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Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM - Drei Festbrennweiten in einem Objektiv?

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24, 30 und 35 mm - drei klassische Festbrennweiten aus der Streetphotography - kombiniert in einem Objektiv. Das geht? Und ob! Sigma tritt den Beweis mit seinem neusten Objektiv aus der Art-Serie an, welches die hohe Lichtstärke und Abbildleistung von Festbrennweiten mit der Flexibilität eines Zoom-Objektives kombinieren soll.

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Design und Verarbeitung

Mit einer UVP von 1.149 Euro ruft Sigma für sein neues 24-35 mm f/2 DG HSM aus der Art-Serie weniger auf als Canon und Nikon für eine Festbrennweite mit 24 oder 35 mm aus ihren Premium-Serien verlangen. Erfreulich fällt da der erste Kontakt aus: Beim Auspacken begrüßt uns mit einer Streulichtblende und einem Objektivköcher ein vergleichsweise üppiger Lieferumfang. Auch die Verarbeitung vom Objektiv selbst wirkt sehr hochwertig.

Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM mit Streulichtblende [Bildmaterial: Sigma]

Mitverantwortlich für das wertige Gefühl mag auch das hohe Gewicht von 940 Gramm sein. Mit 88 x 123 mm (Durchmesser x Länge) kann sich Sigmas neues Objektiv auch mit kompakten Teleobjektiven messen. Wie bei allen bisherigen Objektiven aus der Art-Serie verzichtet Sigma auch beim 24-35 mm f/2 DG HSM auf einen Staub- und Spritzwasserschutz. Im Bereich der klassischen Streetphotography ein zu verkraftender Einschnitt, für Reportageaufgaben wären entsprechende Dichtungen jedoch wünschenswert.

Autofokus (HSM)

Sigma integriert erneut seinen nahezu lautlosen und schnellen Ultraschall-Autofokus. Spielt der Autofokus der Kamera mit, stellt das Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM in maximal einer viertel Sekunde (volle Distanz von Naheinstellgrenze bis unendlich) scharf. Wie nicht anders in dieser Preisklasse zu erwarten lässt sich, falls notwendig, auch jederzeit manuell in den Fokus eingreifen.

Bildqualität

Die Bildschärfe ist gewissermaßen der Knackpunkt am Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM. Der Zoom fällt mit Faktor 1,46 derart klein aus, dass Sigma sich zwangsweise mit etablierten Festbrennweiten messen lassen muss. Die hohen Anforderungen kann man leider nur bedingt erfüllen: Egal ob bei 24, 30 oder 35 mm - die Bildschärfe kommt nicht ganz an die exzellenten Ergebnisse aktueller Festbrennweiten heran. Besonders der für feine Strukturen (Haare, Gras etc.) wichtige Mikrokontrast erreicht nicht die Messlatte, die nicht zuletzt Sigma selbst mit seinem 24 mm f/1.4 DG HSM Art sehr hoch gehängt hat. Andere Zoom-Objektive oder ältere Festbrennweiten übertrumpft man hingegen ohne weiteres.

Testbild Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM + Canon EOS 5Ds | 24 mm, f/4, 1/400 s, ISO-100

Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" - kann dank der neun abgerundete Blendenlamellen ebenfalls überzeugen. Selbst bei 24 mm lässt sich, am Vollformat verwendet, noch eine schöne Unschärfe im Hintergrund erzeugen.

Testbild Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM + Canon EOS 5Ds | 26 mm, f/2, 1/1600 s, ISO-100

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Sigma gut in den Griff bekommen. Kein Wunder, sind doch 8 der 18 Linsen aus Spezialgläsern hergestellt (7x SLD, 1x FLD). Bei komplett geöffneter Blende lassen sich dennoch leichte Farbsäume erkennen. Dank der Möglichkeit selbige im RAW-Konverter zu entfernen kein schwerwiegender Nachteil.

Testbild Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM + Canon EOS 5Ds | 24 mm, f/2, 1/1250 s, ISO-100

Mit Vignettierung (Randabschattung) hat Sigma teils massiv zu kämpfen, auch Besitzer einer APS-C-DSLR-Kamera sind davon nicht ausgeschlossen. Bei 24 mm und einer Blende von f/2 beträgt die Randabschattung etwa zweieinhalb Blenden (2,5 EV) und liegt damit noch über dem Niveau lichtstarker Weitwinkelobjektive (24 mm f/1.4 o.ä.).

Fazit und Empfehlung

Für wen eignet sich Sigmas jüngster Spross aus der Art-Serie? Anhänger der Streetphotography finden definitiv eine interessante Alternative zu ein oder zwei entsprechenden Festbrennweiten im Fotorucksack. Zwar muss man beim [[ASIN:B011QXQ5OY|Sigma A 24-35 mm f/2 DG HSM]] Kompromisse bei der Vignettierung und Bildschärfe eingehen, diese fallen angesichts des Preises und der Platzersparnis jedoch vertretbar aus.

Sigma 24-35 mm f/2 DG HSM aus der Art-Serie [Bildmaterial: Sigma]

Nicht ganz so lichtstark aber dank eines weiteren Zoom-Bereiches und Bildstabilisierung flexibler ist das Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD. Für Besitzer einer APS-C-DSLR empfiehlt sich hingegen das, zurecht sehr beliebte, Sigma A 18-35 mm f/1.8 DG HSM mit mehr Spielraum im Weitwinkel.


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