Bewegte Motive ziehen Schlieren bei Videoaufnahme mit 650D

  • Hallo DSLR-Filmer


    Meine Frage lautet: „Wie kann ich mit einer Canon EOS 650D in 1080p bei 24B/S flüssig filmen?“
    Bewegte Motive ziehen bei mir Schlieren hinterher.
    Ich habe das Problem in einem Video erklärt und demonstriert.
    Ich bin für jede Hilfe dankbar und würde mich sehr freuen, wenn du dir 3 Minuten Zeit für mein Video nehmen könntest.
    Das Problem wird vor allem deutlich bei: 01:57 & 02:40 Sekunden.

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  • Hi,


    erst einmal ein dickes Kompliment: Ich habe noch nie so eine geniale Problembeschreibung gesehen! :thumbup:



    Zum Thema selbst: Warum filmst Du überhaupt mit 24 fps? Wenn Du in den Bereich Online-Publishing (sprich YouTube und Co) willst, dann würde ich in 1080p25 oder 1080p30 gehen. 24 FPS machen nur Sinn, wenn man auf Blu-Ray produzieren will oder eben fürs Kino - dort wo es Abspielgeräte gibt die diese Bildrate unterstützen. Am PC wird dein Monitor mit sehr hoher Sicherheit eh nicht mit 24 FPS betrieben (eher 60 oder 75 Hz), sprich es wird eh interpoliert.


    Desweiteren sehe ich dein Problem nicht wirklich. Meinst Du die leichte Bewegungsunschärfe? Denn genau die will man im Video haben, sonst sieht es unnatürlich aus ("Staccato-Effekt"). Das ist mit primär der Grund für die 1/50s an Belichtungszeit. Dadurch hat das Bild weiterhin eine leichte Bewegungsunschärfe und kommt damit dem sehr nahe, wie unser Auge natürlicherweise Bilder aufnimmt. Du kannst auch mit 1/400s arbeiten und damit auch wesentlich mehr Schärfe in Bewegungen hineinbekommen, das Video wirkt dann aber wirklich... stockend ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • erst einmal ein dickes Kompliment: Ich habe noch nie so eine geniale Problembeschreibung gesehen!

    Irgendwie hat das einen leichten Hauch von Ironie? :whistling:

    1080p25

    Leider bietet die Canon EOS 650D nur 1080p24 und 1080p30 an. Aber die 30er werde ich morgen mal probieren, danke :)

    Desweiteren sehe ich dein Problem nicht wirklich. Meinst Du die leichte Bewegungsunschärfe? Dadurch hat das Bild weiterhin eine leichte Bewegungsunschärfe und kommt damit dem sehr nahe, wie unser Auge natürlicherweise Bilder aufnimmt. Du kannst auch mit 1/400s arbeiten und damit auch wesentlich mehr Schärfe in Bewegungen hineinbekommen, das Video wirkt dann aber wirklich... stockend

    Ich denke man kann es auch als Bewegungsunschärfe bezeichnen, ja. Denn immer wenn ich mich bewege wird ein "leichter Schatten" hinter dem Körper her gezogen. Also prinzipiell kein normaler Schatten aus Licht sondern eher ein flackern meines Körpers, das wirkt einfach nicht flüssig.
    Und gerade wenn ich jetzt jemanden in sehr schnellen Bewegungen filmen möchte wirkt das, meiner Ansicht nach, sehr sehr unschön.
    Wenn ich z.B. einen Salzstreuer einen halben Meter vor meinem Auge in die Luft halte, diesen von links nach rechts bewege und ihn mit meinen Augen verfolge, ist das flüssig, da ist nichts unscharf oder flackernd wie im Video.
    Vielleicht bin ich aber auch einfach zu penibel? ?(

  • Irgendwie hat das einen leichten Hauch von Ironie? :whistling:

    Nein, das war wirklich ernst gemeint ;)


    Leider bietet die Canon EOS 650D nur 1080p24 und 1080p30 an. Aber die 30er werde ich morgen mal probieren, danke :)

    Ich habe mit der Kamera selbst schon gefilmt und ich verspreche Dir, sie kann auch in 1080p25 filmen ;) Stelle bei "Videosystem" (2. Menüpunkt mit einem "Schraubenschlüssel" als Symbol) mal von NTSC auf PAL und Du hast 25 FPS zur Auswahl.


    Zu Deinem "Problem": Wie gesagt, man will eben genau diese Unschärfe im Bild haben. Es ist nun über ein gutes Jahrhundert an Erfahrung dort hinein geflossen und es hat sich gezeigt, dass beim Filmen eine gewisse Bewegungsunschärfe in den Bildern von Vorteil ist. Sofern Du einen BD-Player und einen entsprechenden Animationsfilm (Ice Age, Madagascar, etc.) hast, lege den mal ein und drücke in actionreichen Szenen auf Pause: Auch in Animationsfilmen fügt man ganz bewusst eine Bewegungsunschärfe ein um es natürlich wirken zu lassen.


    Wie gesagt: Es hindert Dich niemand daran mit 1/200s oder kürzeren Belichtungszeiten zu arbeiten um somit weniger Bewegungsunschärfe zu bekommen. Aber am Ende hast Du dadurch ein stockendes und unnatürlich wirkendes Bild.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Ich habe mit der Kamera selbst schon gefilmt und ich verspreche Dir, sie kann auch in 1080p25 filmen Stelle bei "Videosystem" (2. Menüpunkt mit einem "Schraubenschlüssel" als Symbol) mal von NTSC auf PAL und Du hast 25 FPS zur Auswahl.



    Meinst du, dass ein Bild mehr pro Sekunde so einen großen Unterschied macht? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann man NTSC und wann PAL einstellt. :rolleyes:
    Nur, dass es irgendwas mit Europa und USA zu tun hat. Habt Ihr vielleicht ein Video in dem Ihr das erklärt? Also was der spezifische Unterschied ist und wann man was nutzt?

  • Indirekt ja, da haben wir ein Video ;) Zum Thema NTSC und PAL einmal ein Bild von Wikipedia:


    [Blockierte Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1d/NTSC-PAL-SECAM_de.png]


    Dementsprechend: Wenn Du für den europäischen Markt produzierst und das Video abschließend NICHT auf Blu-Ray oder einen Kinoprojektor übertragen willst, dann sind 25 FPS die "Framerate der Wahl". Formal klingt es nach "nur einem Bild mehr", der große Unterschied ist aber, dass nicht alle Geräte problemfrei mit 24 FPS umgehen können. Bei modernen HDTVs, AV-Receivern und BD-Playern ist das kein Thema.


    Deine Bewegungsunschärfe hat nichts damit zu tun, das liegt wie gesagt an der Belichtungszeit und ist mit den 1/50s durchaus beabsichtigt. Probiere doch einfach einmal 1/200s oder 1/1000s aus, wenn denn genug Licht da ist. Ich würde es Dir nicht empfehlen, aber das kann ja jeder selbst entscheiden ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Oh das ist eine sehr tolle Grafik!
    Das Video werde ich mir zuhause mal anschauen.
    So wie ich das jetzt verstanden habe, sollte ich, unabhängig von der Belichtungszeit, entweder mit PAL in 25 FPS oder mit NTSC in 30 FPS filmen - richtig?
    Belichtungszeit dann FPS * 2 um die "perfekte" Bewegungsschärfe zu bekommen.
    Allerdings werde ich um die schnelle Belichtungszeiten nicht herum kommen, da ich nicht den Mut zum Kauf eines ND-Filters habe. :cursing:
    Es ist nicht so, dass ich Angst vorm kaufen hätte, viel eher davor, das Falsche zu kaufen. :|
    Vario NDFilter kommt für mich aufgrund hohem Preis nicht in Frage. Am liebsten wäre mir ein Allroundfilter den ich bei "mittlerem Tageslicht" anwenden könnte.
    Oder gibt es da noch andere Tricks, das eingeworfene Licht zu minimieren? ?(

  • Ich würde Dir in Europa, wie gesagt, einfach 25 FPS empfehlen.


    Zum ND-Filter: Ich würde schon von starkem Sonnenschein ausgehen und von deiner typischen Blende. Das ist bei durchschnittlich f/5.6 und ISO-100 gerne noch 1/1000s. Du willst 1/50s erreichen, sprich Faktor 20 weniger Licht oder grob 4 EV respektive Blendenstufen (entspricht Faktor 16). In Praller Sonne müsstest Du bei so einem FIlter vielleicht noch auf f/8 schließen, bei bewölktem Himmel sollte man hingegen mit gut ISO-200 bis ISO-400 auskommen.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Ich steige bei den Rechnungen noch nicht ganz hinter.
    Angenommen ich will allgemein mit Blende f/2.8 bei Sonnenlicht filmen.
    Ich muss bei ISO 100 eine Belichtungszeit von 1/4000s einstellen um perfekt zu belichten.
    Will aber auf 1/60s kommen.
    Was muss ich dann machen? So wie ich das verstanden habe gibt es dann zwei Faktoren, ein mal den Wert von ca. 66,7 (4000:60=66,7)
    Wo finde ich diesen Wert / Faktor beim Kauf eines ND-Filters?
    Der zweite Wert hat doch was mit der Blende zu tun, das habe ich überhaupt nicht verstanden.
    Welche Marken sind von der Qualität her zu empfehlen beim Kauf eines ND-Filters?

  • Der erste Teil der Rechnung ist korrekt. Das oben war jetzt einmal ein Beispiel, da man recht selten mit f/2.8 filmt (wir zumindest für die Sendungen, weil man da in Bewegung echt schon mit der Schärfe zu tun hat). Aber bleiben wir dabei:


    1/4000 s -> 1/60 s = ~67x Abschwächung


    Wie Du sicherlich weißt, arbeitet man auch in der Fotografie oft auf Basis 2 (z.B. kommt von f/2.8 zu f/4 doppelt so viel Licht durchs Objektiv), dementsprechend wäre hier der nächstliegende Filter einer mit 64-facher Abschwächung oder eben 6 Blendenstufen (2^6 = 64).


    Das mit der Bezeichnung ist leider nicht wirklich einheitlich im Handel gelöst. Mögliche Bezeichnungen wären beispielsweise 64x - ND1,8 - 106 ND 1,8 (B+W Filter) usw. Hier mal ein Exemplar mit 62mm Durchmesser von Hoya: Amazon.de.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro