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Samsung Galaxy K Zoom: Smartphone mit 10-fach-Zoom im Test

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Höher auflösende Kameras in High-End-Smartphones dürfen wir jedes Jahr aufs Neue erleben. Doch wenn man tatsächlich mal ein etwas weiter entferntes Objekt fotografieren möchte, so bleibt nur der Griff zur Digitalkamera mit optischem Zoom, denn auch Lösungen mit einer hohen Megapixelzahl wie das Nokia Lumia 1020 kommen an ihre Grenzen. Mit dem Galaxy K Zoom hat Samsung den passenden Nachfolger zum Galaxy S4 Zoom im Angebot, welches die Vorteile aktueller Smartphones und Digitalkameras miteinander vereinen soll.

Samsung Galaxy K Zoom

Design und Verarbeitung

Die größte Auffälligkeit des Galaxy K Zoom Gehäuse dürfte wohl das Objektiv mit 10-fach-Zoom auf der Rückseite sein, das einen Großteil des Platzes einnimmt. Das hat zur Folge, dass das Smartphone mit einer Dicke von 16,6 Millimetern fast doppelt so voluminös ist wie andere Geräte, zugleich fällt auch das Gewicht mit 200 Gramm sehr hoch aus, wenn man sich als Vergleich die 145 Gramm des Galaxy S5 ins Gedächtnis ruft. Umrandet wird das Objektiv auf der Rückseite von einer perforierten Schale, die durch ihre Struktur die Griffigkeit steigern soll. Darunter liegt der wechselbare Akku, der zudem den Micro-SIM-Karten-Slot verdeckt. Ansonsten befinden sich hier nur noch der verbaute Xenon-Blitz und ein Lautsprecher im oberen Teil. Leider knarzt die Abdeckung aus Hartplastik etwas, das kam bei den normalerweise dünnen Schalen bisher nicht vor.

Samsung Galaxy K Zoom: Die Kamera nimmt etwa 1/3 der Rückseite ein

Umrahmt ist das Samsung Galaxy K Zoom (mal wieder) von einem Streifen in Metalloptik, auch wenn man hier zur Abwechslung auf den Look von gebürstetem Aluminium setzt. Darin eingelassen sind unten der micro-USB 2.0-Anschluss, gegenüber befindet sich die Buchse für Kopfhörer und Headsets. Seitlich bringt man hingegen einen microSDXC-Einschub sowie Tasten zum Auslösen der Kamera, zum Einschalten des Geräts und zum Ändern der Lautstärke unter.

Die Vorderseite ziert ein 4,8 Zoll großes Display: Diese Zahl macht deutlich, dass sich die Größe des Geräts in Grenzen hält, dementsprechend liegt es auch noch gut in der Hand. Bei uns findet der Zeigefinger perfekt unter dem Objektiv Platz, kein Grund zur Beschwerde. Abgesehen davon bringt man unter dem Display die drei typischen Android-Tasten unter, die das charakteristische Samsung-Design ausmachen.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Die Oberfläche entspricht bis auf einzelne fehlende Features weitestgehend der vom Galaxy S5 bekannten TouchWiz-VersionUm dem Einheitsbrei etwas Einhalt zu gebieten und sich von Qualcomm unabhängiger zu machen verbaut Samsung den hauseigenen Exynos 5260 SoC, der unter anderem 2 GB Arbeitsspeicher und einen Hexa-Core-Prozessor beinhaltet. Vier CPU-Kerne basieren auf dem stromsparenden Cortex-A7-Design, die verbleibenden beiden auf leistungsstarken 1,7 GHz Cortex-A15-Recheneinheiten. Dadurch will man bei Bedarf genug Leistung bieten, ansonsten aber Strom sparen. Im Endeffekt liegt das Galaxy K Zoom ungefähr auf einer Ebene mit dem Huawei Ascend P7, die schnellen Kerne erfüllen also durchaus ihren Zweck.

(links) Um benötigte Einstellungen schnell zur Hand zu haben lassen diese sich in beliebiger Reihenfolge im Schnellzugriff ablegen (rechts) Je nach Motiv und Szene lassen sich verschiedene Aufnahmemodi auswählen

Als Betriebssystem kommt wieder mal das aktuelle Android 4.4.2 "KitKat" mit TouchWiz-Oberfläche zum Einsatz, optisch kaum zu unterscheiden vom Galaxy S5. Es fehlen lediglich einzelne Features wie S Health, die Fernbedienung oder die Gestensteuerung. Alles in allem läuft Android butterweich, hier macht sich Samsungs Erfahrung bemerkbar. Leider kommt das Galaxy K Zoom nur mit 8 GB Speicher, der sich aber per microSDXC-Karte erweitern lässt.

Multimedia

Als Display kommt beim Samsung Galaxy K Zoom – wer hätte es gedacht – mal wieder ein Super AMOLED-Panel mit HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) zum Einsatz. Die Pixeldichte von 306 PPI sollte eigentlich für ein scharfes Display ausreichen, wie aber schon beim Galaxy Note 3 und S5 erwähnt verursacht die PenTile-Matrix den Eindruck einer leichten Unschärfe. Gerade einem Foto-Handy hätte man ein knackscharfes Display spendieren können, aber die Wahl schont Akku und Portemonnaie. Unseren Quellen zufolge wird hier jedoch – warum auch immer – auf Gorilla Glass oder ähnliche Spezialgläser verzichtet.

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Wie zuvor schon angedeutet sollte die spezielle Prozessorkonfiguration für einen Kompromiss aus Leistung und Laufzeit sorgen, doch letzteres scheint Samsung noch nicht so ganz perfektioniert zu haben wie Qualcomm. Bei reger Nutzung kommt man mit dem 2.430 mAh starken Akku gerade so über den Tag, ein zweiter ist wohl nur mit dem wieder integrierten Ultra-Energiesparmodus machbar. Auch beim Thema Konnektivität stellt man sich wieder mit dem Ascend P7 auf ein Level und bietet dem Käufer "nur" Dual-Band WLAN a/b/g/n, dafür gibt es aber unterwegs mit LTE Cat. 4 (bis zu 150 Mbit/s) und HSPA+ die volle Breitseite. Für die Kommunikation stehen ansonsten Bluetooth 4.0 und NFC bereit, zur Ortung dienen GPS und GLONASS.Beispielbild Samsung Galaxy K Zoom | 44 mm, f/6.3, 1/90 s, ISO-100 Das Highlight am Samsung Galaxy K Zoom dürfte zweifelsohne die Kamera mit dem 20,7-Megapixel-Sensor und dem 10-fach-Zoom-Objektiv sein. Die Brennweite reicht von 4,4 bis 44 mm (entspricht 24 bis 240 mm am Kleinbild). Leider ist das Objektiv beim Zoomen träge, dafür liefert der Autofokus eine gute Leistung. Die Abbildungsleistung im Weitwinkel und bei Makro-Aufnahmen hält sich ebenfalls in Grenzen, auch der Xenon-Blitz könnte heller sein. Am ärgerlichsten jedoch: Die ausgereifte Kamera-App der Samsung Galaxy Camera 2 hat es nicht in das Galaxy K Zoom geschafft.Beispielbild Samsung Galaxy K Zoom - Frontkamera | 2 mm, f/2.4, 1/101 s, ISO-40 Insgesamt ist man wohl auf dem Niveau einer günstigen Kompaktkamera. Aber dafür kann man eben enorm weit hineinzoomen und zudem zwei verschiedene Messpunkte für Fokus und Helligkeitsmessung festlegen, was interessante Spielereien erlaubt, zudem ist die Linse durch Gorilla Glass 2 vor Kratzern geschützt. Der Videomodus erlaubt Full HD-Aufnahmen mit 60 FPS, die Frontkamera mit 2 Megapixeln liefert nur eine durchschnittliche Leistung ab. Der Lautsprecher bietet keinerlei Bass und scheppert zudem etwas bei hoher Lautstärke.

Fazit und Empfehlung

Ein Fazit zum [[ASIN:B00KSHO5Z6|Samsung Galaxy K Zoom]] zu finden fällt nicht leicht. Wie bereits beim Galaxy S4 Zoom ist der 10-fach-Zoom ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das Resultat ist jedoch ein vergleichsweise schweres und klobiges Smartphone. Wer ständig mit Handy und Digitalkamera unterwegs ist, für den könnte das K Zoom die Erfüllung aller Träume sein. Ansonsten fällt die Zielgruppe wohl eher klein aus, da andere Smartphones stellenweise eine bessere Bildqualität bieten. Eine Alternative wäre das eingangs erwähnte [[ASIN:B00E0G3P34|Nokia Lumia 1020]], welches statt auf einen optischen Zoom nur auf die hohe Auflösung von 41 Megapixeln setzt.

Samsung Galaxy K Zoom: Verbaut wurde ein Objektiv mit 10-fach optischen Zoom (24-240 mm entsprechend KB)

Abseits der Kamera bleiben eine unterdurchschnittliche Akkulaufzeit sowie eine Leistung, die für den aktuellen Preis von ca. 410 Euro (Stand: 25.08.2014) auch nicht gerade bemerkenswert ist. Wer auf mobiles Internet verzichten kann sollte sich vielleicht eher die Galaxy Camera 2 anschauen, da sie fotografisch das bessere Paket bietet.


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