Alternative zum 4k Monitor BenQ EW3270U mit 31,5 Zoll

  • Liebe Community,


    ich habe vor einer Woche den BenQ EW3270U für 520€ bekommen und bin nicht so zufrieden.


    Ich habe einen kleineren alten 200€ LG 29UM68-P mit 29Zoll hier stehen und bei dem sehen die Farben viel klarer aus und der LG ist auch heller.


    Egal wie ich den EW3270U einstelle, ist er immer nicht richtig klar, hat einen Schleier drauf und auch wenn ich den Benutzerdefiniert einstelle, bin ich mit keine Option zufrieden. Wenn HDR BI+ eingeschaltet ist, schaltet der Monitor auf dem Desktop unter Windows ja in "HDR emuliert" da kein HDR zur Verfügung steht, soweit so gut, aber dann wird das Bild trotzdem danach schlechter bzw hat nochmals einen Schleier drauf.


    Wir brauchen den Monitor zum Schneiden von Videos und brauchen eigentlich keinen super breiten Monitor wie den viele haben für Videoschnitt. Wir haben eher nach unten hin viele Timelines und da ist die Höhe auch wichtig. Natürlich darf der auch breit sein. Zudem wollten wir gerne 4k Aufnahmen schneiden und der Monitor sollte 4k anzeigen können. Zudem ist uns eine tolle Farbgebung und auch Helligkeit sehr wichtig.. Ein dunkler bzw nicht sehr heller Bildschirm sieht nicht so gut aus, egals ob bei Videos, Bildern oder einfach die Menüansicht.


    Wir wollten nicht mehr als 800€ ausgeben. Hat Jemand eine Idee, was wir als 4k Monitor in der Preikategorie mit den Ansprüchen nehmen könnten?


    Beste Grüße

    Christian


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  • Matze

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Erst einmal willkommen hier im Forum :)


    Mal ganz doof gefragt: Hast Du die beiden Monitore mal kalibriert? Es mag ja sein, dass der LG "klarer" und "heller" ist. Das muss aber nicht heißen, dass er auch ein gutes, natürliches Bild zeigt. Neben einem künstlich übersättigten Monitor mit extra hohem Kontrast in "Media Markt"-Einstellungen sieht ein halbwegs sRGB-konformer Monitor immer mau aus.


    Um es nur mal am Beispiel Helligkeit zu demonstrieren: Für gewöhnlich schneidet man Videos nicht bei maximaler Helligkeit (außer Du machst echtes HDR-Grading, aber das kann keiner der Monitore) sondern bei 120-140 cd/m². Das wären lt. Tests im Netz so 35-40% Helligkeit beim BenQ EW3270U. Die Helligkeit reicht also mehr als aus.


    Ich würde euch also eher empfehlen ein paar Euro und ein paar Stunden in ein Kolorimeter zu investieren, damit beide Monitore zu kalibrieren. Der Vorteil: Solltet ihr die Videos auch woanders ansehen, sieht es auch da OK aus. Wenn ihr es dann noch bunter, knackiger oder heller haben wollt, macht ihr das über das Color-Grading im Schnitt und nicht über die Regler am Monitor.



    Oder anders gesagt: Die Frage ist, ob ihr einen guten Monitor im Sinne einer natürlichen Abstimmung oder "Hauptsache Bunt und hell!" sucht? ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Moin Matze,


    vielen Dank für Deine Einschätzung. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich in dem Bereich eher als Laie betrachte.


    Ich weiss ehrlich gesagt nicht wie ich eine Kalibrierung funktioniert. Kannst Du mir sagen wie ich das vorgehen könnte?


    Ich war bisher der Typ " Monitor aufstellen, Helligkeit & Farben so schrauben bis es für mich gut aussieht" und das wars...Ich bin da leider nicht sehr professionell, lerne aber gerne dazu.


    Ich habe in dem Benutzerdefiniertem Modus versucht, die Helligkeit und Farben so gut es geht anzupassen, das geht auch so, aber du magst recht haben, dass mein günstiger LG Monitor einfach falsch oder zu extrem eingestellt ist.


    Beste Grüße

    Christian



    achja..danke für die schnelle Aufnahme!

  • In dem Fall würde ich dringend empfehlen beide Monitore auf Standard zurückzusetzen und anschließend zu kalibrieren. Du kannst Monitore nur über ein Kolorimeter kalibrieren. Wie man da genau vorgeht, hängt dann von der Software und deinem Monitor (bzw. dessen Einstellmöglichkeiten) ab.


    Die Kalibrierung sehr stark vereinfacht:

    1. Dem Kolorimeter beigelegte Software & Treiber installieren.
    2. Monitor mind. 30 Minuten eingeschaltet lassen (in den ersten Minuten pendelt sich die Beleuchtung noch ein).
    3. In der Software die Kalibrierung starten und das Kolorimeter wie vorgegeben (meist mittig) auf dem Monitor anbringen.
    4. Den Anweisungen der Software folgen.
      1. Sollte man im Monitor-Menü RGB-Regler, Hintergrundbeleuchtung und Gamma-Regler haben, erfolgt erst einmal eine grobe Einstellung darüber.
      2. Anschließend kalibriert die Software den Monitor. Das dauert wsl. 10-15 Minuten.
      3. Die Software lädt für Monitor X das Farbprofil in die Grafikkarte. Bei hochwertigen EBV-Monitoren kann man das Profil auch direkt in den Monitor laden (Hardware-Kalibrierung).
    5. Fertig

    PS: Am besten macht man das im Custom- oder, falls vorhanden, dem sRGB-Profil. Wenn Du es dann zum Beispiel beim Zocken "bunt" haben willst, kannst Du am Monitor ja einfach in einen anderen Modus umschalten.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Hi Matze,


    vielen lieben Dank.


    Also ich brauch dazu definitiv die Kalibrierung von Amazon, richtig? Lohnen sich die 120€ bzw. die Ergebnisse der Kalibrierung?


    Wie kann ich sicherstellen, dass mein Modell das auch korrekt umsetzen kann mit dem Farbprofil für die Grafikkarte, oder geht das deifnitiv? Wenn ich richtig verstanden habe kann es nur sein, dass ich bei meinem Monitor das errrechnete Farbprofil nicht direkt in den Monitor laden kann, richtig?


    Ja, ich denke ich werde die Einstellungen dann auf die Custom Taste legen wenn das geht, alle anderen sind ja auch voreingestellte bzw. feste Modis.


    Beste Grüße und danke

  • Du brauchst keine "Kalibrierung von Amazon", sondern ein Kolorimeter. Der Spyder5 von Datacolor ist eines von vielen verfügbaren Kolorimetern und die Software auch für Einsteiger geeignet. Zudem ist es eines der meistverwendeten Kolorimeter. Es gibt also auch diverse Anleitungen im Netz.

    Wie kann ich sicherstellen, dass mein Modell das auch korrekt umsetzen kann mit dem Farbprofil für die Grafikkarte, oder geht das deifnitiv?

    Bei einer klassischen Software-Kalibrierung bekommt dein Monitor nichts von der Kalibrierung mit. Das läuft alles im PC ab. Vereinfacht gesagt wird während der Kalibrierung eine Korrektur-Matrix angelegt. Angenommen dein Monitor ist etwas grünstichig, dann schickt die Grafikkarte ein eigentlich etwas zu rotes Bild an den Monitor und am Ende kommt ein korrektes Bild heraus. Das passiert für jede einzelne der 16,7 Millionen Farben bei jedem ausgegebenen Bild vollautomatisch über die Farbverwaltung im Betriebssystem. Das kostet auch keine Leistung, da immer ein Profil aktiv ist - man tauscht nur das Standard-Profil von Windows oder Mac OS aus.


    Das "Problem" besteht darin, dass je schlechter der Monitor ab Werk ist, desto mehr muss man via Software korrigieren und das führt irgendwann zu sichtbarem Banding. Stell dir das wie ein Auto vor, dass immer nach links zieht und man korrigiert das übers Lenkrad. Wenn der Reifen statt geradeaus ab Werk 15° nach links steht, korrigiert man die Standardposition des Lenkrades auf 15° rechts. Damit ist es wieder in der Spur - es führt jedoch dazu, dass Du nicht mehr den vollen Ausschlag nach rechts hast.


    Bei der Hardware-Kalibrierung lädt man das Korrektur-Profil nicht via Betriebssystem in den Grafikkartentreiber, sondern direkt in den Monitor. Dafür muss der Monitor aber eben auch die Möglichkeiten bieten das sinnvoll umzusetzen (also die Korrekturtabelle zu verwalten). Im Auto-Beispiel würden wir statt dem Lenkrad die Spureinstellung im Fahrwerk korrigieren.


    Du hast zwei grundlegend ordentliche Monitore. Da reicht eine Software-Kalibrierung vollkommen aus.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Alles klar, verstanden. Ja, das macht schon Sinn denke ich. Wenn die Geräte das gut machen, sollte mir damit geholfen sein bei beiden Geräten.


    Ich werde das so umsetzen und hoffe dann auf bessere Ergebnisse.


    Danke für Deine Hilfe!


    Achja..Ist es normal, dass wenn ich in der Windows Desktopansicht auf HDR schalte, dass dann sofort in "HDR emuliert" umgeschaltet wird, da schlicht weg kein HDR zur Verfügung steht?


    Beste Grüße und guten Rutsch..Danke nochmals!

  • Da Windows keinen HDR-Modus hat und das für eine UI auch nicht sinnvoll ist... Ja. Zudem sind beide Monitore mit nur 300 cd/m² maximaler Helligkeit nicht HDR-fähig. Egal mit welchen Bilddaten Du die Monitore fütterst, da wird nie echtes HDR herauskommen.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

  • Verstehe ich leider nicht ganz :) Also ich habe ein BenQ Monitor der HDR 10 supportet gekauft und der kann kein HDR :) Ich komme mir etwas verarscht vor :)


    Also kein echtes HDR bedeutet, dass es Qualitativ nicht so gut ist, oder was kann mein BenQ Monitor genau umsetzen? Beim den günstigen LG wusste ich, dass der kein HDR kann.

  • Also ich habe ein BenQ Monitor der HDR 10 supportet gekauft und der kann kein HDR

    Eben kein echtes HDR, wie es allgemein verstanden wird. HDR steht für "High Dynamic Range", im Falle von Monitoren bedeutet das große Unterschiede zwischen Hell und Dunkel darstellen zu können. Für gewöhnlich spricht man bei LCDs von 1.000 cd/m² maximaler Helligkeit und 0,05 cd/m² Schwarzwert als Mindestanforderung (bei OLEDs darf es deutlich weniger im Maximum sein, da das Schwarz dunkler ist). Dolby-Vision-Produktionen werden in der Regel sogar mit 4.000 cd/m² als Maximum gegradet. 300 cd/m² reichen da vorne und hinten nicht für das HDR-Erlebnis. Aber das gilt für fast alle PC-Monitore.


    Nichts desto trotz unterstützt der Monitor technisch HDR-Bildsignale. In dem Fall HDR10, also primär Material von 4K-Blu-Ray und den großen Streaming-Anbietern (Netflix, Amazon Video). HDR-Content von Streaming-Portalen kannst Du am PC jedoch nur unter bestimmten Bedingungen (Hardware-Unterstützung in der Grafikkarte, Support im Treiber, Netflix-App oder Microsofts Edge-Browser, installierte H.265-Erweiterung, Verbindung zum Monitor via HDMI 2.0a) nutzen.


    Kurzum: Für dich (Videoschnitt) ist die HDR-Funktion eh egal und sollte deaktiviert bleiben. Wenn Du einen BD-Player mit 4K-Blu-Ray anschließt, kannst Du jedoch "ein bisschen HDR" genießen.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro