Filmen mit Steadycam

  • Hallo,
    ich habe mir vor einer Woche eine Steadycam zugelegt.
    Darauf habe ich die Canon EOS 700D mit dem Canon 18-55mm Kit Obejktiv.
    Wie kann ich die Blende so weit wie mögich offen lassen und dabei trotzdem eine hohe Tiefenschärfe erreichen?


    Lg


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  • Häh? Ich verstehe nicht...


    Du weißt doch schon, dass das Öffnen der Blende zwei Haupteffekte hat: Mehr Licht reinlassen und die Tiefenschärfe reduzieren. Wenn Du also eine große Tiefenschärfe willst, dann muss Dein Ziel das andere sein: Mehr Licht!


    Falls das so ist, dann ist einfach die Blende nicht das Mittel der Wahl. Blende auf wird immer die Tiefenschärfe reduzieren, daran kannst Du nichts machen. Es gibt aber drei weitere Stellrädchen, mit denen Du ein helleres Bild erreichen kannst:

    • Die ISO-Zahl an der Kamera erhöhen. Dadurch kriegst Du zwar mehr Bildrauschen, aber es ist der "einfachste" Weg zu einem helleren Bild.
    • Die Belichtungszeit an der Kamera erhöhen. Du erhälst dadurch beim Filmen etwas mehr Bewegungsunschärfe und womöglich einen traumartigen oder fremden Look, als wäre der Zuschauer ein bisschen benommen. Aber wenn man es nicht übertreibt, ist das sehr unauffällig. "Normal" wäre eine Shutterzeit von 1/50 Sekunde, aber bei 25p kannst Du bis mindestens 1/30 Sekunde, vielleicht sogar 1/25 Sekunde rauf gehen.
    • Mehr Licht in die Szene pumpen! Ich weiß, das klingt jetzt doof, aber die beste Lösung ist einfach definitiv, Deine Szene besser auszuleuchten. Bei einer mobilen Kamera kann das natürlich bedeuten, dass ein weiterer Mensch eine IKEA-Kugellampe an einem Besenstil oder sowas rumtragen muss. Oder ein großen Licht-Panel auf die Kamera montieren. Oder einfach einen billigen Baustellenfluter gegen die Decke braten lassen und damit einfach den ganzen Raum hell machen. Aber mehr Licht ist einfach prinzipiell die Lösung, wenn man mehr Licht will. ;)
  • Naja, prinzipiell ist das schon richtig. Das Effekt ist aber recht klein. Und wenn Du den gleichen Bildausschnitt haben willst, musst Du näher ran und dann ist der Effekt praktisch nicht mehr vorhanden... es ist auch meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise!


    Zuerst stellt man den Bildausschnitt und Look ein, den man haben will, indem man Zoom (bzw. Festbrennweiten-Objektiv) und Distanz wählt. Dann setzt man mit der Blende die Tiefenschärfe, die man für das Bild gerne hätte. Und dann stellt man mit Beleuchtung und ISO die richtige Helligkeit ein. Klar kann man noch ein bisschen was drehen, aber der Bildlook wie man ihn eigentlich haben will, sollte sich idealerweise nicht nach den Lichtbedingungen und technischen Details richten. Dein Objektiv bei 18mm sieht selbst beim gleichen Bildausschnitt völlig anders aus als bei 55mm.


    Nachdem das alles gesagt ist: Wenn Du Nahaufnahmen von Personen filmst, würde ich versuchen, nicht allzu sehr in den Weitwinkel zu rutschen, sondern bei der "natürlichen" Brennweite von etwa 35mm zu bleiben, weil sonst die Proportionen unvorteilhaft verzerrt werden (großen Nase etc.). Wenn Personen nur in Ganzkörperaufnahme gezeigt werden oder es vor allem um die Umgebung geht, würde ich mit einer Steadycam so weitwinklig wie möglich, also bei 18mm filmen. Die Kamerabewegungen werden einfach im Weitwinkel nochmal zusätzlich etwas weniger ruckelig.


    Also: Richte die Brennweite und Blende am besten nicht nach technischen Details, sondern danach wie Du das Bild aussehen lassen willst. Das ist meiner Meinung nach auch wichtiger als ein rauschfreies Video. Bei Steadycams würde ich bis an den 18mm Anschlag des Kit-Objektivs gehen, es sei denn Du kriegst dann komisch verzerrte Nahaufnahmen von Schauspielern.


    EDIT: Als Rechenbeispiel: Wenn Du mit Deiner Kamera Dein Objektiv auf 18mm stellst, die Blende ganz auf machst (F/3.5) und den Fokus auf 2,5 Meter stellst, dann ist alles zwischen 1,5 und 8 Metern Entfernung in Fokus. Das ist doch schon recht ordentlich und sollte für eine Personenverfolgung dicke ausreichen. Du kannst auch einfach mal "Schärfentiefe Rechner" oder sowas googeln, da kannst Du ausprobieren was sich anbietet.

    Einmal editiert, zuletzt von floh ()

  • Ich habe mir auch überlegt das Canon 16-35mm f2.8 zu holen, da es auch für Vollformat geht.
    Meistens werde ich in der Landschaft filmen mit der Steadycam un das heißt meistens sehr Weitwinkelig.

  • Mit dem Objektiv könntest Du dann auf 16mm gehen. Bei voller Offenblende (F/2.8) und Schärfe manuell auf 4 Meter gestellt, ist alles ab 1,9 Meter Entfernung und bis unendlich weit weg in Fokus. Das sollte doch reichen. :) Aber ganz ehrlich: Bei Tageslicht (Landschaft) und normalem Filmen mit 1/50 Sekunde Belichtung wirst Du sowieso abblenden müssen, damit Du nicht überbelichtest. Ist meine Einschätzung... Es sei denn natürlich, Du filmst nachts. ;)

  • Meistens filme ich Tagsüber, aber auch manchmal Nachts, darum werde ich zum f2.8 greifen.


    Wie kann ich genau den Fokus auf 4m stellen?

  • Jedes Objektiv hat am Fokusring (oder in einem kleinen Fenster daneben) eine Skala, bei wie viel Metern aktuell der Fokus steht. Das stimmt meistens ziemlich gut. Ansonsten kannst Du natürlich einfach auf ein 4 Meter entferntes Objektiv fokussieren. Wichtig ist halt, dass Du den Autofokus ausstellst. Dafür gibt es auch am Objektiv einen Schalter.

  • Muss ich mir nachher mal anschauen, ich kenn das Objektiv selber nicht. Ich hab aber momentan zu viel dafür um die Ohren, da musst Du Dich noch ein paar Stunden gedulden. Es sei denn, jemand anders springt ein, der das Objektiv schon kennt.

  • Okay, kein Problem.
    Dauer ja noch eine Weile, bis ich es kaufe:)
    Ich mache einen neuen Thread auf wegen den Objektiv:)

    Einmal editiert, zuletzt von EpicWorld ()

  • Ich hab den neuen Thread gesehen. Hab mir inzwischen auch mal das Canon 16-35mm angeschaut und einen Freund angemailt, der quasi alle L-Objektive besitzt. Der hat sogar schon geantwortet. Momentan hab ich im neuen Thread nochmal was nachgehakt, wenn Du da antwortest, dann geb ich Dir ein bisschen Meinung. ;)

  • Naja, das 2.8er ist schon ziemlich... eigen. Besonders am Vollformat hat man am Rand mit einen starken Unschärfe zu kämpfen, da ist das deutlich schärfer - auch wenn Du beide bei f/4 vergleichst.


    Der "Trick" mit der kleineren Brennweite funktioniert natürlich im Sinne von "Tiefenschärfe bei gleicher Blendenzahl vergrößern". Für gewöhnlich filmt man aber bewusst mit einer bestimmten Brennweite (neben der Blende ja ein entscheidendes Stilelement beim Film) weil man eben diesen Bildwinkel haben möchte. Für mich ist das keine Lösung und würde da auch eher auf @floh hören: Mehr Licht ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Matze

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