Lowlight settings für shots aus der Hand

  • Hi,


    worauf muss ich alles achten, wenn ich bei wenig Licht Schüsse aus der Hand tätigen möchte?


    Bislang habe ich das immer so gehandhabt:


    - Blende soweit auf wie möglich

    - Verschlusszeit so niedrig wie möglich. Bei 35mm -> 1s/35 die Längste.

    - ISO so niedrig wie möglich


    Macht es Sinn eher unterbelichtet zu fotografieren und dann Lightroom den Rest übernehmen zu lassen oder direkt die Kamerasettings so einzustellen, dass Lightroom nicht mehr viel machen muss?

    Rauschgefahr?


    Viele Grüße

    Sony a7iii | Sigma 35mm 1.4 DG HSM Art | Tamron 28-75mm F/2.8 Di III RXD ------------- | Instagram: naheliegend | wohingegen


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  • Hallo,

    ich mache es so, dass ich das Bild bereits so gut wie möglich belichte. Wenn es allerdings so wenig Umgebungslicht gibt, dass ich die ISO zu hoch oder die Belichtungszeit zu lange habe, wird das Bild einfach etwas dunkler gemacht.

    Es gibt einfach irgendwann ein Minimum an Belichtungszeit (je nachdem wie gut der Stabi ist, wie ruhig die Hand ist und wie lang die Brennweite ist), dass man nicht unterstreiten darf. Denn lieber ein etwas zu dunkles Foto, als ein verwackeltes.

    Genau so ist es sinnvoll herauszufinden, bis zu welchem ISO-Werte die Kamera für einen annehmbare Bilder produziert. Einer hat höhere Ansprüche als ein anderer Fotograf. Eine Vollformatkamera ist in der Regel rauschärmer als eine kleine Kompaktkamera.

    Wenn man die Variablen ausgereizt hat, mache ich um einiges dunklere Fotos. Denn Lightroom und Co. können aus dem RAW-Format(!) immer noch etwas rausholen. Lieber ein dunkleres Fotos, als kein Foto.

    Natürlich kann man auch davor etwas dunklere Fotos machen, wenn sie stylistisch etc besser wirken ;-)

  • Ist es nicht so, dass es sich nichts nimmt ob man direkt einen höheren ISO Wert nimmt oder in Lightroom die Belichtung ändert? Insofern würde ich schon den höchsten ISO Wert nehmen, den ich brauche, um richtig zu belichten wenn ich bei den anderen beiden Parametern an die Grenze gekommen bin.


    Einer optimalen Verschlusszeit kann man sich aber auch gut annähern, wenn man kann, indem man mehrere Bilder macht und die Verschlusszeit nach jeder Aufnahme verlängert und das Bild jeweils auf Verwacklungen überprüft. Oft geht schon mehr, als einem irgendeine Faustregel glauben lassen möchte.

    Canon EOS 6D, EOS 70D, EOS M5, EOS MInstagram

    [ EF ] Canon 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 50/1.8 STM, 70-200/4L IS II USM,

    Tamron SP 70-300/4-5.6 VC USD (A005), SP 90/2.8 VC USD 1:1 Macro (F017)

    [ EF-S ] Sigma 30/1.4 A HSM [ EF-M ] Canon 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM

    Einmal editiert, zuletzt von JensJ ()

  • Ist es nicht so, dass es sich nichts nimmt ob man direkt einen höheren ISO Wert nimmt oder in Lightroom die Belichtung ändert?

    Jaein. Sagen wir es so: Beides führt zu höherem Rauschen. Das Problem bei der RAW-Konverter-Methode ist, dass es nur ein "digitaler" ISO-Wert ist. In der Kamera kann eine elektrische Signalverstärkung stattfinden und der Kamerahersteller für den speziellen Sensortyp dieses Verhalten optimieren. Auch Spezialtechnologien wie Dual-Native-ISO (Lumix GH5s und andere) sind via Software natürlich unmöglich zu emulieren.

    - Blende soweit auf wie möglich

    - Verschlusszeit so niedrig wie möglich. Bei 35mm -> 1s/35 die Längste.

    - ISO so niedrig wie möglich

    Soweit richtig, nur das mit der Verschlusszeit ist lediglich ein Richtwert, der zwei essentielle Punkte ausklammert: Bewegungen vor der Kamera und Bildstabilisierung. Sollte das Objektiv und/oder Kamera stabilisiert sein, kannst Du z.T. deutlich längere Belichtungszeiten erreichen. Da sind dann, aus der Hand, auch 1/4 s bei 35 mm möglich.


    Aber egal ob mit oder ohne Stabilisator: Das alles berücksichtigt nur das Zittern deiner Hände bzw. Schwanken des ganzen Körpers. Ein Sänger, der auf der Bühne zum Sprung ansetzt, wird weder bei 1/4 s noch bei 1/50 s scharf abgebildet werden. Bestenfalls vielleicht bei 1/200 s. Da hilft dann nur: ISO weiter hoch und/oder etwas unterbelichten.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Kleine leichte Stative alle Gorillapod können in einem solchen Fall Wunder wirken. Am besten zusammen mit 2 Sekundentimer auslösen damit die Kamera aufhört zu wackeln.

    Ansonsten Einatmen Ausatmen, 1 Sekunde Innenehalten und abdrücken. Dann verwackelt dir die Atmung nicht den Schuss. Die Arme stabilisieren am Körper oder auf einer unterlage wie einer Mauer.

    Auch mehr Oberkörpermuskulatur hilft beim aus der Hand fotographieren.

    Beim Iso solltest du dich immer fragen wie groß du das Bild später verwenden willst.

    A3 A4 A5? Je nachdem sieht es mit höherem Iso auch noch gut aus.