Grundregeln für RAW-Bearbeitung? (Capture One)

  • Ich habe mir jetzt Capture One installiert (hab jetzt auch die 5100) und bin echt beeindruckt wie leicht man die Bilder jetzt verbessern kann. Habe nur den Schnellbearbeitungsmodus verwendet, in dem man nur ein paar Regler verschieben muss und das Bild sieht gleich viel besser aus. Hab mal einen Regenbogen vorher und nachher hochgeladen (Ist pixelig, liegt aber nur daran, dass ich beide Bilder auf 1mb reduzieren musste). Gibt es irgendwelche "Faustregeln" was das bearbeiten angeht, oder zieht man einfach nach Geschmack an den Reglern rum? ;) Nachbearbeitung ist etwas, das ich überhaupt nicht kann, bin also über Tipps froh :D


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  • Zu der 1-MB-Sache: Du hättest auch einfach die Auflösung reduzieren können - für so ein Vorher-Nachher-Bild braucht niemand die vollen 24 MP Auflösung. Mit jeweils halber Breite/Höhe (3.000 x 2.000; 6 MP) ginge das z.B. in sehr guter Qualität ;)


    Zum Bearbeiten: Ich würde sagen "So viel wie nötig, so wenig wie möglich". Man kann Bilder auch sehr, sehr schnell "kaputtbearbeiten".

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • So ein paar Grundregeln der Bearbeitung, oder was welcher Schieber nun tut, wäre vielleicht auch mal ein spannendes Video, oder Matze? Wobei es das natürlich schon auch gibt, und ihr habt Euch eher anders spezialisiert.


    Beim ersten kurzen Blick auf Deine Bilder würde ich vorschlagen: Ich hätte noch ein bisschen mehr Rauschreduktion reingedreht, da ist schon noch ordentlich Griesel drin. Die Kamera macht das bei JPGs und bei der Anzeige automatisch, aber wenn man RAW-Bilder aufnimmt und selber bearbeitet, muss man eben doch darauf achten auch ein bisschen Rauschreduktion zu machen, auch bei moderaten ISO-Werten. Ich sag als Faustregel etwa, Rauschreduzieren bis man zufrieden ist und danach den Schärferegler soweit hoch dass es zusammen etwa 100% (also so weit wie die Rauschreduktion noch von ganz rechts entfern ist) gibt. Das ist in etwa was die Kamera machen würde und ein guter Startpunkt.

  • Ganz speziell zu dem Bild oben: Ich finde die Nachbearbeitung ist etwas zu übersättigt. Bei der Rauschentfernung würde ich @floh zustimmen, auch wenn das bei Capture One nicht so funktioniert wie von Dir beschrieben. Die Regler haben andere Skalen als bei Adobe LR/PS und es auch noch weitere Parameter zum Nachschärfen und Entrauschen ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

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  • Oha... ja, ich muss mir das Capture One noch ein bisschen genauer anschauen. Hab eben damit rumgespielt, und ich muss sagen, im Vergleich mit Lightroom: Gerade die Rauschunterdrückung ist echt merklich besser. Zumal es ja auch nicht irre viele Regler sind und ich deren Wirkung schon von "Neat Video" kenne. :)


    Aber noch mal zum Thread-Thema: @Matze hat recht, es wird ganz schnell zu viel bearbeitet. Ich gehe eigentlich immer folgendermaßen vor: Ich dreh so lange am Regler hoch bis mir das Ergebnis gefällt, und dann dreh ich wieder 10% zurück. Dann schalt ich die Änderungen immer wieder an und aus und schau, ob sie wirklich eine Verbesserung zum vorher-Eindruck sind. Wenn ich so mit allen (relevanten...) Reglern durch bin und das Bild ist mir wichtig, geht zum Beispiel an jemand anders, dann schlaf ich eine Nacht drüber und schau mir am nächsten Tag das Ergebnis mit allen vorher-nachher-Klicks noch mal an. Es passiert mir nicht selten, dass ich nach einer Weile Arbeit am gleichen Bild Änderungen gut oder passend fand, die mir beim frischen Neuanblick eher schmerzend ins Auge stechen.


    Die obige Vorgehensweise hab ich allerdings sehr viel häufiger für Film als für Fotos angewandt, weil ich das einfach mehr mache. Da sind zwar die Prinzipien doch recht ähnlich, aber man tendiert zu etwas extremeren sekundären Farbkorrekturen, weil sich der Zuschauer im Laufe eines Films daran gewöhnt und es mehr ein Stimmungseindruck ist als ein zusammenhangloses Bild. Trotzdem denke ich, dass die Vorgehensweise nicht schlecht ist und einen manchmal vor dem Überbearbeiten bewahrt...

  • Danke für die Tipps, bei dem Bild war es wohl tatsächlich etwas zuviel des Guten. Hab leider momentan nicht sehr viel Zeit, wenn ich etwas bessere Resultate habe, frag ich euch nochmal nach eurer Meinung. ^^

  • @ Floh: ich finde den Ansatz sehr gut, oftmals ist man so mitten drinnen dass man eben den wald vor lauter Bäumen nicht sieht und sich da etwas zurück zu schrauben ist oft mehr als nur was wert - definitives ja!