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Fujifilm X-A2 - Einsteiger-DSLM mit Profi-Bildqualität im Test

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Bereits die Fujifilm X-A1 konnte im Test überzeugen, vor allem die Bildqualität bei wenig Licht wusste zu gefallen. Fujifilm will hier noch einmal nachgelegt haben und hat auch sonst noch 2-3 Kleinigkeiten an der X-A2 optimiert. Ob sich der Nachfolger merklich vom Vorgänger absetzen kann? Mehr dazu im folgenden Test.Fujifilm X-A2: Geliefert wird zusammen mit dem Fujinon XC 16-50 mm f/3.5-5.6 OIS

Design und Verarbeitung

Wie nicht anders zu erwarten besteht sowohl die Kamera als auch das Fujinon Super EBC XC16-50 mm f/3.5-5.6 OIS Kit-Objektiv vollständig aus Kunststoff. Ein Großteil der Front ist dabei mit Kunstleder überzogen und, je nach Farbe, etwas anders strukturiert: Braun, Schwarz und Weiß stehen zur Auswahl. Generell ist die Verarbeitung auf einem hohen Niveau und braucht sich nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Nur das 2. Einstellrad auf der Rückseite wirkt, mangels Widerstand, eher billig.

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Die Bedienung ist angesichts der Kompaktheit gelungen: Ein Moduswahlrad, zwei Einstellräder und ein frei belegbarer Fn-Knopf zieren die Oberseite und erlauben damit die schnelle Einstellung aller Basisparameter (Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert). Auf der Rückseite befinden sich neben dem üblichen Steuerkreuz auch Knöpfe für das Quick-Set-Menü (Q) und zum Starten der Videoaufnahme. Auf einen Sucher und ein Touch-Display muss man bei der X-A2 hingegen verzichten.

Serienbild und Autofokus

Im Vergleich zum Vorgänger hat Fujifilm den Serienbildmodus minimal beschleunigt und schafft im vollen Tempo (5,6 Bilder/s) nun 11 Bilder im RAW- respektive 38 Bilder im JPEG-Format am Stück aufzunehmen. Problemlos kann man die Fujifilm X-A2 so auch einmal für eine (kurze) schnelle Bildserie einsetzen, wer sich auf Sportaufnahmen oder wilde Tiere spezialisiert sollte jedoch nach einer anderen Kamera suchen.Testbild der Fujifilm X-A2 + Fujinon XC 16-50 mm f/3.5-5.6 OIS | 16 mm, f/3.5, 1/160 s, ISO-500

Der Kontrast-Autofokus bietet 49 Autofokus-Punkte, die gleichmäßig über nahezu den gesamten Bildbereich verteilt sind. Die Zeit bis zur Scharfstellung liegt grob im Bereich einer halben Sekunden und dies sowohl bei guten als auch schlechten Lichtbedingungen. Ist ersteres eher mittelmäßig, ist die AF-Leistung bei Restlicht doch ganz ansehnlich für eine Einsteiger-DSLM.

Bildqualität

Besonders interessant wird es nun bei der Bildqualität. Als einzige Kameras aus der X-Familie setzt Fujifilm bei der A-Serie nicht auf einen, eigentlich namensgebenden, X-Trans-CMOS-Sensor, sondern auf einen "gewöhnlichen" CMOS-Sensor - ebenfalls im APS-C-Format und mit 16 Megapixel Auflösung. Auf die besonders hohe Detailauflösung des X-Trans-Designs ohne Tiefpassfilter muss man dementsprechend leider verzichten, dafür kann sich das Rauschverhalten sehen lassen.Testbild der Fujifilm X-A2 + Fujinon XC 16-50 mm f/3.5-5.6 OIS | 50 mm, f/5.6, 1/50 s, ISO-800

Zwar kann die Fujifilm X-A2 auch bei Tageslicht bereits überzeugen und liefert eine Bildschärfe und einen Dynamikumfang auf Niveau von DSLRs aus der gehobenen Mittelklasse, so wird es in der Dunkelheit erst richtig interessant. Auch bei Lichtempfindlichkeiten um ISO-3.200 hält sich das Bildrauschen noch in Grenzen und der Dynamikumfang ist auch jetzt noch ausgezeichnet, erst ab ISO-6.400 sind in beiden Disziplinen merkliche Einbrüche zu verzeichnen. Zusammen mit einem lichtstarken Objektiv lassen sich so auch in der Nacht oder in Innenräumen noch sehr gute Bildergebnisse erzielen (siehe Bild weiter oben).

Video-Modus

Der Videomodus scheint abermals keine besondere Aufmerksamkeit erfahren zu haben - anders ist beispielsweise die Einschränkung auf eine Bildwiederholrate von 30 Bildern je Sekunde nicht zu erklären. Der für Europa wichtige PAL-Standard (25 Bilder/s) fehlt genauso wie die Möglichkeit mit 50 respektive 60 Vollbildern je Sekunde aufzuzeichnen und somit schnelle Bewegungsabläufe flüssiger darzustellen.

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Ebenfalls schade ist Weglassen eines Mikrofon-Eingangs - so bleibt es bei der kurzen Videoaufnahme zwischendurch. Sehr schade, angesichts des nun besseren Video-Autofokus, der im Test durch sein weiches nachführen überzeugen konnte. Immerhin ist der Ton vom integrierten Mikrofon bei Windstille (oder nur wenig Wind) qualitativ auf vergleichsweise hohem Niveau.

Fazit und Empfehlung

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung kann man im Falle der [[ASIN:B00SJ4HDB8|Fujifilm X-A2]] nicht aussprechen, in Sachen Bildqualität dürfte sie jedoch die derzeit beste Systemkamera bis 500 Euro darstellen - und womöglich noch ein ganzes Stück darüber hinaus. In Sachen Verarbeitung biete die Konkurrenz mehr, beispielsweise Olympus mit der PEN E-PL7. Video-Enthusiasten finden in der Panasonic Lumix G70 einen besseren Begleiter.Fujifilm X-A2: Rein äußerlich hat sich wenig zum Vorgänger getan

Echte Kritikpunkte sind kaum vorhanden: Der Autofokus könnte bei Tageslicht etwas schneller sein, der WiFi-Modus ist viel zu umständlich implementiert und für den Nachfolger würden wir uns generell einen etwas stärkeren Fokus auf den Videomodus wünschen. Wer mit den genannten Einschränkungen leben kann, findet mit der Fujifilm X-A2 jedoch einen sehr kompakten und günstigen Begleiter - mit den richtigen Objektiven sind sogar Bilder auf Profi-Niveau möglich.


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