Den Drang zu fotografieren

  • Hallo zusammen!


    Ich möchte gerne ein Thema ansprechen, welches fern ab von Systemwahl, Objektiven und Equipment ist. Vor gut ein, zwei Monaten habe ich mir endlich eine Spiegelreflexkamera besorgt und habe damit schon jede Menge Spaß gemacht. Nun hatte ich in den letzten paar Wochen viel zu tun, die Zeit war knapp und für die Fotografie war leider keine Zeit mehr vorhanden. Nun hat sich die zeitliche Lage wieder ein wenig beruhigt und ich will fotografieren!


    "Dann mach das doch", werden sich nun einige denken. Doch ich bin in letzter Zeit schon verzweifelt, weil ich einfach nicht weiß, was ich fotografieren soll - so doof, wie das auch klingen mag. Ich würde gerne Landschaften fotografieren, doch meine Umgebung ist ein wenig langweilig und das Wetter spielt derzeit auch verrückt. Ich würde gerne Menschen fotografieren, doch zurzeit hat niemand in meinem Freundeskreis Zeit/Lust dafür. Streetphotography? Traue ich mich nicht, wir sind schließlich in Deutschland. :rolleyes: Mein Auto in Szene setzen, das wärs! Aber die doofen Winterfelgen mit den noch blöderen Radkappen versauen das ganze Bild. Auch doof.


    So geht es in meinem Kopf zu und irgendwie finde ich das traurig, schließlich hat man mit der DSLR so viel Potenzial in der Hand. So viele Möglichkeiten, Chancen und Ideen. Mich würde es echt interessieren, ob andere dieses Gefühl bzw. diese Gedanken nachvollziehen können oder sogar schon selbst hatten und was sie dann gemacht haben, um da rauszukommen.

    Canon EOS 77D | Canon 18-55mm 4-5.6 | Canon 50mm 1.8


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  • Spannende Frage. Irgendwie kenne ich das.


    In Bezug auf Landschaften habe ich die Erfahrung gemacht einfach rausgehen und sich überraschen lassen. Ich weiß ja nicht wo du herkommst und wie es in deiner Umgebung aussieht. Aber einen Wald oder See wird es doch geben.


    Ich bin auch ein Fan von Festbrennweiten in dem Moment. Denn dann musst du dich bewusster und intensiver mit der Situation und Umgebung auseinander setzen. So können tolle Fotos entstehen. Auch mal über neue Perspektiven nachdenken.


    Und gerade am Anfang werden dir noch mehr Motive entgehen, da du das vermeintlich falsche Objektiv mitgenommen hast. Aber genau das schärft das Auge für unterschiedliche Situationen und du bekommst neue Ideen für das nächste Mal.

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    Vor gut ein, zwei Monaten habe ich mir endlich eine Spiegelreflexkamera besorgt und habe damit schon jede Menge Spaß gemacht. [...]



    Doch ich bin in letzter Zeit schon verzweifelt, weil ich einfach nicht weiß, was ich fotografieren soll -

    Wenn ich mir meine Bilder aus den ersten Monaten anschaue habe ich ALLES fotografiert.
    Bei jedem Spaziergang die Kamera dabei gehabt. Auch im Winter findet sich das was. Und wenn dir die große weite Landschaft zu langweilig ist geh näher ran. Geh in den Wald, zum nächsten See, check auf Googlemaps was es so geben könnte, wenn du ein Stativ hast experementiere mit Langzeitbelichtungen von Straßen, Bahnen oder sonstigem ist ja ziemlich dunkel draußen. Aus welcher Gegend kommst du denn wenn ich fragen darf?


    Gerade am Anfang musst du nicht jeden Fotoshoot planen.
    Ohne das jetzt abwertend oder demotivierend zu meinen, deine Bilder werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die allerbesten werden, aber mit jedem Foto lernst du dazu.

    Nikon D5500

    Nikon Z6

  • Ich glaube so etwas hat jeder schon einmal erlebt. Mir hat es in solchen Situationen geholfen die Kamera bei Spaziergängen immer dabei zu haben und mit Offenen Augen durch den Wald oder die Felder zu gehen. Meistens findet sich etwas zum Fotografieren, und wenn es nur ein Blatt ist. Manchmal klappt es auch nicht, dann hatte man wenigstens einen Spaziergang.
    Meist wird es auch einfacher wenn man einfach anfängt. Selbst wenn die ersten Fotos nicht toll sind, bekommt man nach ein paar mal drüber schlafen Ideen wie man es nächstes mal anders machen könnte.
    Zu anfang habe ich unzählige Fotos gemacht und viele davon waren einfach nur um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie z.B. Welche Brennweite wirkt etc.

    Analog und Digital <3

  • Vielen Dank für eure Antworten und Tipps! Ich werde morgen mal wieder einfach losziehen und und irgendetwas fotografieren, vielleicht löst das tatsächlich die "Blockade" in meinem Kopf

    Canon EOS 77D | Canon 18-55mm 4-5.6 | Canon 50mm 1.8

  • @PhotoNik


    Da sagst du was!


    Du sprichst mir da voll aus dem Herzen. Ich bin da genau so "gefangen" wie du. Die Arbeit stresst manchmal und man denkt sich: Heute gehe ich mal wieder fotografieren. Und wenn man dann nach der Arbeit nach Hause kommt findet man allerlei Ausreden, nicht zu gehen. Das Wetter ist Mist, das Licht ist Mist, wo soll ich denn hingehen? Hier kann ich nichts in Szene setzen. Diese Gedanken gehen mir immer wieder durch den Kopf. Ich denke, es ist eher eine Kreativblockade, die man überwinden muss, wenn man sein Hobby halbwegs gut bestreiten will. Ich liebe die Fotografie, aber manchmal hasse ich sie auch - je nach Stimmung. Manchmal fühle ich mich fast schon genötigt, endlich mal aus dem Haus direkt in den Wald zu gehen, um Fotos zu machen. Denn.. "Du hast ja eine Kamera und tolle Objektive, also musst du auch Fotos machen." So in dem Sinn.


    Ich habe das Thema Fotografie für mich neu interpretiert.


    Wenn ich mal 2 Wochen keine Fotos mache, dann ist das so. Aber dann kommen mir auch wieder neue Ideen, neue Entdecker-Schübe - und genau das brauche ich. Ich bin aktuell happy mit meinen Fotografie-Gewohnheiten. Mal eine oder zwei Wochen "Pause" machen und ich sprühe wieder vor Idee und Entdeckergeist.

  • Wenn es geregnet hat, bei Dunkelheit an eine Ampel und Langzeitbelichtungen machen. Durch die Nässe spiegeln sich die Lichter sehr schön. Die Autos machen rote/gelbe Lichtstreifen, je nachdem ob sie fahren oder halten, sehen diese anders aus. Man lernt sehr viel über die Kamera. Habe ich gerne gemacht als ich kurz in der Stadt gewohnt habe. Jetzt in meinem 70 Einwohnerdorf geht das nicht mehr. Bin zurzeit auch ziemlich ideenlos :c

  • Hehe.. Ampeln. Was ist das? Wir haben hier weit und breit kaum eine bis gar keine Ampel - nur Kreisverkehr. Aber danke für deine Idee mit der Ampel. Die habe ich kurzerhand durch einen Kreisverkehr ersetzt. Das gibt auch coole Bilder.

  • Eine Downphase in der Fotografie kennt denke ich mal jeder der sich schon länger in der Fotografie unterwegs ist.
    Ich gebe dir mal ein paar Tipps, wie man wieder den Spaß an der Fotografie findet die ich selber auch nutze aus eigener Erfahrung.

    1. Setze dir klare Ziele und Herausforderungen. Da ist deinem kreativem Raum keine Grenze gesetzt. Fotografiere einfach mal 2 Wochen nur mit einem Objektiv und versuche das beste heraus zu holen und damit in jeder Situation klar zu kommen. Oder Versuche wirklich alles wissenswerte über deine Kamera heraus zu finden. Wo hat sie stärken und wo schwächen, was gefällt dir und was nicht, wo sind ihr Grenzen gesetzt oder eben nicht. Oder setze dir als Ziel in einem Monat 10 schöne Fotos von deinem Wohnort im Umkreis von 1km zu machen, oder oder oder.

    2. Gehe einfach mal an Orte wo du noch nicht 100mal warst.
    Einach mal einen Ort aufsuchen wo du noch nicht warst. Das muss nicht weit weg sein, das kann auch einfach ein Ortsteil sein, den du sonst garnicht gezielt zum Fotografieren angeplant hattest.

    3. Suche dir Leute die das gleiche Hobby haben. Ich kann dir sagen es macht gleich viel mehr Spaß und ist unglaublich Motivierent, wenn da noch andere sind die einen quasi einfach mit nehmen und wieder anstecken.


    4. Geb den Bildern einen Sinn. Warum immer nur sinnlos Fotos machen und dann auf dem Rechner verstauben lassen oder niemanden zeigen? Wie wäre es mal damit ein schönes Foto als Leinwand drucken zu lassen, jemanden eine schöne Postkarte schicken oder eine tolle Kaffeetasse für den Papa? Oder nutze Soziale Medien um deine Fotos auch mal zu zeigen und dich austauschen zu können. Oder mache tolle Autos von Autos anderer.

    Sony A7III | Sony SEL 24-105G OSS F4 | Sony SEL 70-200G OSS F4 | Sigma MC-11 | Canon EF 50mm f1.8 STM | Canon EF 85mm f1.8

  • Ich versuche dann immer in bekannten Sachen was neues zu entdecken.


    Habe neulich mir den Aachener Stadtberg angeschaut. War ich obwohl ich seit 7 hatten dort lebe noch nie.

    Schau in die Gegend und kuck nach einem interessanten Gebäude oder Berg in Ferne und fahre da hin.

    Neues Spielzeug kann auch helfen was neues zu probieren. Schau ob Events wie Demos in der Nähe statt finden.

  • Ich entdecke viel Neues, wenn ich als Beifahrer im Auto sitze. Da sieht man irgendwie mehr. ^^

    Geht mir 1zu1 genauso wie dir ;-D
    Man ist eine Strecke schon Jahrelang gefahren und kaum fährt man als Beifahrer mit, denkt man sich so, war dies oder das schon immer hier?

    Sony A7III | Sony SEL 24-105G OSS F4 | Sony SEL 70-200G OSS F4 | Sigma MC-11 | Canon EF 50mm f1.8 STM | Canon EF 85mm f1.8

  • Oder man macht es wie ich...

    Fährt an die See packt seinen Kamera Rucksack.. und vergisst was ?

    Klar sein Uww..


    Also ab in die örtliche Verleih stelle und wenn du Geld fürs leihen ausgibst gehst du wie ich gleich (Sonnenuntergang) an die See und testest das Sigma 14mm 1.8 das du dir geliehen hast bis es dunkel ist und darüber hinaus...


    Da hat chaotisches packen auch mal was für sich..


    Tante edit sagt: mir macht das objektiv Mega Spaß. Heute habe ich keine Filter gebraucht aber die Option fehlt mir irgendwie...


    Unnnnnd die Ostsee ist gerade nicht so kalt wie der Wind. Stand dann teilweise doch recht tief im Wasser...


    Ergebnis der Motivation. Voll da :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Ripsaw ()

  • .. kaum fährt man als Beifahrer mit, denkt man sich so, war dies oder das schon immer hier?

    Richtig.


    Vor einigen Monaten ist mal meine Frau gefahren. Plötzlich entdecke ich in einem schnöden Hang, den ich vermeintlich schon Jahre kenne, eine tiefe Höhle, hinter Bäumen versteckt. Habe mir fest vorgenommen, die mal samt Kamera und Taschenlampe zu erkunden. ^^