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Huawei Ascend G700 im Test

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Nach dem Ascend Y530 vor kaum zwei Wochen haben wir nun mit dem Huawei Ascend G700 ein weiteres Smartphone aus dem mittleren Preissegment zu Besuch, das dem Käufer die gleichzeitige Nutzung von zwei SIM-Karten ermöglicht und abseits dessen überzeugen will. 190 Euro muss man als interessierter Kunde derzeit aufbringen. Ob es den Preis wert ist, klärt der folgende Test.

Huawei Ascend G700

Punkten will man unter anderem mit einem 5-Zoll-HD-Bildschirm sowie er Quad-Core-CPU, der eine ordentliche Leistung für den günstigen Kaufpreis bieten soll. Abgesehen davon liest sich das Datenblatt vorerst nicht sonderlich spannend: 8-Megapixel-Kamera und Android 4.2 hauen heutzutage nicht unbedingt vom Hocker. Dennoch geben wir dem G700 eine Chance um zu schauen, wie alltagstauglich ein derartiges Smartphone ist und ob man im Zweifelsfall auch mit nur einer SIM-Karte damit glücklich wird.

Design und Verarbeitung

Durch den anvisierten Preisbereich des Ascend G700 stützt man sich bei der Materialwahl selbstverständlich auf Kunststoff, je nach Wahl des Kunden in Schwarz oder Weiß auf der Rückseite. Die Dicke des Smartphones misst ca. 9 Millimeter, zusätzlich ist die abnehmbare Rückseite etwas abgerundet, wodurch es gut in der Hand liegt. Im Gegensatz zum kürzlich getesteten Ascend Y530 ist die Oberfläche jedoch glatt und nicht strukturiert. Mit 155 Gramm ist G700 zudem nicht unbedingt ein Leichtgewicht, in Anbetracht des 5,0 Zoll großen Displays liegt es jedoch noch im üblichen Rahmen.

Huawei Ascend G700

Die Vorderseite ist schwarz und mit einem glänzenden Rahmen umfasst. Die Position der Knöpfe weiß zu gefallen: Der Power-Button lässt sich perfekt mit dem Daumen erreichen, die Taster für die Lautstärke liegen gegenüber und sind ebenfalls gut mit einer Hand erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt. Weiterhin finden sich auf der Vorderseite noch die Standard-Android-Buttons sowie Frontkamera, Ohrhörer und eine Benachrichtigungs-LED.

Bei der Positionierung der microUSB-Buchse an der Unterkante und der Kopfhörer-Buchse an der Oberkante geht man Gott sei Dank keine Experimente wie beim Ascend P6 ein. Grob zusammengefasst macht man hier also nichts falsch, aber auch nichts besonders Auffälliges. Leider fühlt es sich – wohl durch die glatte Rückseite – weniger wertig als das günstigere Ascend Y530 an.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.7/2.5
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Im Inneren des Huawei Ascend G700 befindet sich ein Quad-Core-Prozessor aus dem Hause MediaTek, der es auf eine Taktfrequenz von 1,2 GHz bringt und auf die stromsparenden Cortex-A7-Kerne setzt. Zusammen mit 2 GB Arbeitsspeicher ist eine solide Grundlage vorhanden, die in Mehrkern-Anwendungen eine ordentliche Leistung bringt. Auffällig ist allerdings die verhältnismäßig schwache Grafikleistung: Trotz sonstiger Überlegenheit erreichte das formell "schwächere" Ascend Y530 im 3DMark mehr Punkte als das G700. Spielen ist also nicht unbedingt die Paradedisziplin, alle anderen Aufgaben bewältigt man jedoch mit Leichtigkeit.

Multimedia

In Sachen Blickwinkelstabilität weiß das Huawei Ascend G700 Dank des IPS-Panels zu überzeugen, scharf sieht das dargestellt Bild ebenso aus – nicht verwunderlich, liegt doch die Pixeldichte bei relativ hohen 294 PPI. Dafür muss man dem Smartphone jedoch eine recht niedrige maximale Helligkeit bescheinigen, ebenso scheint es, als hätte es einen dezenten Gelbstich. Nichtsdestotrotz ist das Display mehr als brauchbar und für gelegentliche HD-Videos völlig ausreichend. Mangels Gorilla Glass oder ähnlichem raten wir jedoch beim Kauf zu einer Schutzhülle.

Links: Der Homescreen bietet zahlreiche Widgets wie Wetter, Kontakte und Fotoalben; Rechts: Huawei liefert zahlreiche offizielle Designs, die etwas Abwechslung liefern

Wie bei den meisten unserer Testgeräte läuft auch auf dem Ascend G700 Google Android als Betriebssystem, hier in der Version 4.2 (Jelly Bean) mit der hauseigenen Emotion UI 1.6 Lite als Oberfläche. Wie bereits beim Ascend Y530 werden auch hier alle Apps auf dem Homescreen untergebracht, durch die im Vergleich ältere Version fehlt allerdings die vereinfachte Simple UI. Das System läuft insgesamt sehr flüssig, leider gibt es bisher keine Meldung zu einem etwaigen Update und durch den MediaTek-Chip ist auch die Auswahl an Custom ROMs sehr begrenzt.

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Immerhin bietet der 2.150 mAh starke Akku eine solide Leistung, mit dem das Smartphone auch mal zwei Tage ohne Strom auskommt. Ausnahme: Wer mit beiden SIM-Karten viel funkt und spielt wird öfter an die Dose müssen. Zu beachten ist ebenso, dass nur eine SIM-Karte schnelles 3G-Internet (42 Mbit/s) beherrscht, die zweite funkt nur im EDGE-Netz. Abgesehen davon finden wir mit WLAN b/g/n und Bluetooth 4.0 die aktuelle Grundausstattung vor.

Links: Über die Task-Leiste lassen sich schnell verschiedene Einstellungen vornehmen; Rechts: Die Tastatur der Emotion UI ist stellenweise etwas gewöhnungsbedürftig

Der 8-Megapixel-Sensor des G700 ist ebenso in der Lage Full HD-Videos aufzunehmen, die Bildqualität hält sich allerdings in Grenzen. Die Kamera löst leider stark verzögert aus, das Bild wird bei wenig Licht stark verrauscht und wir haben keinen Weg gefunden den Auslöseton abzuschalten. Die Frontkamera mit 1,3 Megapixel ist etwas schneller unterwegs und ausreichend für schnelle Selbstportraits.

Fazit und Empfehlung

Geräte mit Dual-SIM-Funktion waren schon immer recht speziell und die Auswahl damit etwas knapper als bei herkömmlichen Smartphones und Handys. Das [[ASIN:B0058UWJ0G|Huawei Ascend G700]] ist eine gute Wahl für diejenigen, die aktiv beide SIM-Karten nutzen – sei es arbeitsbedingt oder durch Auslandsaufenthalte – und bei Bedarf auch eine abschalten wollen. Mit einem großen HD-Display und einer ordentlichen Leistung bietet es viel für den verlangten Preis, auch wenn wir uns etwas bessere Materialien beim Gehäuse gewünscht hätten. Einzige Ausnahme: Fans von aktuellen oder modifizierten Android-Versionen werden damit nicht glücklich. Die Kameras sind okay, mehr kann man bei dem Preis nicht verlangen.

Huawei Ascend G700 - Rückseite mit Akku, microSD- und Dual-SIM-Slot

Dieser liegt mit aktuell knapp 185 Euro (Stand 26.05.2014) recht niedrig und durchaus im vernünftigen Rahmen. Eine Alternative aus dem Hause Huawei wäre der "Vorgänger" in Form des [[ASIN:B00E4MHY54|Ascend G525]]. Ansonsten bietet auch der eher unbekannte Hersteller Wiko mit dem [[ASIN:B00JBBPJD2|Rainbow]] und [[ASIN:B00ECO87UA|Stairway]] zwei günstige MediaTek-basierte Dual-SIM-Geräte, die bei gleichem Preis etwas besser ausgestattet sind.


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