Canon EOS 700D - welches Objektiv und Mikro für Vlogs?

  • Canon EOS 700D - welches Objektiv und Mikro für Vlogs?

    Hallo Leute,


    ich habe folgenden Thread schon in zwei anderen Foren gepostet (ich hoffe, ich werde dafür jetzt nicht gesteinigt ;), aber es kann ja nie schaden, noch mehr Meinungen einzufangen. Also Folgendes:


    ich möchte Vlogs drehen, wobei gelegentlich auch schauspielerische Einlagen gebracht werden sollen in denen mein kompletter Körper im Bild zu sehen sein soll (ich sage dies nur, damit man sich eine Vorstellung von den Kamera-Entfernungen machen kann mit denen ich arbeiten möchte).
    Zudem möchte ich evtl. auch noch Unboxings machen, wobei nur meine Hände im Bild zu sehen sein sollen (also Kamera relativ nah).


    Meine Fragen:


    1. Ich will mir die EOS 700D zulegen (es sei denn es spricht irgendwas Gravierendes dagegen, wovon ich jetzt noch nichts weiß) und bin am Überlegen, ob ich sie mit Kit-Objektiv nehme oder lieber mit ner Festbrennweite wie z.B. das Canon 50mm 1:1,8. Ich tendiere ja wegen der angeblich besseren Bild-Qualität zu der Festbrenweite, zumal ich beim Filmen ja eh nicht Zoomen werde. Oder ist eine Festbrennweite für meine Zwecke völlig ungeeignet?


    2. Für die Tonaufnahme möchte ich mir das Zoom H5 kaufen und hätte auch dazu noch zwei Fragen:


    2.1 Reicht der Standard-Mikrofonaufsatz, um den Rekorder bei meiner Aufnahmesituationen soweit entfernen zu können, dass er nicht im Bild zu sehen ist oder sollte ich zusätzlich den Richtmikro-Aufsatz kaufen?


    2.2 Kann man den Rekorder direkt an die EOS anschließen (so dass Bild und Ton zusammen auf der SD-Karte in der Kamera gespeichert werden) ohne dass die Ton-Qualität großartig schlechter wird oder sollte man stets Ton und Bild getrennt aufnehmen und später in der Post zusammenführen?


    So Leute, ich hab meine Anliegen hier zienlich trocken und unverschnörkelt runtergerattert, aber ich hatte eh schon soviel Text und wollte deshalb nich großartig ausschweifen und euch mit noch mehr Roman belästigen. Über Antworten würde ich mich selbstverständlich freuen!


    Liebe Grüße

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  • Hallo und willkommen im Forum!



    1. Ich will mir die EOS 700D zulegen (es sei denn es spricht irgendwas Gravierendes dagegen, wovon ich jetzt noch nichts weiß) und bin am Überlegen, ob ich sie mit Kit-Objektiv nehme oder lieber mit ner Festbrennweite wie z.B. das Canon 50mm 1:1,8. Ich tendiere ja wegen der angeblich besseren Bild-Qualität zu der Festbrenweite, zumal ich beim Filmen ja eh nicht Zoomen werde. Oder ist eine Festbrennweite für meine Zwecke völlig ungeeignet?


    Zuerst mal kurz zur Kamera: Ich weiß nicht, ob Du auf Canon eingeschossen bist, weil Du die Bedienung kennst usw. Bei Canon ist aber das Problem: Sie haben gerade eben die neuen 750D und 760D angekündigt, die auch bald verfügbar sein werden, und die sind mit einem neuen schicken Sensor und mit einigen schönen Film-Features versehen (besonders die 760D). Die ist dadurch momentan noch nicht im Preis gefallen, wird das aber vermutlich bald tun sobald die Kameras raus sind. Deshalb würde ich wenn Du bei dieser Canon-Klasse bleiben willst auf jeden Fall warten bis die neuen Modelle verkauft werden! Die sollen ab Mai im Handel sein.


    Aber auch wenn diese neuen Modelle dann da sind und die 700D deutlich billiger, würde ich Dir vermutlich zur 760D raten, wenn Du es finanziell irgendwie stemmen kannst. Die 700D hat bei Canon immernoch den gleichen, 5 Jahre alten 18-Megapixel-Chip drin, der einfach nicht mehr konkurrenzfähig ist, da kriegst Du bei Nikon und Konsorten mehr für Dein Geld. Ich schlage also mal ganz vorsichtig vor, entweder die 760D abzuwarten und zu kaufen (sie soll offiziell 750€ kosten, das wird aber vermutlich recht schnell eher in Richtung 700€ oder so rutschen) oder wenn Du nicht so lange warten willst, würde ich Dir eher zum direkten Nikon-Konkurrenten, der raten. Deren Nachfolger, die D5500, ist schon länger angekündigt und sollte offiziell seit 5 Tagen (ab dem 5. Februar) in den Regalen stehen. Ich finde sie aber noch nicht, deshalb würde ich da auch noch ein paar wenige Tage warten, dann geht der Preis der D5300 sicherlich runter. In diesem Fall ist auch meiner Meinung nach das Upgrade der D5500 den Mehrpreis nicht wert und ich würde die wirklich ordentliche D5300 kaufen. Ich selber bin übrigens Canon-Nutzer (die 70D), und deshalb sicher nicht in Richtung Nikon voreingenommen. :) Das ist nur meine ehrliche Meinung.


    Was das Objektiv angeht: Die 50mm Festbrennweite ist ein klasse Objektiv, vor allem für den Preis. Es ist ordentlich lichtstark für dunkle Lichtverhältnisse und man kann damit eine Person phantastisch freistellen (also den Hintergrund sehr unscharf machen) wegen der großen Offenblende. Ich würde Dir aber bei Deinen Betätigungsfeldern ganz schwer davon abraten. Ein Problem ist, dass Du bei echter Offenblende beim Vloggen sofort unscharf würdest, wenn Du Dich um ein paar Zentimeter nach vorne oder hinten bewegst. Deshalb würdest Du vermutlich sowieso nicht bei F/1.8 filmen, sondern die Blende ein bisschen schließen, und dann ist der ganze schöne Vorteil des Objektivs verloren. Das viel größere Problem ist aber, dass Du vermutlich an einer Cropped Sensor Kamera wie den oben genannten keine Chance haben wirst, Dich Ganzkörper auf's Bild zu kriegen. Es sei denn natürlich, Dein Zimmer ist 30 Meter lang. :) Die 50mm sind wirklich schon im Porträt- oder nahen Tele-Bereich und definitiv nicht zum Vloggen geeignet. Wenn Du eine Festbrennweite kaufen willst, würde ich Dir eher etwas kürzeres (höchstens 35mm) empfehlen.


    Ich würde aber für Deine Anwendung tatsächlich zum Kit-Objektiv 18-55mm raten. Beim Filmen ist die Lichtstärke nicht so kritisch wie beim Fotografieren, weil die Belichtungszeit mit 1/25 Sekunde sowieso relativ lang ist und Du ja nicht bei wahnsinnig wenig Licht filmen wirst, sondern beim Vloggen einfach eine Lampe auf Dich richtest. Und das Kit-Objektiv bietet einfach für die Ganzkörper-Aufnahmen ausreichend Weitwinkel und Flexibilität für alles andere. Der 50mm-Joghurtbecher ist unglaublich gut für Porträtfotos oder den "Film-Look" mit extrem unscharfem Hintergrund, wo man manuell scharf stellt. Aber für Deine Anwendungen ist er meiner Meinung nach die falsche Richtung. Das Kit-Objektiv ist übrigens nicht weniger scharf als die Festbrennweite, deren einziger Vorteil ist wirklich die große Blendenöffnung.


    TLDR: Ich würde Dir empfehlen, ein paar Tage zu warten bis die Nikon D5500 verfügbar ist und dann die kaufen.



    2.1 Reicht der Standard-Mikrofonaufsatz, um den Rekorder bei meiner Aufnahmesituationen soweit entfernen zu können, dass er nicht im Bild zu sehen ist oder sollte ich zusätzlich den Richtmikro-Aufsatz kaufen?


    Ich denke das reicht nicht und Du bräuchtest noch ein Richtmikro. Ich weiß nicht, ob Deine Schauspiel-Einlagen in Richtung eines professionellen Filmes gehen sollen, dann ist so ein externer Rekorder mit Richtmikro natürlich fein, Du bräuchtest aber noch jemanden, der das Mikro dann an einer Angel hält und auf die richtige Stelle richtet. Darf ich eine Alternative vorschlagen? Wenn Du wirklich eher in die Vlog-Richtung gehst, könntest Du über ein Lavalier-Mikrofon am Kragen nachdenken. Es wird dadurch ja (weil Du eh zur Kamera sprichst) keine Film-Illusion gebrochen, die Dinger sind deutlich günstiger als brauchbare Richtmikrofone und Du bräuchtest niemand zusätzlichen, der das Richtmikro zielen muss. Namentlich hab ich selber das und bin hochzufrieden damit. Das kannst Du einfach in Dein Smartphone stecken, das Smartphone in die Tasche, und Du wirst ziemlich sicher für eine Ein-Mann-Show einen besseren Ton erhalten als mit einem Richtmikro das von einem wenig erfahrenen Angler gehalten wird. Dann kannst Du Dir auch den externen Rekorder sparen und stattdessen überlegen, noch ein auf die Kamera zu packen. Dann könntest Du womöglich sogar beim echten Vlog (also nur Du vor der Kamera im Weitwinkel, also 18mm Brennweite) den Ton direkt von der Kamera nehmen und müsstest nicht synchronisieren.


    Ich kann Dir aber natürlich auch Richtmikros empfehlen, ich hab die sogar mal verglichen und getestet. :) Wobei es für den H5 natürlich direkt einen fertigen Aufsatz gibt...



    2.2 Kann man den Rekorder direkt an die EOS anschließen (so dass Bild und Ton zusammen auf der SD-Karte in der Kamera gespeichert werden) ohne dass die Ton-Qualität großartig schlechter wird oder sollte man stets Ton und Bild getrennt aufnehmen und später in der Post zusammenführen?


    Die Funktion des Rekorders besteht aus zwei Teilen: Das Mikrofon-Signal verstärken und dann aufnehmen. Das Verstärken ist für den Klang selber das Wichtigste und ich denke schon, dass Du vom Rekorderausgang (z.B. Kopfhörer) direkt in die Kamera gehen kannst und keinen soooo großen Unterschied hören wirst. Meiner Meinung nach ist dann aber der Zoom H5 das falsche Gerät, weil Du eigentlich nur ein Mikro und einen Vorverstärker brauchst, keinen Rekorder. Da könnte man zum Beispiel über diesen und ein dazugehöriges nachdenken. Das ist sicherlich sehr flexibel, auch für Kurzfilme. Für Vlogs würde ich aber wie gesagt ein Lavalier-Mikro nehmen, so wie oben beschrieben. Du könntest dann für einen eventuellen Kurzfilm-Einsatz sogar einfach das VideoMic Pro mit einer Miniklinke-Verlängerung von der Kamera weg und nahe an den Schauspieler setzen, das ist vermutlich das günstigste Richtmikro mit eingebauten Vorverstärker (!) das Du finden kannst.


    TLDR: Für Ton in Vlogs würde ich ein in Dein Smartphone in der Tasche aufnehmen, das klingt sicher besser als der H5 außerhalb des Bildes. Zusätzlich könntest Du ein auf die Kamera montieren und den Ton für nahe Vlogs direkt in der Kamera aufnehmen. Für echte szenische Kurzfilme könntest Du dann dieses Mikro mit einer Miniklinke-Verlängerung sogar als Richtmikro an der Angel benutzen...


    EDIT: Falls Du überlegst, wie das die "Profis" machen: Wenn ich mir typische und berühmte YouTube-Vlogger so anschaue, dann ist das Objektiv immer ein weitwinkliges (so um die 18mm) und die meisten verwenden entweder ein Lavalier-Mikrofon oder eben das Rode Videomic Pro. Festbrennweiten und externe Rekorder sind für szenische Kurzfilme sicher toll, zum Vloggen aber wirklich nicht besonders praktisch.

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  • Alter Falter! Ich bin regelrecht überwältigt, wieviel Mühe Du Dir bei der Beantwortung meiner Fragen gegeben hast, einen fetten Dank dafür!


    1. Ja, dass es die Canon EOS 750D und 760D geben wird, hatte ich auch schon mitbekommen, allerdings hatte ich ein Video gesehen, in dem davon gesprochen wurde, dass die Veränderungen jetzt nicht sooo bahnbrechend sind. Deshalb hatte ich zunächst nicht vor, die 200 Euro Aufpreis (im Vergleich zur 700D) aufzubringen, um mir eine der beiden neuen EOSe zuzulegen. Allerdings hat mich Dein Argument mit dem 5 Jahre alten 18-Megapixel-Chip der 700D, jetzt doch davon überzeugt, auf die 760D zu warten. Denn das ist ja wirklich eine zentrale Veränderung die sich ja sicher auch auf die Bildqualität auswirken wird.


    Und von wegen Nikon oder Canon: Ich hatte sinngemäß schon mehrfach gehört "Willst Du mit einer DSLR vorrangig filmen, dann nimm ne Canon". Zudem filmen ja auch sehr viele YouTuber mit der EOS 600D, weshalb ich davon ausgehe, dass diese Kamera nicht ganz schlecht sein kann (gut, nur weil viele sie benutzen, muss das natürlich nicht zwangsläufig heißen, dass diese Kamera wirklich top ist, aber das es macht es ja zumindest wahrscheinlich).


    2. Auch bzgl. des Objektives hast Du mir sehr weitergeholfen, denn wenn man bei der 50 mm Brennweite nur durch relativ geringfügiges Vor- und Zurückbewegen schon auußerhalb des Schärfebereiches gerät, dann is das natürlich mist (dieses "Phänomen" hat man ja bei manchen Vloggern schon gesehen und das ist gar nich schön bzw. total sch****). Und stimmt schon, wozu brauche ich die große Blendöffnung, schließlich drehe ich nicht bei Nacht, sondern mit drei Softboxen perfekt ausgeleuchtet. Ich hatte halt nur gedacht, dass das 50 mm-Objektiv nicht nur heller, sondern evtl. auch schärfer filmen würde, als das Kit-Objektiv. Aber auch diese Frage hast Du mir ja beantwortet :)


    3. Bzgl. des Mikrofons möchte ich ehrlich gesagt nicht auf ein "Ansteck-Mikro" zurückgreifen, denn das sieht irgendwie immer son bissl. ja... technisch und unspontan aus. Man sieht halt "ah, da klemmt die Technik am Shirt", was für´n Technik-Review ja vollkommen i.O., bzw. vielleicht sogar von Vorteil ist, aber bei meiner Art von Vlogs eher den spontanen "ich hab die Kamera angeschmissen und einfach losgelegt"-Eindruck zerstört (finde ich zumindest). Und die großen Vlogger YouTubes haben ja auch alle kein Mikro angesteckt, was bedeutet, dass das ja irgendwie möglich sein muss. Ich frage mich halt nur, ob sie ein Richt-Mikro benutzen oder son Aufnahmerekorder wie z.B. das Zoom H5.


    Wir haben mal einen Vlog mit nem Sennheiser ME66 gedreht, wobei wir das Mikro direkt in die Kamera gesteckt haben, und die Soundquali war echt mehr als i.O. Gut, dabei hat es sich allerdings auch um eine sehr teure Kamera von JVC gehandelt, weshalb diese ja sicher auch ein top Tonteil besitzt. Allerdings haben wir das ME66 auch mal direkt (mit XLR-Klinke-Adapter) an einer EOS 60D ausprobiert und auch da war die Sound-Quali für meine Begriffe sehr gut. Nun frage ich mich, was kaufen?: ME66 (alleine) oder ZOOM H5 oder "BeachTek-Vorverstärker und ein dazugehöriges Røde NTG-2" (da ich ja wie Du geschrieben hast keinen Rekorder brauche, da ich ja direkt auf die SD-Karte in der Kamera aufnehmen möchte). Ich tendiere ja zu letzterer Variante.


    So, mein Antwort-Roman ist fertig ;) Und vielen, vielen, vielen super Dank für Deine tolle und ausführliche Antwort!!!


    Liebe Grüße

  • Hallo nochmal!


    Freut mich auf der anderen Seite, dass Du Dir bei der Antwort und den Nachfolge-Fragen genau so viel Mühe gegeben hast. Das erleichtert die Beratung merklich.



    1. Allerdings hat mich Dein Argument mit dem 5 Jahre alten 18-Megapixel-Chip der 700D, jetzt doch davon überzeugt, auf die 760D zu warten.


    Und von wegen Nikon oder Canon: Ich hatte sinngemäß schon mehrfach gehört "Willst Du mit einer DSLR vorrangig filmen, dann nimm ne Canon".


    Naja, das Problem ist da die Geschwindigkeit, in der sich alte Videos und Foreneinträge und damit auch die geschlossene Internet-Meinung verändern. Ich sag mal so: Vor 4 Jahren (also die 600D rauskam) hätte ich niemandem empfohlen, mit Nikon-Kameras zu filmen. Die waren damals einfach noch deutlich mehr auf's Fotografieren ausgelegt und haben einige zentrale Features vermissen lassen (z.B. auch Full HD). Inzwischen stimmt diese Aussage aber einfach echt nicht mehr. Mit der Nikon D5300 kriegst Du einen leicht besseren Mikrofon-Vorverstärker als mit der Canon 700D. Du kriegst 50fps Slow Motion in Full HD, was die Canon nur in 720p kann. Du kriegst einen besseren Dynamik-Umfang, weil den alle Nikon-Kameras haben. Und für's Fotografieren kriegst Du auch ein besseres Autofokus-System. Vom Rauschverhalten des sehr viel neueren Chips mal ganz zu schweigen.


    Mit der Canon 70D ist Canon wieder ein bisschen nach vorne geprescht was den Video-Autofokus angeht, aber bei den Modellen höherer (D810 vs. 5DIII) und niedrigerer (D5300, D3300 vs. 700D, 1200D) hat Nikon ganz klar auch beim Video-Modus momentan die Nase vorn. Und das zu sagen, schmerzt mich als Canon-Nutzer natürlich schon ein bisschen. :) Momentan hab ich die 70D und bin damit echt glücklich, aber z.B. einen kleineren Zweit-Body will ich mir von Canon momentan echt nicht kaufen und schaue neidisch aus meiner Canon-Objektivsammlung heraus auf die aktuellen Nikon-Bodies... :(



    3. Bzgl. des Mikrofons möchte ich ehrlich gesagt nicht auf ein "Ansteck-Mikro" zurückgreifen, denn das sieht irgendwie immer son bissl. ja... technisch und unspontan aus.


    Also, die großen YouTuber benutzen definitiv nicht das Standard-Mikro auf dem Zoom H5 oder dem Zoom H4n. Viele haben diesen Rekorder auch, um den Sound dort rein aufzunehmen oder auch für andere Anwendungen, aber als Mikrofon dient fast immer ein Lavalier-Mikro (manchmal natürlich unter dem T-Shirt direkt auf die Haut aufgebracht mit z.B. so einem Ding) oder eben ein Richtmikro in irgendeiner Form. Zum Vloggen ist das wie gesagt recht häufig das Røde Videomic Pro, und das aus gutem Grund. Es hat meiner Meinung nach vier große Vorteile:

    • Der Klang fast aller Røde Mikrofone ist recht bass-lastig. Das ist ungeschickt, wenn man damit Gesang oder Musik oder Raumton aufnehmen will, weil man es womöglich im Nachhinein korrigieren muss. Für gesprochenen Text (vor allem männlicher) Stimmen ist es aber echt prima, weil es ein bisschen mehr Volumen verleiht und der Stimme schmeichelt.
    • Røde-Mikrofone, allen voran das VideoMic Pro und auch das NTG-2, sind extrem rauscharm. Bei den meisten anderen Richtmikrofonen wirst Du vielleicht ein bisschen sauberer aufgelöste Höhen finden, aber weniger störendes Rauschen eigentlich bei keinem. Und das ist auch für gesprochenen Text mit Stille dazwischen sehr hilfreich.
    • Der Vorverstärker ist schon integriert und Du kannst direkt in die Kamera aufnehmen. Dadurch sparst Du Dir das Syncen in der Postproduktion.
    • Für spontanes Run&Gun kann man das Mikro sogar auf die Kamera stecken und es liefert absolut passable Ergebnisse, wenn man nicht gerade von weit weg mit Tele-Objektiv filmt.

    Wenn ich Vloggen wollte (und ich kenne und habe viele, zum Teil deutlich bessere Mikrofone, unter anderem auch ein gutes Richtmikro und einen Zoom H4n) würde ich das VideoMic Pro auf die Kamera setzen, das Objektiv in den Weitwinkel ziehen und loslegen. Wenn man nicht gerade in einer großen Lagerhalle filmt, dann ist der Hall vertretbar, und es ist wahnsinnig praktisch. Als Beispiel: Ich hab einen Mikrofon-Test für verschiedene USB-Mikrofone gefilmt. Alles Reden zwischen den Tests ist mit dem VideoMic Pro direkt auf der Kamera aufgenommen, etwa anderthalb Meter entfernt von mir.



    Nun frage ich mich, was kaufen?: ME66 (alleine) oder ZOOM H5 oder "BeachTek-Vorverstärker und ein dazugehöriges Røde NTG-2" (da ich ja wie Du geschrieben hast keinen Rekorder brauche, da ich ja direkt auf die SD-Karte in der Kamera aufnehmen möchte). Ich tendiere ja zu letzterer Variante.


    Wenn Du so viel Geld ausgeben willst, würde ich Dir auch definitiv die letztere Variante empfehlen. Das ME66 ist klasse, aber ohne Vorverstärker oder Rekorder wird es keinen vernünftigen Klang an einer DSLR liefern. Der Zoom H5 ist super, wenn man noch einen Richtmikro-Aufsatz dazu kauft und ihn dann von einer weiteren Person per Mikrofon-Angel ausrichten lässt. Direkt in die Kamera ist aber der mit dazugehörigem und einem , sowie natürlich am besten ein billiger und eine als Halterung eine gute Kombination.


    Wenn Geld aber auch nur ein bisschen eine Rolle spielt, würde ich Dir zum Røde VideoMic Pro raten! Bis zu zwei Metern Abstand liefert das Ding auch auf der Kamera noch super Sound, und für weitere Entfernungen kannst Du eine und einen mit kaufen. Damit kommst Du deutlich günstiger und unkomplizierter weg, und der Klang wird vermutlich für Deine Ohren und die der Zuschauer der gleiche sein. Das oben genannte Paket ist natürlich leichter zu upgraden, falls Du mal in eine Kurzfilm-Produktion gehen willst, aber das ist aus meiner Sicht auch der einzige Vorteil.


    EDIT: Es gibt auch haufenweise Vergleichsvideos zwischen den beiden Kameras, da kannst Du mal suchen. Dieses hier ist z.B. sehr ausführlich und tiefschürfend. Von Nikon geht noch die alte D5200 ins Rennen, gewinnt aber trotzdem den Vergleich... Auf Deutsch hat zum Beispiel auch ValueTech schon einen Vergleich dieser beiden gemacht: Vergleich D5200 und 700D

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  • Die Argumente für die Nikon D5300 und gegen die Canon EOS 700D sind ja echt ziemlich gewichtig. Denn ein zumindest leicht besserer Mikrofon-Vorverstärker der Nikon is ja schon mal sehr hilfreich, wenn man dort direkt ein Mikro anschließen möchte. Weiterhin wusste ich gar nicht, dass die Nikon auch 50fps in full HD schafft. Ich dachte in der Preisklasse wäre es Standard, dass das nur bis 720p möglich ist. Und da ich eigentlich sehr gerne hier und da Zeitlupen-Effekte einbauen würde (und nur in fullHD filmen werde), neige ich nun echt zur Nikon. Wenn ich das richtig gesehen habe, wird ja nicht mal die neue EOS 750D 50 fps in fullHd aufnehmen können. Echt unverständlich sowas.


    Was mich allerdings irgendwie noch davon abhält zur Nikon zu greifen (obwohl sachlich eigentlich alles dafür spricht), ist die Tatsache, dass halt sau viele YouTuber Canon und nicht Nikon zum Filmen nutzen. Gut, wie gesagt is das eigentlich nen schlechtes, eher subjektives Gefühls-Argument für Canon, aber ich finde das die Vlogs, welche z.B. mit ner 600D aufgenommen sind immer so schön warm und farbenfroh aussehen. Beinahe son bisschen bonbon-Amoled-mäßig, was mir eigentlich sehr gut gefällt. Demgegenüber sagt man bei der Nikon, dass sie beim Filmen son leichten Grünstich haben soll.


    Oder meinst Du, dass das sowieso alles ne Frage der Nachbearbeitung ist und man mit ner Nikon D5300 ebenfalls solch ein farbenfrohes, helles Bild hinbekommen kann wie mit der EOS?


    Und bzgl. des Mikros: Die Basslastigkeit des Rode-Videomics pro sagt mir schon sehr zu. Auch die Tatsache, dass man es direkt an der Kamera nutzen kann (keine Syncen, keine zusätzlichen Geräte) finde ich toll. Allerdings schreibst Du, dass diese Mikros sehr rauscharm sein sollen. Ich habe schon mehrere Videos gesehen in denen explizit genau das Gegenteil behauptet und auch präsentiert wurde. Oder liegt das womöglich nicht an dem Mikro, sondern an den schlechten Kamera-Verstärkern? Denn in Deinem Video ist das Rauschen ja recht gering (wobei es aber mit dem ME66 in unserem Video gar nicht rauscht, allerdings spreche ich ja auch sehr laut und wir ham glaub ich auch gefiltert). Oder meinste, man könnte das Rauschen in Deinem Video durch ne stärker gefilterte Nachbearbeitung auch komplett eliminieren?


    So, dann erstmal wieder vielen Dank für Deine vorherige Antwort und toll, dass Du auch das Geld im Blick hast, da ich das leider auch nicht im Übermaß besitze ;)


    Liebe Grüße


    p.s. auch Dein Kanal wurde soeben von mir adoptiert ;)

  • Wenn es Canon sein soll warte auf die EOS 760D, ansonsten: Was floh sagt! Er ist der "Video-Guru" hier ;)

    Canon EOS 1100D | Canon EF-S 18-55mm IS II | Canon EF 50mm 1:1.8 II | Canon EF-S 24mm 1:2,8 | Yongnuo YN-568EX II


  • Weiterhin wusste ich gar nicht, dass die Nikon auch 50fps in full HD schafft. Ich dachte in der Preisklasse wäre es Standard, dass das nur bis 720p möglich ist.


    Ja, da hinkt Canon tatsächlich ein bisschen hinterher. Selbst einfache Kompaktkameras und absolute Einsteigermodelle anderer Marken können inzwischen eigentlich alle 50fps@1080p...



    Was mich allerdings irgendwie noch davon abhält zur Nikon zu greifen (obwohl sachlich eigentlich alles dafür spricht), ist die Tatsache, dass halt sau viele YouTuber Canon und nicht Nikon zum Filmen nutzen.


    Das liegt eben schon auch daran, dass Canon da sehr lange Zeit der Platzhirsch war. Zum einen ist (wie Du ja selber weißt) im Internet nach wie vor die Meinung verbreitet, dass Canon eben die Filmer-Marke ist. Zum anderen haben eben auch viele dieser großen YouTuber zu einer Zeit angefangen als das noch gestimmt hat. Und wenn man einmal in einer der beiden Okösysteme eingetaucht ist, mit Objektiven, Akkus usw., dann wird man nicht mehr so schnell wechseln.


    Ich weiß nur, dass ich auch damals dem allgegenwärtigen "Canon ist das Beste"-Ruf gefolgt bin und es im Nachhinein ein bisschen bereue. Meine Kamera ist zwar schon echt gut, aber bei anderen Herstellern (z.B. Sony) gibt's inzwischen mehr für's Geld und so Kleinigkeiten wie die Tatsache dass Canon auch in der 760D immernoch nicht 50p in Full HD erlaubt ärgern mich ein bisschen. Das ist nämlich alles volle Absicht, weil die 760D ja sogar diesen "HDR-Videomodus" hat, wo sie eben 50p aus dem Chip ausliest, jedes zweite Bild leicht über- bzw. unterbelichtet und dann jeweils zwei Bilder zu einem HDR-Bild kombiniert und in 25p aufzeichnet. Das bedeutet, sie können definitiv 50p aus dem Chip auslesen und die Prozessorleistung reicht auch locker, sie erlauben nur das Aufnehmen in 50p nicht...



    Oder meinst Du, dass das sowieso alles ne Frage der Nachbearbeitung ist und man mit ner Nikon D5300 ebenfalls solch ein farbenfrohes, helles Bild hinbekommen kann wie mit der EOS?


    Ganz kurz: Die Farbunterschiede sind sehr klein und man kann sie natürlich auch in der Nachbearbeitung so anpassen, dass man keinen Unterschied erkennen wird.


    Das ist aber meiner Meinung nach tatsächlich ein echtes Canon-Argument. Nikon hat zwar ingesamt eine etwas originalgetreuere Farbwiedergabe, aber die Hauttöne haben bei Canon einen leichten Rotstich und bei Nikon einen leichten Grünstich. Etwas übersättigt wirken beide Kameras, wenn man das nicht zurückdreht, was Du wahrscheinlich mit "Bonbon" meinst, aber die Hauttöne der Canons wirken direkt aus der Kamera dadurch etwas lebendiger als die der Nikons. Der Unterschied ist aber ganz ehrlich so klein, dass Du ihn kaum sehen wirst. Beispielsweise hab ich dieses alberne Video hier (recht spontan und ungeplant) komplett mit einer Nikon D5300 gefilmt (und übrigens stammt der Ton auch von einem Røde Videomic Pro, das Bild ist nicht nachbearbeitet. Ich glaub ganz ehrlich nicht, dass selbst absolute Experten sagen könnten, ob das Bild von einer Nikon- oder einer Canon-Kamera stammt.


    Einen recht guten Vergleich der beiden Bildstile sieht man in diesem Video hier ab 23:05 Minuten. Wenn man von dem Grünstich bzw. Rotstich weiß und die Bilder direkt nebeneinander sieht, dann erkennt man natürlich einen Unterschied, aber völlig alleingestellt kaum.



    Und bzgl. des Mikros: Die Basslastigkeit des Rode-Videomics pro sagt mir schon sehr zu. Auch die Tatsache, dass man es direkt an der Kamera nutzen kann (keine Syncen, keine zusätzlichen Geräte) finde ich toll. Allerdings schreibst Du, dass diese Mikros sehr rauscharm sein sollen. Ich habe schon mehrere Videos gesehen in denen explizit genau das Gegenteil behauptet und auch präsentiert wurde.


    Man muss da sehr aufpassen: Es gibt das "Røde Videomic" und das "Røde Videomic Pro". Ersteres ist ein gutes Mikrofon, aber ohne eingebauten Vorverstärker. Dementsprechend klingt es matschig und verrauscht, wenn man es in eine DSLR schleust und ich hab keine Ahnung, warum es sich immernoch (gerade auf YouTube) so großer Beliebtheit erfreut. Die "Pro"-Variante davon hat aber einen +15dB Boost-Schalter, der das Signal vorverstärkt. Damit kann man in der Kamera das Audio-Level quasi auf kurz über Null drehen und nimmt den miesen Vorverstärker der Kamera aus dem Spiel. Dann klingt das Mikro wirklich sehr rauscharm. Du solltest also unbedingt darauf achten, die oben verlinkte Pro-Variante zu holen.


    Mit Mikrofonen hab ich deutlich mehr Erfahrung als mit Kameras, und glaub mir, Røde-Mikrofone haben ihre Probleme (z.B. etwas zu viel Bass), aber was rauschfreieres wirst Du so leicht nicht finden.


    Insgesamt wollte ich nochmal sagen: Theorien und Datenblätter sind ja gut und schön. Letztendlich sind aber beide Kamera (die 700D und auch die D5300) sehr sehr gut und werden Dir ein phantastisches Bild liefern. Die Nikon hat wie gesagt aus objektiver Sicht leicht die Nase vorn, aber wenn es ein Bauchgefühl in die andere Richtung gibt, spielt das sicherlich auch eine Rolle. Glaub jetzt bloß nicht, dass Du mit der Canon 700D "schlechte Videos" machen wirst, viele YouTuber beweisen ja schon mit den Vor-Vorgängern das Gegenteil. Für mich wären die 50fps@1080p ein echter Nikon-Grund, aber das ist wie gesagt viel Geschmacksache.


    Also keine Sorge, welche Kamera es auch immer wird, es wird eine gute. :)

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  • Back again!


    Zitat

    Und wenn man einmal in einer der beiden Okösysteme eingetaucht ist, mit Objektiven, Akkus usw., dann wird man nicht mehr so schnell wechseln


    Ja, das ist natürlich gut möglich bzw. sogar recht wahrscheinlich, dass Nikon zwar aufgeholt hat, dies aber getreu dem Motto "einmal Canon, immer Canon" sich noch nicht im Nutzerverhalten von vielen "Filme-Machern" wiederspiegelt.


    Zitat

    Nikon hat zwar ingesamt eine etwas originalgetreuere Farbwiedergabe, aber die Hauttöne haben bei Canon einen leichten Rotstich und bei Nikon einen leichten Grünstich. [...] die Hauttöne der Canons wirken direkt aus der Kamera dadurch etwas lebendiger als die der Nikons.


    Und ich finde, genau das sieht man auch beim Vergleich Deines Videos (z.B. hier https://www.youtube.com/watch?v=78FjV_ukufY#t=1m04s sieht irgendwie recht "lasch" aus) mit einem "Canon"-Video: https://www.youtube.com/watch?v=K_aXjSUeVqQ sieht einladend und "bonbon"-mäßig aus, wobei es hier schon etwas too much is)
    (Natürlich kann man das eigentlich nich wirklich vergleichen, da bei ihr kunterbunter Sachen im Hintergrund stehen und alles fett ausgeleuchtet ist)


    (ich weiß, ihr Dauergrinsen ist kaum zu ertragen, aber darum geht´s hier ja nich ;) )


    Aber wie Du schon sagtest könnte man ja sicher in der Post aus dem Einen das Andere machen und umgekehrt. Und außerdem ist der realistischere Nikon-Look ja in gewissen Situationen (z.B. wenn man eine seriöse Reportage wie diese hier dreht ;) ) auch von Vorteil.


    Ach verdammt, eigentlich würde ich ja sagen: Um keine Risiko einzugehen, nehme ich die Canon, aber 50fps@1080p is schon ne ziemliche "will ich eigentlich nich drauf verzichten"-Sache. Naja, ich werd da wohl nochmal tief in mich gehen...


    Und bzgl. des Mikros: Eigentlich haste mich ja jetzt schon ziemlich vom Rode Videomic pro überzeugt. Allerdings stinkt es hier doch ein wenig gegen das Zoom H5-Shotgun-Mic ab: https://www.youtube.com/watch?v=IvekxhGKcXE


    Aber wahrscheinlich ist auch das von Kamera zu Kamera verschieden, da ich auch schon echt gute Aufnahmen mit dem Rode gesehen habe (u.a. auch Deine).


    Und noch was anderes: Weiter oben hattest Du gesagt, dass ich wohl um ein Shotgun-Mic nicht drumrum kommen würde. Hier https://www.youtube.com/watch?v=trUU6lSHfUM wird allerdings nur das Zoom H5 mit dem Standard-Aufsatz benutzt und ich bin mir irgendwie unschlüssig, ob es unfokussiert-besch*ssen oder total "sauber" und stereo-mäßig geil klingt. Hmmm?


    Gut, das war mein heutiger Technik-Roman ;)


    "die wichtigste Aufgabe der Wissenschaftler ist es, "tagsüber in Zweiergruppen auf Monitore zu zeigen, auf denen dreidimensionale Bilder zu sehen sind" Sehr gut! xD


    Die Nanopoe - DNA-Strang-Animation evo­zie­rte meinerseits ebenfalls starkes Grinsen xDDD

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  • Moin nochmal!


    Ich will ja nicht so wirken als wollte ich Dich überreden. Das will ich nicht, ich hab ja keinen wirklichen Grund dafür und hab schon gesagt, dass beide Kameras und Mikrofone Dir sehr gute Qualität bescheren werden. Und wenn Dein Bauch Dich in Richtung Canon treibt, dann ist Dein besseres Bauchgefühl tatsächlich wichtiger als die kleinen technischen Vor- oder Nachteile der Systeme.


    Allerdings muss ich als Physiker (und damit Wissenschaftler) mich ein bisschen wehren gegen Deine Argumentationen. Der Vergleich zwischen dem von Dir gelinkten Vlog-Video und meinem Video ist absolut nicht objektiv. Das Vlog-Video wurde ja eigens ausgeleuchtet, der Hintergrund angepasst und nachbearbeitet, so dass alles möglichst poppig und bunt aussieht. Die meisten Leute unterschätzen extrem, wie wenig die eigentlich verwendete Kamera ausmacht im Vergleich zu vor allem Beleuchtung und Hintergrund. Wirklich der einzige Unterschied zwischen den Kameras ist ein ganz leichter Farbstich, den Du vermutlich nicht sehen wirst, das überzeichnet-bunte Bild hat damit erstmal nichts zu tun.


    Wenn Du vergleichen willst, solltest Du also lieber bei YouTube nach echten Vergleichsvideos schauen, die also beide Kameratypen auf die exakt gleiche Szenerie richten. Dann kann man da eher von fair sprechen. :) Wenn Du willst, kann ich mir auch mal die Nikon D5200 (der gleiche Chip wie in der D5300) von einem Freund und die Canon 550D (der gleiche Chip wie in der 700D) aus meinem Institut schnappen und auf mich selber in Vlog-Situation richten, quasi als Vergleich. Sag mir Bescheid, wenn Dir das viel weiter helfen würde, ist halt ein bisschen Arbeit...


    Was den Ton angeht: Jawohl, der H5 klingt saugut mit dem SGH-6 Aufsatz und auch schon ohne. Zusammen kosten sie aber auch schlappe 350€, und Du kannst damit in dieser Qualität nur extern aufnehmen und musst es nachher synchronisieren. Das kostet 145€ und Du kriegst den Sound direkt in die Kamera. Der Vergleichs-Video (das von dem Deutschen mit dem englischen Review), das Du verlinkt hast, würde ich sofort in die Tonne kloppen und vergessen. Zum einen klingen beide Varianten finde ich im Video absolut unterirdisch schlecht, was einfach daran liegt, dass die Mikros zu weit vom Ton weg sind. Die Platzierung des Mikrofons macht am Ende des Tages mit großem Abstand den meisten Unterschied was die Tonqualität angeht, kein noch so teures Mikrofon, ich hab dazu auch mal hier ein etwas überzogenes Beispiel gefilmt. Zum anderen bin ich mir, wenn man den Klang mal so anhört, relativ sicher, dass das Røde-Mikro in seinem Test ein bisschen in die falsche Richtung zeigt. Der Ton klingt genau so wie ich das bei einem leichten Richt-Mikrofon off-axis (also nicht direkt davor) erwarten würde, was echt ein fataler Fehler wäre in so einem Vergleich.


    Je weiter entfernt Du das Mikrofon von der Tonquelle weg platzierst, desto wichtiger und effektvoller wird eine Richtmikro-Charakteristik. Wenn Du einen Ständer hast und das Mikrofon sehr nahe an Deinen Mund kriegst (wie in dem zweiten Beispielvideo) und in einem kleinen Raum ohne Nebengeräusche und mit sehr wenig Hall bist, dann brauchst Du eigentlich keine Richt-Charakteristik, sondern ein einfaches XY-Stereomikro klingt schon wirklich gut. Sobald Du aber einen Computer mit hörbarem Lüfter mit im Raum hast, oder kahle Wände, oder der Raum etwas größer ist, oder Du das Mikro etwas weiter weg platzieren musst (wenn Du z.B. Ganzkörper im Bild bist oder bis zur Hüfte und die Augen noch im 2/3-Schnitt sitzen), dann hilft ein Richtmikrofon einfach, die störenden Umgebungsgeräusche etwas zu reduzieren. Für filmische Sketch-Einlagen (und das ist worauf ich Bezug genommen hab) würde ich den Zoom H5 so direkt nicht verwenden. Auch hier könnte ich übrigens mal meinen Zoom H4n (das XY-Mikro ist fast identisch zum H5) gegen das Videomic Pro vergleichen. Ich hab Dich halt ein bisschen versucht, vom H5 abzubringen, weil ein externer Rekorder wirklich wenig Sinn macht, wenn Du den Ton gerne in die Kamera rein hättest. Du gibst dann Geld aus für Dinge, die Du eigentlich nicht brauchst, und die werden an anderer Stelle eingespart...


    Das wichtigste meiner etwas langen Beitrags ist aber erstmal, dass Du realisierst: Das Aussehen eines Videos hängt nur ein winziges bisschen vom Kamera-Body ab!!! Das Objektiv spielt schon eine deutlich größere Rolle, der eigentliche Unterschied wird aber in der Beleuchtung und dem Hintergrund gemacht. Ich hab das mal (allerdings für einen anderen Zweck) hier im Forum mit diesem Video demonstriert. Das bedeutet letztendlich zweierlei Dinge:

    • Du solltest Dich nicht allein wegen des Bildlooks für einen Kamera-Body entscheiden. Der Unterschied ist klein bis nicht bemerkbar.
    • Es ist nicht wahnsinnig wichtig, für welchen Kamera-Body Du dich entscheidest. Ein ordentliches Licht-Kit und etwas Mühe in den Hintergrund stecken wird sehr viel mehr ausmachen.

    Deshalb also: Wenn Du Dich mit Canon wohler fühlst, wenn Du eventuell schon Freude hast, die Dir mal ein Canon-Objektiv leihen könnten, wenn Du die Menüführung undsoweiter von Canon intuitiver findest, dann kauf Dir eine . Wobei der 18-MP-Sensor, der noch aus 550D-Zeiten stammt, schon ein bisschen schmerzt... Wenn Du von mir eine Empfehlung auf rein technischer Basis kriegen willst, welche Kamera die marginal bessere ist, dann würde ich Dir die empfehlen, sie wird objektiv die besseren Bilder machen, auch noch wenn man den Mini-Grünstich korrigiert. Wenn Du bereit bist, Dein geplantes Geld ein bisschen umzuverteilen, dann würde ich Dir in eine ganz andere Richtung raten:

    Damit landest Du insgesamt bei 1115€. Für die Nikon D5300 (677€) und den Zoom H5 mit Richtmikro-Aufsatz (350€) wärst Du auch bei 100€ weniger gelandet, aber Du kriegst mit der 70D ein paar fette Vorteile gegenüber den etwas "kleineren" Kameras: Einen neueren Chip, aber trotzdem Canon, einen wirklich super funktionierenden Autofokus (den einzigen bei einer DSLR), eine sehr leise STM-Linse dass man den AF nicht hört, und natürlich kleine Schmankerl für Vlogger wie Bedienung per Smartphone und Fokus-Gesichts-Tracking. Das ist meiner Meinung nach aktuell die ultimative Film-DSLR, aber sie kostet halt schon einfach einen Tacken mehr... kann sein, dass die im Mai kommende 760D ähnlich gut dasteht für 100 Euro weniger, wenn Du noch so lange warten willst...


    EDIT: Auf meinem Kanal gibt es übrigens ein zweites Mockumentary-Video, das mit einer Canon-Kamera gefilmt wurde. Quasi im gleichen Institut und mit der gleichen Beleuchtung (nämlich gar keiner) aber einem Canon-Chip. Das wirkt so "out of the box" auch nicht Bonbon-bunt. Wenn man Bonbon-bunt will, muss man entsprechende Hintergründe und Licht wählen und dann evtl. auch noch die Sättigung (in der Kamera oder beim Schneiden) ein bisschen höher drehen. :)

    2 Mal editiert, zuletzt von floh ()

  • Hallo Floh,


    Zitat

    Der Vergleich zwischen dem von Dir gelinkten Vlog-Video und meinem Video ist absolut nicht objektiv. Das Vlog-Video wurde ja eigens ausgeleuchtet, der Hintergrund angepasst und nachbearbeitet, so dass alles möglichst poppig und bunt aussieht.


    im Prinzip, hatte ich ja auch nichts anderes gesagt:

    Zitat

    Natürlich kann man das eigentlich nich wirklich vergleichen, da bei ihr kunterbunte Sachen im Hintergrund stehen und alles fett ausgeleuchtet ist) [und] wie Du schon sagtest könnte man ja sicher in der Post aus dem Einen [dem Canon-Bild] das Andere [das Nikon-Bild] machen und umgekehrt.


    Aber Du hast ja komplett recht, denn aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen (Licht, Nachbearbeitung, bunter/nicht-bunter Hintergrund) ist ein Bild-Vergleich dieser beiden Videos wenig gewinnbringend (= schwachsinnig ;) ).


    Ich habe diese beiden Videos eigentlich auch nur gepostet, um die Frage zu stellen: "Alter, schau Dir doch mal die Unterschiedlichkeit dieser Bilder an, könnte man wirklich, wirklich, wirklich aus der Nikon das poppige Canon-Bild rausholen? (auch wenn ich das ja selbst schon oben vermutet habe, dass das möglich is)? Nich, dass ich mir jetzt die Nikon hole und dann war´s das dann doch mit meinem poppy picture".


    Aber wie Du schon geschrieben hast, unterschätze ich "wahrscheinlich extrem, wie wenig die eigentlich verwendete Kamera ausmacht im Vergleich zu vor allem Beleuchtung und Hintergrund".


    Ich wollte eigentlich nur hören: "Mach Dir aufgrund der Unterschiedlichkeit der beiden Video-Bilder keine Sorgen, dass lässt sich alles Deinen Wünschen entsprechend durch Licht und post genauso anpassen, wie Du das haben möchtest. Die Kamera-Eigenschaften sind da nur marginal." Naja, und genau das haste ja nun gesagt, danke dafür :)


    Und das mit dem Drehen eines Vergleichsvideos spare Dir bitte, denn ich weiß ja so schon gar nich, wie ich Dein außergewöhnlich hohes Engagement für die Beantwortung meiner Fragen wieder gutmachen soll. Hab echt schon beinahe nen schlechtes Gewissen und glaube Dir Deine Aussage auch ohne Videobeweis ;)


    Und bzgl. des Mikro-Vergleichsvideos des deutschen Engländers ;)


    Ja, der Vergleich macht nich gerade einen kompetent-professionellen Eindruck, aber ich dachte, dass man hier doch zumindest die Grundtendenz erkennen kann, dass das Rode wesentlich schlechter is. Aber Du meinst, dass leicht fehlerhafte Testbedingungen (wie ein leicht falsch ausgerichtetes Rode) sich so stark auf das Ergebnis auswirken, dass sich hier auch nicht mal eine qualitative Grundtendenz ableiten lässt? Ja, wahrscheinlich, denn ich hab das Videomic pro auch schon extrem gut performen gesehn bzw. gehört: https://www.youtube.com/watch?v=JGq6Wq5sD28


    Und was den Preis betrifft: Ich hatte beim Rode fälschlicherweise irgendwie 185 EUR in Erinnerung und dachte, wenn ich nur das H5 (ohne Boom-Aufsatz, 250 EUR) kaufe und über mir an die Decke Schraube, dann sind das 75 EUR mehr, was mir ein wesentlich besserer sound schon wert wäre. Aber da hab ich mich preislich vertan. Außerdem: Wären diese stereo-Mics denn für mich überhaupt so geeignet, wie ein Richt-Mikro oder hat das Richtmikro (bezogen auf meine Situation: 30 m2-Raum) einen entscheidenen Vorteil, welchen ich grad nich bedenke (z. B. keinen Hall, da nur gerichtet und nich alles aufgenommen wird oder so? Keine Ahnung ?( )?


    Oh, ich sehe grad, Du hast diese Frage ja schon perfekt beantwortet. Vielleicht sollte ich erstmal ALLES Durchlesen, bevor ich antworte ;)


    Ja und das mit dem "Ton direkt in die Kamera" sagt mir tatsächlich wesentlich mehr zu, als nachher syncen und watt weiß ich was da dann noch für Probleme auf Einen zukommen (ganz abgesehen von zusätzlichen wahrscheinlich unnützen Kosten).


    Ja, was mach ich nun... Wahrscheinlich bis Mai mit der Leihkamera weitermachen und Dich nach ersten 760D-Testberichten dann nochmal nerven, ob EOS 70D oder 760D oder ich bestell mir jetzt einfach die Nikon. Ich bin so entscheidungsfreudig ;)


    Naja, mal schauen, ob die D5300 jetzt noch wegen der 5500er im Preis rutscht...


    Alter, nochmal vielen, vielen Dank für Deine Mühen und wenn ich die Mio Abonnenten geknackt habe, werde ich Deinen Kanal verlinken ;)


    p.s. ist eigentlich das Audio-Teil der 70D brauchbarer als bei der 700D oder genauso besch*ssen wie bei fast allen DSLRs?


    p.s. p.s. hab nun das 2. mokumentary-Video gesehen und bildtechnisch: Stimmt, da ist echt kaum ein Unterschied zum Nikon-Video zu erkennen.


    Aber dafür hast Du nun all meine Voruteile bzgl. des Daseins eines Naturwissenschaftlers bestätigt, Mr. Cooper ;)
    "they serve as a vital link between the physicist and the outside world" xDDDD Echt richtig unterhaltsam datt Teil!

    Einmal editiert, zuletzt von DSLRnoobie ()

  • ist eigentlich das Audio-Teil der 70D brauchbarer als bei der 700D oder genauso besch*ssen wie bei fast allen DSLRs?

    Es ist für den "normalen Gebrauch" (lies: Hobby bis Semi-Pro) vollkommen OK, auch wir arbeiten bei unseren Reviews immer mit den integrierten A/D-Wandlern - einfach weil es praktisch ist. Wenn Du aber auf Studioqualität Wert legst, bist Du da falsch.


    PS: Es heißt "PPS" und nicht "PS PS" ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Hätte da nochmal drei Fragen zur Nikon D5300:


    1. Ich hatte jetzt schon nen paar mal gelesen, das die 50 fps ein sehr flüssiges Videobild ermöglichen. Soll das heißen, das man auch bei "Nicht-Zeitlupeaufnahmen" grundsätzlich 50 fps benutzen sollte, um ein flüssigeres Bild zu ermöglichen? (Kann doch eigentlich nich sein oder? Sonst wär das doch sicher Fernseh-Standard, was es ja nich is)


    2. Is das AF-S DX 18-55 VR-Kitobjektiv der D5300 auch einigermaßen brauchbar (wie das Kit-Objektiv der EOS) und welches sollte man nehmen, das "VR" oder das "VR II"?


    3. floh: der Autofokus der Canon EOS 70D is ja echt Hammer. Der is ja echt so gut, dass man das Nach-Fokussieren aufgrund der Flüssigkeit kaum bemerkt. Allerdings frage ich mich, ob ich diesen Autofokus (den ich ja mitbezahlen muss) wirklich benötige. Deshalb meine Frage: Wie groß lässt sich der Schärfe-Bereich ungefähr einstellen, wenn ich die Nikon mit Kit-Objektiv zum Vloggen benutze? Is dann nur maximal zwischen 1m und 1,30m alles scharf, so dass man beim Vor- und Zurückbewegen des Oberkörpers schon mal aus dem Schärfebereich geraten kann oder sind doch wesentlich mehr cm möglich?


    Ich habe bislang immer mit nem Camcorder mit extremen Weitwinkel gedreht, so dass ich davon absolut keine Vorstellung habe, wie das mit dem besagtem DSLR-Objektiv aussieht.


    Gruß

    • Es wirkt teilweise "zu flüssig", das Kino setzt z.B. ganz bewusst auf 24 FPS, wenige Filme seit neustem auch auf 48 FPS (HFR). Warum es im TV nicht Standard ist? Was meinst Du warum viele Sender eher in 720p oder 1080i als 1080p senden? Da geht es schlichtweg um die Datenmengen und auch um die Decoder-Komplexität. Letztendlich wäre die ganze Kette - von der Produktion bis zum TV beim Zuschauer - dadurch teurer.
    • Das Kit-Objektiv ist für Vlogs auf jeden Fall brauchbar. Das VR II ist prinzipiell nur kompakter im ausgeschalteten Zustand.
    • Du musst einfach nur abblenden um einen größeren Bereich scharf zu bekommen. Bei f/8 und relativ starkem Weitwinkel... Da hast Du weit mehr als 30 cm "Bewegungsfreiheit" ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

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  • Ich stimme einfach mal in allem zu, was Matze sagt. :)


    Noch zu 1.: Die 50p haben direkt aus technischer Sicht zwei Nachteile: Zum einen kannst Du in dunklen Umgebungen die Belichtungszeit nur bis zu maximal 1/50 Sekunde setzen, nicht wie bei 25p auf 1/25 Sekunde, das heißt bei extrem wenig Licht wirst Du mit mehr Rauschen leben müssen. Zum anderen ist das eine "Sehgewohnheit" mit den 25p. Kinogänger beim Hobbit haben sich reihenweise beschwert, weil die 48p so komisch und viel zu scharf aussahen und sie komische Zeitraffereffekte empfunden haben. Ich selber denke, dass da ein bisschen Einbildung dabei ist, finde aber auch, dass die 50p wegen kürzerer Belichtungszeiten etwas zu scharf (keine Bewegungsunschärfe) aussehen können und deshalb Comic-haft wirken. Aber ehrlich, ich glaube nicht, dass Du einen Unterschied siehst. 25p-Material ist natürlich für den Rechner etwas weniger heftig zu schneiden...


    Und zu 3.: Anders als bei vielen Einsteiger-Camcordern kann man bei DSLRs die Blende direkt manuell kontrollieren. Du kannst also die Blende schließen oder aufmachen so weit Du willst (bzw. so weit das Objektiv kann). Und beim Kit-Objektiv wirst Du kein Problem haben, die Blende weit genug (z.B. F/8) zu zu kriegen, dass Du Dich fleissig bewegen kannst, ganz ohne Autofokus.

  • Ihr habt meine Fragen mal wieder perfekt beantwortet :)


    Und dass man über die Blende die Tiefenschärfe regulieren kann, wusste sogar ICH schon ;) allerdings wusste ich eben nicht wie groß der Schärfebereich mit dem Kit-Objektiv maximal "aufgezogen" werden kann. Ich hatte befürchtet, dass das evtl. nur ein ganz kleiner Bereich sein könnte, da ich schon Videos gesehen hatte, in denen der Vlogger beim sich Vor- und Zurückbewegen unscharf wurde. Aber nun weiß ich´s besser :)
    Wahrscheinlich wollte besagter Vlogger schlicht eine maximale Tiefenunschärfe erreichen und hat dabei etwas übertrieben --> Unschärfe beim sich Vor- und Zurückbewegen.


    Für dieses kompetente und engagierte Forum sollte es einen Spenden-Button geben!


    Liebe Grüße

  • Du kannst indirekt spenden: Einfach beim nächsten über einen der zahlreichen Links hier gehen und wir erhalten eine Provision von 1-10 Prozent ;) Das Problem an Spenden-Buttons: Bis zu 50 Prozent vom Betrag landen bei kleineren Beträgen beim Dienstleister (z.B. Paypal), da ist die andere Variante etwas besser für beide Seiten^^


    Das mit der Schärfe und Blende hat eine zweite Seite die erklärt, warum die meisten Leute mit einer recht offenen Blende filmen: Licht. Schließt Du die blende sehr stark, kommt ja auch immer weniger Licht durch. Zwar musst Du ja "nur" mit 1/50 oder gar 1/100 s filmen, unterschätze aber nicht wie schwach Lampen im Vergleich zum Tageslicht sind.

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  • Ja, das Ref-link-Prinzip kannte ich bereits und falls es die Kamera, welche ich mir dann irgendwann kaufen werde, woanders nicht unbedingt nur die Hälfte kostet, werde ich über den Foren-link kaufen.


    Und was das Licht betrifft, so hoffe ich doch, dass eine mit zwei Softboxen ausgeleuchtete Vlog-Szene unter allen Umständen genügend Licht liefern wird.


    Weiß vielleicht noch jemand, wie das mit dem Weichzeichner bei der D5300 ist? Der soll ja angeblich die Bildschäfe minimal verringern. Kann man den ausschalten?

  • Yep, den kann man ausschalten. Da solltest Du vermutlich einfach mal probieren, welcher Look Dir zusagt. Das mit der minimalen Schärfeverringerung kann sogar auch ganz nett wirken, gerade in Vlogs. Wenn man die Videos anschließend bei YouTube hochlädt und umkodieren lässt und sie dann am besten noch in maximal 720p gesehen werden, weil der Computerbildschirm gar nicht mehr hergibt, dann ist die extra Schärfe vielleicht nicht mehr so wichtig wie die schön weiche Haut des Protagonisten. ;)

  • Gut zu wissen, dass man ein- bzw. ausschalten, sich also entscheiden kann.


    p.s. meine Haut ist nicht weich, sondern mega-weich....... und zarrrt ;)


    Und grad fällt mir noch eine weitere Fragestellung ein: Würde eigentlich ein, an die DSLR-Kamera angeschlossene BeachTek-Vorverstärker den Sound direkt (in die Kamera) aufnehmen (also quasi by-pass-mäßig) oder wird der Sound IMMER, sobald er letztlich über die Kamera läuft (also direkt auf die SD-Karte in der Kamera aufgenommen wird) durch die Kamera negativ beeinflusst (ODER wird durch den BeachTek-Verstärker quasi die Audio-Unit der Kamera umgangen)?


    I hope you know what I mean ;)

    3 Mal editiert, zuletzt von DSLRnoobie ()