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Nokia 6.1 - Nachfolger des Nokia 6 im Test

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Nokia, einstiger Marktführer unter den Handy-Herstellern, ist wieder zurück. Unter dem altbekannten Markennamen stellte der neue Hersteller HMD Global im Jahr 2017 das Nokia 6 vor. Nun ist dessen Nachfolger Nokia 6.1 auf dem Markt. Was das Update des Mittelklassen-Smartphones taugt, zeigt unser Test.

Das Nokia 6.1 steckt in einem kratzfesten Alu-Gehäuse

Preislich liegt das Nokia 6.1 mit einer UVP von 279 Euro leicht über dem Nokia 6 (UVP: 249 Euro) und man merkt dem Smartphone an, dass die finnischen Entwickler schon beim Material eine Schippe draufgelegt haben. Das massive und kratzfeste Unibody-Gehäuse ist aus einem Aluminium-Block gefräst. Der Tasten für Lautstärke und An/Aus sowie die 16-Megapixel-Hauptkamera stechen aus dem Gehäuse leicht hervor. Der Fingerabdruck-Scanner ist leider von seiner optimalen Position unterhalb des Displays auf die Rückseite unweit des LED-Blitzlichts gewandert, doch er funktioniert nach wie vor einwandfrei.

Leistung

Ein großes Update hat die Nokia-Mittelklasse in erster Linie unter dem soliden Kleid erhalten. Im Gegensatz zum Vorgängermodell steckt im Nokia 6.1 kein lahmer Prozessor mehr. Der Qualcomm Snapdragon 630 ist mit 2,2 GHz getaktet und wird von drei GB RAM unterstützt. Das Nokia 6 hatte noch einen Qualcomm Snapdragon 430 mit ebenfalls drei GB RAM, aber einer Taktung von nur 1,4 GHz. Dementsprechend erfreulich sind denn auch die Ergebnisse unserer Benchmark-Tests:

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Positiv zu bewerten ist das Betriebssystem. Das Nokia 6.1 verwendet das Google-Betriebssystem Android in der brandaktuellen Version 8.1.0 (Oreo) und bis auf ein paar Nokia-eigene Apps in Reinform. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass HMD Global neben Google wohl der Hersteller ist, der seine Android-Smartphones am schnellsten mit Updates versorgt.

Kein Update gab es indes beim Akku. Wie das Nokia 6 muss das Nokia 6.1 mit einer relativ niedrigen Kapazität von 3.000 mAh auskommen und demzufolge maximal alle 24 Stunden an die Steckdose. Praktischerweise kann man das finnische Smartphone aber über den USB-Typ-C-Anschluss in rund 70 Minuten aufladen.

Kamera und Ton

Besonderen Wert hat HMD Global beim Nokia 6.1 auf den Klang gelegt. Das Smartphone ist mit einem Dual-Lautsprecher und der Klangtechnologie Dolby Atmos ausgestattet, wodurch insbesondere Bässe gut herüberkommen.

Bei Tage hat die Hauptkamera des Nokia 6.1 keine Probleme, bei Dunkelheit dagegen schon

Die 16-Megapixel-Hauptkamera kann 4K-Videos drehen. Beim Fotografieren gefällt sie mit präziser Zeiss-Optik, kleiner f/2.0-Blende, schön hellem LED-Blitzlicht, schnellem Autofokus und HDR– zumindest bei Tage. Bei Dunkelheit schneidet das Nokia 6.1 deutlich schlechter als das ebenfalls kürzlich vorgestellte Nokia 7 Plus ab.

Beim Bothie schießen Front- und Rückkamera gleichzeitig ein Foto

Auch die Dual-Kamera, die im teureren Modell anzutreffen ist, hat das Nokia 6.1 nicht. Dafür ist die sogenannte Bothie-Funktion an Bord, die man vom Nokia 8 kennt. Dabei macht das Android-Smartphone gleichzeitig je ein Bild mit der Rück- und Frontkamera.

Die Frontkamera des Nokia 6.1 schießt erstaunlich detailreiche Fotos

Die zweite Kamera des Nokia 6.1 löst mit maximal acht Megapixeln auf und hinterlässt ebenfalls einen ordentlichen Eindruck. Da auch hier HDR an Bord ist, werden detailreiche Selfies mit relativ kräftigen Farben und wenig Rauschen geschossen.

Der 5,5 Zoll große Bildschirm des Nokia 6.1 ist im klassischen 16:9-Format gehalten. Der Bildschirm bietet Full-HD-Auflösung und somit eine für den Normalbetrieb ausreichende Pixeldichte von 401 ppi. Zwar ist das LC-Display nicht sonderlich hell, doch die Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht ist in Ordnung.

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Nokia 6.1 via LTE bis zu 150 MBit/s im Download. Die Upload-Geschwindigkeit liegt bei 50 MBit/s. Unsere Messungen in der Praxis ergaben bis zu 52,8 MBit/s im Download und 40,7 MBit/s im Upload im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone.

Die 16-Megapixel-Hauptkamera des Nokia 6.1 hat ein Objektiv von Zeiss

Mit 32 GB großzügig bemessen ist der interne Speicher. Außerdem bietet das Nokia 6.1 Platz für eine bis zu 128 GB große Speicherkarte, die alternativ zur zweiten Nano-SIM-Karte eingelegt werden kann. In puncto Sprach- und Empfangsqualität muss sich das Nokia 6.1 gegenüber der Konkurrenz in der Mittelklasse nicht verstecken. Sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz zeigt das Nokia 6.1 eine tolle Performance.

Fazit und Empfehlung

Nokia hat sich unter der Ägide des neuen Herstellers HMD Global eindrucksvoll zurückgemeldet. Das [[ASIN:B07B6C32JX|Nokia 6.1]] ist ein gelungenes Update des Mittelklasse-Smartphones Nokia 6 und diesem vor allem in puncto Prozessor überlegen.

Auf der einen Seite findet man weiterhin Tugenden wie eine gute Sprach- und Empfangsqualität und solide Verarbeitung. Ein Pluspunkt ist auch das reine und brandaktuelle Android-Betriebssystem, für das HMD Global mindestens zwei Jahre lang Updates verspricht. Die UVP von 279 Euro ist konkurrenzfähig.

Gelungenes Update: Das Nokia 6.1 ist dem Vorgängermodell vor allem in puncto Prozessor überlegen

Der Schwachpunkt bleibt der Akku. Die Kapazität von 3.000 mAh geht für diese Preisklasse zwar in Ordnung, aber in der Regel muss das Nokia 6.1 spätestens nach 24 Stunden an die Steckdose. Die Kameras machen einen ordentlichen Eindruck, doch bei diffusen Lichtverhältnissen stoßen sie schnell an ihre Grenzen.


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