Kaufempfehlung Objektive für Canon 70d, videogeeignet und dringend

  • Hallo, Guten Morgen,


    schön, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin. Ich habe eine hoffentlich nicht zu abgedroschene Frage:


    Ich kann als Lehrer für meine Schule wahrscheinlich bald etwas mehr Geld für Kameratechnik ausgeben und möchte da mit oben genannter Dslr gut fotgrafieren und filmen können. Zudem hätte ich gern vielleicht zwei Objektive, die einen möglichst großen Spielraum abdecken. Und ich finde es äußerst überwältigend und schwer, klare Empfehlungen im Netz zu finden. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.


    Schön wären Objektive mit folgenden Eigenschaften:


    -lichtstark
    -gute Bildqualität
    -relativ großer Zoombereich (insg. 17-200?)
    -lautloser AF
    -grob je 500€
    -und eben auch für´s Filmen geeignet


    Es geht um eine etwaige Spende, also soll auch noch Equipment dazu rausspringen. Sprich Stativ, Rig, Tasche, Mikro, ... Also gerne kann mir da auch jemand was empfehlen. Ich möchte, wenn schon, denn schon, erstmal "ausgesorgt" haben.


    Vielen Dank schonmal,
    hirsch.


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  • Hallo und herzlich willkommen!


    Ich fürchte, ich muss gleich zu Beginn eine schlechte Nachricht loswerden: die Objektive die Du suchst, gibt es in der Art vermutlich leider nicht. :( Das ist der eierlegende Wollmilch-Gral, den wir alle gerne hätten, dem aber eben recht schwer beizukommen ist... Das Problem ist, dass lichtstarke Objektive mit einem großen Zoombereich sehr, sehr schwierig zu konstruieren sind. Dabei leidet dann eben entweder leider die Bildqualität oder der Preis schnellt in die Höhe, meistens natürlich beides. :)


    In dem für Dich in Frage kommenden Preisbereich (das ist ja vermutlich das, was am festesten in Beton gegossen ist), würde ich folgende Kombination empfehlen:

    Das Sigma ist relativ lichtstark und trotzdem noch bezahlbar. Es ist nicht das schärfste aller Objektive, hat aber einen sehr leisen und schnellen AF-Motor zum Filmen. Der Zoombereich ist für Cropped Sensor wie die 70D wirklich angenehm als "normales Immerdrauf". Zum Filmen reicht die Schärfe auch gut aus, und für Portraits ist es auch in Ordnung, da in der Mitte schon noch ordentlich, nur bei Architektur, Landschaft o.ä. macht man womöglich Abstriche, wobei auch da das Schließen der Blende hilft.


    Das Canon ist zwar "nur" ein Kit-Objektiv, es hat allerdings den zum Filmen wirklich phantastischen STM-Motor, deckt einen sehr gute Telezoombereich ab und ist erstaunlich scharf. Der Nachteil ist, dass es eben nicht wahnsinnig lichtstark ist und nicht für die Ewigkeit gebaut (ich weiß nicht, ob das in Schülerhänden sehr lange durchhält).


    Alle Alternativen, die mehr der genannten Bedingungen entsprechen, werden gleich sehr teuer, zumal sie oft auch für Vollformat geeignet sind. Ein schärferes Standard-Zoom wären das Sigma 18-35 F/1.8 (kleiner Zoombereich, kein Bildstabilisator, 800€) oder das Tamron 24-70mm F/2.8 (kein ausreichender Weitwinkel, 840€). Lichtstarke Objektive bis 200mm kratzen dann definitiv schon an der 1000€-Marke, das günstigste ist das Sigma 70-200 F/2.8, das auch gar nicht so schlecht ist. Alle diese Alternativen haben beim Nachführen des Fokus ein leises Ticken, das auch womöglich hörbar auf der Tonspur landet. Da sind die von mir vorgeschlagenen Objektive besser aufgestellt.


    Was das zusätzliche Equipment angeht: Das wichtigste sind meiner Meinung nach Stativ und Mikro! Bei Stativen kenn ich mich nicht wahnsinnig gut aus, vielleicht kann da jemand anders noch Empfehlungen aussprechen. Ich selber hab das Velbon DV-7000 (100€), mit dem man einigermaßen saubere Schwenks hinkriegt und das hoch genug ausfahrbar ist für die meisten Einstellungen. Es ist zwar nicht wahnsinnig kompakt, aber ich bin recht glücklich damit, vor allem für diesen Preis.


    Beim Mikro kann ich nur sagen: Die beiden wichtigsten Punkte für brauchbaren Ton sind zum einen, dass das Mikro nicht auf der Kamera sitzt, sondern nah an den Schauspielern und sich nicht mit der Kamera bewegt. Und zum anderen, dass man idealerweise den Vorverstärker des DSLR-Mikro-Eingangs so gut wie gar nicht nutzt, weil er furchtbar klingt. Das bedeutet entweder eine externe Lösung mit Field-Recorder oder, wenn man Geld sparen will, kann man das Rode Videomic Pro (unbedingt die Pro-Variante mit integriertem Vorverstärker, 150€) kaufen und auf einen günstigen Mikroständer oder Besenstil kleben. Mit einem billigen Miniklinke-Verlängerungskabel in die Kamera kriegt man damit recht guten Sound. Das Thema liegt mir so sehr am Herzen, dass ich dafür mal sogar extra ein Video gebastelt hab:


  • Hey Floh,


    vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Die Objektive scheinen mir sehr passend zu sein.
    Und auch das mit dem Mikro war nochmal ein guter Hinweis. Ich hatte mich zwar auf unseren Audiorecorder verlassen, aber so spar man sich doch eine Menge Zeit und hat den Ton gleich mit der Filmspur synchron.


    Schönes Erklärvideo. Womit macht man sowas?


    LG, hirsch.

  • Ich vermute, eigentlich macht man sowas mit Adobe After Effects. :) Das hab ich aber nicht, weil ich auf meinem Mac in die Final-Cut-Schiene gerutscht und dort auch recht glücklich bin. Dementsprechend ist das hier mit Apple Motion erstellt, wenn auch relativ flott... Ich muss auch sagen, für einfache grafische Darstellungen ist das echt ausreichend, die Lernkurve ist nicht ganz so steil und wenn man einen Mac hat, ist es mit 40 Euro auch sehr bezahlbar. :)


    Das "Codecs and Containers"-Video auf meinem Kanal ist von ähnlichem Format, aber etwas durchdachter und überlegter in der Entstehung. :)

  • Ergänzend vllt noch dass auch Festbrennweiten ihren Reiz haben. Damit müsstest du nur auf den Zoombereich verzichten und eben mit den Füßen zoomen. Zb. das Canon 35mm f2 is usm, da kannst du schön mit filmen, hast den cinematic effect mit viel Bokeh und eben auch Bildstabilisation für deine Videos. Übrigens erachte ich eine Glidercam sinnvoller als einen Rig...