Makroobjektiv gesucht

  • Hi zusammen,


    Ich bin am überlegen mir zu Weihnachten ein Makroobjektiv zu schenken. Bin mir aber unsicher welches.


    Equipment: Ich habe eine Canon EOS 760d und mache meine "Makros" bislang mit dem Sigma 18-300mm Contemporary - manchmal auch noch mit Makrolinsen.


    Was mich stört: Ich möchte stärker Freistellen können, dabei ein deutlich schöneres (stärker, ruhiger, weicher) Bokeh haben und über mehr Schärfe bzw Mikrokontrast freue ich mich natürlich auch. Ich denke das lässt sich aber mit quasi jedem Makroobjektiv verwirklichen.


    Was ich fotografiere: Vor allem Pflanzen in botanischen Gärten - also Blüten aber auch Blattstrukturen etc soweit bislang möglich - aber auch mal Insekten wenn sich die Möglichkeit ergibt. Auch wenn ich mir unsicher bin, ob ich Insekten anlocken will, um das Thema "professioneller" und häufiger um zu setzen, möchte ich mir dennoch die Möglichkeit beibehalten. Dabei fotografiere ich quasi ausschließlich aus der Hand. Mir ist aber bewusst, dass dies bei einem 1:1 Makro deutlich schwerer wird mit dem AF und allein weil die Schärfentiefe so gering ist. Wäre also schön, wenn das Objektiv Freihandaufnahmen möglichst gut meistert, bin aber bereit im Zweifelsfall mit dem Stativ zu arbeiten. Auch die Möglichkeit mit dem Objektiv Portraits schießen zu können ist für mich höchstens zweitrangig, da ich in diesem Bereich keine großen Ambitionen habe und mir dann eher ein Sigma 50-100mm f1.8 Art kaufen würde.


    Und da sind wie auch schon bei dem, was mich verunsichert: Bislang fotografiere ich ja bei 300mm und ca. 40cm Abstand also Naheinstellgrenze. Zum einen natürlich für den größtmöglichen Abbildungsmaßstab aber auch, weil ich häufig nicht wirklich näher an die Pflanze ran komme, da es eben kein Feld ist, durch welches ich kriechen könnte, sondern ich mich auf den Wegen halten muss.

    Jetzt frage ich euch, ob mir zB die 90mm eines Tampon SP 90mm f2.8 Macros reichen werden. Die Naheinstellgrenze liegt bei 30cm. Ich würde also etwa 10cm näher an das Motiv heran müssen. Bei Blumen am Wegrand ist das sicherlich kein Problem, aber bei Blumen "in der zweiten Reihe" habe ich bedenken, dass ich die Blüte groß ablichten kann. Die Unschärfe sollte durch f2.8 im Vergleich zu f6.3 jetzt ja immer noch schön sein oder?

    Natürlich dachte ich auch an die Sigma 150mm und 180mm Makros. Aber wie schneiden diese hinsichtlich der Schärfe und des Bokeh sowie CA im Vergleich zum deutlich neueren Tamron ab? Ist der AF bei den Sigmas bei Makros nutzbar?


    Also: Meint ihr das Tamron 90mm bietet mir genug Brennweite auch Blüten und Insekten groß und freigestellt zu fotografieren, wenn ich 1-2m weg bin? Sind die Sigma 150mm und 180mm Makros immer noch Stand der Technik und genauso gut wie zB das Tamron 90mm oder sollte man hier lieber auf einen Nachfolger warten? Bin mit aber nicht sicher ob das zeitnah (im nächsten Jahr) passieren wird, da es auch von Canon und Tamron in der Richtung nichts neues gibt und Sigma sich evtl auf die neue Vollformat Allianz und Sony FE Zooms konzentrieren könnte.


    Danke fürs durch lesen und freue mich, wenn Ihr mir eure Meinung mitteilt. Freue mich auch über Vorschläge anderer in Frage kommender Objektive. Bei Irix frage ich mich zB wie gut die Bildqualität des 150mm Makros wohl wird, da es ja ihr erstes Tele ist, und ob da im Zweifelsfall alles mit dem Service, der Garantie etc gut funktioniert. Da weiß man bei den großen, alteingesessenen Marken doch eher woran man ist - muss aber nicht besser sein.


    P.s.: Das Budget ist erst einmal egal, da ich grundsätzlich nach dem richtigen Objektiv suche und dann schaue ob ich es mir leisten möchte. Das Tamron 90mm mit 500€ wäre aber natürlich schon schön im Vergleich zu den 1500€ eines Sigma 180mm.


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  • In 1-2 Metern Entfernung ist es halt nicht mehr wirklich Makro sondern einfach nur eine Nahaufname. Insekten in 2 Metern Entfernung sind bei 90-150 mm eben ziemlich klein. Du kannst ja dein 18-300er einfach mal auf die entsprechende Brennweite stellen und es dann ausprobieren.


    Oder anders gesagt: Makro-Objektive sind nun einmal primär dafür gedacht nah an Sachen heranzugehen. Für weite Entfernungen gibt es Tele(-Zoom)-Objektive. Das ist eine Entweder-Oder-Geschichte ;)


    Du kannst mit dem Kauf ja noch bis nach der CP+ im März 2019 warten. Da dürften noch einmal ein paar neue Produkte vorgestellt werden.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Ja das deckt sich mit meiner "Befürchtung", dass es bei den Entfernungen nicht wirklich funktioniert, danke :)

    Auf die CP+ könnte ich tatsächlich noch warten. Aktuell gibt es ja nicht allzu viel Blüten da draußen.


    Wenn man aber dann mal die Brennweite außen vor lässt: Welches Makroobjektiv seht ihr dann aktuell vorne?

    Habe den Eindruck, dass man beim Sigma 70mm Art gegenüber dem Tamron SP 90mm für die Kompromisse hinsichtlich des AF und des "fehlenden" Stabi nicht wirklich so viel an Bildqualität gewinnt, dass es besser ist als das Tamron. Und wirklich negatives habe ich über das Tamron bislang auch nicht gelesen. Genau das sprichst stellst du im Prinzip ja auch beim Video zum Sigma in frage, ob sich die Kompromisse beim Sigma lohnen. Insofern wäre hier ein direkter Vergleich hinsichtlich Schärfe und Bokeh interessant gewesen.



    Gibt es denn noch andere interessante Makroobjektive?

    Das Canon 100mm L Makro soll ja gegenüber dem Tamron keine relevanten Vorteile haben.

    Das Sigma 105mm ist ja auch schon etwas in die Jahre gekommen und soll etwas schlechter gewesen sein als das alte Tamron 90mm und müsste folglich deutlich schlechter im Vergleich zum neuen sein.


    P.s.: Das aktuelle Tamron 90mm gibt es heute auf für 479€ und damit deutlich gut 70€ günstiger als bei der Konkurrenz und etwas günstiger als das Sigma 70mm.

  • Auf die CP+ könnte ich tatsächlich noch warten. Aktuell gibt es ja nicht allzu viel Blüten da draußen.

    Eben drum ;)


    Ich würde aktuell wahrscheinlich zum bereits verlinkten Tamron 90 mm f/2.8 (F017) greifen. Sofern das mit der Brennweite irgendwie passt. Falls Du doch etwas längere Brennweiten willst, das 150 mm von Sigma.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Ich bin sehr zufrieden mit dem Tamron, obwohl ich der Marke sonst eher kritisch gegenüberstehe. Ich nutze es aber auch eher an VF.

    Canon EOS 6D, EOS 70D, EOS M5, EOS MInstagram

    [ EF ] Canon 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 50/1.8 STM, 70-200/4L IS II USM,

    Tamron SP 70-300/4-5.6 VC USD (A005), SP 90/2.8 VC USD 1:1 Macro (F017)

    [ EF-S ] Sigma 30/1.4 A HSM [ EF-M ] Canon 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM

  • Danke JensJ für deine Erfahrung. War auch lange sehr skeptisch hinsichtlich Tamron, aber ich denke man muss sagen, dass sie seit der neuen Linie auch wirklich gute Objektive bauen. Wenn man allein die Bildqualität betrachtet, würde ich zwar die Sigma Art Objektive weiterhin vorne sehen; aber der Unterschied ist für mich als Hobbyfotografen der nicht das Optimum aus seinen Bildern heraus holt nicht unbedingt relevant. Tamron setzt da die Prioritäten offenbar eher bei geringerer Größe und Gewicht, was bei vielen im Alltag vermutlich die relevanten Aspekte sind.