Beratung - Einsteigerkamera + Objektiv (Nikon D3300 | Nikon D5200)

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade neu hier im Forum, schaue mir aber schon seit längerer Zeit eure Reviews an um eine passende Kamera zu finden.
    Ich würde mir gerne eine Systemkamera zulegen, bin allerdings ein totaler Anfänger auf diesem Gebiet.
    Mein Budget liegt so ca zwischen 500 und 600 Euro für Kamera + Objektiv.


    Was möchte ich denn eigentlich fotografieren?
    Hauptsächlich möchte ich wohl Naturfotografien (Landschaften, Berge, etc..) machen, da ich oft wandern bin. Aber auch Aufnahmen bei Nacht bzw. Dämmerlicht würde ich gerne versuchen. (Beispielsweise Aufnahmen einer langzeitbelichteten Autobahn). Aber ich möchte mich auch im Makro - Bereich versuchen. (Blumen, Äste, kleinere Tiere, etc...).


    Ich habe mir nun schon wie aus dem Titel zu entnehmen zwei Kameras herausgesucht, die mich näher Interessieren würden.
    Die Nikon D3300 und die Nikon D5200. Meine Frage ist nun, welche der beiden ihr mir empfehlen könnt oder gibt es gar noch eine Kamera einer anderen Marke wie Canon oder Sony, die ich übersehen habe?
    Außerdem würde ich euch gerne nach einem passenden Objektiv fragen, welches auf die oben genannten Szenarien zutrifft.


    Bisher hatte ich die Kombination der Nikon D3300 und dem Objektiv Sigma 18-200mm F3,5-6,3.


    Vielen Dank für eure Hilfe


    Gruß
    Robin


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  • Hallo Robin und willkommen im Forum!


    Ich denke, Du hast Dir tatsächlich zwei sehr gute Kameramodelle als Optionen ausgesucht. Im Einsteigerbereich hinkt Canon tatsächlich etwas hinterher, und diese beiden großen Platzhirsche sind einfach noch ungeschlagen, was die Auswahl an Objektiven und Zubehör, auch von Drittanbietern, angeht. Du könntest Dir noch die anschauen. Die ist zwar ein kleines bisschen über Deinem Budget, erhält aber phantastische Bewertungen und wird die Nikon-Kameras an Qualität vermutlich in den Schatten stellen. Der Nachteil ist eben, dass es für den neuen Sony-Mount noch nicht so viele günstige Drittanbieter-Objektive gibt und es allgemein mit Zubehör etwas schwieriger wird. Aber wenn Du sowieso nicht vorhast, da viel nachzulegen, dann ist das sicher eine tolle Kamera für's Geld.


    Ansonsten würde ich Dir von den beiden vorgeschlagenen Kameras vermutlich die empfehlen, mit dem dazu erhältlich 18-105mm Kit-Objektiv. Die 200mm Tele von Sigma klingen zwar verlockend, aber von Deinen Beschreibungen her scheinst Du eher im Weitwinkel fotografieren zu wollen. Und letztendlich kriegt man bei einem solchen Kit-Paket das Objektiv für sehr viel weniger Geld als einzeln und der Preisvorteil von Sigma spielt auch keine Rolle mehr. Meine Frau fotografiert viel mit eben diesem Objektiv und ist sehr zufrieden damit. Echtes Makro wirst Du mit keinem dieser Objektive hinkriegen, aber da sind sie beide ähnlich situiert.


    Die Vorteile der D5200 sind meiner Ansicht nach der klappbare Bildschirm (eher für Video wichtig) und das bessere Autofokus-System. Bei Deinen Anwendungen spielt extrem schneller Autofokus aber keine so große Rolle, und deshalb würde ich lieber zum etwas neueren Chip und Prozessor in der D3300 greifen, bei dem auch der lästige Tiefpassfilter rausgenommen wurde.


    Ich freu mich aber, wenn noch jemand dazu mehr Input gibt, ich bin was Nikon angeht ganz gewiss kein Experte.


    Lieben Gruß,


    Floh

  • Hallo Floh!
    Vielen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort!


    Tatsächlich möchte ich doch immer mal wieder dazulegen und nach und nach mit unterschiedlichen Objektiven ausprobieren(über die Zeit hinweg), weswegen die Sony Kamera eher nicht in die engere Wahl fallen wird. Tatsächlich ist das einzige was mich an der Nikon D3300 stört, das fehlende schwenkbare Display, welches in einigen Situationen schon nützlich sein kann! Aber dennoch geht bei mir dann doch Bildqualität vor. Von dem lästigen Tiefpass Filter habe ich auch schon gelesen, konnte mir aber noch nichts darunter vorstellen als Leihe ;)


    Es würde wahrscheinlich eher Sinn machen zu der Nikon D3300 + 18-105mm Kit-Objektiv noch ein Festbrennweiten Objektiv zu kaufen oder? Gibt es eventuelle ein relativ kostengünstiges Einsteigerobjektiv für Weitwinkelaufnahmen?
    Ich befinde mich ja mehr oder weniger immer noch in der Findungsphase was die Motive angeht. Aber wie oben schon erwähnt sind das die Sachen die ich wohl am ehesten photographieren würde.


    Liebe Grüße
    Robin

  • Naja, Festbrennweiten haben gegenüber Zoom-Objektiven vor allem den Vorteil, dass man recht bezahlbar an große Blenden kommt, wie z.B. mit diesem , das sich für Portraits oder auch Situationen mit wenig Licht sehr gut eignet, oder das . Zudem sind sie normalerweise etwas schärfer als Zoom-Objektive, weil sie eben "weniger können müssen".


    Wenn Du allerdings für den Weitwinkelbereich was suchst (vor allem dann auch Ultraweitwinkel unterhalb von 18mm), dann wird es sehr schnell deutlich teurer. Die Günstigsten fangen da so bei 300 Euro an, aber dann noch ohne Autofokus. Zum einen, weil diese Brennweiten etwas komplizierter und mit mehr Glas zu produzieren sind, zum anderen eben weil sie eher für spezielle Anwendungen gebraucht werden und deshalb nicht in so großen Stückzahlen produziert werden (bzw. diejenigen die sowas kaufen haben dann das nötige Kleingeld). Die 50mm Festbrennweite ist eine feine Sache, falls Du auch mal über Portraits nachdenkst oder eben Fotos bei wenig Licht und kurzen Verschlusszeiten machen willst. Das hatte ich aus Deinen Anwendungen oben nicht rausgelesen, deshalb wollte ich es auch nicht direkt empfehlen. Aber das Schöne ist ja: Du musst tatsächlich nicht alles auf einmal kaufen (nur ein beigelegtes Kit-Objektiv lohnt sich, das wird einzeln deutlich teurer) sondern kannst dann immernoch nachlegen, wenn Dir was Bestimmtes fehlt. Das weiß man ja oft erst, wenn man mal ein paar Wochen lang fotografiert hat.


    Deshalb hatte ich Dir für den Einstieg erstmal zu einem Kit mit einem guten Standardzoom im ordentlichen Brennweitenbereich geraten und würde dabei auch bleiben. Nicht, dass Du die 50mm dazu kaufst und dann zwei Monate später denkst Du hättest doch lieber die 35mm genommen, weil das Dir eher entspricht. :)

  • Ja stimmt, da war ich nicht ganz präzise genug ;) Aber danke nochmal für die "Nachempfehlung"!
    Das Weitwinkelobjektive teuer sind, habe ich schon gesehen. Allerdings wollte ich auch einmal mit Festbrennweiten herumexperimentieren, was ja auch auf Weitwinkelobjektive zutreffen würde, welche ich wiederum bräuchte für Landschaftsaufnahmen. Das 35mm Objektiv habe ich auch schon im Blick gehabt, auf eine Empfehlung hin.


    Noch einmal eine Frage zu den Kit Objektiven:
    Man hört ja nun oft, das eben diese wirklich nicht so toll sind und oft wurde auch schon hier in den Reviews erzählt (und natürlich auch in anderen Reviews und Erfahrungen), das man mit diesen Objektiven keine tollen Ergebnisse erzielt. Deswegen hatte ich ja als alternative das Sigma 18-200mm F3,5-6,3 im Blick, da es hier einmal als durchaus positiv betitelt wurde. Daher die Idee nur das Gehäuse (also die Kamera an sich) der Nikon D3300 zu kaufen und dann ein anderes Objektiv mit ein wenig mehr "Leistung" davor zusetzen.


    Aber ich experimentiere natürlich auch gerne erst einmal mit dem Kit Objektiv. Wie gesagt, ich weis ja nicht was man Einsteigern so in die Hände drückt. Und selbst wenn es mit einem alternativen Objektiv etwas mehr kostet, denn ist es eben so ;)


    Grüße
    Robin

  • Mal so ganz vorneweg: Kit-Objektive sind alles andere als schlecht. Im direkten Vergleich bei DxOmark kommt das von mir vorgeschlagene Nikkor-Kitobjektiv wegen höherer Schärfewerte besser weg als die IIer-Version des Sigma 18-200mm.


    Das Problem mit Kit-Objektiven wie diesem ist:

    • Sie sind nicht so robust verarbeitet und wassergeschützt wie professionelle Objektive oder auch manche preisähnlichen Drittanbieter-Objektive.
    • Sie sind oft nicht Vollformat-tauglich, falls Du in Zukunft mal in die Profi-Klasse der Kamerabodies aufsteigen willst.
    • Sie sind nicht scharf genug, um das volle Potential der Kamera auszunutzen. Das sind aber normalerweise wirklich auch nur die teuren Profi-Objektive.
    • Sie sind nicht besonders lichtstark, haben also keine weite Blendenöffnung.

    Letzteres ist auch wirklich ein Nachteil, wenn man z.B. auf Hochzeiten in Innenräumen bewegte Menschen fotografieren will oder eben Bilder mit sehr kleiner Schärfeebene machen (z.B. Portraits). Aber da kann man sich wie gesagt eine Festbrennweite als Alternative kaufen und spart eine Menge Geld. Wirklich gute und offenblendige Zoom-Objektive sind wirklich einfach schweineteuer. :)


    Das Sigma-Objektiv kriegt aus zwei Gründen überall gute Bewertungen: Zum einen hat es einen wirklich beeindruckenden Zoombereich und ist trotzdem relativ scharf (fast vergleichbar mit dem Nikkor...). Das ist in dieser Kombination eher selten der Fall. Und zum anderen ist es einfach "nicht so schlecht", und Sigma hatte lange Zeit den Ruf, keine besonders hochwertigen Objektive zu machen. Es sticht den direkten Konkurrenten von Tamron aus und steht deshalb auch relativ alternativlos da.


    Der hauptsächliche Verkaufspunkt ist aber tatsächlich der doppelt so lange Tele-Bereich gegenüber dem Nikkor, und mit den von Dir beschriebenen Anwendungen ist das glaub ich an der falschen Stelle investiert, dann lieber die extra Schärfe.

  • Ah okay, alles klar! Dann habe ich da etwas falsch verstanden.
    Dann werde ich denke ich einfach die Nikon D3300 mit dem Kit Objektiv ausprobieren und mal über ein paar Monate hinweg Bilder machen. Und dann, wie du schon meintest, kristallisiert sich ja das heraus, was man noch gebrauchen könnte. In meinem Falle wahrscheinlich irgendwas mit Festbrennweite.


    Ich danke dir herzlich für die tolle Beratung und den ausführlichen Erklärungen! :)



    Liebe Grüße
    Robin

  • Kein Problem, gerne geschehen. Und falsch verstanden hast Du bestimmt nichts. Es ist ein bisschen ein Sport unter Fotografen, über die "albernen Kit-Objektive" herzuziehen. Die Dinger sind aber wie gesagt besser als ihr Ruf, und letztendlich macht nicht das Objektiv ein tolles Foto aus, sondern Du.


    "The single most important component of a camera is the twelve inches behind it!" - Ansel Adams


    (ich bin irgendwie heute in Zitat-Laune...) ;)

  • Das stimmt allerdings. Die beste Kamera nutzt nichts, wenn der Fotograf sein Handwerk nicht beherrscht ;)
    Ein schönes Zitat übrigens!


    Jetzt muss ich nochmal nachfragen: Wie sieht das denn im Vergleich aus mit der Nikon D3300 und der Canon EOS 100D bzw der Canon 700D?
    Preislich sind sie ja beinahe gleich. Mir ist ja bewusst das es beim Bild auch hauptsächlich auf das Objektiv ankommt. Nur wenn man die beiden Kameras mal zum Vergleich stellt: Wer hat da die Nase vorn und würde die Canon für mich Sinn machen?

    2 Mal editiert, zuletzt von Remmi94 ()

  • Ich bin selber Canon-Benutzer. Bei den Mittelklasse-DSLRs und aufwärst (also die Canon 70D vs. die Nikon D7100) sind die beiden Firmen auch momentan gleichauf, da geht es mehr um Vorlieben oder kleine Einzelheiten. Bei den Einsteiger-DSLRs hat aber Nikon aktuell die Nase vorn. Canon hat einfach den Chip, den sie da verbauen, seit der 2010 eingeführten 550D nicht mehr verändert sondern verbaut immernoch den gleichen. Und in 5 Jahren hat sich da einfach sehr viel getan. Dementsprechend hinkt da im Moment die Bildqualität etwas hinterher.

  • Alles klar! Ich danke dir :)


    Denn bleib ich jetzt bei der Nikon!


    Ja vielen Dank nochmal für alles!


    Grüße!

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    Aber ernsthaft: Kein Problem. Und viel Spaß mit der Kamera!