Unterschied 9 Punkt bzw. 45 AF-System

  • Hallo,


    ich fotografiere noch nicht lange, bin deswegen auch noch nicht sicher ob ich für mich die richtige Kamera gefunden habe. Für mich habe ich sehr wohl schon festgestellt, das ich mit einer "einfacheren" Kamera wie z.B. der EOS 200D und einen guten Objektiv bessere Bilder mache, als mit einer EOS 77D und dem Standardobjektiv.


    Kann mir jemand erklären, wie wichtig sind die AF-Punkte? Wo macht sich der Unterschied evtl. bei den beiden oben erwähnten Kameras bemerkbar? Über einen kleinen Guide würde ich mich freuen, tatsächlich spiele ich mit den Gedanken mir entweder eine EOS 77D oder vielleicht sogar eine EOS 6D Mark II zu kaufen. Die EOS 6D hat aber auch nur 45 AF-Punkte!?


    Fotografieren tue ich regelmäßigen die sportlichen Aktivitäten meiner Kinder (überwiegend Hallensport), und sehr gerne die See bei Wind und Wetter. Wegen dem Spritzwasserschutz kommt evtl. die EOS 6D Mark II in Frage.


    Also, ich freue mich über eure Feedbacks und evtl. "kleinen" Hilfestellungen bei der Wahl der Kamera.


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  • Puhhh, da hast du aber was vor zu Investieren, bedenkt man das du offensichtlich noch ganz am Anfang stehst und dich noch nichtmal mit den Grundbegriffen der Fotografie auskennst. Hast du denn nun schon eine Kamera? Das ist für mich aus deinem Text noch nicht ganz klar geworden.

    Generell ist es aber so das du in Bezug auf Spritzwasserschutz diesen nur verwenden kannst wenn alles Geschützt ist. Es hilft quasi nichts wenn die Kamera Spritzwassergeschützt ist aber das Objektiv z.b. nicht. Auch ist es so das die Qualität der Bilder eher von den Objektiven kommt als von der Kamera selbst das stimmt, aber gute Bilder entstehen nur durch Erfahrung und das Wissen das sich ein Fotograf aneignet. Damit meine ich das gutes Equipment noch lange keine guten Fotos macht. Jemand mit Erfahrung und Ahnung macht garantiert bessere Fotos mit einem Handy als ein totaler Anfänger mit der dicksten DSLR oder DSLM.

    Was die Autofokuspunkte angeht ist es so, das eher die Leistungsfähigkeit der Kamera und des Objektivs eine Rolle spielt als die Anzahl der Punkte. Eine Kamera mit weniger Autofokuspunkten kann mit richtigem Objektiv dennoch einen viel schnelleren und treffsicheren Autofokus haben als eine Kamera mit vielen Punkten. Damit meine ich das die Anzahl nicht viel über die Qualität des Autofokus ausmacht. In den meisten Fällen benötigt man bei normalen Objekten oder Landschaften eh nur den Punkt in der Mitte oder zumindest den mittleren Bereich. Somit sind alle anderen Fokuspunkte größtenteils ungenutzt. Wo sie allerdings ordentlich was ausmachen ist wenn man bewegte Motive hat und dazu zählen z.b. deine Kinder beim Sport etc. Umso mehr Autofokusfelder vorhanden sind, umso mehr möglichkeiten hat die Kamera an der richtigen Stelle scharf zu stellen wenn sich etwas schnell bewegt und der Autofokus kontinuierlich die Schärfe mitzieht. In Kurzfassung sind viele Punkte nett und auch durchaus nützlich, aber in der Praxis braucht man sie wengier als man denkt und wichtiger ist das der allgemeine Autofokus der Kamera gut ist.

    Welche Kamera du dir nun kaufen willst ist ein wenig deine Entscheidung und auch eine Entscheidung des vorhandenen Geldes.
    Im Bezug der 6DM2 kann ich allerdings nur sagen das du mitberechnen solltest das es sich hier um eine Vollformat handelt. Und auf diese passen eben auch nur die deutlich teueren EF-Objektive. An einer APS-C wie die 77D gibt es eine viel größere Auswahl auch an günstigeren EF-S Objektiven.
    Dafür bringt dir die 6DM2 natürlich dank Vollformat mehr Reserve in dunklen Situationen wie z.b. der Hallensport, andererseits kann man mit einer 77D und einem gutem Lichtstarken Objektiv auch schon Problemlos gute Fotos in einer Halle machen.
    Hast du bereits eine Kamera wie z.b. die oben genannte 200D, so würde ich auf jedenfall erstmal bei dieser bleiben bis du mehr Erfahrung und wissen in der Fotografie erlangt hast. Kauf dir dann lieber zu dieser ein gutes Objektiv was man vielleicht auch später gleich an einer Vollformat nutzen könnte. So sparst du gerade viel Geld und erst wenn man ein gewisses Maß an können hat und eine weile Fotografiert hat, dann weiß man auch erst was einem vielleicht am jetzigem System Fehlt und was die neue Kamera im vergkeich besser können sollte.
    Wenn du noch so weit am Anfang stehst wie ich vermute, dann nutzt du falls vorhanen, bestimmt nichtmal ein Bruchteil von dem aus was deine Kamera wirklich kann.

    Sony A7III | Sony SEL 24-105G OSS F4 | Sony SEL 70-200G OSS F4 | Sigma MC-11 | Canon EF 50mm f1.8 STM | Canon EF 85mm f1.8

  • Wie wichtig die AF Felder sind, ist situationsabhämgig.


    Generell würde ich sagen: je schneller ein Bild entstehen muss, desto einfacher ist es mit einer großen Anzahl - bzw eher die großflächige Verteilung - der Felder. Wobei dies nur gilt, solange man nicht ohnehin den Fokus relativ mittig im Bild wählt.


    In der Landschaftsfotografie zB hat man idR genug Zeit sich einen dezentralen Fokuspunkt aus zu suchen. Reicht einem die Verteilung weniger Felder nicht aus, hat man zumeist die Zeit den einen naheliegendes Feld zu nehmen die Kamera so zu verschieben, dass das Feld über dem scharf zu stellenden Motiv liegt, den Auslöser halb durch zu drücken und halten (also fokussieren) und dann die Kamera bei gehaltenem Fokus wieder zurück zur geplanten Komposition zu verschieben. Wenn man noch mehr Zeit hat und Kontrolle haben möchte, kann man natürlich auch ganz auf den AF verzichten und Manuel fokussieren. Dies macht man gerade bei Landschaften (hier habe viele günstigere Objektive deshalb auch keinen AF), Langzeitbelichtungen und Makro - also bei Dingen, wobei man Zeit hat und zumeist auch ein Stativ verwendet.


    Verallgemeinert kann man also meiner Erfahrung nach sagen, dass immer dann wenn sich Motive nicht oder nur langsam bewegen, die AF Felder Anzahl und Verteilung keine große Rolle spielen.


    Schwieriger wird es, wenn sich Motive schneller durch das Blickfeld bewegen und der Fokus von der Kamera mitgeführt werden soll. Hier hilft eine große Abdeckung der AF Felder sehr. Auch wenn sich bewegende Motive außerhalb der Mitte (Stichwort Drittelregel) fotografiert werden sollen, hilft es natürlich wenn man min einen aber besser drei oder mehr Felder hat, da man hier den Fokus auf Grund der mangelnden Zeit nicht wie oben beschrieben verschieben kann.


    Canon Kameras die über den Dualpixel AF verfügen, können auch noch ziemlich gut über den Liveview Modus fokussieren und dabei Objekte fast über den gesamten Sensor verfolgen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, kann ich aber leider aufgrund fehlender eigener Erfahrung nicht sagen.

    Insofern muss man sich selbst versuchen vorzustellen, wie und was man fotografiert. Liegt der Schwerpunkt wie scheinbar bei dir auf sportliche Aktivitäten, würde ich eher eine Kamera mit guter Verteilung der Felder bevorzugen.


    Für mich habe ich sehr wohl schon festgestellt, das ich mit einer "einfacheren" Kamera wie z.B. der EOS 200D und einen guten Objektiv bessere Bilder mache, als mit einer EOS 77D und dem Standardobjektiv.


    [...], tatsächlich spiele ich mit den Gedanken mir entweder eine EOS 77D oder vielleicht sogar eine EOS 6D Mark II zu kaufen.

    Eine Canon EOS 800d und 77d sind natürlich generell (zB durch besserer Serienbildperformance) besser gerüstet und nicht zuletzt dadurch die besseren Allrounder. Wenn also das Geld dafür da ist und die Größe kein Ausschlusskriterium, würde ich klar zu einer der beiden innerlich quasi gleichen Kameras greifen. Rel lichtstarke Festbrennweiten mit gutem Preis Leistungsverhältnis gibt es ja von Canon, falls es für ein Sigma mit maximaler Bildqualität - dafür aber auch max Größe und Gewicht - finanziell nicht reicht.

    Von einer Vollformatkamera würde ich aber eher abraten oder dich zumindest bremsen wollen. Du solltest dir bewusst sein, dass es zwar auch für Vollformat verhältnismäßig günstige und dennoch ganz gute Objektive gibt, speziellere und bessere Objektive für Vollformatkameras aber gleich sehr viel teurer werden.

    Rechnest du also bereits bei einer 77d, ob dann noch Geld für gute Objektive Objektive drin sind, wird das Geld und der Wille zu investieren für Vollformat vermutlich kaum reichen.