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Nokia 5.4: 199-Euro-Smartphone mit Android One im Test

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Nur wenige Smartphones kosten weniger als 200 Euro und bieten eine Update-Garantie für das Betriebssystem. Eines davon ist das Nokia 5.4. Wir haben das finnische Android-One-Smartphone mit 4.000-mAh-Akku, 64 GB internem Speicher, Dual-SIM und fünf Kameras getestet.

Wie beim Nokia 3.4 ist beim Nokia 5.4 ein 6,4-Zoll-LC-Display mit nur 1.560 x 720 Pixeln verbaut

Trotz Corona-Pandemie hat sich der finnische Hersteller HMD Global mit gleich zwei Smartphones zurückgemeldet. Das von bereits getestete Nokia 3.4 kostet 149 Euro (UVP) und bedient das Einsteigersegment. Das 199 Euro (UVP) teure Nokia 5.4 spielt die Rolle des großen Bruders und ist in der unteren Mittelklasse angesiedelt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich die beiden Modelle in einigen Punkten ähneln.

Anders als das Nokia 3.4 hat das Nokia 5.4 zwar keine geriffelte Kunststoffrückseite, aber eine Schraffierung unterhalb der Polycarbonat-Oberfläche ist deutlich sichtbar und sorgt für nette Farbeffekte, egal, ob man sich nun für die Farbvariante Dusk oder Polarnacht entscheidet. Mit Abmessungen von 161 x 76 x 8,7 mm und einem Gewicht von 180 g ist das Nokia 5.4 exakt genauso groß und schwer wie das Nokia 3.4 und lässt sich mit einer Hand bedienen.

Eine Schraffierung unterhalb der Polycarbonat-Oberfläche des Nokia 5.4 ist deutlich sichtbar und sorgt für nette Farbeffekte

Wie beim günstigeren Schwestermodell ist ein 6,4-Zoll-LC-Display mit nur 1.560 x 720 Pixeln verbaut. Dafür verfügt es über einen großen Betrachtungswinkel und einen gut funktionierenden Helligkeitssensor. Der Rahmen rund um den Bildschirm ist für ein Smartphone des Jahres 2021 ungewöhnlich dick. Das sieht ein bisschen altbacken aus, stört aber nicht wirklich.

Leistung und Android

Warum ist es trotzdem sinnvoll 50 Euro mehr in die Hand zu nehmen und das Nokia 5.4 zu kaufen? Die weitaus größere Speicherkapazität könnte ein Grund sein. Wo der kleine Bruder mit dürftigen 32 GB auskommen muss, bietet das Nokia 5.4 immerhin 64 GB. Zudem kann eine bis zu 512 GB große microSD-Speicherkarte eingesteckt werden. Der Arbeitsspeicher ist mit vier GB auch ein weniger üppiger bestückt.

Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon 662 zum Einsatz – kein Ausbund an Schnelligkeit, aber mit seiner Taktung von bis zu 2 GHz doch ein bisschen flotter als die CPU des kleinen Bruders. In den Benchmark-Tests schneidet das Nokia 5.4 (grau) denn auch ein wenig besser ab als das Nokia 3.4 (weiß).

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Das Kaufargument schlechthin für das Nokia 5.4 ist natürlich die Update-Garantie. Das finnische Smartphone läuft auf einem reinen Android-Betriebssystem, zum Start jedoch noch in der veralteten Version 10, und bekommt zwei Jahre lang garantiert Aktualisierungen, weil es an Googles Android One-Projekt teilnimmt. Sicherheits-Updates werden sogar bis zu drei Jahre geliefert.

Auch der Akku des Nokia 5.4 ist ein Pluspunkt. Der fest verbaute Energiespeicher fasst 4.000 mAh, was in der Praxis für eine ordentliche Laufzeit von rund 36 Stunden sorgt. Leider dauert das Aufladen über das mitgelieferte Netzteil circa drei Stunden.

Kamera und Ton

Auf der Rückseite des Nokia 5.4 sind gleich vier Kameras im Nokia-typischen Rundelement untergebracht. Einen guten Eindruck hinterlässt von diesen in erster Linie die Hauptkamera, die mit 48 MP auflöst, aber standardmäßig Zwölf-MP-Fotos ausgibt:

Bei Tage hat die Hauptkamera des Nokia 5.4 überhaupt keine Probleme

Nachtaufnahmen sind kein Problem für das Nokia 5.4, aber der LED-Blitz dürfte gern etwas heller sein. Ultraweitwinkel-Aufnahmen sind mit bis zu fünf MP möglich – leider nur mit den bei vielen Mittelklasse-Smartphones üblichen Verzerrungen am Bildrand:

Über das Menü der Kamera-App des Nokia 5.4 kann man direkt zur Ultraweitwinkel-Kamera wechseln, die am Bildrand die üblichen Verzerrungen fabriziert

Eine Zwei-MP-Kamera für Tiefeninfos ermöglicht Bokeh-Bilder, wobei der Effekt ein wenig künstlich herüberkommt:

Bokeh-Bilder gelingen dem Nokia 5.4 bis auf ein paar Überbelichtungen recht gut

Im Unterschied zum Nokia 3.4 verfügt das Nokia 5.4 zusätzlich über eine Makro-Kamera. Diese löst aber nur mit zwei MP auf. Die Selfie-Kamera des Nokia 5.4 löst mit ausreichenden 16 MP auf und verfügt über ein ausreichend helles Display-Fotolicht, hat aber gerade im Dunklen Probleme, wo öfter einmal Unschärfen und Körnungen auftreten:

Die Selfie-Kamera des Nokia 5.4 hat eine gute Auflösung Restlichtverwertung, stellt Bilder aber etwas flächig dar

Der Sound des Nokia 5.4 kann leider nicht überzeugen. Der Mono-Lautsprecher tendiert bei voller Lautstärke zum Scheppern. Ein Stereo-Headset wird nicht mitgeliefert, kann aber immerhin an die Audio-Klinkenbuchse des Mittelklasse-Androiden angedockt werden. Die Ausgabequalität ist gut.

Mobilfunk (LTE)

Das Nokia 5.4 beherrscht in der Theorie LTE mit Download-Raten von bis zu 150 und Upload-Raten von maximal 50 MBit/s. Beim Praxistest schafft das Nokia 5.4 im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone xxx MBit/s im Download und xxx MBit/s im Upload.

Netterweise hat HMD Global dem Nokia 5.4 NFC spendiert, so dass die Nutzung von Google Pay möglich ist. WLAN ist nur in der langsamen n-Version an Bord. Für das drahtlose Andocken von Freisprecheinrichtungen oder Kopfhörern steht das nicht mehr ganz so aktuelle Bluetooth 4.2 zur Verfügung.

Sowohl im Vodafone- als auch im O2-Netz glänzt das Nokia 5.4 mit einer guten Sprach- und Empfangsqualität

Ein großer Pluspunkt des Nokia 5.4 ist seine außerordentlich gute Sprach- und Empfangsqualität. Sowohl im O2- als auch im Vodafone-Netz kommt es zu keinen Gesprächsabbrüchen. Darüber hinaus unterstützt das Mittelklasse-Smartphone die Services Voice over LTE und Voice over Wi-Fi.

Fazit und Empfehlung

Das Nokia 5.4 bietet zwar ein etwas altbackenes Design, aber auch ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 199 Euro (UVP) bekommt man eine zweijährige Update-Garantie für das Android-Betriebssystem sowie eine dreijährige Garantie für Sicherheits-Updates. Verarbeitung, Akku, Prozessor sowie Sprach- und Empfangsqualität sprechen ebenfalls für den günstigen Finnen.

Anders als das günstige Nokia 3.4 bietet das Nokia 5.4 auch ausreichend Speicher und eine ordentliche Hauptkamera, während die anderen Kameras enttäuschen. Die Sound-Qualität des Mono-Lautsprechers ist leider gleich genauso schlecht wie beim kleinen Bruder.