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Schnelle Speicher für Unterwegs – 18 USB-Sticks im Vergleich

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Die Tage der selbst gebrannten DVD zum Datentransport neigen sich langsam aber sicher ihrem Ende zu. USB-Sticks haben die Preismarke von 50 ct/GB bereits unterschritten, Kapazitäten von 64 GB sind erschwinglich geworden und sie lassen sich, beinahe beliebig oft, wieder beschreien und löschen. Doch gibt es mittlerweile eine beinahe endlos wirkende Anzahl verschiedener Modelle von diversen Herstellern. Wir wollen einen kleinen Marktüberblick wagen und die herausragenden Modelle kurz präsentieren.

Neuer USB-Stick gesucht? Hier geht's zur USB-Stick Rangliste

Natürlich soll auch das Thema USB 3.0 nicht zu kurz kommen. Der „neue“ Standard erlaubt es bis zu 500 MB in der Sekunde zu übertragen – Ein Geschwindigkeitsbereich von dem optische Speichermedien aktuell noch weit entfernt sind. Das Hauptaugenmerk liegt dementsprechend auf den immer zahlreicher werdenden Vertretern der USB 3.0-Generation, beliebte USB 2.0-Modelle fehlen natürlich trotzdem nicht und dienen als Vergleich.

USB 3.0-Stick Vergleich 2012Insgesamt konnten wir, für den ersten Test, vier Hersteller gewinnen: CnMemory (fünf Modelle), Kingston (acht Modelle), Patriot Memory (zwei Modelle) und SanDisk (zwei Modelle). Darunter sind auch einige Modelle aus unserem Archiv, sowie ein weiterer USB-Stick aus dem Hause Toshiba.

Was und wie wird getestet?

Zum Test setzen wir auf die gleiche Plattform wie auch für die Speicherkarten- und Kartenlesegeräte-Tests. Das System besteht, der Vergleichbarkeit wegen, aus gebräuchlichen Komponenten, wie sie auch in vielen modernen PCs und Notebooks vorkommen:

  • [[ASIN:B006J420T0|AMD A6-3670K]] APU (4x 2.7 GHz)
  • [[ASIN:B005JI5B9I|ASRock A75M-ITX]] (mini-ITX)
  • 2x 4 GB DDR3-1866 Arbeitsspeicher
  • 4x USB 3.0 via AMD A75 FCH Chipsatz
  • [[ASIN:B003RBPAJ0|Windows 7 Professional 64 Bit]]

Testsystem 2012Die Grundlage bildet die Ermittlung der maximal möglichen Lese- und Schreibgeschwindigkeit mit dem ATTO-Diskbenchmark. PCMark7 Professional simuliert mit dem „Secondary Storage Test“ reproduzierbar Zugriffe, wie sie im Alltag durch Virenscanner, das Ausführen von Programmen/Spielen, dem Abspeichern von Musik oder beim Bearbeiten von Videos vorkommen. Im Anschluss testen wir mit dem Windows eigenen ReadyBoost-Benchmark (WinSat) die Eignung des USB-Sticks für eben jene Funktion, die bei langsamen System-Festplatten für einen schnelleren Startvorgang sorgen kann.

Den Abschluss macht ein von uns entwickeltes Skript, welches den USB-Stick mit je etwa 500 MB Anwendungsdaten, 1 GB Musik respektive 1,5 GB Videodateien beschreibt und die dabei erreichte Geschwindigkeit protokolliert. Um Limitierungen des Testsystems vorzubeugen, werden die Daten dabei von einer sogenannten RAM-Disk ausgelesen. Damit werden die drei häufigsten Anwendungsfälle – viele kleine Dateien (Programme, Spiele, Office-Dateien), einige mittelgroße Dateien (Musik-/Foto-Sammlung) und wenige große Dateien (Archive, Videos) – getestet.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Wie immer gibt es bei dieser Frage keine allgemein gültige Antwort, denn so viele USB-Sticks wie es auf den Markt gibt, gibt es wahrscheinlich auch verschiedene Anwenderszenarien. Als grobe Orientierung sei jedoch gesagt:

  1. Wer seinen USB-Stick zum Sichern und Transportieren von Dateien benutzen möchte, sollte sich vor allem an der getesteten Lesegeschwindigkeit sowie den zuletzt genannten „reale-Welt-Tests“ (Hier: Audio/Foto und Video) orientieren.
  2. Soll der USB-Stick Spiele und Programme ausführen oder viele Office-Dateien (PDF, Word, Excel und Co.) beherbergen, lohnt eher der Blick auf den PCMark7 Score, die ReadyBoost-Werte sowie dem „reale-Welt-Test“ mit Anwendungsdaten.
  3. Wer einen guten Allrounder sucht, kann sich einfach an unserem Leistungsindex orientieren. 

Ergebnisse und Kaufempfehlung

[[CHAR:12_usbstick|18]]

Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte (auf welche Bezug genommen wird) angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten USB-Sticks entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

SanDisk Extreme 3.0 64 Gb USB-StickUnser persönliches Highlight ist nicht schwer auszumachen: Mit einem Preis von unter einem Euro je Gigabyte und einer Leistung die in vielen Disziplinen die Konkurrenz, ja beinahe deklassiert, hat sich der [[ASIN:B007YXA5SI|SanDisk Extreme USB 3.0]] 64 GB unsere Kaufempfehlung verdient. Im Bereich Leistung als auch Preis/Leistung Spitzenreiter.

Kingston DataTraveler HyperX 3.0 64 GB USB-StickBeim Auslesen von größeren Dateien muss sich das neue SanDisk-Modell dem mit „gut“ bewerteten [[ASIN:B0068INUOQ|Kingston DataTraveler HyperX 3.0]] geschlagen geben (+31 Prozent). Der Preis verdient mit aktuell 1,33 Euro je Gigabyte das Prädikat „gut“. Eine noch bessere Wertung verhindert die nur als befriedigend zu bezeichnende Leistung beim Schreiben kleinerer Dateien.

CnMemory Mistral 3.0 USB-StickDisziplinen in denen der, leider nur eher zweitklassig verarbeitete, [[ASIN:B005OY31LM|CnMemory mistral 3.0 32 GB]] durchaus mit dem SanDisk Extreme Modell mithalten kann. Mit immerhin knapp zweistelligen Werten beim Schreiben kleiner Dateien und einer guten Leistung in realen Anwendungstests kann die Leistung überzeugen – Der Preis ist jedoch mit aktuell 1,60 Euro je Gigabyte einfach zu hoch.

CnMemory Evolution 3.0 USB-StickBesser macht es da die Serie Evolution 3.0 aus gleichem Hause. Das [[ASIN:B004I29HCS|Modell mit 32 GB Speicherkapazität]] gibt es zum fairen Preis von unter 23 Euro, die Leistung beim Ausführen von Programmen dürfte den meisten Anwendern ausreichen, größere Dateien können mit über 100 MB/s schneller gelesen werden als gewöhnliche Festplatten zu schreiben in der Lage sind. Lediglich das schreiben größerer Dateien dauert vergleichsweise lange. In Kombination mit der guten Verarbeitungsqualität unser Allround-Tipp für USB 3.0 Einsteiger.

Die Investition in USB 2.0-Modelle lohnt sich hingegen nur noch bedingt. So liefern beispielweise die Modelle [[ASIN:B004BSFCXW|Kingston DataTraveler R500]] und [[ASIN:B003EYID8U|CnMemory mistral 2.0]] durchaus noch überzeugende Werte ab – besonders beim Schreiben von Dateien. Sobald es jedoch um das Auslesen von Daten geht gibt es mittlerweile viele USB 3.0-Modelle, zum gleichen Preis, die diese Aufgabe mehr als doppelt so schnell erledigen können.

Wie immer noch der kurze Hinweis: Aufgrund sich täglich ändernder Preise gibt es an dieser Stelle kein Preis/Leistungs-Rating. Für aktuelle Kaufempfehlungen gibt es unsere USB-Stick Rangliste in Kooperation mit unserem Partner-Preisvergleich Schottenland.de.


Kommentare

marshel am

Super Test, genau sowas hab ich doch gesucht!

Hatte erst den DataTraveler Elite im Auge, weil der USB 3.0 hat, recht klein ist, keine Verschlussklappe und ne Öse für nen Schlüsselring etc.
Hier hab ich jetzt aber endlich Leistungsmerkmale gefunden und da komm ich wieder ins gürbeln...

Der Testsieger von SanDisk klingt schon extrem verlockend! Jedoch möchte ich den Stick immer am Schlüsselbund dabei haben und ich weiß nicht, ob die Kappe da nicht evtl schnell verloren gehen kann? Das wurmt mich :/

mproske am

Der SanDisk Extreme hat auch keine Kappe. Auch hier kann der Stick über einen Schiebemechanismus ausgefahren werden.

Martin am

Ich hab mir den "SanDisk Extreme USB 3.0 64 GB" gekauft aber leider scheint der Stick noch nicht ganz fehlerfrei zu sein.
Bei mir starb der Stick beim Versuch ihn zu Formatieren. Die Formatierung konnte auch nach Stunden nicht erfolgreich abgeschlossen werden.

Scheinbar tritt dieses und ähnliche Probleme bei mehreren Kunden auf.
Im Sandisk Forum und auf Amazon.com findet man jede Menge Berichte über Probleme mit dem Stick.

Bei vielen Käufern wird er am Mac nicht erkannt, bei manchen nur an ca. der Hälfte ihrer USB-Ports.

mproske am

Hallo Martin,
der Stick wird doch bereits vorformatiert geliefert - Welcher Bedarf besteht denn den Stick erneut zu formatieren? Womöglich wurde der Stick in einem inkompatiblen Dateisystem formatiert?

@Mac: Wir testen die Sticks lediglich an Windows (7/8) PCs und können hier dementsprechend keine Erfahrungen mitteilen.

Martin am

Hallo,
ich formatiere Sticks & Festplatten die per default Herstellersoftware, Handbücher, etc. enthalten immer neu. Geht schnell und sollte eigentlich auch nicht zu Problemen führen. ;)

In dem Fall wurde es mit FAT32, exFAT und NTFS versucht (in der Reihenfolge). Leider nie mit Erfolg.
Die Formatierung mit FAT32 und exFAT wurde auf Win & Mac versucht.

mproske am

Hallo Martin,
angesehen davon, dass die Hersteller-Software hier sogar durchaus nützlich ist, sollte dies natürlich eigentlich funktionieren (auch wenn man die Software genauso gut einfach entfernen könnte und damit, im Zweifelsfall, weniger Probleme hat).

Die Formatierung unter Mac OS scheint dabei in der Tat zu Problemen zu führen, die den Stick unbrauchbar machen können. In diesem Fall am Besten an den deutschen SanDisk-Support wenden.

PS: Und in Zukunft vielleicht einfach nur Daten löschen anstatt mit dem Holzhammer (Formatierung) anzukommen ;-)