55-250mm oder 70-300mm als Ersatz zum Sigma 18-200 Contemporary?

  • Hallo zusammen!


    Bin hier im Forum neu, habe aber schon etliche Videos von ValueTech bei Youtube gesehen und dort den Kanal aboniert. :thumbsup:


    Ich habe eine EOS 77D und dazu das Sigma 18-200 Contemporary.

    Mit dieser Kombination bin ich nicht ganz zufrieden, da ich für meine Verhältnisse überdurchschnittlich viele verwackelte Fotos produziere.

    Den Grund dafür kann ich nicht genau sagen. Vielleicht liegt es am mittelmäßigen OS, vielleicht am geringen Gewicht der Gehäuse-Objektiv-Kombination in Verbindung mit dem recht markanten Spiegelschlag. An falscher Kamerabenutzung sollte es nicht liegen, da ich alle Tipps und Tricks für eine ruhige Kamerahaltung gewissenhaft anwende.

    Verstärkt wird die Verwacklung aber definitiv von der Blende 8, die ich aufgrund der Bildschärfeneigenschaften durchgehend anliegen habe.


    Daher mein Wunsch, ein lichtstärkeres Telezoom zu erwerben, welches bei Offenblende trotzdem sehr gute Bildeigenschaften hat.

    Wenn es gleichzeitig noch etwas schwerer als das kleine 18-200 C ist und damit "Ruhe" beim Auslösen mitbringt, umso besser.

    Gleichzeitig wünsche ich mir (unabhängig von der anliegenden Blende) ein ruhigeres Bokeh als bei meinem 18-200 C, welches ich als sehr unruhig empfinde.


    Ich frage mich nun, ob es im "vernünftigen" Preisbereich bis 500 Euro ein Objektiv gibt, welches alle diese Wünsche auf einmal erfüllt:

    Hohe Bildschärfe, ruhiges Bokeh und wenige Bildfehler (CAs, ...) bei Offenblende müssen passen, weiterhin ein effektiver Bildstabilisator bei Fotos (Videos sind kein Thema).


    In Frage kommen meines Wissens eigentlich nur:

    - Canon 55-250 STM

    - Canon 70-300 IS II USM

    - Tamron SP AF 70-300 DI VC


    Das Tamron soll dabei nach meinen Informationen das beste Bokeh haben, die beiden Canons jedoch die höhere Bildschärfe gerade bei Offenblende.

    Wobei hier im Forum schon einige Diskussionen entstanden sind, welches der beiden Canons am APS-C besser ist.....


    Meine Haupt-Frage ist somit, ob ich mit einem anderen Objektiv im Vergleich zum 18-200 C in den genannten Kategorien sichtbare Vorteile im Telebereich erreichen kann.

    Kann man die in Frage kommenden Teleobjektive in Sachen Bildqualität mit dem 18-200 irgendwie ins Verhältnis setzen?

    Im Weitwinkel würde ich mich im Falle des Wechselns ebenfalls nach einer Alternative umsehen, sonst nicht.


    Über hilfreiche Infos und Meinungen wäre ich euch sehr dankbar! :)


    LG, Christof


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  • Matze

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Was fotografierst du denn im Tele Bereich, welche Brennweiten und Belichtungszeit benutzt du dabei im besonderen?

    Denn wie du ja bestimmt bereits weißt, können Verwacklungen zwei Ursachen haben. Du selbst bewegst dich während der Belichtung und/oder das Objekt tut es.

    Bei beidem hilft nur die Belichtungszeit zu verringern und dies geht, ohne die ISO hochdrehen zu müssen, nur durch Öffnen der Blende. Daher Frage ich mich ehrlich gesagt, ob dir die von dir genannten Objektive dahingehend helfen, welche nur 1/3 Blende offener sind. Auch diese sollte man nach Möglichkeit mindestens 2/3 Stufen abblenden. Meiner Einschätzung nach würdest du also lediglich eine ganze Stufe ISO gewinnen... sicherlich nicht schlecht aber reicht dir das wirklich?


    Einen wirklichen Schritt hinsichtlich der Lichtstarke sehe ich erst bei z.B. Dem Tamron 70-210mm f4. Liegt natürlich etwas über dem Budget, bietet dir aber im Gegenzug einen echten Fortschritt in Sachen Lichtstarke und ist auch hinsichtlich Schärfe, Verarbeitung etc gut bis sehr gut. Der Bildstabi ist für Fotos auch sehr gut.


    P.S.: Habe das Sigma 18-300mm mit angeblich vergleichbarer Bildstabileistung und wenn ich mich schaff damit problemlos unverwackelte Closeups bei <1/160s und länger. Das entspricht auch den angegeben 3 Stufen, sodass es mich ehrlich gesagt wündern, wenn der das Problem bei dir sein sollte.

  • Zunächst einmal ein "Herzlich willkommen" im Forum!

    Verstärkt wird die Verwacklung aber definitiv von der Blende 8, die ich aufgrund der Bildschärfeneigenschaften durchgehend anliegen habe.

    Nach Deinen schönen ausführlichen Erklärungen würde ich Dich als ambitionierter Einsteiger einschätzen. Deshalb meine Frage, warum du ausgerechnet Blende 8 nimmst. Hast du es aus eigener Erfahrung herausgefunden oder hat dies ein Testbericht dir gesagt?

    Denn wenn dies ein Testbericht oder ein YouTube-Video dir gesagt hat, solltest du zunächst selbst mal testen, ob der Schärfeunterschied wirklich so stark ist, dass er dir negativ auffällt. Manchmal fallen solche Unterschiede beim Fotografieren nur wenig auf und sind auf dem Monitor oder Druck dann nicht sichtbar, außer man sucht wirklich danach.


    Daher der Tipp: Blende auf und einfach testen, ob die Ergebnisse besser werden. Denn wie mein Vorredner sagte: Durch eine offene Blende kommt mehr Licht auf den Sensor und somit verwackelt man nicht ganz so schnell, denn man kann eine kürzere Verschlusszeit wählen. Auch mal gucken, ob die ISO richtig eingestellt ist. Die darf wenns dunkel ist auch mal auf 1600 gehen.


    Du kannst es auch mal umgekehrt machen und alles auf "Auto" bis auf die Belichtungszeit. Und diese stellst du dann auf die Brennweite mal 2 ein. Sprich wenn du 50mm fotografierst auf eine 1/100s. Wenn du sehr ruhiuge Hände hast, vielleicht auch mal Brennweite=Belichtungszeit testen.

  • Danke schonmal für eure Antworten!


    Ich versuche mal die Fragen nach und nach durchzugehen:


    Ich fotografiere vor allem im Urlaub bei längeren Wanderungen, meistens die Natur, manchmal auch Personen oder Gebäude.

    Die 200mm habe ich sehr oft anliegen, um weit entfernte Objekte näher dran zu holen (an der Nordsee z.B. Schiffe oder Vögel).

    Aber auch zu Hause arbeite ich sehr oft mit 200mm.

    Meine Objekte sind in der Regel still, sodass die Verwacklung durch mich oder die Kamera kommt.

    Mir kommt es vor allem darauf an, kleine Details rauszukitzeln (Mikrokontrast), daher schaue ich mir die fertig entwickelten Fotos (Lightroom) sehr gerne im Bildbetrachter mit 100% Lupe an, bin also quasi ein "Pixelzähler".


    Am liebsten wünsche ich mir deutlich mehr Brennweite als die 200mm, also einen Zoom eher bis 300/400mm.

    Das vorgeschlagene Tamron 70-210 kommt also (vor allem wegen des hohen Preises) nur dann in Frage, wenn es wirklich in allen Aspekten der Bildqualität überlegen ist.


    Ich fotografiere seit 2008 mit einer DSLR (damals EOS 450D, seit Herbst 2017 mit EOS 77D).

    Zu meiner 450D hatte ich ein Sigma 18-200 DC OS, welches natürlich in der generellen Bildqualität nicht mit heutigen Objektiven mithalten kann.

    Trotzdem konnte ich bei 200mm mit 1/10sec scharfe Bilder aus der Hand bekommen.

    Der Bildstabi hat das Bild regelrecht eingefroren.

    Dabei habe ich damals am Objektiv aus eigener Erfahrung gelernt, dass es mit Blende 8 am schärfsten ist.

    Ich fotografiere daher seit damals im AV-Modus mit fest eingestellter Blende 8 und Zeitautomatik.

    Verschiedene Test (z.B. DxO) haben ergeben, dass auch das neue 18-200 C bei Blende 8 deutlich schärfer ist als bei anderen Blenden, daher nutze ich sie in der neuen Kombination weiter.


    Die neue Kamera-Objektiv-Kombination hat natürlich eine viel höhere (effektive) Auflösung, sodass auch kleinere Verwackler schneller sichtbar werden als bei meiner alten Kombination.

    Trotzdem habe ich mit der aktuellen Ausrüstung Probleme, bei 200mm und bestem Sonnenlicht Bilder von einer 1/100sec oder 1/200sec scharf zu bekommen.

    Es ist meistens so, als würde das ganze Bild in eine Richtung wandern.

    Weg sind die Probleme erst, wenn ich mit 1/500sec oder von einem stabilen Stativ aus fotografiere.


    Daher meine Überlegung, ob ein Objektiv mit (etwas) höherem Eigengewicht und besser in der Hand liegender "Röhre" bereits die meisten Verwacklungen ausgleichen könnte, vor allem dann bei offenerer Blende.


    Es ist schon klar, dass man quasi jedes Objektiv noch einmal durch Abblenden schärfer bekommen kann.

    Ich hatte nach diversen Berichten aber gehofft, dass die 3 von mir vorgeschlagenen Objektive bei ihrer jeweiligen Offenblende ähnlich scharf sein würden, wie mein 18-200 C bei Blende 8. Und von 5,6 bis 8 ist immerhin eine ganze Blendenstufe.


    An meinem aktuellen Objektiv habe ich festgestellt, dass zwischen Blende 6,3 und 8 bei 200mm schon ein sichtbarer Unterschied mit der 100%-Ansicht zu erkennen ist. Das Fotografieren mit Offenblende käme für mich mit dem aktuellen Objektiv also nur bei besonders schlechten Lichtsituationen in Frage, jedoch nicht für den Dauereinsatz.


    Deswegen meine Frage, ob die 3 von mir vorgeschlagenen Objektive bei Offenblende gleiche oder bessere Leistung abliefern als mein 18-200 C bei Blende 8?

    Zum Tamron 70-210 werde ich mir mal Tests durchlesen.

  • Ich fotografiere seit 2008 mit einer DSLR (damals EOS 450D, seit Herbst 2017 mit EOS 77D).

    Zu meiner 450D hatte ich ein Sigma 18-200 DC OS, welches natürlich in der generellen Bildqualität nicht mit heutigen Objektiven mithalten kann.

    Trotzdem konnte ich bei 200mm mit 1/10sec scharfe Bilder aus der Hand bekommen.

    Der Bildstabi hat das Bild regelrecht eingefroren.

    Das hätte ich gerne mal gesehen. :huh:


    Ich habe mit dem Objektiv Bilder mit 1/50s die noch scharf sind. Du beschreibst das ja schon extrem (erst ab 1/400 scharf), könntest du mal ein paar Beispiele posten?

    Hast du es mal ohne den Stabi ausprobiert?


    Wenn du sagst du brauchst mehr Brennweite ist das natürlich ein ganz anderes Thema, dann bringt dich aber das 70-210 auch nicht weiter.

    Nikon D5500

    Nikon Z6

  • Schau mal bei den Beispielbilder in den Nikon Objektiven. Dort habe ich ein paar Bilder zum Tamron 70-210mm f4 hochgeladen.

    Fujifilm X-T3 | Fujifilm XF 16-80mm F4 R OIS WR | Fujifilm 35mm F2 R WR | Samyang 12mm F2 | Fujifilm X100F | Rollei C6i | Rollei Compact Traveler No. 10 | Affinity Photo |


    Meine Fotos auf Flickr und Instagram

  • Den Gedanken, ein lichtstarkes Tele-Zoom für EUR 500 zu bekommen kann man fast ausschlagen. Da muss man ganz viel Glück auf Auktionsplattformen haben. Ich würde daher auch das Tamron 70-210 mm f/4 empfehlen.


    Denn wenn wir ehrlich sind.. wer fotografiert am Tag schon mit Blende 2.8, es sei denn man möchte etwas freistellen. ;)

    Kamera

    Canon EOS 6D Mark II

    Objektive

    EF 24-70 mm f/4 L IS USM

    Instagram

  • Hier hätte ich mal ein Beispielfoto von dem Leuchttum in Schillig.

    Aufgenommen ist es bei 200mm und 1/60 sec.

    Dass bei dieser Belichtungszeit Unschärfen entstehen können, ist eigentlich normal.

    Um bei der Begrenzung der Dateigröße von 1 MB hier im Forum das Problem zeigen zu können, musste ich jedoch ein Beispielbild nehmen, bei dem es auch sehr offensichtlich ist.

    Direkt hinterher nochmal ein Detail-Ausschnitt vom Leuchtturm, den ich ausgenommen der Freistellen-Funktion nicht mehr in der Bildgröße verändert habe.

    Hier kann man sehr gut sehen, dass das Bild in eine Richtung zu wandern scheint und dabei so eine Art Doppel-Kontur erzeugt.


    Nur zum "Beweis" meiner Angabe, dass die alte Kamera-Objektiv-Kombination weniger Probleme mit Verwackeln hatte, habe ich ein Foto von einer Heckrinder-Familie angefügt. Dieses wurde 2011 im Dämmerlicht bei 200mm und einer Belichtungszeit von 1/6 sec gemacht und ist im Rahmen der ISO 1600 meiner 450D verhältnismäßig scharf.


    Ansonsten habe ich durchaus schon den Bildstabi ausgeschaltet, dadurch werden die Fotos noch mehr verwackelt, etwas bringt der also schon.

    In anderen Foren habe ich gelesen, dass hin und wieder von Problemen durch Spiegelschlagerschütterungen der 77D in Verbindung mit einem leichten Objektiv geredet wird. Was meint ihr, kann das der Grund sein?

  • Ich möchte ja gar nicht unbedingt weiter darauf eingehen, ob und wenn ja warum meine Fotos verwaschen aussehen.

    Was mich im Hinblick auf das Thema dieses Threads am meisten interessiert, wäre:

    Hätte ich mit den genannten Objektiven im Vergleich zu meinem 18-200 einen spürbaren Vorteil in Sachen Bildqualität, Bildstabilisator und Autofokusgenauigkeit (nicht Autofokusgeschwindigkeit)?


    Danke euch! ;)

  • Dein Beispielbild (IMG_1102/-2) ist meines erachtens nach nicht verwackelt. Das ist eher die Kombination aus mittelmäßiger Super-Zoom Schärfe und dem hochauflösende Sensor der 77D, der Optische schwächen deutlich sichtbar macht..

    Hätte ich mit den genannten Objektiven im Vergleich zu meinem 18-200 einen spürbaren Vorteil in Sachen Bildqualität, Bildstabilisator und Autofokusgenauigkeit

    Ja, devinitiv! Das Canon 55-250mm IS STM würde sich da am besten eignen. Es ist leicht, günstig und hat im ganzen Brennweitenbereich (gerade am langen ende) bessere Abbildungsleistung. Der STM AF ist auch sehr schnell und genau (gerade im Videomodus besser als die anderen Objekitve)
    Wenn dir Verarbeitungsqualität und mehr Brennweite wichtig ist, dann wäre das 70-300mm USM II das passende Objekitv, es kostet nur deutlich mehr als das 55-250 und die Abbildungsleistung ist am APS-C Sensor vergleichbar

    Canon 1D IV | Canon 5D III | Canon 16-35mm F/4L IS | Canon 24-70mm F/2.8L II | Canon 70-200mm F/2.8L IS II | Canon 35mm F/1.4L II | Canon 85mm F/1.4L IS

  • Kann man denn sagen, ob das 55-250 STM oder das 70-300 USM II im Bereich Bildstabilisator, AF-Genauigkeit und Bokeh besser ist? Oder tun die sich da (wie bei der Schärfe) am APS-C nix?


    Ich teile grundsätzlich auch deine Meinung, dass das Superzoom durch den großen Zoombereich nicht die beste Abbildungsleistung haben kann. Trotzdem scheint es in der Kombination mit der 77D noch irgendein anderes Problem zu geben. Ich habe gestern noch eine weitere Testreihe bei 200mm gemacht. Die gleiche Unschärfe, wie sie auf dem Leuchtturm zu erkennen ist (also matschig mit leichten Doppelkonturen), erhalte ich auch bei Objekten, die nur 3m entfernt sind. Vom Stativ aus hingegen wird das Bild knackescharf. Mittels Adapter an meine alte Sony NEX 7 angebracht wird es vom Stativ sogar noch etwas schärfer (dieser Unterschied zur 77D vermutlich wegen Tiefpassfilter).


    Auftreten tut die Unschärfe also nur bei Aufnahmen von der Hand aus. Klar liegt es häufig daran, dass man selber wackelt. Aber auch mit dem alten Sigma 18-200 von 2008 an meiner 77D war nicht so eine Unschärfe zu beobachten. Das Sony SEL1855 an der NEX 7 macht bei gleichen Belichtungszeiten im vorhandenen Brennweitenbereich auch deutlichST schärfere Fotos als das 18-200 C im selben Brennweitenbereich (18-55) bei wie gesagt gleicher Belichtungszeit. Testweise hatte ich mal ein anderes Exemplar des 18-200 C an meiner 77D, welches die gleiche Unschärfe zeigt. Ein Defekt ist also unwahrscheinlich. Irgendwas scheint da nicht so ganz zu harmonieren, da es vom Stativ ja wie gesagt sehr scharf wird... ?(

  • Der AF ist beim 70-300 II IS USM auch nochmal ein bisschen schneller. Der Nano-USM ist wirklich sehr schnell und präzise - präzise ist er beim 55-250 IS STM allerdings auch, nur halt nicht ganz so schnell. Dennoch natürlich noch sehr schnell.


    Falls du dich dafür entscheiden solltest und Gebrauchtkauf für dich in Frage kommt, kannst du dich gerne mal bei mir melden - ich würde mein 70-300er abgeben (mit dem ich grundsätzlich hochzufrieden bin), da ich letztlich wohl doch ein 100-400mm benötige.

  • Man muss einfach bedenken, dass 70 mm Startbrennweite an APS-C einfach schon ziemlich lang ist. Mit dem 55-250 mm hat man noch so einiges an Reserven, was den Weitwinkel angeht. Sicher auch nicht leicht, aber die 70 mm sind dann doch schon recht lang.

    Kamera

    Canon EOS 6D Mark II

    Objektive

    EF 24-70 mm f/4 L IS USM

    Instagram

  • So, das 55-250 STM ist heute angekommen.


    Ich habe es mit dem 18-200 C immer abwechselnd an den gleichen Motiven mit Freihand-Aufnahmen verglichen.

    Der OS war bei beiden eingeschaltet, außerdem waren beide Objektive für den Direktvergleich auf exakt 200mm eingestellt.

    Die 200mm wurden mir nicht nur durch die Zoom-Skala bestätigt, sondern ebenfalls durch die kamerainterne Detailansicht der Bilder.

    Im manuellen Kameramodus habe ich dann folgendes eingestellt: Blende 8, ISO 100 und 1/15 sec.


    Was kann ich nun sagen? Ich bin etwas ratlos mit dem Ergebnis:


    Das 18-200 C lässt sich aufgrund der kurzen Bauform nur schwierig anfassen, da man den mitdrehenden Fokusring nicht berühren darf.

    Vielleicht deswegen hat es selbst bei ausgiebig optimierter Haltung ein relativ hochfrequentes Zittern auf horizontaler Ebene.

    Kurz gesagt: Es wackelt schnell von links nach rechts, während ich den Auslöser halb gedrückt halte und anhand der Atmung den möglichst ruhigsten Moment abwarte.

    Ich spüre das Zittern zudem leicht in der linken Objektiv-Hand.

    Eine mögliche Erklärung wäre vielleicht, dass das Sigma sehr kopflastig ist, da sich bei 200mm anscheinend viele Linsen vorne befinden.

    Das 55-250 STM hingegen zeigt so ein Zittern nicht, möglicherweise, weil sich die meisten Linsen nah an der Kamera befinden.


    Beim Canon-Objektiv ist das Bild im Sucher (ganz anders als beim Sigma) wie festgeklebt.

    Umso erstaunlicher, dass die Bilder (wie gesagt 1/15 sec bei 200mm) genau gleich scharf sind zu den Bildern aus dem zittrigen 18-200 C.

    Ich kann nicht verstehen, warum sich dieses sowohl visuell als auch haptisch feststellbare horizontale Zittern nicht auf die Fotos auswirkt und ein scheinbar starres Sucherbild des anderen Objektives trotzdem das gleiche Ergebnis liefert.

    Mein einziger Erklärungsansatz ist, dass der OS vom Sigma zwischen Sucherbetrieb und dem tatsächlichen Foto nochmal eine Schippe drauflegt und effektiver wird. Keine Ahnung, ob das sein kann.


    Im Ergebnis sind die Fotoserien beider Objektive bei 200mm und 1/15 sec aus der Hand jedenfalls exakt gleich scharf.

    Die Doppelkonturen aus meinem Eingangspost zeigen sich bei diesen möglichst idealisierten Bedingungen nicht mehr, nur halt eine leichte Unschärfe ohne erkennbare Bewegungsrichtung. Soll heißen: Nicht aufgrund von Verwacklung.


    Neben diesem Haupt-Test habe ich noch weitere Fotos vom Stativ aus mit deutlich kürzerer Belichtungszeit (z.B. 1/320 sec) über den kompletten Brennweitenbereich gemacht.

    Kurz gesagt: In Sachen Bildschärfe gibt es auch hier keinen Unterschied zum Sigma-Superzoom.


    Vielleicht können heutige Komsumer-Linsen bei einem 24 MP APC-S Sensor einfach nicht mehr Auflösung liefern?

    Mein betagtes Sony SEL1855-Kit von der NEX 7 macht bei 55mm im Vergleich zum Sigma und Canon jedoch schärfere Fotos, auch wenn man pixelgenau reinzoom. Die Kameras sind dabei auf "Neutral" gestellt und zudem als RAWs geschossen.

    Kann das noch was mit dem fehlenden Tiefpassfilter der Sony zu tun haben?


    Weitere Beobachtungen, die ich zwischen dem 18-200 C und dem 55-250 STM gemacht habe:

    Das Canon liegt zwar besser in der Hand, das Sigma hat aber das schönere Bokeh und den besseren Pseudo-Makro-Modus.

    Da das Sigma zudem im Urlaub aufgrund des Brennweitenbereiches den Objektivwechsel erspart und es schon abbezahlt ist, bin ich sehr geneigt, das Canon zurückzugeben.


    Was meint ihr zu meinen Beobachtungen?

  • So, ich versuche das mal kurz und knapp zu beantworten:

    Das Problem hast du schon erkannt, die 24 Megapixel vom neuen Sensor verlangen den Objektiven schon einiges ab.. zu beachten ist da auch, dass die beiden Objektive noch im "Budget/Einsteiger" Bereich sind, da darf man nicht viel erwarten. Das Sigma ist nebenbei auch noch ein Superzoom was selten im zusammenahng mit toller Abbildungsleitung steht.
    Wenn ich mir so die ersten Testbilder ansehe, sehe ich da eine Mischung aus optischen Fehlern und eine relativ großen Entfernung zum Objekt, dadurch kann auch die Schärfe aufgrund der Temperatur und Luftfeuchtigkeit negativ beeinflusst werden.
    Dazu kommt auch noch die Persönliche definition von einem Scharfen Bild, das sieht jeder da etwas anders..
    Generell sind bei 200mm Belichtungszeiten um 1/10 Sekunde schon ziemlich am Limit. Bei 260mm @KB sind 4 Stufen Stabilisierung ca 1/16 Sekunde. Dadurch kann alles unter 1/15 Sekunde schon leicht verwackeln.

    Wenn du willst kann ich noch mal ein Paar Testbilder mit ählichem Setting hochladen und die mit der 5D III und 70-200/85 machen bei F/5.6. Dann kannst du dir die gerne mal in 100%ier vergrößerung ansehen.

    Canon 1D IV | Canon 5D III | Canon 16-35mm F/4L IS | Canon 24-70mm F/2.8L II | Canon 70-200mm F/2.8L IS II | Canon 35mm F/1.4L II | Canon 85mm F/1.4L IS

  • Im Ergebnis sind die Fotoserien beider Objektive bei 200mm und 1/15 sec aus der Hand jedenfalls exakt gleich scharf.

    Die Doppelkonturen aus meinem Eingangspost zeigen sich bei diesen möglichst idealisierten Bedingungen nicht mehr, nur halt eine leichte Unschärfe ohne erkennbare Bewegungsrichtung. Soll heißen: Nicht aufgrund von Verwacklung.

    Ich finde es immernoch sehr viel verlangt vom Stabi 4 Stufen auszugleichen. Noch dazu bei einem 300€ Objektiv.

    Persönliche traue dem nicht so sehr und versuche immer über 1/60 zu bleiben (ich habe auch scharfe Bilder deutlich drunter, aber nicht von weit entfernten Objekten und der Ausschuss ist auch ziemlich hoch)


    Die Unschärfe aus deinem ersten Bild kann ich bestätigen. Das ist für mich aber kein Verwackeln sondern optische Schwäche bei weiten Entfernungen.


    Am Ende vom Tag reden wir hier von einem 300€ Objektiv dass einen riesen Brennweitenbereich abdeckt, dafür ist die Leistung ganz gut finde ich.

    Nikon D5500

    Nikon Z6

  • Tja.. man bekommt halt das, was man am Ende bezahlt. Und da ist das STM von Canon ein Preis-Leistungs-Killer. Ich möchte aber eine gewisse Serienstreuung nicht abstreiten. Ich hatte schon einmal das STM als Import-Version und das war furchtbar korrigiert, kein Vergleich zur CH-Ware aktuell.


    Alles in alle sollte das STM etwas schärfer sein als das Sigma.

    Kamera

    Canon EOS 6D Mark II

    Objektive

    EF 24-70 mm f/4 L IS USM

    Instagram

  • Ich kann schon nachvollziehen, dass "schlechte" Luft (feucht, staubig, ...) einen negativen Einfluss auf die Bildschärfe haben kann. Vor allem, wenn dann durch hohe Entfernung noch eine Menge dieser Luft dazwischen ist.

    Auch wenn bei dem Leuchtturm-Bild die visuelle Sicht deutlich klarer war, als auf dem Foto zu sehen.


    Was ich jetzt aber nicht verstehe: Warum sollten Objektive bei weit entfernen Motiven optische Schwächen haben?

    Und welche bezahlbaren und transportablen Objektive im Zoombereich von 70-300mm hätten diese Schwächen nicht? Vermutlich gibt es da gar kein Objektiv... :S

  • Naja bezahlbar ist eben bei Fotografie ein dehnbarer Begriff... Allerdings bei welchem Hobby ist das schon anders.


    Du nimmst hier aber nicht nur einfach ein bezahlbares Objektiv als Grundlage deiner Diskussion, sondern eines der günstigsten. Da Fotografie ein Technologie-Hobby ist, so kannst du i.d.R. davon ausgehen, dass Objektive aus einer höheren Preisklasse auch bessere Technologien wie z.B. bessere Vergütungen der Gläser besitzen, welche entscheidend die Bildqualität beeinflussen.

    Wenn du dann neben einen so günstigen Preis auch noch zusätzlich einen großen Brennweitenbereich bei gleichzeitig geringer Größe und Gewicht mit gehobener optischer Leistung forderst bzw. erhoffst... Naja das geht eben einfach nicht.

    Ähnliches gilt für den Bildstabilisator. 3-4 Stufen sind mittlerweile möglich und gängig, heißt aber nicht, dass dies in jeder Situation erzielbar sind. Ich würde da immer noch empfehlen die Belichtung etwas kürzer einzustellen, um den Ausschuss zu verringern.


    Ich würde dir weiterhin empfehlen auf das Tamron 70-210mm f4 zu sparen. Mit diesem solltest du einen stärkeren Unterschied hinsichtlich der Bildqualität haben und hast den Bonus der höheren Lichtstärke.