Neue APU Generation "Kaveri"

  • Hallo,
    Wie in meinem Beitrag in Komplettsysteme ersichtlich ist, habe ich vor, in etwa einem halben Jahr einen PC mit einem APU zusammenzusetzen. Neulich ist mir dann zu Ohren gekommen, dass eine neue Generation ansteht. So weit ich weiß, wird es sich dabei um bis zu vierkernige CPUs mit einer integrierten Grafikkarte handeln.
    Meint ihr es lohnt sich eine APU dieser Generation zu verbauen, oder reicht "Richland"? Preis/Leistung und so. Ich habe im Internet nämlich viele Unterschiedliche Sachen gelesen. Die Einen berichten von besser, neuer und Performanceerhöhung in allen Bereichen(gamestar ), die Anderen von verfehlten Leistungszielen (heise )


    Was meint ihr? Was ist zu erwarten?


    Danke schon mal :thumbsup:


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  • Solange niemand die APU (ohne NDA) testen konnte und damit brauchbare Ergebnisse liefert kann man prinzipiell nichts sagen, aber: Im Gegensatz zu den aktuellen APUs mit Piledriver-CPU-Kernen und VLIW4-GPU setzt Kaveri auf Steamroller-Kerne und eine GPU auf GCN-Basis.


    Sprich man hat auf beiden Seiten eine optimierte Architektur und forciert zeitgleich noch den HSA-Ansatz (u.a. durch die Integration von hUMA), es wird also definitiv schneller und dank 28-nm-Fertigung auch stromsparender werden. Bei der GPU kennt man GCN schon seit einiger Zeit aus den PC- und Notebook-Bereich und weiß woran man ist. Aufgrund erster Daten wird die stärkste Kaveri-APU (A10-7850K) hier schon auf dem Niveau einer HD 7750 sein.


    Bei der CPU... Wenn man die Bulldozer-Architektur von Anfang an verfolgt hat sollte Steamroller eigentlich enorm viel bei "klassischen" Anwendungen wie Spielen bringen, aber auch moderne Applikationen (Videocodierung, Rendering etc.) ordentlich beschleunigen.


    Es hängt am Ende von den Marktpreisen ab ob es sich lohnt. Da AMD aber zuletzt eine ziemlich aggressive Preispolitik fährt und die ersten Produkte wahrscheinlich schon zum Jahresanfang im Handel sind, sollten sich die Preise in gut 6 Monaten auch eingependelt haben ;)

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  • Das geht sehr tief in die Materie hinein - oder um es anders zu sagen: Wenn Du fragen musst, würdest Du die Antwort kaum verstehen ;)


    VLIW4 und GCN sind die "Codenamen" der grundlegenden Architekturen. Bezüglich VLIW (Very Long Instruction Word) findet man auf Wikipedia grundlegende Informationen, GCN steht für "Graphics Core Next" und könnte als VLIW1 bezeichnet werden. Die Änderungen machen die Programmierung einfacher und ermöglichen auch generell mehr Leistung für GPU-Computing sowie eine höhere Effizienz. Nachteil: Man benötigt mehr Schaltkreise, der Chip wird als größer.


    Steamroller ist die dritte Ausbaustufe (Bulldozer -> Piledriver -> Steamroller -> Excavator...) von AMDs Bulldozer-Architektur und bringt vor allem ein aufgepumptes Front-End mit sich, kehrt damit vom CMT-Design wieder etwas zu klassischen CPUs zurück, sowie die üblichen Verbesserungen an allen Ecken und Enden der Architektur. Einen groben Überblick über den veränderten Aufbau erhält man in dieser Grafik von WCFTech


    [Blockierte Grafik: http://cdn3.wccftech.com/wp-co…amroller-vs-Bulldozer.jpg]
    Oder um es ganz kurz zu machen: Alles wird wie immer schneller, besser und effizienter :D

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  • Jetzt wird mir alles klar! 8o NICHT
    Aber egal, ich werde mir mal in nächster Zeit die Computer-Hardware Ausgabe "So funktioniert ihr Computer" ausleihen, vielleicht wird es mir dann klarer. :thumbsup:


    Bei "grundlegende Informationen findet man dazu auf Wikipedia", wurde mir klar, dass es sich hier um einen der komplizierteren Beiträge handelt. :)


    Aber ich bin (jedenfalls noch ;)) motiviert mich in die Materie einzuarbeiten, um wenigstens ein bisschen darüber Bescheid zu wissen, was da im PC so vor sich geht.

    2 Mal editiert, zuletzt von MoinBayern ()

  • Ich denke so weit muss man sich nicht in das Thema einarbeiten - auch wenn ich Technikinteresse immer sehr begrüße ;)


    Es ist eine Sache grob zu wissen wie ein PC funktioniert, was es für Bauteile, Schnittstellen und Standards gibt sowie am PC zu schrauben und zu optimieren. Auf der anderen Seite stehen Protokolle, CPU-Architekturen samt Pipelining, Prefetchern, TLBs, FPUs und Integer Pipelines sowie SIMD-Erweiterungen à la SSE, AVX, XOP, FMA3/4 und co^^

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  • Nach dem Kapitel über CPUs blicke ich schon durcher:)
    Bei SSE und so weiß ich wenigstens was es grob ist, das reicht mir schon...
    Hier noch mal das, wie ich es verstanden habe, bitte um Korrektur:
    Bei der Steamroller-Architektur wird die Aufgabe einen Arbeitsschritt früher in einzelne Threads zerlegt. Damit herrscht weniger Leerlauf und die CPU arbeitet dadurch effizienter und schneller.
    Außerdem wird durch das ermöglichen von einfachem GPGPU die Last effizienter verteilt.


    Habe ich das ungefähr richtig erfasst?

    Einmal editiert, zuletzt von MoinBayern ()

  • Bei der Steamroller-Architektur wird die Aufgabe einen Arbeitsschritt früher in einzelne Threads zerlegt. Damit herrscht weniger Leerlauf und die CPU arbeitet dadurch effizienter und schneller.

    Ja, das ist so grob richtig ;) Obwohl Aufgaben nicht in Threads zerlegt werden (das ist ein großer Traum für künftige Architekturen, Stichwort "Reverse Hyperthreading") sondern ankommende Aufgaben ein "breiteres" Front End zur Verfügung haben. Sprich angenommen es kommen gleichzeitig zwei Aufgaben an, dann müssen sich diese bisher Decoder und Dispatcher teilen - und diese sind in ihrer Kapazität beschränkt. Im schlimmsten Fall heißt das: Es kommen zwei Aufgaben an, die CPU selber könnte zwei verarbeiten aber beim "Einlass" ist nur ein Kontrolleur und die Aufgaben tröpfeln nur einzeln herein - man verliert also 50 Prozent der Rechenleistung.


    Außerdem wird durch das ermöglichen von einfachem GPGPU die Last effizienter verteilt.

    Das wäre die Idealvorstellung ;) In der Realität ermöglichen es hUMA und Co für Programmierer einfacher und effizienter auf die GPU für Berechnungen zuzugreifen als bisher, aber das muss eben unterstützt werden.

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  • So, die Kaveri-APUs sind vor einiger Zeit erschienen, was meinst du?
    Ich habe mich schon ein wenig schlau gemacht:
    Laut WCCF-Tech ist der A10-6800K besser als der A10-7850K , das Kaveri-Topmodell, was die GHZ-Anzahl angeht, jedoch wesentlich schlechter, was die Grafik angeht. Aktuell kostet der A10-7850K jedoch 75€ mehr, als der A10-6800K . Ich bin mir sicher, dass der Preis noch fallen wird, aber weniger als 150€ werden es doch wahrscheinlich nicht mehr, oder?
    Lohnt sich der Aufpreis?

  • Die größte Stärke von Kaveri sind die Verbesserungen beim GPU-Computing - sprich HSA, hUMA und Co. Hast Du ein Programm, dass die GPU für Berechnungen nutzt, legt Kaveri ordentlich los. Bei der Grafik waren auch vorab keine gewaltigen Sprünge zu erwarten, einfach weil der DDR3-RAM schon seit jeher die GPU-Performance limitiert.


    Die APUs skalieren quasi 1:1 mit dem Speicherdurchsatz und Kaveri profitiert sogar noch von Dual Ranked-Speicher merklich (Test). Wirklich schneller wird es wohl einfach erst mit DDR4-RAM werden.

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  • Verstehe. Aber wenn das jetzt erst so neu ist, wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass es von den versch. Programmen unterstützt wird? Oder unterstützt Kaveri nur bereits vorhandene Softwaremöglichkeiten besser?

  • GPU-Computing generell wird mittlerweile von vielen Programmen unterstützt die entsprechende Workloads bieten. Darunter ein Teil der Adobe Creative Familie (PS, Premiere, AE...), RAW-Konverter (Phase One), Videoschnitt-Programme (Sony Vegas...), einige PC-Spiele für die Berechnung von Physik-Effekten und vieles mehr.


    HSA und alles was indirekt dazu gehört (hUMA, hQ, HSAIL) braucht sicherlich noch eine Weile bis es breit unterstützt wird - aktuell sind noch nicht einmal die Treiber final. Schaden wird es also sicherlich nicht, das volle Potential kann man aber eben noch nicht ausfahren. Wie praktisch immer bei neuer Hardware ;)

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