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Motorola Moto E: 100-Euro-Smartphone im Test

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Nach dem Ascend Y530 vor wenigen Wochen haben wir heute nun einen der schärfsten Konkurrenten aus dem Android-Lager im Test: Das Motorola Moto E. Gerade einmal knapp über 100 Euro müssen interessierte Käufer derzeit in die Hand nehmen - und die Preise werden sicherlich noch etwas sinken. Stellt sich die Frage, wie viel Smartphone bekommt man für einen Betrag, der noch unter dem eines Marken-Turnschuhes ohne jegliche High-Tech-Produkte liegt?Motorola Moto E: Insbesondere das Display konnte im Test überzeugen.

Design und Verarbeitung

Das Äußere ist schlicht und funktional gehalten: Das 4,3-Zoll-Display kommt im schwarzen oder weißen Gehäuse zum Kunden, bietet die mittlerweile gewohnten On-Screen-Tasten anstelle der früher beinahe durchweg anzutreffenden Softtouch-Buttons. Zwei silberne Streifen zieren zudem die sonst komplett mit Corning Gorilla Glass 3 bedeckte Vorderseite. Das extrem harte Glas bietet erfahrungsgemäß einen sehr guten Schutz gegen Kratzer, auch wenn der Schlüsselbund einmal mit in der Tasche landet.

An der Seite befinden sich zudem der An-/Ausschalter sowie die Lautstärke-Wippe. Beide Bedienelemente sind leider etwas wacklig, geben dank des guten Druckpunktes jedoch genug Rückmeldung um sicher bedient zu werden. Jeweils mittig angebracht lässt sich an der Oberseite der Kopfhörer und an der Unterseite ein micro-USB-Kabel zum Laden des Moto E (sowie zum schnellen Datenaustausch mit dem PC) anschließen. Ein Ladegerät ist nicht im Lieferumfang enthalten, dank der EU-Richtlinie für einheitliche Ladegeräte sowie der beinahe-Omnipräsenz von entsprechenden Adaptern ist dies jedoch auch nicht mehr zwingend notwendig und schont die Umwelt.

Motorola Moto E

Die Rückseite prägt das Motorola-Logo sowie die Linse der 5-Megapixel-Kamera. Das abnehmbare Cover hat eine gummierte Oberfläche, wirkt insgesamt jedoch recht billig und saß zumindest bei unserem Testgerät nicht richtig fest. Rein äußerlich bewegt man sich damit zwischen überraschend hochwertig (Gorilla Glass 3) und dem Klassendurchschnitt. Mit einem Gewicht von 142 Gramm und einer Dicke von immerhin 12,3 Millimetern fällt das Moto E sogar recht wuchtig aus, liegt durch die gebogene Rückseite aber gut in der Hand.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.7/2.5/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Sicherlich wird ein 1,2 GHz schneller Dual-Core-Prozessor (Qualcomm Snapdragon 200) heute keine Begeisterungsstürme mehr auslösen, dank einem Gigabyte Arbeitsspeicher sowie dem ressourcenschonenden Android 4.4.2 (KitKat) ohne eigene Oberfläche gehen jedoch alltägliche Arbeiten zügig vonstatten und das System wirkt insgesamt flüssig. Für aufwändige 3D-Spiele ist das Motorola Moto E indes nicht geeignet. Die knappen 4 GB an internem Speicher lassen sich bequem via microSDHC-Speicherkarte um bis zu 32 GB erweitern. Apps, Musik, Bilder und Videos können damit auch in großer Anzahl auf das Moto E wandern.

Multimedia

Für den Preisbereich ungewöhnlich, jedoch auf erfreuliche Weise, ist der Einsatz eines hochwertigen Displays. Auch wenn Motorola offiziell keine Angaben zum Panel-Typ macht, gehen wir von einem Panel auf IPS- oder PLS-Basis aus. Die gute Blickwinkelstabilität sowie der hohe Kontrast machen das Moto E auch zum Anschauen von Fotos und Videos interessant, nur die maximale Helligkeit ist bei prallem Sonnenschein zu gering und erschwert das Ablesen. Neben dem guten Display können auch die Lautsprecher überzeugen und liefern einen ordentlichen Klang bei sehr hoher Lautstärke, ohne (wie in der Preisklasse üblich) blechern oder kratzig zu wirken.

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Der 1.980 mAh starke Akku verhilft dem Moto E, in Kombination mit dem eher schwachen Prozessor, zu guten Laufzeiten, insbesondere bei mäßiger Belastung. Die Einrichtung hinter sich gebracht, das gesamte Testprogramm absolviert und einen Tag im Stand-By verbracht waren noch 65 Prozent Restladung zu verzeichnen - ein guter Wert. Für den schnellen Datenaustausch steht immerhin HSPA+ zur Verfügung, auf LTE und NFC muss man in der Einsteigerklasse jedoch weiterhin verzichten. GPS, GLONASS und BeiDou zur Standortbestimmung stellen hingegen das absolute Maximum dar.

Aufgrund der fehlenden Frontkamera sind Selbstportraits (aka Selfies) keine ausgemachte Stärke des Moto E, auch die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist mit einem fixen Fokus, eher verwaschenen Bildern und Videos in 480p eher als Notlösung zu verstehen.

Fazit und Empfehlung

Auf praktisch jeden Luxus muss man verzichten, im Gegenzug bekommt man für knapp über 100 Euro ein ausgereiftes Stück Technik an die Hand. Das [[ASIN:B00KBHS4UK|Motorola Moto E]] steht stellvertretend für die enorme Aufmerksamkeit, die viele Hersteller derzeit dem Einsteigersegment widmen und die Entwicklung ist durchweg positiv zu betrachten. Auf den ersten Blick wirkt nur die etwas wackelige Rückseite nach "zweiter Wahl". Wer mit LTE im Netz sein möchte und gerne einmal aufwändigere Spiele spielen will, sollte und muss auch weiterhin etwas tiefer ins Portemonnaie greifen.Motorola Moto E: Das Cover der Rückseite lässt sich zwar einfach abnehmen, der Akku ist trotzdem nicht frei zugänglich. Zu den derzeit geforderten 119 Euro (Stand: 16.06.2014) können wir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Eine gleichteure Alternative aus dem Hause Huawei wäre das [[ASIN:B00HRXA9CW|Ascend Y530]], aufgrund von Android 4.2 und nur 512 MB RAM läuft das Huawei Ascend Y530 jedoch in einigen Tests merklich langsamer - einige Testprogramme und Spiele starten gar nicht erst -, im normalen Arbeitsalltag lassen sich hingegen kaum Unterschiede feststellen.


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