Umstieg auf Vollformat? Lowlight etc.

  • Hallo Zusammen,


    ich bin derzeit am Überlegen meine Canon Ausrüstung zu verkaufen und auf Vollformat umzusteigen.


    Derzeitiges Canon System: 80D + Sigma 17-50mm f/2,8 , Canon 10-18mm , Canon 50mm f/1,8 und Canon 55-250mm.


    Was mir an der Kamera nicht gefällt: zu wenig "geringe tiefenschärfe" bzw. freistellung bei Portraits und beim Filmen / Fotografieren in Lowlight Situationen ist mir das Rauschen zu stark zu sehen bzw. u.a. auch wenn die Schatten aufgehellt werden in der Postprod. Die Bilder wirken nicht immer knacken Scharf obwohl ISO 100 und kurze Verschlusszeit, egal welches von den o.g. Objektiven.


    Welche Bereiche werden Fotografiert: Fahrzeuge, People und Landschaft (eher sehr selten).

    Welcher Bereich wird gefilmt: Fahrzeuge und People.


    Würde ich einen deutlichen Sprung machen, wenn ich mir ein Sigma 18-35 f/1,8 und Sigma 50mm f/1,4 zulege im tausch gegen das Sigma 17-50 und das Canon 50mm? Oder wäre hier die bessere Option einen Sony A7 III ?


    Danke im Voraus.


  • Keine Werbung mehr zwischen den Beiträgen? Jetzt einfach und schnell kostenfrei registrieren!

  • Das Sigma 18-35mm Art ist auf jeden Fall eine Wucht in Sachen Bildqualität, Schärfe (schon sehr offen) und vor allem hichsichtlich Bokeh in einer ganz anderen Liga als das Sigma 17-50mm und Canon 50mm f1.8. Je nachdem wie du filmst fehlt halt evtl. der IS.

    Gleiches gilt für das Sigma 50mm Art, wobei du dir hier auch überlegen köntest, ob du mit dem Sigma 50-100mm f1.8 Art insgesamt besser aufgestellt bist.


    Das mit der Schärfe bei ISO 100 wundert mich allerdings etwas um ehrlich zu sein. Sauber fokussiert ist die Schärfe bei modernen Kameras eigentlich nie ein Problem. Das Rauschverhalten der 80d gilt eigentlich auch als sehr gut. Wenn dir das nicht ausreichend gut ist, solltest du vielleicht wirklich besser zum Vollformat greifen. Aber auch da darfst du nicht mit viel mehr ISO rechnen. Der Dynamikumfang (bei RAWs) ist bei Sony aber natürlich auch noch einmal etwas besser, sodass du insgesamt schon merklich mehr Potential hast.


    Freistellen mit 50mm selbst mit Crop ist auch nicht ganz ideal. Daher wird ja auch häufig zu 85mm oder für klassische Portraits (Headshots) eher zu 135mm gegriffen. Zudem hängt der Grad an freistellen ja auch stark vom Abstand zum Motiv ab.


    Fazit: Ich würde an deiner Stelle mir wohl das Sigma 50-100mm f1.8 ausleihen und testen ob du damit den Look erhälst, den du dir wünschst. Luft nach oben ist bei deinen Objektiven auf jeden Fall noch. Bedenken solltest du auch, dass du bei Vollformat einen komplett neuen Objektivpark benötigst. Ein gutes 50mm, 85mm und ggf 135mm sowie ein z.B. 24mm zum Filmen... Da käme eben noch einmal einiges zusammen. Da stellt sich dann die Frage, wie hoch insgesamt dein Budget jetzt und ggf. der nächsten Jahre zum aufstocken wäre.

  • Filmst du denn viel oder fotographierst du mehr? Da du Fahrzeuge nennst, reden wir hier von Motorsport oder eher von Auto in Richtung Produktfotographie?


    Günstiger wäre ein Objektiv. Ein Umstieg auf Vollformat würde in jedem Fall das Vierfache eines guten Objektivs kosten. Selbst wenn du Drittherstellern greifst. (Tamron soll wohl bis ca Mai nächstes Jahr in Weitwinkelzoom für Sony rausbringen, aber ein großes Tele-Objektiv(400mm aufwärts) habe ich weder von Tamron noch von Sigma eine Aussage gehört.)


    Stört dich beim Bildrauschen eher die Grobkörningkeit oder das Farbverschiebung hoher ISO Werte?

  • Die 80D ist eine relativ aktuelle und gute APS-C-Cam. Mit einer aktuellen Vollformat gewinnst du maximal 2 (eher wohl nur 1,5) ISO-Stufen. Das heißt, wenn bei der 80D deine Schmerzgrenze bei ISO 5.000 liegt, kommst du mit der A7III vielleicht irgendwo zwischen ISO 10.000 und 20.000 raus. Da würde ich lieber zur besseren Optik greifen, wie eben das Sigma 18-35 1.8 Art, dann löst sich das Schärfeproblem gleich noch mit. Das liegt nämlich nicht an der Cam, sondern eher an den Optiken. Dann musst du nur noch damit leben können, wie schon erwähnt wurde, dass der Bildstabi wegfällt.


    Wenn du noch besser freistellen willst und etwas für Portraits suchst, wurde hier ja schon 85mm empfohlen. Überlege doch, ob du statt dem 50mm 1.4 von Sigma lieber das 85mm 1.4 aus dem gleichen Haus holst. Die Brennweite ist für Portraits allgemein echt super und die Linse ist extrem scharf. Das 50 1.8 von Canon würde ich an deiner Stelle einfach behalten, weil es so günstig ist und zusammen mit dem 85iger und dem Rest sich gut ergänzt. Das Sigma 17-50 kannst du dann verkaufen, wenn du den Bildstabi nicht brauchst und dir das 18-35 holst.


    Versuche das Geld lieber in Glas zu investieren, als die Cam zu wechseln, das ist meistens insgesamt günstiger und/oder lohnt sich mehr. ;)


    Was die Bildschärfe bei ISO 100 angeht, stelle doch einfach mal Beispielbilder mit EXIF Daten rein. Dazu noch zu jedem Foto ein 100% Cropausschnitt von der Mitte und dem Rand oder noch besser einen Link zum RAW-Original. Dann können wir dir schon sagen, ob die Übeltäterin 80D heißt oder Linse XY. 8)


    LG Markus

  • Vielen Dank für eure Antworten. In erster Line stört mich die Grobkörnigkeit des Rauschens im Bild bei höheren Iso-Werten im Lowlight Bereich. Bei Bildern die von einer Vollformatkamera gemacht wurden sehe ich mehr Details im Bild und das gesamte Bild sieht oder wirkt "cleaner" ( vorallem bei Lowlight). Ich weiß, dass es gewisse Fotografen gibt die das Rauschen als Stilmittel verwenden, da sieht es auch sehr gut aus aber ist nicht ganz mein Stil. Hin und wieder kann man so ein "Vintagelook" mal machen. Die Bilder sehen nicht immer "matschig" aus aber evtl. liegt es auch daran, dass ich immer in der 100% Ansicht rumhänge (?) weil ich auch Vollformatbilder in der 100% Ansicht gesehen habe die da große Sprünge machen in Sachen Details und Schärfe. Natürlich bringt es auch nichts auf Vollformat zu wechseln und dort dann nur das "Kit Objektiv" zu verwenden. Da müsste dann schon eine oder zwei qualitätiv Hochwertige Linsen her, was das gesamte Paket wahrscheinlich richtung 3-5000€ (+) ausmachen würde. Bei Canon gefallen mir die Hauttöne besser als bei Sony oder Nikon, daher würde mir hier schon ein Umstieg schwerer fallen. Derzeit ist es so, dass Filmen und Fotografieren gleich viel ist. Natürlich gibt es nicht den Allrounder womit man alles sehr gut machen kann, so müsste man fürs Filmen eine Sony A7sII oder Lumix GH5 nehmen und zum Fotografieren eine D750/800 oder einen Canon 5D Mark IV... wahrscheinlich.


    Ich denke der für mich sinvollere Schritt wäre erstmal in 1-2 gute Objektive zu investieren. Das 18-35mm wäre also hier schonmal ein "Pflicht-Objektiv". Der fehlende Bildstabi macht nichts aus, da ich beim Filmen ein Dji Ronin-M Gimbal benutze und zum Fotografieren entweder ein Stativ nehme oder halt Freihand mit genug "kurzer" Verschlusszeit um nicht zu verwackeln. Sigma wäre also die einzige Option was Preis/Leistung/Schärfe angeht, was mir nur etwas bedenken macht, sind die häuftig im Internet stehenden Probleme mit den Front- und/oder Backfokus Problemen bei den Objektiven. Es gab zwar vor kurzem eine Updatewelle für diverese Sigma-Art Objektive aber ob das damit behoben wurde ist wahrscheinlich fraglich (?)


    In Sachen Portrait meine ich u.a. auch Full body shots und Headshots. Würde es dann nicht mehr Sinn machen statt dem 50mm Sigma in das 50-100mm zu Investieren statt dem 85mm 1,4 Sigma? Da das 50-100mm eine 1,8 Blende hat und beide Brennweiten abdeckt? Oder würde nur das 85mm 1,4 ausreichen?


    Im Anhang sind zwei Bilder. Einmal RAW und einmal leicht Nachgearbeitet (Kontrast, Profilkorrektur, Chromatische Abberation, Schärfe und Farbprofil auf Canon Landschaft). In der 100% Ansicht sieht man, dass das Bild nicht Scharf ist bzw. matisch wirkt und bei der Gesamt Ansicht zwar gut bis okey aussieht aber was man zum Teil von anderen Fotografen / Kameras sieht ist einfach "besser". Ist ein spontaner Schnappschuss gewesen mit dem 17-50mm Sigma bei 17mm , Blende 8, Iso 100 , 1/200s. Bei Portraits ist es das selbe, nur das hier noch zusätzlich das Rauschen bei Lowlight hinzukommt.


  • Beim Vergleichen mit anderen Bildern von anderen Fotografen muss man immer etwas aufpassen. Evtl hat dieser deutlich mehr Aufwand in die Nachbearbeitung gesteckt und/oder ist einfach besser darin. Da hilft dann eigentlich nur RAW Aufnahmen zu vergleichen.

    Oder besser gesagt: Nach Möglichkeit sollte man schauen ein RAW eder Vollformat Kamera zu bekommen und dieses selbst zu entwickeln, um zu sehen, wieviel man damit anstellen kann. Und das dann mit einem von der Lichtsituation etc sehr ähnliches Bild deiner Kamera zu vergleichen.

    Was nicht heißen soll, dass ich dir eine objektive Bewertung nicht zutraue. Nur ist es eben sehr schwer da wirklich eine gute Erkenntnis zu gewinnen. Da würde ich lieber etwas Geld investieren und mir die fragliche Kamera mit passendem Objektiv aus zu leihen und direkt mit der eigenen Kamera zu vergleichen, indem man beide neben einander aufbaut.

    Denn klar ist: Vollformatkameras haben Vorteile. Gerade hinsichtlich des Rauschens und des Freistellens (bei limitierter Distanz zum Objekt).


    Das Sigma 18-35mm f1.8 dürfte ein deutlicher Sprung nach vorne sein. Aber richtig Freistellen schaffst du bei 35mm und f1.8 einfach nicht, wenn du nicht entsprechend nah an das Objekt heran gehst. Sprich: Full Body und Hintergrund unkenntlich unscharf machen geht einfach nicht - auch nicht am Vollformat. Nutzen würde ich das dann, wenn du eine Person vor einem unscharfen Hintergrund hervor heben möchtest, welchen man aber noch erkennen soll. Also: Person vor Sehenswürdigkeit oder so.

    Ähnliches gilt auch noch für 50mm, auch wenn man natürlich schon etwas mehr Unschärfe bekommt. Und auch die Verzerrung ist nicht mehr so stark. Für Fashion kann das ja aber auch gewollt sein - Stichwort längere Beine.

    Insofern würde ich mir das 50-100mm f1.8 besorgen. Es ist so gut wie eine Festbrennweite oder zumindest so nah dran wie es nur geht. Und den Unterschied zwischen f1.4 und f1.8 kannst du mit ein bisschen Bewegung vor und zurück ausgleichen.


    Der Fehlfokus fällt natürlich deutlich mehr auf bei solch offenen Blenden. Ich glaube nicht, dass da ein wirkliches Problem im Vergleich zu anderen Herstellern besteht. Gerade die alten Sigmas haben da noch eher ein Problem gehabt. Und mit dem USB Dock kannst du ja fein justieren ohne das Objektiv mit Kamera ein zu schicken.


    Was deine Bilder angeht: Hast du mit einem Fokuspunkt auf die Bäume fokussiert oder mit dem Mehrfelder AF?

  • Hersteller Hauttöne sind nur wirklich dann interessant wenn du nicht die Raw Dateien verarbeitest, dort kannst du dir ja die Hauttöne machen wie du lustig bist. Außerdem hier Objektiv > Hersteller bei Tönen & Kontrast

    Die 24-105 Kit Objektive von Sony und Canon sind sehr gute Objektive, wenn man nicht auf Blende 2.8 angewiesen ist.

    Die Bilder die du hiochgeladen hast sind nur 720p.

  • Ja die Hauttöne kann man im RAW anpassen. Verstehe aber Ventador . Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass Canon den Ton quasi immer trifft, fragt man sich warum man den bei anderen Kameras "immer" per Hand anpassen soll.

    Es ist jetzt kein Matchwinner, sodass man deshalb bei Canon bleiben muss, aber wenn man bei anderen Herstellern für sich keinen größeren Vorteil sieht, kann ich gut verstehen, dass man sich die Bequemlichkeit und Sicherheit behalten möchte.

  • Anbei der Link zur RAW Datei - RAW.


    Der Fokuspunkt war tatsächlich auf den mittleren einzelnen Fokuspunkt gerichtet, aber selbst die Bäume sind nicht grade "scharf" also dort wo er fokusiert hat. Im ganzen Bild betrachtet wirkt es relativ gut aber in der 100% Ansicht merkt man dann das matschige und da ist bei Vollformat mehr zu sehen. Das sieht man dann im ganzen Bild auch.


    Ich weiß was du meinst, Full Body Shots und Freistellen klappt nicht. Das ist mir bewusst, dass man nicht genauso gut Freistellen kann mit einem 35mm 1,8 wie mit einem 100mm 1,8. Es geht mir nur darum, dass das der Hintergrund ausreicht gut verschwommen ist. Nicht komplett unscharf aber genügend um einen schönen Effekt zu bekommen und ich denke, dass Sigma ein ruhiges und schönes bokeh generell hat.


    Der wirklich einzige Grund zum Umstieg wäre weniger Rauschen, mehr Bildausschnitt und mehr Freistellen. Ansonsten bin ich ja mit Canon zufrieden, Dual-Autofokus beim Filmen, Schwenkbares Display, Robust, liegt gut in der Hand, Hauttöne, Akkuleistung. Natürlich wäre es schön wenn man z.B. C-Log zum FIlmen hätte und paar FPS mehr um nochmehr Slow-Motion zu machen aber das ist jetzt sekundär.


    Sigma bietet grade eine Cashback Aktion für diverse Objektive an. Ist halt die Frage ob man mit dem 50-100mm 1,8 besser dran ist als nur mit dem 85mm 1,4. Beide kosten gleich (ca. 1100€). Denke, dass bei ausreichend Licht sich nicht viel tut zwischen Vollformat und APSC außer die Freistellung und ggf. Details.

  • Ich würde zum 50-100mm greifen, da du dann auch ein deutlich besseres 50mm hast. Dazu noch das 18-35mm wenn du mehr Weitwinkel bei hoher lichtstarke brauchst. Das ist schon das beste was du an APSC dran schrauben kannst. Das 85mm f1.4 wäre meiner Meinung nach nur dann lohnenswert besser, wenn du eben in absehbarer Zukunft auf Vollformat Canon DSLR wechseln möchtest.


    Das ganze eben nur auf die Bildqualität bezogen. Habe jetzt nicht auf Gewichte und Größe geachtet. Auch das könnte ggf. Für dich eine Rolle spielen, wenn du vor dem shooting dich schon für eine Festbrennweite entscheiden kannst. Einen Tod muss man ja sterben...

  • Ich weiß was du meinst, Full Body Shots und Freistellen klappt nicht. Das ist mir bewusst, dass man nicht genauso gut Freistellen kann mit einem 35mm 1,8 wie mit einem 100mm 1,8.

    Das stimmt nicht ganz, vom Objektiv hängt nur ab wie weich diese unschärfe aussieht (Bokeh).


    Jedes Objektiv, egal welcher Brennweite kann den gleichen Schärfebereich abbilden. Da ist auch die Sensorgröße erstmal zweitrangig.

    Entscheidend ist in der Abstand zwischen Sensor und Motiv und die größe der Eintrittsöffnung.


    35mm @ 1.8 und 50 @ 1.8 haben einen (fast) gleichen Schärfebereich von ca. 17 cm, wenn du mit dem 35mm 1.80 m weit weg bist und mit 50mm 2.60 m (am gleichen Sensor).


    Das Problem entsteht, wenn dein Motiv entsprechend klein ist. Zb. nur der Kopf drauf soll. Dann musst du mit dem 35mm sehr nahe ran ( so zwischen 70 und 90 cm) das ist ein Problem, vor allem wenn es fremde Leute sind die du Fotografierst. Mit einem 50mm kannst du für den selben Effekt gut einen halben Meter weiter weg stehen.


    Dazu kommen natürlich noch Effekte wie Verzerrung und die Komprimierung des Hintergrunds durch den veränderten Winkel.


    Warum du mit FX vermeintlich besser freistellen kannst liegt am Crop Faktor. Für den gleichen Schärfebereich, bei gleichem Abstand zum Motiv bräuchtest du:

    FX: 50mm 1.8

    Canon Crop: 31mm 1.1


    Würde diese Linse existieren könntest du genau so gut freistellen.


    Kannst du hier nach belieben ausprobieren:


    https://dofsimulator.net/en/


    PS: Wurde länger als nötig und etwas am Thema vorbei, sorry mir war gerade langweilig :D

    Nikon D5500

    Nikon Z6

  • Wenn es unbedingt Vollformat sein soll und dir Canon gut genug gefällt: schon über die EOS R nachgedacht? Da bekommst du dann auch dein C-Log.


    Brauchbare Alternative für C-Log ist übrigens der Cinestyle von Technicolor, falls du den noch nicht kennst. Kostenlos und ganz gut für's graden, natürlich nicht so gut wie Log.


    Das 50-100 1.8 von Sigma ist sicherlich nicht verkehrt. Ich weiß halt nur, dass es immer wieder AF Probleme damit geben soll, wohl wegen einer großen Serienstreuung, aber wie schon gesagt wurde, ist das kein Weltuntergang, weil behandelbar.

    Persönlich finde ich das 85 1.4 für deine Anwendungen sinnvoller, aber das liegt vielleicht auch daran, weil ich es schon einmal benutzen konnte, während ich das 50-100 nur aus Reviews kenne.


    Ich stimme MauDal zu. Leihe dir eine Vollformat aus von jemanden und vergleiche sie direkt mit deiner 80D unter identischen Bedienungen so gut, wie es geht.


    LG Markus

  • Ob Zoom oder Festbrennweite ist natürlich auch eine Glaubensfragen. Den großen Vorteil beim 50-100mm sehe ich in der Preis Leistung. Du bekommst ja quasi ein 50mm UND 85mm (und drum herum), mit quasi identischer Leistung.

    Und auch wenn es "nur" für APS-C ist, hat es einen größeren Bildkreis als benötigt, und somit nicht so die Probleme am Rand. Den Vorteil den man sonst also bei vollformatobjektiven am APS-C hat, hat man hier (nur leicht abgeschwächt) auch.

  • Ich finde es schwer einfach zu sagen das alle Vollformatbilder immer besser aussehen, auch wenn es hier oder da sicher den ein oder anderen Vorteil dazu gibt. Wirklich entscheiden kannst du nur wie viel mehr dir eine Vollformat bringt, wenn du dir mal eine leihst und dann das gleiche Bild mit gleichen Einstellungen und vor allem auch dem gleichem Objektiv machst. Wer weiß denn ob die von dir betrachteten Bilder nicht unter besten bedingungen mit extrem viel Erfahrung und einem sau gutem Objektiv gemacht sind? Und dazu noch super gut nachgearbeitet?

    Um erstmal zu schauen ob du wirklich auch alles aus deiner aktuellen Kamera heraus holst macht es Sinn diese erstmal auch mit einem wirklich gutem Objektiv zu nutzen. Dann natürlich Testfotos nur auf kleinster ISO-Zahl auf einem Stativ machen. Dazu solltest du mal nach dem Begriff "Hyperfokaldistanz" suchen. Blende 8 bringt nämlich nicht immer die optimale Schärfe im ganzen Bild (das Hängt ab von der Entfernung deines Objektes auf das du scharf stellst). Blende 8 ist halt einfach nur ein Allrounder der immer geht aber nicht das Optimum.

    Solltest du das alles beherschen und gemacht haben und immer noch unzufrieden sein, dann lohnt es sich eine Vollformat mal für eine Woche zu leihen und wie oben geschrieben direkte vergleiche zu machen. Solltest du dann nämlich feststellen das es kaum Unterschied macht, dann hättest du am Ende nicht jede Menge Geld umsonst ausgegeben.

    Ich finde sowieso das zu viel Wert auf die perfekte Schärfe gelegt wird. Wenn du jemanden deine Bilder zeigst, wird dieser nicht erstmal direkt auf 100% gehen und dir unscharfe Bereiche aufzählen. Die meisten kennen sich eh nicht damit aus und es interessiert sie nicht. Sondern sie schauen sich das Bild als ganzes an und beurteilt dann einfach wie ihnen das Bild gefällt. Ein Bild kann knacke Scharf sein und dennoch ein scheiß Bild weil es keine Emmotionen hat, keine Lichtstimmung oder einfach keine Gefühle in einem regt. Dagegen kann ein extrem specktakuläres Bild was leicht unscharf ist einfach grandios gut sein. Da soll sich natürlich nicht vom kauf einer Vollformat abhalten, das ist Lediglich meine Meinung. Jeder so wie er mag und wenn du meinst das dir eine Vollformat extrem viel bringt, dann lange zu. Ich finde nur das es wichtig ist vorher zu schauen ob man sein Equipment auch wirklich bedienen kann, denn gute Fotos machen nie die Kameras, sondern die Menschen die dahinter stehen.

    Sony A7III | Sony SEL 24-105G OSS F4 | Sony SEL 70-200G OSS F4 | Sigma MC-11 | Canon EF 50mm f1.8 STM | Canon EF 85mm f1.8

  • Vielen Dank für eure Antworten. Es ist wirklich eine schwere Entscheidung ob es 1-2 Objektiv werden sollen oder ein Vollformatsystem mit 1-2 Objektiven. Eine Sache die noch im Raum ist, ist der Bildausschnitt. Wenn ich z.B. am Vollformat mit 50mm 1,4 ein Bild mache, habe ich einen gewissen Bildausschnitt inkl. Unschärfe / Bokeh das selbe in APSC abzubilden vom Bildausschnitt ist zwar möglich, aber dann hat man nicht mehr die gleiche bzw. selbe Unschärfe / Bokeh aufgrund des Cropfaktors. Ich weiß nicht, ob ich mit den zwei neuen Objektiv wirklich zufrieden sein werde auf den Bezug Schärfe bzw. Freistellung und Rauschen. Sicherlich ist ein Objektiv mit 1,8 statt dem jetzigen 2,8 lichtstärker und dadurch kann man auch ein geringers ISO verwenden aber nur mal als Beispiel, Oktober, Nachmittags -> Herbstfotos im Wald mit Laub. Da ist man bei einer 80D selbst mit dem 50mm 1,8 bei ISO 1600-3200 unterwegs und dadurch verliert einfach das Bild an Details und sieht im ganzen nicht mehr Smooth und Clean aus. Mir ist auch ebenfalls bewusst, dass nicht nur immer Schärfe etc. eine wichtige Rolle spielen sondern auch Model, Licht, Outfit usw. Daher aber meine Zweifel ob es sich dann mit dem 18-35 und 50-100 verbessert? Bei Bildern die von einer Vollformatkamera gemacht wurden sehe ich immer einen "Wow Effekt", welchen ich bei APSC Bilder nicht habe. Zumindest sehe ich oft Bilder mit dem genannten Wow Effekt und wenn man den Fotografen nach seinem Equipment hinterfragt oder es mit bei steht, dann ist es fast immer Vollformat. Soll nicht heißen, dass APSC schlecht ist, bitte nicht falsch verstehen. Aber knapp 2000€ in Objektive investieren und danach nicht den gewünschten Effekt zu bekommen bringt nur Verlust mit sich oder wie sieht ihr das? Die EOS R überzeugt mich nicht wirklich und Objektiv wird es am Anfang sicherlich auch nicht viele geben bzw. hängt Canon einfach mit den Senoren weiter zurück im Gegensatz zu Nikon und Sony. Sonys Politk mit den Objektiv hingegen ist sportlich auch was der Preis angeht und da wird man sicherlich bei einer A7iii mit 1-2 Objektiven evtl. noch 1-2 Ersatzakkus bei 5-6000€ liegen, wenn überhaupt. Die Canon könnte ich auch Nachts ohne Probleme bedienen, da ich nichts andere kenne außer Canon und damit eingestiegen bin. Heute würde ich jedoch wenn ich nochmal die Wahl hätte nichtmehr zu der jetzigen Kombi greifen. Es war zwar ein guter Sprung von der 700D aber auch nicht der gewünschte Sprung, den ich mir erwartet und erhofft habe.


    Nur als Beispiel. Beim folgenden Video wird das Bild eingeblendet. Verwendet wurde einen Canon 5D IV mit dem Canon 35mm 1,4. Das Bild wirkt auch mich "Wow". Natürlich wegen dem Licht, den Farben und dem Model aber diesen Bildausschnitt, mit weichem unscharfen Hintergrund und der Schräfe würde ich wohl mit einer APSC Kamera nicht hinbekommen. Gleiches gilt dann auch für Fotos welche im Lowlight bereich gemacht werden. YouTube Video bei 3 Minute 23 Sekunden

  • Sicherlich ist ein Objektiv mit 1,8 statt dem jetzigen 2,8 lichtstärker und dadurch kann man auch ein geringers ISO verwenden aber nur mal als Beispiel, Oktober, Nachmittags -> Herbstfotos im Wald mit Laub. Da ist man bei einer 80D selbst mit dem 50mm 1,8 bei ISO 1600-3200 unterwegs und dadurch verliert einfach das Bild an Details und sieht im ganzen nicht mehr Smooth und Clean aus.

    Achtung: Mit der Vollformat bei gleicher Blende und Verschlusszeit hast du den gleichen ISO Wert. Der ist von dem Sensor unabhängig. Es geht ja immer gleich viel Licht durch das Objektiv, egal ob es am Vollformat oder APS-C hängt. Ja das Rauschen kann bei Vollformat bei gleicher ISO geringer ausfallen, meist macht das aber nur eine bis max. 2 Stufen aus. Der deutlich günstigere und eigentlich auch richtige Weg ist ein Stativ zu nehmen. Womöglich kann man auch etwas unterbelichten und dann im RAW Konverter nur die dunklen Stellen aufhellen. Ja da rauscht es dann natürlich genauso schlimm wie davor, aber dein Motiv (was ja idR das hellste im Bild ist) muss nicht oder zumindest kaum aufgehellt werden.


    Nur als Beispiel. Beim folgenden Video wird das Bild eingeblendet.

    Blende 1.4 am Vollformat ist natürlich schon extrem. Die Unschärfe wirst du sicher mit einem 18-35mm f1.8 und vllt auch mit einem 50mm f1.8 nicht erreichen können. Aber wenn dich die Location nicht dazu zwingt, kannst du etwas weiter zurück gehen und z.B. mit 85mm f1.8 fotografieren (beim 50-100mm). Aber kommt der WOW Effekt wirklich durch das Bokeh? Wenn der erste Blick des Betrachters (nicht deiner als Fotograf) auf den Hintergrund und die Güte der Unschärfe geht, hast du doch eh etwas falsch gemacht oder?


    Worauf ich hinaus möchte: Das Vollformat oder allg größere Sensoren machen es dir da gerade in schwierigen (z.B. Licht-) Situationen einfacher in der Nachbearbeitung. Mit etwas mehr Aufwand und/oder dem ein oder anderen kleinen Trick kannst du meiner Vermutung nach aber noch mehr aus deiner 80d heraus holen. Was ich heißen soll, dass du etwas falsch machst!

    Der WOW Effekt kommt wie du ja selbst sagst durch die Emotionen - ausgelöst durch die Stimmung, Licht, Motiv etc - und nicht durch die Technik. Da schaut sich ja auch selten ein Model und erst recht nicht die Familie das Bild auf 100% an und beurteilt Kamera und Technik. Ehrlich gesagt müssen die Bilder heute doch fast ausschließlich auf Instagram, Facebook und Co. und auf dem heimischen TV/Monitor gut aussehen. Für normal große, normal teure Drucke reicht APS-C heute doch auch aus.


    Das heißt alles nicht, dass du dir keine Vollformatkamera kaufen sollst. Ich habe mir mein Sigma 18-35mm Art ja auch nur gekauft, weil ich, dadurch das ich weiß dass es besser ist, mehr Freude am fotografieren habe. Mehr Likes bekomme ich alleine aufgrund des Objektives nicht. Auch wenn das Bokeh unbestreitbar schöner ist.

    Es geht die ja mehr darum, dein Geld vernünftig in deinem Hobby an zu legen und es nicht für Vollformat aus zu geben, wenn du am Ende damit nicht deutlich glücklicher bist... Richtig verstanden?

    Deshalb solltest du dir die beiden Art Objektive auch nicht kaufen, sondern erst einmal ausleihen und testen. Wenn dir die Portraits so am Herzen liegen, würde ich erst mal das 50-100mm ausleihen und bei einem shooting testen. Vielleicht hast du ja auch einen Freund/Bekannten der eine Vollformat mit Portrait Linse hat und kannst ihn bitten dazu zu kommen.


    Du kannst ja auch mal eines deiner Bilder zeigen, bei dem du glaubst, dass es durch Vollformat besser gewesen wäre. Denn das Bild von der Wiese wäre es sicherlich nicht. Aber darum ging es dir ja vermutlich auch nicht, sondern da um die Schärfe. By the way: ist das mittags bei hohem Sonnenstand und warmen Wetter gemacht? Das hat nämlich auch Einfluss darauf.

  • Die geringere Tiefenschärfe vom Vollformat erlaubt in nicht Studio-Situationen das Subjekt besser vom Hintergrund zu treffen, worauf sich mehr den scharfen Bereich konzentriert wird und die Umgebung eben nur als umgebung wahrgenommen wird.


    Aber ich muss auch MauDal recht geben, mit offener Blende kann es z.b. bei Gruppenfotos (zwei Leute aufwärts) schwerer sein, dass die Augen beider Personen scharf sind.

  • Habe vergessen dazu zuschreiben, dass die o.g. Situation mit dem Herbst auf ein Portrait Shooting bezogen war. Landschaften würde ich nie mit so einer hohen ISO und ohne Stativ fotografieren. Ich denke, dass ich erstmal beide Objektive testen werde und noch etwas an der Nachbearbeitung mit der z.B. Rauschreduzierung rum experimentiere. Der komplette Vollformat Umstieg würde nicht nur einen größeren Verlust an dem jetzigen Equipment bedeuten, sondern auch eine große Investionen für etwas, wo man nicht 100% weiß ob man nachher nicht doch enttäuscht davon ist weils nur minimal besser ist oder man den gewünschten Effekt doch nicht so ganz hinbekommt. Daher wie von euch beschrieben wäre das 18-35mm und 50-100mm einen Test Wert.


    Generell in der Mittagssonne fotografieren tuh ich nicht, eher am späten Nachmittag / frühen Abend was Outdoor angeht. Sonst wirkt das ganze Bild nicht so gut und wirft auch harte und unschöne Schatten z.B. im Gesicht. Indoor ist tagsüber natürlich die bessere variante, damit mehr Licht ankommt. Hier ist man dann mit APSC etwas eingeschränkter wenn man nicht viel Platz im Raum hat. Bei Gruppenfotos muss natürlich immer abgeblendet werden sonst ist 1-2 Personen scharf und rest nicht ganz im Fokus. Ich kenne den ein oder anderen Fotografen mit Vollformatkameras. Sowohl Canon als auch Nikon oder Sony. Sony ist da wirklich eine "bombe" muss man sagen. Trotzdem gefallen mir alle Fotos von dennen unabhänig davon ob der eine eine 5D III oder eine A7III hat.

  • Wenn du einige mit Vollformat kennst dann nutze die Chance und setz ein treffen mit einem dieser Fotografen (am besten mit einer Canon bzgl deiner Objektive) und mache mit diesem ein paar Testfotos mit immer den gleichen Einstellungen und vor allem den gleichen Objektiv (das ist ganz wichtig). Dann kannst du am Ende ohne Probleme direkt vergleichen wieviel mehr eine Vollformat für dich ausmacht.
    Bedenke aber immer das die Brennweite an einer APS-C Kamera mit dem gleichem Objektiv eine andere ist. den Unterschied würde man je nach dem ob man sich für APS-C oder eben Vollformat entscheidet eben mit jeweis anderen Objektiven die zum System passen ausgleichen.

    Ich denke aber das der Unterschied weniger groß ist als du denken magst.
    Gute Shootings mit den von dir genannten "WOW" Bildern werden nicht im Schattigsten Waldstück bei ISO 3200 oder höher gemacht. Sondern da werden selbst an diesen stellen gezielt Licher eingesetzt, das Model in einen Lichtkegel im Wald gestellt damit es heller wird oder sonstige Mittel und Wege genutzt.
    Zumindest kenne ich das so, niemand der wirklich gute Fotos macht schießt einfach mal drauf los. Das ist alles immer relativ gut geplant und wird so hergerichtet das alles so gut es geht passt.

    Sony A7III | Sony SEL 24-105G OSS F4 | Sony SEL 70-200G OSS F4 | Sigma MC-11 | Canon EF 50mm f1.8 STM | Canon EF 85mm f1.8

    Einmal editiert, zuletzt von JensB. ()