In Raw oder Raw+Jpeg fotografieren?

  • Hi! Ich hätte mal eine kurze Frage zu Aufnahneformaten von Fotos. Was hat es denn für Vorteile wenn man in Raw+Jpeg fotografiert, ist das besser als nur in Raw zu fotografieren? Und gibt es bei Raw+Jpeg auch Nachteile? Sorry für meine unwissenheit :)


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  • Hier mal kurz die Vorteile von beidem die mir spontan einfallen:


    RAW:


    speichert die Sensordaten vollständig (Belichtungsinformationen etc....) das ist vorallem für die Nachbearbeitung so gut wie unerlässlich. So kann man im Nachhinein auch mal den Weißabgleich ändern wenn der nicht ganz sitzt. Deswegen wird RAW auch als "digitales Negativ" bezeichnet.



    JPEG:


    -Dateien sind wesentlich kleiner als die RAWs und deshalb passen auch mehr auf eine Speicherkarte. Die Variante ist also okay für Schnappschüsse an denen nichts mehr Nachbearbeitet werden soll und die auch nicht perfekt aussehen müssen.
    Die Bildinformationen werden komprimiert und dementsprechend gehen auch Informationen verloren. Du kannst den Weißabgleich oder die Belichtung im Nachhinein nicht so ohne Weiteres ändern wie bei RAW.



    Meine Meinung also: Nimm immer RAW einfach weil du es immer noch zu nem JPEG machen kannst. Ich hab ne 32 GB Speicherkarte und da passen so um die 1600 RAW Aufnahmen drauf. Das reicht für einen Trip bis zurück zum Laptop völlig aus.


    Und RAW+JPEG hat halt den Vorteil, dass du gleich beides hast, aber mehr Speicherplatz verbrauchst und mir da der Sinn nicht ganz klar ist. Wenn du die RAW Datei hast, kannst du ja a) eine JPEG Datei daraus machen und b) willst du wahrscheinlich noch was daran ändern, sodass die zusätzliche alte JPEG Datei überflüssig wird..


    So ich hoffe ich hab nichts vergessen ;)

  • Mein Herangehensweise: Ich nehme für Fotos, die ich hinterher definitiv bearbeiten will und die ich auch plane, immer nur RAW auf. Falls ich aber (und das passiert schon mal) mit Freunden unterwegs bin und knipse oder auch bei einem Ausflug große Mengen Bilder mache, nehme ich beides auf (RAW und JPG), aus zwei Gründen:

    • Falls jemand die Bilder schnell kopieren will bevor alle wieder nach Hause fahren, muss ich keine Batch-Entwicklung drüber laufen lassen, sondern kann einfach die In-Camera-JPGs kopieren.
    • Wenn ich hinterher schnell durch die Bilder scrollen will und eine Auswahl treffen, geht das auf meinem Computer bei den JPGs immer noch deutlich flotter als bei den RAWs. Da beide Dateien parallel gleich benannt sind, kann ich die JPG-Auswahl dann auf RAW übertragen.

    Ich denke nicht (aber wie gesagt, denke...), dass die JPGs irgendeinen Vorteil bringen, wenn Du Dich wirklich hinterher mit Deinen Aufnahmen auseinandersetzt. Es kann aber schon sein, dass wenn Du Anfänger bist, die Automatik der Kamera das ein oder andere Mal eine gute Idee hatte auf die Du noch nicht kommst. Ich zum Beispiel hab am Anfang meine Bilder nie in der Postproduktion geschärft. Das macht die Kamera aber massiv. Wenn Du ein gutes Händchen für Rauschreduktion und Schärfen hast, kriegst Du ziemlich sicher bessere Ergebnisse hin als die Automatik, aber völlig dumm ist der speziell auf die Kamera zugeschnittene Algorithmus ja normalerweise auch nicht...


    Ich denke, wenn man die Fotos sowieso am Computer bearbeiten will, braucht man die JPGs nicht wirklich oft. Sie tun aber auch nicht wirklich weh. Ich würde an Deiner Stelle einfach mal eine Weile lang beides aufnehmen. Wenn Du dann in zwei Monaten feststellst, dass Du die JPGs eh nie anfasst, dann kannst Du sie auch weglassen. Aber Speicherplatz ist recht günstig...

  • Danke euch beiden. Ich werde meine Bilder wahrscheinlich eher selten nachbearbeiten. Gerade als Anfänger will ich wissen, was für Bilder ich ohne ,,schummeln" hinbekommen ;) Also werde ich Raw+Jpeg nehmen, damit ich die Bilder vielleicht später nachbearbeiten kann.

  • Ich würde Dir nur als Tipp mitgeben, RAW-Konverter nicht als "schummeln" zu betrachten - es gehört essentiell zum Handwerk der Fotografie ;)


    Zu analogen Zeiten gehörte das Entwickeln vom Film genauso zum Fotografen-Handwerk wie das Fotografieren selbst. Auch damals hat die Entwicklung vom Film maßgeblich das Bild beeinflusst. Kein (großer) Fotograf hätte seine Bilder irgendwo zum Entwickeln abgegeben. Und genauso ist es mit RAW-Bildern in der digitalen Welt. Nur das letzteres wesentlich bequemer ist, da jede Änderung reversibel ist und man mit ein paar Klicks beinahe unendlich viele Varianten ausprobieren kann.


    Kurzum: Wenn Du wirklich gute Fotos machen willst, dann kommst Du nicht um die RAW-Bearbeitung herum. Abgesehen davon finde ich es für Anfänger sogar besser, da Du dich beim Fotografieren "nur" auf das Motiv, Blende, ISO und Belichtungszeit konzentrieren musst. Über Photoshop kann man hingegen streiten - da können wir dann auch über schummeln reden ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Der Raw-Konverter ist einfach die Dunkelkammer des digitalen Zeitalters. Sie kann bessere Ergebnisse bringen, aber macht auch mehr Arbeit. Wenn du dich erst einmal mit der Kamera vertraut machen willst, würde ich raten erstmal JPEG zu schießen. Ich habe meine DSLR jetzt seit über einem Jahr und plane jetzt erst auf Raw umzusteigen, weil ich einerseits jetzt erst die richtigen Bearbeitungsmöglichkeiten habe, mit einem recht schnellen PC etc., andereseits aber auch erst jetzt irgendwas mit all den verschiedenen Bearbeitungsoptionen anfangen kann. Also welchen Effekt ich erzeuge, wenn ich etwas bestimmtes umstelle. Alle in allem würde ich dir raten, lieber erstmal JPEG zu schießen.

  • Aber wenn ich die alten Bilder nach einem Jahr dann doch bearbeiten will? Dann bietet sich ja doch eher Raw+JPEG an… ;)

  • Aber wenn ich die alten Bilder nach einem Jahr dann doch bearbeiten will?


    Das war bei mir jetzt genauso... Ich habe vor einiger Zeit die Raw-Bearbeitung angefangen und habe nun auch die Urlaubsfotos vom letzten Jahr mit bearbeitet. Zu der Zeit habe ich auch noch nicht viel an Raw gedacht, deshalb habe ich einfach beides (Raw+jpg) aufgenommen. Dies hat sich zumindest bei mir bewährt :)

  • Ja gut, wenn es dich nicht stört, dass du min. die 3-fache Dateimenge verarbeiten musst, du den Speicher hast und die kleine Geschwindigkeits-Eindämmung der Kamera verkraften kannst, kannst du natürlich auch beides schießen.
    Ich hatte leider zu dem Zeitpunkt ein wenig Speicher- und Organisationsprobleme, was noch ein Grund war, warum ich nur JPEG geschossen habe.

  • Für mich hat sich in der Praxis mittlerweile herausgestellt, das nur in RAW zu fotografieren zumindest für mich besser ist, wenn ich noch JPEGs dazu hätte hab ich ungefähr die doppelte Zeit hinterher bei der Nachbearbeitung / beim Sortieren und mehr Speicherverbrauch.
    Da ich eher selten 1000 Fotos am Tag mache und sowieso nach jedem Trip die Daten von der Karte ziehe hab ich auch keine Platzprobleme :-)