch weiterhin weder drehen noch schwenken. Auch auf die Integration eines Touch-Displays verzichtet Pentax. Generell wirkt die Pentax K-3, wie alle aktuellen Pentax-DSLRs, etwas altbacken, betrachtet man die (wahlweise mehr oder weniger bunten) Kameramenüs, ganz im Stil der jungen 2000er Jahre.

Bildqualität

Am Bildsensor und Bildprozessor (PRIME III) hat Pentax nichts geändert: Weiterhin stehen insgesamt 24 Megapixel auf einem APS-C-großen Sensor zur Verfügung. Wie auch schon der Vorgänger kann auch die Pentax K-3 II mit einem guten Dynamikumfang punkten, natürlich vor allem in Kombination mit RAW-Bildern und der entsprechenden Nachbearbeitung.Testbild Pentax K-3 II + HD Pentax-DA 16-85 mm ED DC WR | 26 mm, f/5, 1/250 s, ISO-100

Die RAW-Bilder (3x 14 bit Farbtiefe) kommen auf eine Größe von etwa 32 Megabyte, je nach eingestelltem ISO-Wert auch wenige MB mehr. Besonders bei niedrigen ISO-Werten (ISO-100 bis ISO-800) hat uns die sehr hohe Detailschärfe und der gute Dynamikumfang überzeugen können. Aber auch bei höheren ISO-Werten (ISO-6.400) lässt sich das Bildmaterial durchaus noch für Ausdrucke auf A4-Größe nutzen.Pentax K-3 II: Pixel Shift Resolution erklärt [Bildmaterial: Ricoh Imaging]

Verbessert hat Pentax den integrierten Bildstabilisator und ermöglicht eine Technik namens Pixel Shift Resolution, die ähnlich Hasselblads Multishot-Technik oder dem High-Resolution-Modus der Olympus OM-D E-M5 Mark II arbeitet. Auch Pentax fertigt mehrere Aufnahmen der gleichen Szene an, verschiebt den Sensor zwischen den Aufnahmen jedoch um jeweils ein ganzes Pixel und nimmt auch "nur" 4 Bilder auf. Die Auflösung bleibt damit bei 24 Megapixeln, im Gegensatz zum klassischen Bayer-Muster entfällt jedoch die Interpolation des Farbrasters (Demosaicing).Testbild Pentax K-3 II - Pixelshift Resolution deaktiviert (links) und aktiviert

Vor allem an feinen Strukturen (hier z.B. an der Perforation der Lederrückseite sowie den Nähten des LG G4 zu erkennen) lässt sich eine leicht erhöhte Bildschärfe und Plastizität feststellen. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Stabilität der Kamera sowie des Objektes vor der Kamera eignet sich auch Pixel Shift Resolution nur für die Aufnahme stillstehender Motive zusammen mit einem Stativ.

Serienbild und Autofokus

Überzeugen kann der sehr ordentliche Serienbildmodus mit 8,3 Bildern je Sekunde (RAW/DNG wie JPEG) und, dank des großen Pufferspeichers, sogar für wenigstens 23 RAW-Bilder am Stück (gut vier Sekunden). Alternativ kann die Serienbildgeschwindigkeit in zwei Stufen gesenkt werden und hält dementsprechend länger im vollen Tempo durch. Weiterhin weniger flott geht leider das anschließende Abspeichern auf den SD-Speicherkarten vonstatten: Mit maximal etwa 33 MB/s vergeht schnell eine halbe Minute bis alle Bilder aus dem Puffer auf die Speicherkarte geschrieben wurden.Testbild Pentax K-3 II + HD Pentax-DA 16-85 mm ED DC WR | 16 mm, f/5.6, 1/200 s, ISO-100

Der Autofokus kann auf dem Papier mit 27 AF-Feldern (davon 25 Kreuzsensoren) überzeugen und auch in der Praxis liegt der Autofokus selten daneben. Weniger gut hat uns die Aufteilung gefallen: Lediglich etwa 15 Prozent der Bildfläche werden von den zentralen 25 AF-Feldern abgedeckt. Zum Vergleich: Die Nikon D7200 kommt mit etwa 35 Prozent auf mehr als die doppelte Fläche.

HD-Videomodus

Keine Änderungen beim Videomodus: Full HD-Videos lassen sich wahlweise mit 30/25 Vollbildern oder 60/50 Halbbildern je Sekunde aufzeichnen. Für semiprofessionelle oder ambitionierte Anwender steht zudem sowohl ein Mikrofoneingang als auch Kopfhörerausgang zur Verfügung.

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Die Bildqualität des Videomaterials ist gut: Moiré ist trotz fehlenden AA-Filters kein Problem, die Bildschärfe liegt in etwa auf dem Niveau der DSLR-Konkurrenz von Canon und auch flache Bildprofile lassen sich auswählen. Weiterhin nicht verfügbar ist ein kontinuierlicher Video-Autofokus, dafür integriert Pentax mit Fokus-Peaking zumindest eine Alternative zum manuellen Fokussieren.

Fazit und Empfehlung

Die Pentax K-3 II ist durchaus eine gelungene DSLR-Kamera, bahnbrechende Neuerungen sucht man sowohl als Bestands- wie Neukunde aber vergebens. Der Einsatzbereich von Pixel Shift Resolution ist begrenzt und der Effekt, vergleichen mit dem High Resolution-Modus der Olympus OM-D E-M5 Mark II, eher mager. Auch das integrierte GPS-Modul weiß durchaus zu gefallen - einen neuen Bildprozessor und -sensor mit erweiterten Video-Fähigkeiten und ein verbessertes Autofokus-Modul hätte die K-3 II jedoch eher benötigt.

Pentax K-3 II - Am Bedienkonzept hat Pentax wenig geändert, langsam wäre dieser Schritt jedoch angebrachtDie Konkurrenz schläft ebenfalls nicht: Die Canon EOS 70D bietet mit einem dreh- und schwenkbaren Touch-Display, WiFi und einem sehr guten Video-AF viele Vorzüge und auch Nikons Mittelklasse-DSLR D7200 kann mittlerweile mit einem guten Video- wie Serienbildmodus sowie WiFi punkten.


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