NEUE DSLR im ganz ALTEN Stil. (Nikon F80 / Zeiss Ikoflex / Entwickeln / Vergrößern)

  • Prolog:
    Ich bin vergleichsweiße hier sehr jung. Bin allerdings auch noch mit Analog Kameras groß geworden. Wo man einfach einen Film einlegt 36mal abdrückt und dann zu einem Geschäft (Drogerie) bringt und 1-2Wochen auf seine Fertigen Bilder oder Negativen bzw. Dias wartet.
    In den folgenden Zeilen möchte ich etwas über mein neues Spielzeug erzählen.
    Viel Spaß damit. :D


    Wie manche aktive Forumsmitglieder wissen, fotografiere ich mit einer D750 im Vollformat Bereich (Dazu später mehr - bitte merken). In der letzten Zeit habe ich immer mehr den Monochrom - Einstellungen meiner Kamera experimentiert (div. Tönungen, Filtereffekte, mit Kontrasten gespielt usw.). Durch Zufall bin auf ein ganz interessantes Video auf Youtube (über 2h) gestoßen, dass ich mir in voller Länger reingezogen habe. In diesem Video Diskutierten zwei Fotografen über die Digitalen und Analogen Zeiten. Langer Text kurzer Sinn. Ich war danach so begeistert, dass ich unbedingt etwas in dieser Richtung machen wollte. Nach langem recherchieren, habe ich mich dazu entschlossen selbst Fotos Analog zu fertigen.
    Es dauerte nicht lange als ich dann eine Nikon F80 um 35€ "im Sammlerzustand" mit neuen Batterien fand. Ich dachte man kann hierbei nicht viel falsch machen. Als sie Kamera angekommen ist, was ebenfalls eine sehr lange Geschichte ist, habe ich das Ding gleich mal ausgepackt.
    Die Kamera ähnelt obwohl sie schon mehrere Jahre alt ist einer ganz normalen DSLR ab der D7000 Serie. Sie div. Modi, Schulterdisplay, Einstelllungen wie Belichtungskorrektur, Fokuspunkt selbst festlegen, Serienbildfunktion, Selbstauslöser, Mehrfachbelichtung (Auf ein Foto werden mehrere Fotos gemacht), Af- C, S, M usw.


    Bevor ich die Kamera bekommen habe, habe ich mir auf Fotoimpex, die sich auf Analoge Systeme spezialisiert haben, das nötige Zubehör dazu bestellt, dass ich selber Fotos von der Kamera bis hin zum selber betrachten machen kann... (Ich habe hier keine Absichten Fotos zu machen die andere Personen nicht sehen sollten "PoR*****")
    Dazu zählt: Ein Entwicklungstank (mit Spule), Messbecher, Chemiebehälter, Schwarz / Weiß Filme (Ilford HP5+ 400), Thermometer, Filmklipps, Milliliter Messbecher und die Folgenden Chemikalien: S/W Entwickler, Stoppbad, Fixierer & ein Netzmittel.


    Da ich wusste, dass ich einen Film mal zum Üben brauche, um den Film in die Spule hineinzubekommen (in der totalen Finsternis) habe ich trotzdem mal Fotos geschossen.


    Da ich mir hier Nikon ausgesucht habe, habe ich keine Probleme damit die Kamera zu bedienen. Und jetzt kommt das von oben erwähnte. Da ich ja im Vollbildformat was Kleinbild entspricht fotografiere, habe ich keine Probleme die Objektive die ich auf meine aktuellen Nikon nutze auf eine F80 raufzuschrauben. Man glaub es kaum, es funktioniert alles perfekt. (Af, Bildstabi usw. funktioniert auch alles super)


    Also Objektiv drauf und gleich mal 36Bilder was auf einem Film drauf ist verschossen (um eben mal zu üben). Allerdings dachte ich mir gleich, warum im Licht üben, wenn es doch auch was in der Dunkelkammer werden kann. Also mach ich mich mit meinem Entwicklungstank, den Film, einen Flaschenöffner & einer Schere auf den Weg in meinen im Keller vor Licht abgedichteten Raum. (Es muss wirklich komplett Fenstern sein! Es sei denn man hat ein Entsprechendes Rotlicht zur Verfügung). Dort habe ich mir auf ein Tablett alles am Boden so vorbereitet das ich alles im Dunkeln gut finde.
    Also: Licht aus & den Film öffnen. Nachdem der Film aus seiner eingerollten Lage befreit war, ging es los den Film so abzuschneiden das der Anfang Rund ist und nicht in den Löchern sondern Zwischen den Löchern durchgeschnitten ist. Dies finde ich ist die Größte Herausforderung gewesen. Als Nächstes hab ich die Spule genommen und versucht das Ding wie beschrieben einzudrehen... Was natürlich nicht auf Anhieb funktionierte. Erst beim 3. Mal eindrehen hat es geklappte, denn ich habe immer zu weit eingedreht. Am Schluss noch das Mittelstück des Films anschneiden und den Deckel des Tanks drauf machen. Dann nach 30min. Finsternis endlich wieder Licht an.


    Der als Nächstes hab ich die Chemikalien alle in Messbecher schon abgemischt (Entwickler 1:25 später kurz vor der Entwicklung selber abgemischt, da dieser angeblich sehr schnell oxidiert, wenn er mit Luft zusammenkommt und so seine Wirkung verliert). Und auf 20°C gebracht. Ich habe das mit einen selbstgebauten warm Wasser Becken gemacht (Habe da des öfteren Eier 45min. bei 64°C gekocht). Wenn aber Wasser länger an einem Raum mit der gewünschten Temperatur stellt oder gleich so aus den Hahn rinnen lässt geht das auch. (Mit Thermometer nachmessen). In der Zwischenzeit habe ich mir die genauen Zeiten für die Entwicklung herausgesucht.


    Entwicklung: (davor: Handschuhe Anziehen)
    Ein Film braucht in meinem Tank 300ml an Flüssigkeit. Ich habe also 300:25 gerechnet = 12ml. So weiß ich wie viel ich an Entwickler brauche.
    Also Entwickler rein, und nach Anleitungen und zuvor geschauten Foren, gekippt gewartet usw. Danach Entwickler rausgelegt und sofort das Stoppbad nachgelehrt. Danach das Fixierbad und dann kommt schon die Wässerung (ca. 10min.) in der Zwischenzeit, habe ich meinen Dreck (Eig. ist Dreck nur Materie am Falschen Ort...) entsorgt und die Handschuhe ausgezogen. Danach, war das Netzmittel dran, was ähnlich wie Spülmittel ist. Dies gibt man dazu, dass keine Schlieren entstehen. So! Danach habe ich nur noch den Film herausgenommen aufgehängt und 2h trocken gelassen.
    Danach nur noch zurechtschneiden oder Einscannen und Fertig! Dada!! :D


    Also im Großen und Ganzen macht es mir wahnsinnig Spaß selbst zu Entwickeln.
    Ich möchte nur noch immer oft den Knopf dürcken wo man sich die Fotos gleich anschauen kann, bis ich darauf komme das, dass ja gar nicht funktioniert.... :whistling:



    Was ich sehr stark merke ist, dass man mit über jedes einzelne Foto was man macht genau nachdenkt, denn ein Film + Entwicklung kostet nun mal etwas. Man wird sozusagen feinfühliger, macht sich mehr Gedanken ums Bild. Das ist es was mich so fasziniert. Ich hoffe ich konnte einen kleinen Eindruck über die Moderne Analoge verschaffen und warum es vll. doch noch gut ist Analog zu fotografieren. ;)


    Gruß
    Philipp




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    Ortskundig bei Nikon (/Olympus) & Analoger Photographie. Objektive von Sigma, Tamron, Olympus und Nikon. Zubehör von diversen Herstellern. :saint:


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    Wie in jedem anderen Forum braucht man dazu rechte, die nur Moderatoren und die Admins haben ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Ok verstehe.
    Danke fürs verschieben. ;)

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  • Deine Erfahrung kann ich nur bestätigen! Vor kurzem habe ich die analoge Fotografie entdeckt und bin fasziniert. Ich entwickle allerdings noch nicht selbst. (Bei SW lohnt sich das jedoch auf alle Fälle!)
    Man denkt viel mehr über die Bildgestaltung nach. Das hat mir auch sehr bei meiner DSLR geholfen. Ich achte sehr viel mehr darauf aus welcher Perspektive ich fotografiere. Außerdem ist es das wohl günstigste Vollformat =D
    Hast du auch schon Mittelformat ausprobiert?

    Analog und Digital <3

  • Nein, habe ich noch nicht.
    Allerdings bekomme ich in den nächsten Tagen einen Vergrößerer mit Zubehör. Darunter soll sich auch eine TLR Kamera. Also eine Twin lens Reflex Kamera im Format 6x6. Da bin ich sehr gespannt wie man die handhabt.... Vor allem die richtige Belichtung zu finden ^^


    Momentan bin ich davon voll fasziniert. Ich bin gespannt wie die Fotopapier - Entwicklung hinhaut.
    Wenn ich mich dann ein bisschen eingearbeitet habe, werde ich mich nochmal melden und einen "kurzen" Beitrag hinzufügen. :D

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  • Oh eine TLR. Da bin ich ja mal gespannt! Darfst gerne hier auch ein bisschen mehr dazu schreiben und ein paar Bilder zeigen :D
    Ich habe zu Weihnachten eine Holga bekommen, klar kann man die nicht mit TLR vergleichen^^ Aber ich bin doch gespannt auf das große Format :)


    Ich habe gestern die Negative meines ersten Farb-Films eingescannt und bin doch überrascht wie viele Filter das Großlabor (Drogeriemarkt) darüber gejagt hat. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Analog und Digital <3

  • Es sind eben meist Farbnegativ-Filme, da ist die Interpretation der Farben schon so eine Sache. Zumal ja auch jede Filmart von der Chemie her unterschiedlich ist und etwas andere Farben produziert. Und auch Scanner müssen prinzipiell kalibriert werden.


    Unterschiedliche Ergebnisse sind jetzt also nicht weiter verwunderlich ;)

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  • Scanner müssen auch kalibriert werden? Oh das wusste ich noch nicht.^^ Weißt du wie man das macht? Braucht man da auch so ein Gerät zu?


    Bei den Drucken von dm hatte ich allgemein das Gefühl dass die das Einscannen und dann ne Korrektur drüber laufen lassen. Vor allem bei den Schwarz/Weiß negativ Drucks! Die waren fürchterlich hart. Ich dachte schon mein Film wäre so furchtbar, aber es war deutlich mehr Dynamik auf dem Negativ drauf! Die Abzüge waren zudem auf Fujicolor Crystal Archive Paper Supreme, das laut Internet nur für Digitaldruck (und Farbdrucke?) ist: https://www.fujifilm.eu/de/pro…r-supreme-high-definition


    Meine bessere Hälfte hat z.B. auch nen Portra bei dm entwicklen lassen und Abzüge gemacht. Die Abzüge sehen nicht gut aus. Die Negativscans dagegen waren sehr schön, da wurden dann auch die Hauttöne wie für den Film typisch dargestellt.


    Edit: Achso die Negative, die ich eingescannt hatte waren die selben, von denen ich Abzüge bei dm hab machen lassen.

    Analog und Digital <3

  • Prinzipiell kann jedes Gerät zur Bildein- und Bildausgabe kalibriert werden. Im Falle von normalen Scannern nutzt man sog. IT-8 Targets (auf kalibrierten Druckern erstellte Farbtafeln) und gleicht dann über eine Software ab. Bei Dia- und Negativscannern bin ich mir aber unsicher wie das funktioniert.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

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  • Hallo!
    Hier das versprochene Update:


    Meine Nachbarin hat gestern mein 40kg Paket aus Deutschland erhalten, da ich genau 30min. von zu Hause weg war. Naja als ich das Ding dann heben wollte, wurde mir etwas schwummrig.... denn 40kg sind schwerer in dieser Größe zu heben als man denkt.
    Nun gut! 15meter von Haus A nach Haus B transportiert, wurde es natürlich wie es sich gehört sofort ausgepackt. Hier möchte ich nicht viel rumreden außer das es wirklich sehr sehr sehr gut eingepackt war. Dagegen ist Amazon mit Ihren gutem Versand ein Klacks ^^. Ich nehme an das der Vorbesitzer ein etwas älterer Herr gewesen sein muss > rein aus Intuition <


    Nachdem ich 20Minuten für das Auspacken gebraucht habe, bin ich an den Aufbau des Durst M605 S/W vorgegangen. Der Aufbau ist Kinderleicht. Die Belichtung und die Entwicklung brauchen hingegeben etwas "Gefühl". Keine Stunde später kam DHL mit einem wunderbaren Paket wo Entwicklungszangen, Entwicklungsbecken, 120 Filme sowie der Papierentwickler (und ein bisschen Krimskrams) enthalten waren.


    "Die Folgenden Punkte versuche ich halbwegs zu trennen"


    Kamera:
    Die Kamera Zeiss Ion Ikoflex IIa wurde in den Jahren 1950-52 gebaut. Die Mittelformatkamera wird mit einem 120 Rollbildfilm beladen. Sie kann von 1 Sekunde bis hin zu einer 1/500 Sekunde schießen mit einer Öffnung von f/3,5 bis hin zu f/16. Allerdings funktioniert mein Stück nur von 1/500 bis zu 1/50 Sekunde, da sonst der Verschluss nicht mehr zugeht. Da ist irgendetwas kaputt gegangen. Allerdings kann man sie im Bulb Modus Verwenden mit denen man die Belichtung so halbwegs einschätzten kann.


    Apropo Belichtung. Einen Belichtungsmesser gibt es (natürlich) nicht. Das Bedeutet das man sich an etwas richten muss um die korrekte Belichtung zu finden. Zum Beispiel eine Tabelle oder externen Belichtungsmesser. Ich nutze dazu einfach eine App auf dem Smartphone, die mir die richtige Belichtung findet. Diese Werte übertrage ich dann auf die Kamera, sofern es Möglich ist, denn ISO wechseln oder die Verschlusszeit länger als 1/50 zu drehen ist nun mal nicht drin.


    Die richtige Schärfe zu finden ist auch nicht ganz einfach. Die Kamera hat zwei Linsen, deshalb nennt man sie TLR also "Twin Lens Reflex" was so viel wie Zwei Linsen Reflex Kamera bedeutet. Damit ist gemeint das es eine Linse für den Sucher gibt und eine für die Belichtung. Dies gebt es, da der Verschluss sowie die Blende im Objektiv sitzen. Würde man den Verschluss öffnen, so wird das Bild belichtet. Die Sucherlinse gibt das Bild nach oben auf die Mattscheibe weiter wo man dann hineinschauen kann und die Schärfe durch Drehen eines seitlich positionierten Rad einstellen kann. Man bedenke das Bild gedreht, da es kein Pentaprisma vorhanden ist.


    Die Bedienung der Kamera ist am Anfang sehr ungewohnt. Vor allem den Rollbildfilm einzulegen erfordert etwas Geschick. Um einen Film einzulegen, öffnet man das Rückteil (wer hätte es gedacht... ^^) öffnet den Film, zieht legt ihn unten ein, haltet auf den Film drauf, dass er nicht aufspringen kann, lässt die Halterung einhacken und zieht den Film auf die andere Rolle (vom alten Film), drückt den Anfang hinein und dreht ein Stück so, dass es nicht der Film ohne Probleme weiterdrehen lässt. Danach schließt man das Rückteil, mach eine kleine Lücke man Boden der Kamera auf, wo man die Bildanzahl erkennen kann bzw. erkennen kann wie lange man bei noch älteren Kamera weiterdrehen muss um auf das nächste Bild zu kommen. Man dreht also so lange bis die Zahl 1 Erscheint, darf aber nicht darüber drehen, denn sonst wird ein Bild verschwendet, da man auf das nächste weiterdrehen muss, denn man kann den Film nicht mehr rückwärts drehen. Wenn du Zahl 1 erscheint. Schließt man die Lücke wieder und dreht auf der rechten Seite ein Drehrad rückwärts bis es einrastet. Dann sehr oberhalb 1
    Nun ist die Kamera auf das erste Bild gedreht. Um ein Foto zu machen stellt man nun Belichtungszeit & Blende ein findet den Fokus dreht denn Verschluss auf und macht drückt den Auslöser.
    Um nun das 2. Bild zu machen braucht man nicht weiter zu tun als das "Filmdrehrad" zu drehen. Es rastet dann Automatisch bei Bild 2 ein (OH WOW! eine Automatik). Danach kann man das Rad nicht mehr drehen. Auch den Auslöser kann man erst drücken, wenn auf das nächste Bild spult und der Verschluss aufgezogen hat.
    Selbst einen Blitz kann man daran Anschließen.... Natürlich MIT TTL .... NOT! ;)
    Wenn alle Bilder geschossen worden sind, nur noch weiter drehen bis ins unendliche, Rückklappe öffnen und Film mit einen Klebesteifen fixieren und die alte Rolle für den nächsten Film drinnen lassen.




    Entwicklung / Duka und co.:
    Um einen Film dieser Größe in eine Spule zu bekommen braucht man viel Geschick, Geduld, Zeit und Nerven. Ich habe 30 Minuten im Badezimmer (im Keller) verbracht um diesen Film in die Spule zu bekommen, da sich dieser auf Grund seiner Größe immer leicht biegt so, dass es einem schwer fällt den Anfang rein zu bekommen. Bei einem Kleinbildfilm brauche ich mit Dose öffnen max. 5 Minuten. Naja nachdem der Film in der Dose ist wird wie zwei Kleinbildfilme entwickelt. Nur das statt 300ml Flüssigkeiten mit 600ml Flüssigkeiten gearbeitet werden muss. Im Vergleich zu einem Kleinbildfilm wo durchschnittlich 36 Bilder rauf passen brauche ich 300ml und für eine 120 Rollbildfilm wo 12 Bilder darauf passen 600ml FlüssigkeitEN / ChemikaliEN... (für meinen Entwicklungstank)
    Nach dem Entwickeln werden die Negativs normal getrocknet.
    Wenn man nun seine Bilder nicht in S/W und in umgekehrter Luminanz auf 24x36 bz. 60x60mm sehen will. Kann man die Bilder über einen Scanner einscannen oder zum Vergrößern Einschicken oder dies selbst tun. Da ich ja meinen Durst M605 Vergrößerer jetzt habe tue ich das natürlich selbst. :D Um das tun zu können braucht man erst mal einen geeigneten Raum, der Lichtdicht ist. Diesen Raum nennt man dann "Duka" - Dunkelkammer. Was man in diesem Raum braucht ist zu Einem ein Wasseranschluss zum Anderen ein Tisch der groß genug ist, dass ein Vergrößerer sowie die 3-4 Entwicklungsbäder Platz haben.
    Man(n) geht wie folgt vor:

    • Alles Mögliche herrichten was man so braucht. Damit meine ich den Vergrößerer, Entwicklungsschalen, Chemikalien (komme darauf nochmal zurück), Dukaleuchte, Zangen, Fotopapier,...
    • Seine Negativs (mit Handschuhen) in den zuvor gesäuberten Vergrößerer einlegen. Die Negativs werden in die Negativbühne eingelegt.
    • Jetzt ganz wichtig, Licht aus, Dukaleuchte (<< Das Rot-,Orange-,Grün-,licht der Leuchte ist gegen die meisten Fotopapiere unempfindlich. Sprich: Es wird nicht belichtet >>) an und das Fotopapier herausnehmen. Davon wird ein kleiner Streifen (Probesteifen) abgeschnitten und unter die Grundplatte des Vergrößerer gelegt. Den Rotfilter davorschrauben, dass keine Belichtung stattfindet und die Schärfe am Drehrad des Vergrößerers einstellen / dies auch mit einem Kornscharfsteller gemacht werden. Es bietet sich außerdem davor an ohne rotfiter die Schärfe einzustellen, so kann man Staub auf den Glashellsten auch sichtbar machen und entfernen.
    • Den Vergrößere ausschalten, den Rotfilter wegnehmen und dann einen Karton oder ein lichtundurchlässiges Material nehmen und den Probesteifen bis auf ca. 3 cm überdecken. Danach wird für ca. 3 Sekunden belichtet. Dies kann über eine Schaltuhr oder durch einfaches ein und ausstecken des Vergrößere getan werden. Dann werden die nächsten 3cm freigelegt und wieder belichtet usw. usw.
    • Nachdem der Probesteifen fertig ist, kann es normal entwickelt werden. Also Entwickler, (Stoppbad), Fixiere, Wässerungsbad. Hierbei ist zu beachten das für Fotopapier ein eigener Entwickler benötigt wird! Dieser kann je nach Hersteller öfter verwendet werden. Bitte Temperaturen beachten!
    • Danach sollte man auf den Steifen irgendwo die richtige Belichtung vorfinden können. Nun zählt man von der hellsten Belichtung runter oder von der dunkelsten hoch. Wenn man seinen Wert gefunden hat dies kann z.B. 35Sekunden sein wird das Papier eingelegt belichtet und entwickelt.


      Geschafft! Nun kann man sich an seinen selbst gemachten, Analogen Bilder stolz sein, sich erfreuen oder was auch immer (z.B. archivieren oder aufhängen) damit machen

    Aufbau des Vergrößere. Der Vorgößerer besteht als nichts weiteren als einer Lampe die das Licht bündelt und durch ein Objektiv auf eine Platte strahlt. Genauer möchte ich nicht erläutern.




    Ich habe mir mal an Hand von Preisen ausgerechnet was so eine Filmentwicklung ZIRKA kostet. (Ohne natürlich unnötige Bilder gemacht zu haben die man dann wegschmeißt oder trotzdem einordnet) Bei den Mittelformat muss man das Ganze für 12 Bilder x2 rechen. Da sie doppelte Menge an Flüssigkeiten gebraucht wird (600ml) dies dann x3 das man auf 36 Bilder kommt ;)


    S/W Negativ: Durchschnittlicher 35mm Film 4€ (darauf passen 36Bilder 4/36= 0,11€ pro Bild) für einen 120 Rollbildfilm ca. 5€ je nach Hersteller gehen die Anschaffungskosten davon natürlich noch bis ins unermessliche...


    500ml Entwickler kostet mir 12€ diesen kann man 1:25 verdünnen. Ich bekomme also 12 500ml Entwickler. Auf einen Film brauche ich 300ml. 12 500/300 = 42 Verwendungen. 12€ / 42 V = 0,29€ pro Film


    1000ml Fixierer kostet mir 7,50€ dieses kann man 1:9 verdünnen. Ich bekomme also 9 000ml Fixierer. Auf einen Film brauche ich 300ml. 9 000/300 = 30. Allerdings kann ich den Fixiere ca. 5 mal Verwenden. 30x5 = 150 Verwendungen. 7,50€ / 150V = 0,05€ pro Film


    1000ml Stoppbad kostet mir 7,50€ dieses kann man 1:20 verdünne. Ich bekomme also 20 000ml. Stopp. Auf einen Film brauche ich 300ml 20 000/300 = 66. Allerdings kann ich das Stopp ca. 2-4 mal Verwenden. 66x3 = ca. 200. 7,50€ / 200 = 0,04€ pro Film.


    Das Netzmittel kostet mich 17€ pro Liter und ist 1:400-1:40 Fach verdünnbar. Kostet also ca. 0,02 pro Film.


    4,00€
    +0,29
    +0,05
    +0,04
    +0,02
    _____
    wären also ca. 4,40 € á Negativ-Film 35mm. Allerdings kostet die Papierentwicklung viel mehr, da man mehr an Chemie braucht sowie höhere Investitionen vorhanden sind. Das kann man so auch nicht rechen! Da man die Investitionen an Materiellen wie Entwicklungstank, Zeitaufwand, Wasserverbrauch, Messbecher, Chemiebehälter, Chemierücklaufbehälter, Filmklemme,.... usw,... usw,... usw,... nicht berechnet wurde.



    Hoffe ich konnte mit diesem Roman jemanden weiterhelfen oder etwas gutes tun. :D


    Falls ich mich wo irre, ich Irrer, bessert mich bitte aus! :saint:


    Ein Paar mehr Bilder findet Ihr noch unter: https://phototschirk.myqnapcloud.com/share.cgi?ssid=0piayTd


    Link ist ein Monat gültig danach verfällt er.
    Die Bilder sind nur "Schnappschüsse" daher bitte nichts besonderes Erwarten.


    freundliche Grüße
    PT

  • Sehr interessant! Toller Bericht!
    Ich werde bald auch meine ersten Filme selbst entwickeln.Darunter dann auch ein 120er Film aus der Holga =D (Ich hab doch glatt die 1 übersehen und das erste Bild verschwendet ^^)
    Der Link funktioniert leider nicht.

    Analog und Digital <3

  • Freut mich!
    Ich kann dir den Entwicklungstank von Paterson (https://www.fotoimpex.de/shop/…nk-2x35mm-2-spiralen.html) nicht so empfehlen, denn dieser beginnt beim kippen leicht zu tropfen. Die Verschlüsse von Jobo (https://www.fotoimpex.de/shop/…x35mm-tank-1-spirale.html) sind hier besser, allerdings um vielen teuerer von meist nur eine Spirale mit dabei. Bedenke das du einen Tank für 2 Filme (35er) kaufen musst vom einen 120er Film damit zu entwickeln. ;D
    Habe mich an den Einstellung des Links verklickt. Dieser war nur bis zum Ende des Tages gültig. Jetzt ist er ein Monat gültig. Sollte also wieder funktionieren.
    Falls du fragen zum Entwickeln (Entwickler, Zeiten, Zubehör,...) hast kannst gerne fragen. :saint:

    Ortskundig bei Nikon (/Olympus) & Analoger Photographie. Objektive von Sigma, Tamron, Olympus und Nikon. Zubehör von diversen Herstellern. :saint:

  • Danke für die Info und den Link! Tolle Dunkelkammer hast du da =D
    Mein Freund hat den Patersontank^^ und sich bis jetzt noch nicht beschwert. Aber irgentwoher muss der Preis ja auch kommen.
    Welchen Filmentwickler hast du benutzt? Hast du schon Unterschiedliche ausprobiert?
    Ich kenne bis jetzt nur Adonal und werde meine ersten Filme damit entwickeln.

    Analog und Digital <3

  • Ich benutze momentan nur den ADOX ADONAL nach RODINAL. Dieser ist nach Agfa Rodinal Originalrezeptur hergestellt (auch als R09 OneShot erhältlich). Es gibt in auch wieder als Rodinal zu kaufen. Ist aber nach meinen Recherchen das selbe ;). Einen anderen habe ich noch nicht ausprobiert. Allerdings war in den Paket ein Atomal (Pulver) enthalten. Diesen werde ich mal verwenden.
    Welchen Film nutze du denn?

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  • Also an Filmen habe ich verschiedene. Bei Farbnegativen nur den Kodak Gold 200. Bei S/W Filmen habe ich schon den Agfa 100 und Kodaks TriX 400 ausprobiert (leider den TriX noch nicht entwickelt). Beim 120er Film hatte ich auch einen TriX. Demnächst bekomme ich noch ein Paketchen mit verschiedenen Filmen von Kodak :D auf das ich mich schon sehr freue^^
    Welche Filme hast du bisher ausprobiert?

    Analog und Digital <3

  • Im Kleinbildformat nutze ich den Ilford HP5+ 400, den CHM 100 bzw. CHM 400 was wie ich mitbekommen habe nur noch die Restmengen eines Kentmere Films ist. Bis auf die langen Entwicklungszeiten (wo man sich ein bisschen spielen muss) ist der Film top! Vor allem für diesen Preis. Im 120er Format einen Fomapan 100 & 400 (wobei ich den 100er noch nicht entwickelt habe, da ich die ASA/ISO 400 schon gut gebrauchen kann)
    Wo hast du deine Filme/Entwicklungszubehör bestellt? :D

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  • Wie gefällt dir der Fomapan im 120er? Ich möchte definitiv noch verschiedene Filme ausprobieren. Den Kodak Gold und den Agfa bekomme ich hier beim Drogeriemarkt. Den TriX hab ich geschenkt bekommen. Für die Entwicklung habe ich noch kein eigenes Zubehör. Werde erst mal dass von meinem Freund mitbenutzen, er hatte sich das Einsteigerset von Fotoimpex geholt. =D

    Analog und Digital <3

  • Vom Fomapan habe ich bereits 2 Filme entwickelt. Ich muss sagen er ist sehr schön! (Habe aber auch keinen Vergleich zu anderen 120er) Allerdings habe ich mich das erste mal sehr geschreckt, da die Entwicklungsflüssigkeit Neon-Grün herauskam. Bei den anderen Filmen kommt er fast Farbunverändert heraus. (In der Lagerung oxidiert er dann und wird braun-schwarz) Je nach dem wie du entwickelt ist dein Stoppbad leicht grün gefärbt. ;)


    @Shetanchan Ach ja zum Zubehör. Ein Filmpatronenöffner und/oder ein Filmrückholer war die beste Invention die ich getätigt habe. Mit einem der beiden Dinge kann man super den Film aus seiner gesicherten Lage bekommen und in die Spirale einfädeln. :) Mit einem Flaschenöffner habe ich mir sehr schwer getan. Zum Öffnen verging bis jetzt auch die meiste Zeit, da die Dinger sehr Stabil sind.

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  • Danke für den Tipp! Ich werd mal nachfragen ob wir so was schon haben^^ ich freu mich schon sehr aufs entwickeln und hoffe da das we Zeit zu haben.

    Analog und Digital <3

    Einmal editiert, zuletzt von Shetanchan ()

  • Hey ich wollte mal ein Update da lassen^^ Ich habe gestern meinen ersten Film entwickelt, einen 120 B/W, den ich durch die Holga gejagt hatte.
    Beim Einfädeln hatte ich hilfe. Wir haben mit Adox Adonal entwickelt. Es war recht "einfach" aber hat schon so ne 3/4 Stunde gedauert mit allem. Scannen konnte ich ihn leider noch nicht. Aber es hat echt Spaß gemacht. =D
    Jetzt habe ich jedoch noch eine Frage: Die Fotochemie muss man ja auch entsorgen und da steht drauf, dass sie nicht in die Kanalisation gelangen darf. Wo kann man das Zeug abgeben? Wie machst du das?

    Analog und Digital <3