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Kazam Tornado 2 5.0 - Günstiges "Flaggschiff" mit acht Kernen im Test

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Flaggschiffe hatten wir inzwischen einige zu Besuch – eines im Bereich bis 300 Euro ist allerdings selten anzutreffen. Aber das Kazam Tornado 2 5.0 ist nun mal bis auf das kürzlich vorgestellte Tornado 348 das aktuell stärkste Smartphone des Herstellers und verfügt über einen Acht-Kern-Prozessor, die Grundlage für eine solide Leistung ist also gegeben. Mit dem Thunder Q4.5 konnte man uns vor allem aufgrund des zu hohen Preises nicht gänzlich überzeugen, also bleibt abzuwarten, wie sich das Tornado in unserem Parcours schlägt. Kazam Tornado 2 5.0: Die Vorderseite ist simpel gehalten und von einem Kunststoffrahmen in Metalloptik umrandet

Design und Verarbeitung

Der aufmerksame Leser stellt bereits am Namen des Smartphones fest, dass es – wie gefühlt die meisten Smartphones zur Zeit – über ein 5-Zoll-Display verfügt. Trotz gleicher Display-Größe ist es allerdings 4-5 Millimeter länger als Nokia Lumia 930 oder LG G3 s und auch die Menü-Taste auf der Vorderseite wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß. Mit 9,5 Millimetern ist es zudem nicht mal besonders dünn, dennoch schaut die Kamera etwas aus dem Gehäuse hinaus – dafür fällt das Gewicht mit 121 Gramm erstaunlich gering aus. Umrahmt wird der Bildschirm von einem Kunststoffrahmen in Metalloptik, darin untergebracht sind oben Micro-USB- und Kopfhöreranschluss, rechts die Lautstärkewippe und links der Power Button, der bei dieser Größe eher schlecht zu erreichen ist.

Kazam Tornado 2 5.0: Unter der Abdeckung ist Platz für eine Mini- und eine Micro-SIM-Karte

Unter der abnehmbaren Rückseite verstecken sich nicht nur der wechselbare Akku, sondern auch drei Schächte für je eine microSD-, Mini-SIM und Micro-SIM-Karte. Die rückseitige Abdeckung fühlt sich durch die Gummierung angenehm an, ist aber anfällig für Fingerabdrücke. Insgesamt liegt es durch runde Kanten gut in der Hand und lässt sich wohl am ehesten mit dem Wort "unauffällig" beschreiben, leider knarzt die Rückseite hier und da etwas.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Eines der am stärksten beworbenen Features ist der 1,7 GHz Octa-Core-Prozessor mit acht Cortex-A7-Kernen: Diese sind bekanntermaßen einzeln nicht besonders leistungsstark, doch hier soll es die Masse richten. Als Ergebnis kann sich die reine CPU-Leistung durchaus mit dem Huawei Ascend P7 messen, die Grafik-Performance hingegen liegt deutlich darunter. Leider verbaut man hier auch nur 1 GB Arbeitsspeicher sowie 8 GB Massenspeicher, die sich um bis zu 64 GB erweitern lassen.

Eine eigene Oberfläche besitzt das Tornado nicht, stattdessen nutzt man weitestgehend ein Standard-Android 4.2

Typisch für die meisten Smartphones mit MediaTek-SoC läuft hier das zwei Jahre alte Android 4.2.2 "Jelly Bean", allerdings ohne eigene Oberfläche. Stattdessen setzt man auf kleine Details wie die Rescue-App zur Fernsteuerung bei Problemen. Ab und zu gibt es kleinere Hänger, insgesamt liegt die Performance aber durchaus auf "Snapdragon-Level" und das Betriebssystem arbeitet flüssig.

Multimedia

Ein 5,0 Zoll großes Display scheint inzwischen für die meisten Hersteller zum Selbstverständnis zu gehören und so bekommt auch das Kazam Tornado 2 5.0 ein solches spendiert. Bedingt durch die Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln (294 PPI) ist das IPS-Display nicht herausragend, aber dennoch scharf. Hier zeigt sich allerdings, dass IPS kein Garant für gute Bilder ist: Verhältnismäßig blasse Farben und geringer Kontrast sowie eine viel zu hohe Minimalhelligkeit zerstören den guten Eindruck. Über gehärtetes Glas verfügt das Smartphone nicht, dank Kazam Screen Protection wird das Display bei Bruch oder Riss das erste Mal innerhalb von einem Jahr nach Kauf gratis getauscht.

Falls man nicht weiter weiß kann man sich über die Rescue-App helfen lassen, die SIM-Verwaltung ist auch sehr einfach aufgebaut

Beim Kapitel Akku zeigt sich leider, wo die Gewichtsersparnis hergenommen wurde: Gerade einmal 1.800 mAh misst die Kapazität des Energiespeichers, was für zwei SIM-Karten und acht Kerne doch arg wenig ist. So kommt man bei reger Nutzung gerade so über den Tag, an einen zweiten ist nicht zu denken. Zudem scheint die Akkuanzeige schlecht kalibriert zu sein, da eine Laufzeit von 2,5 Stunden bei 1% doch etwas ungewöhnlich ist.

Kryptische Abkürzungen und Unentschlossenheit lassen das Betriebssystem unrund wirken, zudem ist die Akkuanzeige schlecht kalibriert, sodass das Smartphone bei 1% Akku noch Stunden läuft

Leider unterstützt nur eine der beiden SIM-Karten das schnelle 3G-Netz mit HSPA+-Technologie (42 Mbit/s), die zweite funkt im 2G-Netz und ist damit nur für Telefonie und SMS zu gebrauchen. Der Rest fällt mit WLAN b/g/n und Bluetooth 3.0 knapp aus und ist auch nicht mehr zeitgemäß – geortet wird nur mit A-GPS und das auch nicht besonders zuverlässig.

[[YT:GOnCsMGp5hA]]

Bleibt also nur noch die Kamera: 8 Megapixel samt Blitz werden auf der Rückseite geboten, leider sind die Bilder meist recht unscharf und verrauscht, selbst bei ausreichend Licht. Zwar gibt es verschiedene Foto-Modi und Video-Effekte, dafür nimmt die Kamera aber auch nur HD-Videos (1.280 x 720 Pixel) auf. Die 2-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite liefert ebenfalls eine durchschnittliche Leistung ab und nimmt sogar nur Videos in VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) auf. Immerhin kann der Lautsprecher eine hohe Lautstärke erreichen und scheppert nicht, die Gesamtqualität hält sich aber ebenfalls in Grenzen.

Beispielbild vom Kazam Tornado 2 5.0 | 4 mm, f/2.4, 1/627 s, ISO-38

Fazit und Empfehlung

Der gute Eindruck, den das [[ASIN:B00LTV2CZU|Kazam Tornado 2 5.0]] auf den ersten Blick hinterlässt, geht leider bei genauerem Hinsehen nach und nach verloren. Auf der Haben-Seite stehen Standard-Android, Dual-SIM-Funktion und acht Rechenkerne, dafür fehlen aktuelle Funktechniken, ein stärkerer Akku und ein wirklich hochwertiges Display. Somit fehlen neben einer aktuellen Android-Version auch allerhand andere wünschenswerte Dinge.

Kazam Tornado 2 5.0: Die Kamera lugt leider etwas aus der Abdeckung mit Soft-Touch-Oberfläche heraus

Somit gibt das Tornado ein brauchbares Allround-Gerät ohne wirkliches "Killer-Feature" ab – bis auf den kostenlosen Display-Tausch im ersten Jahr. Unserer Meinung nach trotzdem zu wenig für den Preis von aktuell ca. 240 Euro (Stand 27.10.2014). Dafür bekommt man entweder höherwertigere Geräte wie ein [[ASIN:B00LPQCN30|LG G3 s]] und [[ASIN:B00NABOVCE|Wiko Highway Signs]] oder für deutlich weniger Geld das neue [[ASIN:B00N4NQ8H4|Motorola Moto G]].


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