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Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM - DAS Immerdrauf für Canon-Vollformat-DSLRs?

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Potentielle Kit- und Immerdrauf-Objektive für Vollformat-DSLR-Kameras gibt es nicht zur knapp: Allein Canon hat fünf (vier aktuelle) Versionen seiner 24-70- und 24-105-mm-Objektive im Sortiment. Im heutigen Test schauen wir dem Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM auf die Finger, dass vor allem für Filmer eine spannende Wahl darstellt.

Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM: Im Lieferumfang befindet sich neben der Streulichtblende noch ein Objektivköcher

Die Verarbeitung liegt auf dem üblichen, hohen Niveau von Canons aktueller L-Serie und kann sich vom Quasi-Vorgänger EF 24-105 mm f/4L IS USM noch einmal etwas absetzen. Das Metallgehäuse sorgt in Kombination mit dem Staub- und Spritzwasserschutz für ein Gesamtgewicht von 600 Gramm. Neben den obligatorischen An/Aus-Schaltern für Autofokus und Bildstabilisator sowie einer geschützten Fokusskala bietet das Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM auch noch einen dedizierten Makro-Modus, der Aufnahmen mit einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:1,5 ermöglicht. Mehr dazu später im Text sowie im Video (siehe unten).

Autofokus (USM) und Bildstabilisator (IS)

Der USM-Autofokus packt, wie gewohnt, nahezu unhörbar zu und agiert noch etwas schneller als die Version im 24-105 mm f/4L. Selbst bei einem Suchlauf von der Naheinstellgrenze (38 cm) bis ins Unendliche vergehen bei guten Lichtbedingungen selten mehr als eine halbe Sekunde. Im Videomodus weiß der manuelle Fokusring ebenfalls zu überzeugen: Zwar fällt der Drehwinkel mit ca. einer Drittel Umdrehung nicht außergewöhnlich aus, dafür ist der Widerstand sehr angenehm gewählt.

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Der optische Bildstabilisator (IS) arbeitet im Videomodus ausgezeichnet und ermöglicht so auch aus der Hand noch ruhige Aufnahmen. Im Fotobetrieb kann der Stabilisator vor allem im Makro-Modus (70 mm) überzeugen und ermöglicht aus der Hand noch bei 1/20 s gestochen scharfe Aufnahmen.

Bildqualität

Die Bildschärfe hat sich im Vergleich zum Canon EF 24-105 mm f/4L IS USM leicht gebessert - zumindest im Weitwinkelbereich. Bei 24 mm lässt sich im Bildzentrum bereits bei Offenblende (f/4) sehr gut arbeiten, selbst am Vollformat-Bildrand muss höchstens auf f/5.6 abgeblendet werden um eine gute Bildschärfe zu erreichen. Im Tele-Bereich enttäuscht das 24-70 mm jedoch leider, insbesondere in den Bildecken wird das Bild nie wirklich scharf.

Testbild Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Canon EOS 5Ds R | Vergleich der Bildschärfe im Zentrum bei 24 mm - f/4 vs f/5.6

Das Bokeh, die "Schönheit des Hintergrunds" hat Canon gut, aber nicht sehr gut hinbekommen. Insbesondere zum Bildrand hin werden aus den runden Bokeh-Bällen eher ovale Formen. Hier konnte vor allem das [[ASIN:B007RKL1KE|Tamron SP 24-70 mm f/2.8 Di VC USD]] mit besseren Ergebnissen überzeugen.

Der Makro-Modus ist Canon hingegen sehr gut gelungen: Das Objekt der Begierde kann beinahe das Frontelement vom Objektiv berühren und macht das Canon-Objektiv so deutlich flexibler und Allround-tauglicher. Auch die Bildschärfe ist hier auf überraschend hohem Niveau für ein Zoom-Objektiv, dass zudem nicht speziell auf Makro-Aufnahmen ausgelegt ist.

Testbild Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Canon EOS 5Ds R | ohne (links) und mit (rechts) aktiviertem Makro-Modus

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Canon ebenfalls sehr gut in den Griff bekommen: Selbst in der 100-Prozent-Ansicht sind fast keinerlei Farbsäume an harten Kontrastkanten im Bild erkennbar - Korrekturen im RAW-Konverter sind dementsprechend nicht zwingend notwendig.

Testbild Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Canon EOS 5Ds R | 26 mm, f/8, 1/200 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist, wie bei vielen Standard-Zoom-Objektiven, vor allem im Weitwinkel ein Problem. Am Vollformat bei 24 bis etwa 35 mm verwendet wird die Vignettierung in den Ecken stark sichtbar eine Korrektur ist in den meisten Fällen ratsam, vor allem aufgrund des sehr starken Abfalls in den Bildecken.

Fazit und Empfehlung

Canon hat mit dem [[ASIN:B00A2I1D56|Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM]] eine spannende Alternative im Portfolio, die jedoch leider im Tele-Bereich etwas schwächelt und so nur bedingt zum Immerdrauf-Objektiv taugt. Der sehr gute Bildstabilisator und manuelle Fokusring sowie die hervorragende Leistung im Weitwinkel-Bereich dürften jedoch Filmer begeistern. Hier sehen wir auch das ideale Arbeitsumfeld für Canons jüngstes 24-70 mm.

Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM

Alternativen gibt es einige auf dem Markt, die jedoch nicht grundsätzlich besser sind: So ist das Sigma A 24-105 mm f/4 DG OS HSM beispielsweise der bessere Allrounder im Bereich Bildschärfe, bietet jedoch keinen Staub- und Spritzwasserschutz und auch der Bildstabilisator kommt nicht an das Canon heran. Das Tamron SP 24-70 mm f/2.8 Di VC USD auf der anderen Seite hat beim Bildstabilisator, vor allem im Videomodus, ähnliche Probleme, ist dafür jedoch deutlich lichtstärker.


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