Beiträge von floh

    Hi Dani, und willkommen im Forum!


    Auf YouTube hast Du geschrieben, dass das Problem vor allem bei schnellen Kamerabewegungen auftritt. Aber natürlich wäre ein kurzes Beispiel hilfreich. Ich lade am ehesten auf YouTube hoch (nicht gelistet) und poste dann hier den Link mit

    Code
    1. [media]http...[/media]

    Mein erster Tipp aber: Wenn das Objektiv gute Bilder macht, kann es nicht am Objektiv liegen. Die Video-Auflösung ist definitiv schlechter, und Du solltest keine extremen Objektiv-Artefakte sehen. Und "bei viel Bewegung" klingt nach einem Problem mit der Kompression. Hier könntest Du auf jeden Fall mal ausprobieren, die Kompression zumindest auf die kleinste Stufe zu schalten. Dafür schaltest Du die Kamera in den Video-Modus und gehst dann ins Menü. Im sechsten Menü von links (oder das zweite Videoeinstellungen-Menü) findest Du den Punkt "Movie-Aufn.größe". Hier hat jede Einstellung drei Symbole: Die Auflösung (z.B. 1920), die Bildrate (z.B. 25) und die Kompression. Bei letzterem solltest Du darauf achten, eine Einstellung mit "ALL-I" zu wählen, nicht mit "IPB". Das ist dann zumindest die höchste Qualität an Videokompression, die dir die Kamera bietet. Wenn Du dann noch Probleme siehst, dann lad mal ein Beispiel hoch. :-)


    EDIT: Eine kleinere Kompression bedeutet natürlich, dass die Video-Dateien noch etwas größer werden...

    Ich schließe mich @Matze da an. Zoom und lichtstark ist nicht gerade berühmt bei Sony. Das einzige was es gibt was lichtstärker ist als Dein 18-105mm F/4 ist gleich die G-Master-Serie, für Innenräume vermutlich das 24-70mm F/2.8. Das kommt in den nächsten Wochen raus, aber auch dann ist es vermutlich noch oberhalb dessen was Du ausgeben willst. :-) Und ja, es gibt wirklich kein günstigeres lichtstarkes Zoom für Sony's E-Mount, das ist das größte Problem an den Sony-Kameras, wie wir schon ausgeführt haben.


    Da wärst Du mit einer Festbrennweite sicher besser dran, die liegen bei Sony meist zwischen 200 und 400 Euro. Da kannst Du sehr viele kaufen, bevor Du an den Preis des Zooms ran kommst... ;-) Zudem sind Festbrennweiten meistens sogar schärfer und lichtstärker als Zooms, und Du darfst nicht vergessen dass Du mit den Füßen zoomen kannst und auch hinterher das Bild noch am Computer merklich zuschneiden. Beispiel: Wenn Du ein Sony 16mm F/2.8 kaufst und hinterher das Bild auf den Ausschnitt zuschneidest, den Du mit 50mm gekriegt hättest, dann hast Du statt 24 Megapixel immernoch 13.5 Megapixel. Das klingt wenig bis Du weißt dass das weiter unten genannte Sigma 17-50mm F/2.8 bei 50mm nur etwa 11 Megapixel Schärfe liefert, mehr kriegst Du aus einem Zoom-Objektiv dieser Preisklasse einfach nicht raus. Will heißen: Im Nachhinein zuschneiden ist oft weniger schlimm als man annimmt, zum einen weil die MP-Anzahl nur mit der Wurzel der "Brennweite" abnimmt, zum anderen weil ein Zoom-Objektiv eh nicht die volle Auflösung des Kamerasensors bieten würde.


    Bei Canon sieht das Ganze ein bisschen besser aus, da gibt es von Drittanbietern kleine Preis-Leistungs-Wunder wie das Sigma 17-50mm F/2.8, das ordentliche Ergebnisse liefert zu einem fairen Preis. Du könntest auch versuchen, so ein Objektiv mit einem günstigen Adapter auf die Sony A6000 zu setzen, aber da wirst Du gerade bei wenig Licht wirklich keinen Spaß mit dem Autofokus haben, das ist eigentlich nur eine Option wenn man manuell fokussieren will.


    Bei Sony ist also eine Festbrennweite vermutlich die beste Option, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich bin auf sehr vielen Hochzeiten unterwegs (nicht also Fotograf, nur weil ich eben in dem Alter bin - bzw. langsam schon wieder raus komme - in dem alle Freunde heiraten), und die Profi-Fotografen dort fangen fast alle an, mit Festbrennweiten zu fotografieren wenn es wirklich dunkler wird bei der Feier. Die sind einfach echt lichtstärker und schärfer.


    Und deshalb ist es auch wichtig, dass wir ungefähr wissen was Du Dir vorstellst zu fotografieren, eher Weitwinkel mit ganzen Räumen oder eher Porträts und Details...


    EDIT: Alternativ (wenn Du noch unsicher bist) kannst Du auch erstmal mit dem 18-105mm arbeiten. Dann merkst Du, bei welchen Situationen im Innenraum Du gerne mehr Lichtstärke hättest, und auch in welchem Brennweitenbereich Du Dich da befindest. Z.B. für Video könnte Dir die F/4-Blende sogar in Innenräumen reichen...

    Hallo nochmal, Tamara!


    Nur nochmal kurz: Hast Du denn auch schon mal beide Kameras in die Hand genommen? Der Unterschied ist nämlich ganz schön gewaltig, gerade in der Größe, und manchmal liegt Dir einfach das eine viel mehr als das andere. Das macht am Ende sicher am meisten aus: Wie wohl sich die Fotografin mit der Kamera fühlt, da können alle Tests der Welt nichts dran ändern. :-)


    Dann aber zu den Objektiven, nochmal als Rückfragen:

    • Hast Du irgendwelche Preisvorstellungen? Es gibt nämlich schon "Objektive, die ich Dir unbedingt empfehlen würde", die Du aber wahrscheinlich nicht bezahlen willst. ;-)
    • Bei Deinen Innenraum-Fotografien, willst Du eher in Richtung Raumaufnahmen gehen (also z.B. der Kircheninnenraum oder die ganze Hochzeits-Tanzfläche), oder eher in die Details (Gesichter von Einzelpersonen)?

    Das hat nämlich beides großen Einfluss darauf, was ich Dir empfehlen würde. Wenn Geld nicht ganz so kritisch ist und Du das "gesparte" Geld zur Canon 70D übrig hast, dann würde ich vermutlich die Sony A6000 nur als Body und dann als Immerdrauf das Sony 18-105mm F/4 empfehlen. Das ist nicht ganz günstig, aber wirklich super für alle von Dir beschriebenen Außenaufnahmen: Du hast einen vorhandenen Tele-Bereich, wenn Du an spielende Hunde oder Kinder ran zoomen willst, eine konstante Blende so dass beim Zoomen im Film das Bild nicht dunkler wird, und sogar einen motorbetriebenen Zoom, so dass Du beim Filmen saubere Zooms hinkriegst. Ich hab sowohl dieses als auch das 55-210mm, und letzteres macht selbst bei vollem Zoom unschärfere Bilder als wenn man das 18-105mm nimmt und dann im Nachhinein das Bild zuschneidet. Damit hättest Du quasi beide von Dir genannten Objektive in einem.


    Man sagt ja, dass man bei einer Kamera/Objektiv-Kombination genau so viel Geld für's Objektiv ausgeben soll, um die Kamera richtig nutzen zu können. Das wäre in diesem Fall recht gut gegeben. :-)


    Für die Innenräume würde ich dann noch nach einer Festbrennweite mit größerer Blende schauen, aber das hängt wirklich davon ab, was Du damit fotografieren willst, und auch wie viel Du ausgeben willst.

    Hallo nochmal!


    Noch ein kleiner Hinweis zu beiden Kameras: Die Sony Alpha 6300 kommt ungefähr jetzt gerade in die Läden (es sind schon einzelne Exemplare verfügbar, Amazon z.B. hat sie aber noch nicht auf Lager). Dann wird die Sony Alpha 6000 womöglich nochmal einen Tacken günstiger werden. Wobei die vermutlich schon ziemlich am Limit ist, da sind vielleicht nochmal 30 Euro drin... Und die Canon 80D ist für Mai angekündigt, was vermutlich die Canon 70D nochmal ein bisschen im Preis sinken lassen wird. Falls Du also zwei Monate Zeit gegen ein bisschen gespartes Geld eintauschen willst, ist das eine Möglichkeit. Aber auch hier erwarte ich vielleicht nochmal 50 Euro weniger, als keine absoluten Wunder. Beide Kameras sind einfach doch auch noch sehr beliebt...


    Die Sony-Objektivseite sieht schon recht vollständig aus. Es gibt wie gesagt fast keine Drittanbieter für den noch relativ neuen E-Mount. Gerade wurde noch die "G Master"-Serie vorgestellt, die ist aber für Vollformat-Kameras und vermutlich auch außerhalb Deiner Preisvorstellungen. :-) Auf Sonys Homepage selber kann man sich auch die verfügbaren Objektive auflisten lassen, mit brauchbaren Filtermöglichkeiten, das ist auf jeden Fall immer aktuell. Hier z.B. mal ein Filter für Objektive die auf die A6000 passen (E-Mount) und für Cropped Sensor (APS-C) gemacht sind. Das ist vermutlich eine sinnvolle Auswahl für Dich. Falls Du selber bei Amazon suchst: Die E-Mount Objektive heißten meistens "SEL" vorne im Namen, Sony hat auch noch den "A-Mount", bei dem die Objektive "SAL" vorne heißen und definitiv nicht auf die A6000 passen! Die (Canon und Sony) Objektive, die ich hab, häng ich mal unten an, wenn Du zu denen Fragen hast, kann ich auch gerne weiterhelfen.


    Als Rückfrage zu den Objektiven: Was hast Du Dir denn preislich etwa vorgestellt? Es gibt da natürlich schon Objektive, die viele Deiner Anforderungen erfüllen aber eben sündhaft teuer sind, deshalb muss man das schon ein bisschen einschränken. Außerdem: Bei Deinen Innenraum-Fotografien, willst Du eher in Richtung Raumaufnahmen gehen (also z.B. der Kircheninnenraum oder die ganze Hochzeits-Tanzfläche), oder eher in die Details (Gesichter von Einzelpersonen)?


    PS: Meine Sony- und Canon-Objektive:


    Wo jetzt ein bisschen mehr Platz da ist... ;-)


    Ich hab gerade festgestellt, dass es eine recht enge Beschränkung gibt für das "Über mich"-Feld im Userprofil. Ich wollte versuchen, meine Foto-Technik-Sammlung mit Amazon-Llinks aufzulisten, aber da ist mir schon nach so 8-9 Listeneinträgen die Fehlermeldung "Der eingegebene Text ist zu lang" beim Speichern um die Ohren geflogen.


    Wenn es einen guten Grund für diese Beschränkung gibt (Layout, Selbstdarsteller, ...?), kann ich natürlich voll damit leben, aber vielleicht ist sie ja auch gar nicht volle Absicht, dann wollte ich mal eine Erweiterung anregen.

    Hallo Tamara!


    Nachdem Du da wirklich unsicher zu sein scheinst, hier nochmal meine persönliche Meinung zu den beiden Kameras, die ich beide schon recht ausgiebig verwendet hab:

    • Die Sony A6000 hat den leicht besseren Sensor, es ist einfach ein bisschen mehr Dynamikumfang da, und auch die 60fps beim Video vermisse ich auf der Canon 70D schmerzlich. Außerdem ist sie natürlich etwas leichter und kleiner.
    • Die Canon finde ich von der Bedienung her ein bisschen angenehmer. Es gibt ein dediziertes Wahlkreuz für den Fokuspunkt, der Touchscreen ist für Video-Autofokus (und auch sonst) wirklich eine feine Sache, und sie liegt besser in der Hand.
    • Der Unterschied in der Bildqualität bei den beiden Kameras ist marginal. Die Wahl des Motivs und Bildausschnitts, und natürlich auch das verwendete Objektiv haben hier einen viiiieeeel größeren Einfluss! Es gibt unter diesen beiden Bodies meiner Meinung nach keine "schlechtere Kamera" und sicher keinen Fehlkauf. Nur zur Beruhigung.
    • Ich besitze 7 Canon-Objektive und 7 Sony-Objektive. Letztere sind deutlich kleiner aber eben auch deutlich weniger lichtstark. Wenn ich "schöne Tiefenunschärfe" will oder "schnelle Bewegungen" oder "Innenräume bei wenig Licht" oder "Video-Autofokus für schnelle Aufnahmen" würde ich jedes Mal sofort zur Canon greifen! Und das sind nun mal gerade die Bereiche an denen Du interessiert bist. Bei Architektur oder Landschaft oder Produktfotografie oder vielleicht auch Studio-Porträt wäre ich nicht mehr so sicher, aber die Objektiv-Reihe der Canon ist für Deine Interessen ganz sicher die passendere.

    Ach ja, zu einem Objektiv dürfen wir Dich ja auch noch beraten, oder? :-) Aber immer der Reihe nach...


    @Saphyra Ich würde fast allem zustimmen, das Du gesagt hast. Eine Kleinigkeit, die aber oft missverstanden wird: Die Brennweite hat nicht so viel Einfluss auf die Tiefenschärfe wie man denkt. Nehmen wir mal an, Dein Motiv und Dein Hintergrund bleiben an der gleichen Stelle stehen. Wenn Du dann von einer sehr langen Brennweite auf eine kurze Brennweite wechselst, aber den gleichen Bildausschnitt haben willst, musst Du sehr viel näher an Dein Motiv ran gehen. Damit ändert sich das Verhältnis von Motivabstand und Hintergrundabstand, und die Tiefenschärfe bleibt interessanterweise fast gleich. :-) Es gibt natürlich andere Effekte, wegen denen man gerade für Porträts gerne längere Brennweiten nimmt. Beispielsweise sieht man sehr viel weniger vom Hintergrund (man muss weniger störungsfreie Fläche finden) und extreme Gesichtszüge (z.B. große Nase) werden mehr "flachgebügelt" oder "komprimiert", wie man sagt.

    In aller Kürze, ich bin etwas in Eile: Es klingt so als wolltest Du schon über Zeit eine beachtliche Sammlung an Objektiven zulegen. Das solltest Du bei der Entscheidung auf jeden Fall mit einfließen lassen! Für Sony E-Mount gibt es eine nach wie vor recht kleine Auswahl an Objektiven, lichtstarke Zooms (mehr als F/4) suchst Du praktisch vergeblich, Drittanbieter gibt es fast gar nicht und die Objektive sind auch recht teuer.


    Als Hintergrund: Ich selber habe die Canon 70D und werde mir sobald sie lieferbar ist die Sony A6300 (den Nachfolger der A6000) kaufen, hab auch schon einige Erfahrung mit den Sony E-Mounts gesammelt. Ich bin also hoffentlich in der Hinsicht unparteiisch und mag beide Systeme.


    Ich finde jedenfalls, dass man sich nicht für einen Body entscheiden sollte und dann überlegen was man dafür für Objektive kriegt. Bodies ändern sich und in ein paar Jahren wirst Du womöglich über einen neuen nachdenken, aber ein gutes Objektiv-System ist recht beständig. Ich selber finde die Sony-Bodies momentan definitiv interessanter als Canon, aber bei den Objektiven hat Canon die Nase noch weit vorne. Sobald man nicht für immer nur ein oder zwei Standard-Objektive haben will, würde ich zu Canon raten. Canons FE-Mount kann man auch praktisch auf alle anderen Kameras adaptieren (außer Nikon), falls man doch mal wechseln will, andersrum geht das nicht.


    Nu so ein kurzer Einwurf zum Nachdenken. :-)

    Nochmal, als eindeutige Rückfragen:

    • Willst Du in absehbarer Zukunft mal auf eine Vollformat-Kamera upgraden? Falls nicht, ist es nämlich gar nicht so sinnvoll, ein FF-Objektiv zu kaufen. Zum einen sind sie deutlich schwerer und teurer, vor allem aber sind sie einfach echt unschärfer! Die Schärfe und gute Auflösung eines FF-Objektivs ist nämlich so ausgerichtet dass der gesamte FF-Chip ausgeleuchtet wird. Eine Cropped Sensor Kamera ignoriert aber gut die Hälfte dieses Bereichs, und die Auflösung und Schärfe des Objektivs gehen entsprechend runter. Du kannst einfach mal bei DxOMark das Tamron 24-70 auf einer D5300 (neuere Crop), einer D600 (älteres Vollformat) und einer D800E (neueres Vollformat) anschauen. Da wandert die Schärfewert in Megalpixeln von 11 über 15 nach 23, also mehr als einen Faktor 2! Es macht also deutlich was aus, ob man ein Vollformat-Objektiv an einer Crop-Kamera betreibt oder ein Objektiv das für diese Kamera gemacht ist. Du wirst vermutlich auch feststellen, dass Dein Nikon Kit-Objektiv den teuren F/2.8ern in Schärfe nichts nachsteht, nicht mal bei vergleichbaren Blenden, weil es eben einfach für die Cropped Sensor Kamera gemacht ist.
      Ich selber hab sowohl das Tamron 24-70 F/2.8 als auch das oben genannte Sigma 18-35mm F/1.8 (nur für Crop geeignet). Das Sigma klingt erstmal nach wenig Zoombereich, und das ist es auch. Es ist aber so viel schärfer, dass ich es locker hinterher auf 70mm Bildausschnitt zuschneiden kann und immer noch mehr Details hab als mit einem nicht zugeschnittenen Tamron-Bild bei 70mm... Nur so als Gedankenanstoß.
    • Du musst selber wissen, in welchem Brennweitenbereich Du am ehesten fotografieren willst. Nur so angemerkt: Als Immerdrauf ist das 70-200mm echt nicht geeignet! Zum einen ist es eben wirklich schwer und unhandlich, zum anderen (gerade am Crop) am unteren Bereich mit 70mm schon im Tele-Bereich, da würde Dir für spontane Fotos garantiert Brennweite nach unten fehlen.

    Warum ich Dir das alles schreibe und Dir versuche, das Sigma 18-35mm F/1.8 und 50-100mm F/1.8 schmackhaft zu machen: Ich hab das Tamron 24-70mm und das günstigere Sigma 70-200mm F/2.8 OS, einfach auch weil es lange keine wirklich (semi-)professionellen Objektive für Cropped Sensor gab. Inzwischen hab ich wirklich trotz des kleinen Brennweitenbereichs fast immer das Sigma 18-35mm drauf und will es nicht mehr hergeben. Die Ergebnisse sind einfach so viel besser. Die teuren Vollformat-Objektiv verstauben also ein bisschen in meiner Tasche... :-)

    Du hast es erfasst, schönes Schlusswort. Ein Film entsteht durch die Geschichte, das schöne Aussehen entsteht durch die Sets, Beleuchtung und Kameraführung. Das bisschen Auflösung oder Dynamik fällt da nicht ins Gewicht.


    Warum ich aber nochmal schreibe: Mein Rechner ist vermutlich nochmal deutlich schwächer auf der Brust als Deiner, besonders die GPU... als ich mal 4K-Material schneiden musste, habe ich das ausschließlich mit Proxies gemacht. Für den finalen Grade und den Export dann natürlich schon in voller Auflösung, aber da braucht man ja kein flüssiges Playback mehr. Das kann heute jedes Schnittprogramm, und gerade bei Red RAW ist das empfehlenswert, egal wie viel Wumms Dein Rechner hat. Wenn es um Timing und Schnitt geht, nimm "optimierte Medien"...

    Tja, das ist nun eine Frage, die wir Dir nur sehr schwer beantworten können. Der hauptsächlich Unterschied zwischen einem 24-70mm F/2.8 und einem 70-200mm F/2.8 ist nun mal die Brennweite, und wir wissen noch nichts darüber, was Du genau damit fotografieren willst oder warum Du Dir das neue Objektiv eigentlich anschaffen willst. Ganz zu Beginn hast Du mal geschrieben, dass Du einen Ersatz für das Kit-Objektiv suchst, da wäre das 24-70mm deutlich näher dran. Das 70-200mm ist zum Beispiel für Porträts sehr schön. Vielleicht kannst Du auch mal in Deinen bisherigen Fotos suchen, bei welchen Brennweiten Du gerne fotografierst. Die meisten Bildverwaltungen (z.B. Lightroom) können das recht nett sortieren. Wenn Du dann bemerkst, das Du gerne eher im Weitwinkel oder eher im Tele arbeitest, dann ist das auch schon mal eine Aussage.


    Wenn Du einfach nur "das schärfste und geilste Objektiv für meine DX-Kamera" suchst, dann kauf Dir das Sigma 18-35mm F/1.8 und das bald rauskommende Sigma 50-100mm F/1.8. Letzteres hab ich (natürlich) noch nicht selber ausprobiert, aber wenn der Vorgänger irgendein Hinweis ist, wird das ein brilliantes Objektiv werden. Das 18-35mm ist definitiv lichtstärker und schärfer an Deiner DX-Kamera als alle bisher hier im Thread erwähnten Objektive. Es ist halt nicht Vollformat-tauglich und deshalb etwas günstiger. Falls Du also nicht sowieso vor hast, irgendwann in naher Zukunft auf einen Vollformat-Body zu wechseln, dann ist das sicherlich auch noch eine ernsthafte Überlegung wert.

    @fotochris Hehe, nur so als Zusatz: Wenn Du findest, dass Color Grading von neutralen Bildprofilen "größerer Produktionsaufwand" ist, dann solltest Du niemals in Richtung RAW-, DCI- oder Aufnahmen mit externem Rekorder schielen! ;-) Du machst Dir keine Vorstellungen, wie furchtbar aufwendig der Workflow plötzlich wird, schon allein wegen den Dateigrößen...


    Wie dem auch sei: Es gibt ziemlich viele Ein-Klick-Profile, um z.B. das weit verbreitete Cinestyle-Profil in etwas normaler aussehendes umzuwandeln. Oft sind das LUTs, manchmal aber auch wirklich nur Farbkorrektur-Presets. Das ist normalerweise ein ziemlich guter Anfang, mit dem Vorteil dass Du eben bei Bedarf wieder ein bisschen zurückdrehen kannst und Details aus den Schatten oder Lichtern zurückholen. Die sind zum Teil kostenlos oder sehr günstig, und werden sicherlich ein bisschen den Schrecken vor der aufwendigen Postproduktion relativieren.

    Hi Chris!


    Das ist natürlich ein recht kontroverses Thema, und ich hoffe mal hier niemandem auf die Füße zu treten. Und vorneweg: Ich denke, externe Rekorder sind überbewertet. :-)


    Zur technischen Seite: Der dynamische Kontrast eines Bildes bei einer DSLR hängt an 4 Faktoren:

    • Wie viel Dynamikumfang nimmt der Sensor auf / wie wird er ausgelesen?
      Der Dynamikumfang heutiger DSLR-Sensoren ist sicherlich nicht brilliant, aber er ist im Vergleich auch nicht so schlecht wie einen die Leute glauben lassen. Der große Vorteil von Broadcast-Kameras ist da im Wesentlichen noch, dass sie häufig 3 Chips statt nur einen haben für die 3 Farben, dadurch kriegen sie einen besseren Dynamikumfang hin, die Chips selber sind nicht mehr wirklich unterschiedlich.
    • Wie werden diese Rohdaten zu einem Video-Frame verarbeitet?
      Die Art, wie die Rohdaten hinterher zu einem Bild verarbeitet werden, wird hauptsächlich durch das in der Kamera verwendete Farbprofil bestimmt. Das entspricht in der Parallele zur Fotografie der RAW-Entwicklung hinterher und dem verwendeten "Preset". DSLRs kann man hier z.B. häufig ein flacheres Cinestyle-Profil beibringen, manchmal haben Kameras schon ein flaches Profil eingebaut (z.B. Sony S-Log). Hierbei werden die enthaltenen dynamischen Informationen weniger gleichmäßig über die schwarz-weiß-Skala verteilt, sondern die Werte in der Mitte rücken etwas enger zusammen, dafür sind in sehr hellen und sehr dunklen Bereichen mehr Abstufungen da. Das hilft, den Dynamikumfang größer wirken zu lassen, weil bei entsprechend schlauem Grading mehr Details in hellen und dunklen Bereichen erhalten bleiben, kann aber natürlich keine Wunder vollbringen.
    • In wie viel digitale Unterteilungen wird die Dynamik hinterher konvertiert?
      Das ist die Bit-Angabe der anschließenden Aufzeichnung. 8 Bit (intern bei den meisten DSLRs) entspricht 2^8 = 256 Werte pro Farbe pro Pixel, 10 Bit entspricht 2^10 = 1024 Werte. Hier sieht man tatsächlich einen Unterschied, wenn sich etwa Details in einem sehr hellen oder sehr dunklen Bereich des Bilder nur wenig unterscheiden. Dann ist bei 8 Bit kein Unterschied mehr zu sehen, bei 10 Bit manchmal schon. Man muss aber bedenken: Ausgeliefert werden die Videos nachher in 8 Bit, und über die BluRay-Qualität beschweren sich die Leute meistens nicht. Wenn man das Bild also schon vor der Digitalisierung möglichst gut aufsetzt, z.B. durch ordentliches Ausleuchten und ein flaches Farbprofil, dann ist der Unterschied nicht so relevant wie er zuerst wirkt. Außerdem: 10 Bit verbessern nicht den Dynamikumfang (also den Unterschied zwischen ganz schwarz und ganz weiß), sondern nur wie genau das dazwischen liegende gespeichert werden kann.
    • Mit welcher Methode wird das digitale Bild anschließend komprimiert?
      Videokompression ist verlustbehaftet, und ein wichtiger Teil der Codecs beruht darauf, gleiche oder ähnliche Pixel die nebeneinander liegen zu einer einzigen gemeinsamen Farbe zusammenzufassen. Das kann natürlich die Detailauflösung in sehr hellen oder dunklen Bereichen ruinieren. Der Dynamikumfang wird dadurch an sich nicht beeinflusst, wohl aber die Videoqualität und damit auch ein bisschen der "gefühlte Dynamikumfang".

    Ein externer Rekorder kann und wird nur jemals auf die letzten beiden Punkte Einfluss haben. Den Chip kann er nicht verändern, und die Verarbeitung auch nicht (es sei denn, in der Kamera selber wird RAW-DNG oder sowas aufgenommen, aber das können DSLRs alle nicht wirklich). Die letzten beiden Punkte sind aber die, mit denen man den Dynamikumfang selber, also den Unterschied zwischen ganz schwarz und ganz weiß im Video-Frame, gar nicht mehr verbessern kann, sondern nur noch wie gut das resultierende Bild hinterher digital gespeichert werden kann. Das ist ein Fakt, den man so erstmal schlucken muss. :-)


    Ich selber habe ein Mal einen Tag lang mit einem externen Rekorder rumgespielt (dem Atomos Shogun), zugegeben ohne ernsthaft zu überlegen für viel Geld einen zu kaufen, ich hoffe dass das meine Einschätzung damals nicht beeinflusst hat. Ich hab auch wirklich Unterschiede gesehen, wenn ich es darauf angelegt hab, vor allem bei schnell und chaotisch bewegten Aufnahmen (z.B. sprudelndes Wasser oder wehende Blätter im Baum) oder wenn ich sehr dunkle Szenen aufgenommen hab in den Farbabstufungen. Am Dynamikumfang hab ich nicht wirklich einen Unterschied gesehen, einfach in die Landschaft gefilmt war trotzdem schnell mal der Himmel überbelichtet und die Schatten nur noch schwarz. Einen viel (jawohl, viel) größeren Unterschied bei der gefühlten Dynamik hab ich gesehen zwischen einem normalen und einem flachen Farbprofil. Da kann man gerade was Details in dunklen oder hellen Bereichen angeht nochmal deutlich mehr rausholen, aber das ist praktisch unabhängig davon gewesen, ob ich mir die In-Camera-Dateien oder die vom externen Rekorder angeschaut hab.


    Was mich dann letztendlich vollends vom Rekorder abgebracht hat, war folgende Überlegung: Die Situation, in der ich einen externen HDMI-Rekorder verwenden würde, wäre für einen aufwendig produzierten (Kurz-)Film. Für spontane Aufnahmen, für unterwegs, für Run-and-gun shooting und so weiter ist sowas wirklich ungeeignet, weil es nicht nur während des Drehens sondern vor allem auch in der Nachbearbeitung deutlich aufwendiger ist. Genau das (aufwendiges Filmset) ist aber die Situation, wo man durch cleveres Ausleuchten und die eine oder andere Styroporplatte als Reflektor einen sehr viel größeren scheinbaren Dynamikumfang und eine sehr viel bessere Bildqualität erreichen kann. Dafür braucht man keinen externen Rekorder, sondern nur einen erfahrenen oder geduldigen Ausleuchter. Das ist die eine wahre Lösung, den geringen Dynamikumfang von DSLRs zu verstecken: Licht! :-) Im Übrigen: Soooo viel schlechter als bei Film und vor allem professionellen Digitalkameras wie der Arri Alexa ist der Dynamikumfang von DSLRs nicht! Auch bei denen sind einfach nur sehr clevere und gut bezahlte Lichttechniker am Werk, die das Bild schön und gleichmäßig aussehen lassen, bevor es überhaupt jemals auf den Chip trifft...


    Das sind meine 2 Cent zum Thema, die jetzt doch recht lang geworden sind. Deshalb:


    TL;DR Mit 10 Bit und besserer Kompression wirst Du niemals den echten Dynamikumfang der Kamera verbessern können, den gefühlten Umfang womöglich schon ein kleines bisschen. Deutlich wirksamer sind ein flaches Farbprofil und vor allem eine saubere und gründliche Ausleuchtung (Nebel/Haze hilft!).

    @rob1rob2 Wow, das hätte ich nicht erwartet. Besonders dass das Tamron bei Schärfe so viel besser abschneidet als das Nikon. Bei DxOmark muss man halt immer aufpassen, was gemessen wird. Ich meine, schau Dir das Video an das ich gepostet hab, und den Bildvergleich ab etwa 1:24 Minuten. Ich sage nicht, dass das die ultimative Entscheidungsgrundlage sein sollte, aber hier kann doch niemand behaupten, dass zumindest das hier verwendete Nikon-Modell weniger scharf sei als das Tamron-Modell...?


    Ich könnte mir vorstellen, dass DxOMark ein besonders gutes Tamron erwischt hat und dort die Serienstreuung ein bisschen größer ist. Oder andersrum (EDIT: Also dass der Typ im Video ein besonders schlechtes Tamron erwischt hat).


    Wenn man sich den Grund für die schlechte Schärfebewertung des Nikon mal genauer anschaut, fällt übrigens auf dass der Unterschied vor allem bei weiter geschlossenen Blendenzahlen zu sehen ist: Hier das Nikon und das Tamron. Was mich aber trotzdem ganz schön erstaunt...

    Das seh ich im Wesentlichen ähnlich. Ich kann mir vorstellen dass das Nikon etwas schärfer ist (ich selber hatte es nie in der Hand, weil ich ein Canon-System fahre), aber der Bildstabi beim Tamron hat mir schon manches Mal den Hintern gerettet. Beim Filmen sowieso, aber auch beim Fotografieren unbewegter Szenen bei wenig Licht merkt man echt einen Unterschied.


    Es gab hier mal einen sehr unterhaltsamen Vergleich der Objektive (auf englisch), den Du Dir anschauen kannst:


    Ich habe mir zum Filmen einen günstigen Fluidkopf ala China Plastikwunder gekauft. Keine Friktionskontrolle, aber wunderbar weiche Schwenks mit meiner Spiegelreflex. Den Kopf kann man auf jedes Stativ aufschrauben. Wichtig ist, dass das Stativ stabil steht wenn deine Kamera sehr leicht ist, denn je leichter die Kamera, desto schwieriger sind weiche Schwenks zu bewerkstelligen! Kosten um die 40 Euro. Ich hoffe man darf den Link hier Posten: Fluid Videokopf


    Hihi, noch als Kommentar: Dieser China-Fluidkopf sieht fast baugleich aus wie die günstigen Velbon-Köpfe PH-358 und PH-368. Einer ist ein bisschen günstiger, der andere ein bisschen teurer, der Unterschied ist die Größe und maximale Traglast. Vermutlich entspricht das China-Modell also dem teureren/größeren. Es könnte sich aber unter Umständen lohnen, die 14 Euro mehr für den Velbon zu berappen, falls man jemals die Garantie, Rückgaberecht o.ä. hier in Deutschland nutzen will. :-) Nur der Vollständigkeit halber.

    An sich ist ein Chat sicher eine nette Sache. Das Problem seh ich im Moment noch die Nutzeranzahl (siehe unten auf der Seite). Normalerweise wenn ich bei ValueTech vorbeischaue, ist nur eine einstellige Anzahl eingeloggter Nutzer online, üblicherweise eher so 1-3. Da ist ein Chat noch nicht besonders sinnvoll... Da sind momentan sicher die Konversationen praktischer, wenn man sowieso zeitverzögert antwortet. Ist aber nur meine Meinung/Beobachtung.

    Jep, genau wie oben geschrieben. Nach 30 Minuten brechen DSLRs/DSLMs immer ab, weil sie sonst rechtlich nicht mehr als Fotokameras gelten und (glaube ich) steuerliche Vorteile genießen können. Das ist also per Software so eingebaut. Wenn es länger sein muss, hilft nur hacken (z.B. mit Magic Lantern) oder eben einen Camcorder kaufen...

    Das kannst Du nicht wirklich umgehen. Ist aber auch kein Problem, weil ja einfach eine neue Datei kommt die sich aber nahtlos anschließt... die musst Du halt hinterher wieder zusammenkleistern.


    Das Problem ist, dass SD-Karten im FAT32-System formatiert sind und das auch nicht anders geht (weil Kameras normalerweise kein anderes Filesystem kennen). Und dieses sehr alte Dateisystem unterstützt eine maximale Dateigröße von 4GB. Du kannst also die 7 Minuten noch ausdehnen wenn Du mit einer kleineren Bitrate filmst (bei der 70D zum Beispiel IPB statt ALL-I als Kompression einstellen), aber bei 4GB wird immer eine neue Datei angefangen.


    Wenn Du sehr lange Szenen filmen willst und hinterher alles in einem einzigen langen Video haben, dann brauchst Du eine Kamera die AVCHD aufnimmt. Das ist ein etwas nerviges Dateiformat, aber es kann einen Stream in mehrere Dateien aufteilen und trotzdem noch alles als einen einzigen "Clip" darstellen beim anschließenden Import. Es gibt DSLMs die das können, aber auf die Schnelle fällt mir keine DSLR ein, vor allem ist der Container aber bei Camcordern beliebt aus genau diesem Grund (man kann lange durchgehende Clips aufnehmen).

    Lies den Thread. Magic Lantern für die 70D ist noch nicht raus ("in Arbeit", seit längerer Zeit). 30 Minuten kannst Du mit der 70D auch so filmen. Magic Lantern (wenn es dann mal für die 70D raus ist) kann man so einstellen dass es nach Erreichen dieses 30-Minuten-Limits direkt wieder weiter aufnimmt. Man verliert dabei ein paar Frames (weniger als eine halbe Sekunde), aber theoretisch kannst Du aufnehmen bis die Karte voll oder der Akku leer ist.