Gewerbeanmeldung nötig für PR Fotos?

  • Hallo ihr Lieben,


    Ich hoffe der ein oder andere kennt sich auf dem Gebiet etwas aus.

    Ich wurde von einer Hundeschule gefragt, ob ich ein paar Fotos von den Gruppenstunden für ihre Online-Auftritte machen könnte (FB, Instagramm und Webseite).

    Ich plane nicht damit tatsächlich was zu verdienen oder es auf Dauer zu machen. Im Internet finde ich teils etwas wiedersprüchliche Angaben, ob dafür jetzt eien Gewerbeanmeldung nötig ist oder nicht.

    Da ich ja nicht Geld verdienen möchte und es nicht auf Dauer machen möchte, dachte ich erst ich muss kein Gewerbe anmelden. Aber jetzt habe ich einen Artikel gefunden, der darauf hinweißt, dass wenn die Fotos für gewerbliche Zwecke verwendet werden (z.B. Werbung) dann sei eine Gewerbeanmeldung nötig.

    Hier die besagte Passage aus diesem Arikel:


    Zitat

    Laut eines Urteils des BFH aus dem Jahre 1998 muss ein Fotograf grundsätzlich ein Gewerbe anmelden, wenn seine Bilder nicht hauptsächlich künstlerischen Zwecken, sondern Werbezwecken oder Bedürfnissen seiner Auftraggeber dienen. Wenn also beispielsweise ein Hobbyfotograf Bilder bei einem Tag der offenen Türe eines Autohauses schießt und diese Firma daraufhin die Bilder übernimmt und auf der Homepage zeigt, wäre dies ein Fall, der in Richtung gewerblicher Ausübung geht. Schließlich will das Autohaus die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden im Internet erlangen und seinen Umsatz steigern.

    Analog und Digital <3


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  • Um erst einmal das Wichtigste zu klären: Niemand hier darf dich rechtlich beraten. Also bitte diese und alle anderen Antworten zum Thema nur als Anregung/Hinweis verstehen.


    Zur Frage: Leider ist der fc-Artikel sehr ungenau und nennt nicht einmal das Aktenzeichen des Urteils, womit man schwer sagen kann worauf man sich da überhaupt bezieht. Sollte ich das entsprechende Urteil gefunden haben (BFH, 19.2.1998, IV R 50/96, BStBl II 1998, 441), dürfte das für dich nicht relevant sein.


    In dem Verfahren wurde lediglich über die Frage entschieden, ob der Kläger einer freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeit nachgegangen ist (das ist vor allem steuerrechtlich interessant, Stichwort: Gewerbesteuer). Da ging es also nicht um die Frage ob sondern wie man die Tätigkeit anmeldet.


    Es steht im oben verlinkten Artikel auch unter dem Punkt "Gewerbeanmeldung". Das würde ich, mit dem Urteil im Hinterkopf, so interpretieren, dass es an der Stelle im Artikel auch nur noch um die Frage des "wie?" ging.



    Kurzum: Aus meiner Erfahrung ist Gewinnerzielungsabsicht das Schlagwort, wenn es um die Frage des "Muss ich ein Gewerbe anmelden?" geht. Und wenn Du im Jahr mehr Geld für Fotografie ausgibst (Kameras, Software etc.) als einnimmst, wird das FA das für gewöhnlich als Liebhaberei (Hobby) werten.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Ich war mir da früher auch nicht sicher, ich hatte mich dann einfach mit nem Freund zusammengetan und uns selbstständig gemacht.
    Ich weiß auch immer noch nicht, wie das ist wenn man nicht Selbstständig ist, z.B. mit Rechnungen schreiben usw.

    Sony Alpha 7S II
    Sony Alpha 7R II
    Objektive (Sigma Art + Canon L) + Objektivadapter (EF to E)
    2 Manfrotto Stative + 1 Vanguard Alta Pro
    mehrere Licht- und Mikrofonstative

  • Ich habe momentan auch damit zu tun, momenan sind bei mir einige größere Fotoaufträge außerhalb meines Bekanntenkreises eingegangen und ich habe mich dann zum Thema "Fotografieren als nebenjob" informiert.

    Was ich schon mal sagen kann, fotografieren mit Auftrag+Bezahlung ist prinzipiell eine Tätigkeit die eine Gewerbeanmeldung benötigt.
    Wenn das nur ein bis zweimal im Jahr ist, kann man das auch ohne Gewerbeanmeldung machen und bei der Steuererklärung auch so eintragen. Da gibt es einen jählichen Freibetrag (~400€), informiere dich da mal beim Finanzamt, die können dir da weiterhelfen.

    Prinzipiell gibt es da aber zwei Möglichkeiten:
    1. Kostenlos Fotografieren.. die einfachste Option, dir bleiben dann zwar nur die Bilder und kein Geld, dafür aber auch kein Stress und Aufwand.
    2. Den Legalen und (anfangs) komplizierten weg gehen: Gewerbe beantragen und offiziell als Kleinunternehmer-Fotograf bezahlte Aufträge bearbeiten

    Die ganze Anmeldung ist für den Neueinsteiger schon kompliziert...
    - Anmeldung beim Gewerbeamt

    - Handwerkskammer und Eintragung in die Handwerksrolle (dann darf man sich als "Fotograf" bezeichnen)
    - Finanzamt
    - Krankenversicherung
    - Fotografen Haftpflichtversicherung
    - (Technikversicherung)
    - Buchführung

    - Rechnungen schreiben


    und das, was mir grad nicht einfällt..

    Die Kosten sind je nach Jährlichen einnahmen verschieden.. bis 3900€ im Jahr an Einnahmen ist das alles Recht günstig, bei größeren Summen wird das mit der Krankenversicherung schon etwas teurer (von 0€ auf 360+€/jahr)

    Also gut überlegen, ob sich das für 3-4 Aufträge lohnt..^^

    Canon 1D IV | Canon 5D III | Canon 16-35mm F/4L IS | Canon 24-70mm F/2.8L II | Canon 70-200mm F/2.8L IS II | Canon 35mm F/1.4L II | Canon 85mm F/1.4L IS

  • Vielen Dank Tim! Ich schätze dass es weit unter 400€ sein werden. Von daher Lohn es sich bei mir wahrscheinlich nicht.

    Analog und Digital <3