ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

realme GT2: Preis-Leistungs-Champion der Mittelklasse im Test

|

Das realme GT2 verspricht viel Leistung für wenig Geld. Die UVP startet bei schon sportlichen 549 Euro, je nach Ausstattungsvariante auch ein paar Euro höher, und das obwohl die zweite GT-Generation viele Oberklassen-Features sowie einen äußerst flotten Prozessor bietet. Wir haben das realme GT2 in der Farbvariante Paper White getestet.

Das realme GT2 kommt zeitgleich mit dem realme GT2 Pro auf den deutschen Markt

Das Gehäuse des realme GT2 wurde von Naoto Fukasawa entworfen. Deshalb ziert auch der Namenszug des japanischen Industrie-Designers den Karton des Smartphones. Der Hersteller verspricht Nachhaltigkeit, Robustheit und Schönheit und de facto fühlt sich unser Testgerät in der Farbvariante Paper White wertig an. Einen Wasser- und Staubschutz sucht man zwar vergebens, aber das Design mit der papierähnlichen aufgerauten Rückseite sieht schick aus und sorgt dafür, dass das realme GT2 auf glatten Oberflächen nicht ins Rutschen kommt.

Laut Hersteller wird für die Produktion des realme GT2 zudem etwa 35% weniger CO2 benötigt als bei der Vorgängerserie. Der Plastikanteil in der Verpackung wurde von 21,7% auf 0,3% reduziert. Kein Wunder also, dass das realme GT2 als erstes Smartphone überhaupt die strenge Umweltnorm TCO 9.0 erfüllt.

Dank Kunststoffgehäuse wiegt das realme GT2 noch akzeptable 195 g und ist mit Außenmaßen von 162,9 x 75,8 x 8,6 mm auch noch ausreichend kompakt geraten. Dankenswerterweise legt der chinesische Hersteller aber eine Schutzhülle aus weichem Plastik bei. Der Fingerabdruck-Scanner liegt unterhalb des Bildschirms und funktioniert meist tadellos. Alternativ kann man das Display per Gesichtserkennung entriegeln. Links liegt die Lautstärkewippe und rechts der An/Aus-Knopf sowie eine separate Taste für den Google Assistant.

Das Display des realme GT2 bietet eine hohe Pixeldichte von 409ppi, während das Smartphone dank papierartiger Rückseite schwer ins Rutschen kommt

Das 6,62-Zoll-Display des realme GT2 hat eine Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixeln und somit eine Pixeldichte von guten 409 ppi. In dieser Preisklasse ist die hohe Bildfrequenz von 120 Hz, deren Vorteile das realme GT2 vor allem bei Videos und Spielen ausspielt, natürlich Standard. Alternativ kann man die Bildwiederholrate aber auch auf bis zu 30 Hz heruntersetzen, um Energie zu sparen

Da der Hersteller auf die AMOLED-Technik setzt, glänzt die Anzeige durch satte Farben und scharfe Kontraste. Die Helligkeit fällt ebenfalls höher aus als bei so manch teurerem Smartphone. Nur der Helligkeitssensor stellt das Display zu oft zu dunkel ein, so dass man manuell nachregulieren muss.

Leistung und Android

Ein Pluspunkt des realme GT2 ist natürlich der 5.000 mAh starke Akku. Dieser ist in circa einer Stunde komplett geladen, hält in der Praxis allerdings nur ein bis anderthalb Tage durch. Das liegt natürlich auch an dem schnellen wie energieintensiven Prozessor. Der Qualcomm Snapdragon 888 5G ist mit schnellen 2,84 GHz getaktet und wird schon in der von uns getesteten Top-Version von satten zwölf GB Arbeitsspeicher unterstützt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das realme GT2 respektable Werte in den Benchmark-Tests erzielt, wenn auch teils hinter der ersten GT-Generation mit derselben Prozessorbasis. Die Unterschiede kommen womöglich durch unterschiedlich gut optimierte Versionen von Android 12 zustande, die bei Realme derzeit oft schwankend ausfällt.

[[CHAR:21_phone|56,125,136,138,148,151,159§FFF,161,162,168,175,186,189§333]]

Besagte Top-Version mit zwölf GB Arbeitsspeicher zeichnet sich auch durch einen 256 GB großen internen Speicher aus und schlägt mit 599 Euro (UVP) zu Buche. Die Basisversion des realme GT2 bringt acht GB Arbeitsspeicher sowie 128 GB internen Speicher mit sich und kostet regulär 549 Euro (UVP). Beide Varianten des realme GT2 haben keinen microSD-Karten-Slot, aber angesichts dieser technischen Daten auch gar nicht notwendig erscheint.

Vom Markstart weg läuft das Mittelklasse-Smartphone aus China auf dem aktuellen Google-Betriebssystem Android 12 in Kombination mit der herstellereigenen Benutzeroberfläche realme UI. Diese bietet vor allem optische Überarbeitungen, aber auch nützliche Zusatzfunktionen wie Game Space, mit dem man u.a. Benachrichtigungen während des Spielens unterbinden kann.

Kamera und Ton

Die Hauptkamera des realme GT2 löst mit stattlichen 50 MP auf und kann 4K-Videos drehen. Zudem verfügt sie über den von Sony zugelieferten Bildsensor IMX766. Schon ganz normale Tagaufnahmen bestechen so durch ihre brillante Qualität:

Tagaufnahmen des realme GT2 sind sehr schön ausgewogen

Ebenfalls aus der Kamera-App heraus direkt anwählbar ist die Acht-MP-Ultraweitwinkel-Kamera mit einer Abdeckung von 119 Grad:

Ultraweitwinkel-Aufnahmen des realme GT2 weisen leider ziemliche Verzerrungen am Bildrand auf

Makro-Aufnahmen sollte man lieber nicht mit der dafür vorgesehen Zwei-MP-Kamera schießen. Sie liefert einfach viel zu flächige Bilder. Bokeh-Aufnahmen sind für das realme GT2 hingegen kein Problem:

Bokeh-Effekte werden mit dem realme GT2 nicht zu künstlich

Erstaunlich gut gelingen auch Nachtaufnahmen des realme GT2. Wenn sich das anvisierte Objekt unweit des Nutzers befindet, wird es vom LED-Blitzlicht schön ausgeleuchtet. Die 16-MP-Frontkamera des realme GT2 verfügt über einen Sony-IMX471-Bildsensor und kann Full-HD-Videos drehen. In puncto Fotografie kann dieses Objektiv vor allem bei Tage überzeugen. Im Dunklen greift zwar das helle Display-Fotolicht ein, doch es kommt manchmal auch zu Körnungen und Unschärfen.

Dank Sony-Bildsensor gefallen Selfies des realme GT2 vor allem bei Tage durch eine gute Restlichtverwertung

Das realme GT2 verfügt über Stereo-Lautsprecher, die schön klar und kräftig klingen, aber bei voller Lautstärke zum Übersteuern neigen. Optional kann die Klangtechnologie Dolby Atmos hinzugeschaltet werden. Stereo-Headsets gehören nicht zum Lieferumfang und auch eine Audio-Buchse sucht man vergebens.

Mobilfunk (5G und LTE)

Am Router surft das realme GT2 über die schnellen WLAN-Standards ac und ax und mobil kann man mit beiden Nano-SIM-Karten das 5G-Netz nutzen. Zu Buche stehen bei unseren Messungen im Düsseldorfer 5G-Netz von Vodafone immerhin maximal 824 MBit/s im Download und 130 MBit/s im Upload. Via LTE ist das Mittelklasse-Smartphone aus China ebenfalls flott unterwegs. Im 4G-Netz von Vodafone erreichen wir bis zu 300 MBit/s im Download und 109 MBit/s im Upload.

Wegen der ultraschmalen Bauweise hat das realme GT2 keine Audio-Buchse

Die aktuelle Bluetooth-Version 5.2 und NFC für mobiles Bezahlen komplettieren die Schnittstellen-Ausstattung. An der Sprach- und Empfangsqualität im Vodafone-Netz gibt es nichts zu meckern. Im O2-Netz leistet sich das realme GT2 jedoch kleinere Aussetzer in kritischen Empfangssituationen in Gebäuden oder Tunneln.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B09TTQ5DBW|realme GT2]] kann nicht nur ein Design, das aus der Masse heraussticht, sondern auch durch ein wirklich interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Für eine UVP von 549 bis 599 Euro bietet schon die Basisvariante des realme GT2 ein AMOLED-Bildschirm mit hoher Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz und eine Hauptkamera mit 50 MP Auflösung und Sony-Bildsensor. Außerdem verfügt das Mittelklasse-Smartphone über einen schnellen Qualcomm-Prozessor, einen großen Akku, ein aktuelles Betriebssystem und kann via 5G, LTE und WLAN ac/ax zügig im Internet surfen.

[[YT:IPA8u2Zs6WQ]]

Das realme GT2 hat aber auch ein paar kleinere Schwächen. Stereo-Headsets werden nicht mitgeliefert und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse fehlt leider ebenso. Der interne Speicher ist zwar schon in der Basisvariante mit 128 GB ausreichend groß, aber eine microSD-Speicherkarte kann man nicht einstecken.