Polarisationsfilter

  • Hallo


    Ich habe mir den hier empfohlenen Hoya Polarisationsfilter für meine Eos 600D gekauft. Heute habe ich den Filter dann auch das erste mal ausprobiert.


    Zunächst habe ich mich geärgert, weil der Filter ja gedreht werden muß und bei aufgesetzten Gegenlichtblenden kommt man teilweise nur schwerlich an den Filterrand.
    Dann nervte es, das der Filter ja relativ schwergängig zu drehen ist und dann auch den Fokus wieder verstellt.


    Auch wusste ich nicht so recht, in wie weit ich den Filter einzustellen habe. Worauf da zu achten ist. An einer bestimmten Stelle schien der Himmel abzudunkeln und die Wolken schienen so richtig heraus. Da habe ich dann mal abgedrückt und die Bilder sehen für mein Empfinden unglaublich fantastisch aus. Aber auch teilweise ein Stück unwirklich. Beim ersten Bild (mit dem Bachlauf) sieht der Himmel schon fast wie eine Bluescreen aus, die man Digital eingefügt hat. Das Zweite Bild ist schon recht ordentlich.
    Würdet ihr jetzt sagen, das die Bilder sehr gut sind, oder habe ich übertrieben?


    Ferner ist mir aufgefallen, das die Farben teilweise sehr blass wirken. Ist klar. Wenn man Licht wegnimmt, wird auch weniger Farbe übertragen.


    Wie macht ihr das bei Landschaftsfotografie? Würdet ihr den Filter immer drauf lassen, oder schraubt ihr den immer bei "jedem Bild" wieder drauf?


    Später ist mir eingefallen das mit den Gegenlichtblenden.. Brauche ich die beim Polfilter überhaupt? Der sorgt ja, dass das Licht von bestimmten Richtungen "gesperrt" wird. Dann ist doch die Gegenlichtblende in dem Moment unnötig, oder? Würde die Handhabung mit dem Filter immens erleichtern :)


    Für weitere "Handhabungstips" bin ich sehr dankbar.


    Gruß
    Andreas


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    • Offizieller Beitrag

    Zunächst habe ich mich geärgert, weil der Filter ja gedreht werden muß und bei aufgesetzten Gegenlichtblenden kommt man teilweise nur schwerlich an den Filterrand.

    Das ist ein Konstruktionsproblem des Objektives und nicht des Filters. Es gibt auch objektive wo die GeLi ins Filtergewinde geschraubt wird - Da kannst Du dann mit der ganzen GeLi den Polfilter drehen.


    Dann nervte es, das der Filter ja relativ schwergängig zu drehen ist und dann auch den Fokus wieder verstellt.

    Ebenfalls ein klassischen Objektivproblem. Leider gibt es "nichrotierende Filtergewinde" längst nicht bei jedem Objektiv und auch erst in der oberen Preisklasse mit Innenfokussierung.


    An einer bestimmten Stelle schien der Himmel abzudunkeln und die Wolken schienen so richtig heraus. [...] die Bilder sehen für mein Empfinden unglaublich fantastisch aus. Aber auch teilweise ein Stück unwirklich.

    Es ist ja auch unwirklich. Dein Auge hat auch keinen Polfilter integriert, dementsprechend zeigt Dir die Kamera hier etwas, das Du so nicht sehen kannst. Übrigens auch einer der wenigen Effekte, den man NICHT digital einfügen kann. Zumindest nicht mit heutigen Kameras.


    Ferner ist mir aufgefallen, das die Farben teilweise sehr blass wirken. Ist klar. Wenn man Licht wegnimmt, wird auch weniger Farbe übertragen.

    Wo findest Du die Farben blass? Auch wenn weniger Licht übertragen wird, sperrt ein Polfilter polarisiertes Licht ein bestimmten Drehrichtung und das sind Reflexionen und Co, für gewöhnlich keine Farben. Du kannst damit sogar Regenbögen noch kräftiger herausholen.


    Wie macht ihr das bei Landschaftsfotografie? Würdet ihr den Filter immer drauf lassen, oder schraubt ihr den immer bei "jedem Bild" wieder drauf?

    Je nach Sittuation, aber tendenziell lasse ich den an sonnigen Tagen dann schon gerne 'drauf.


    Du musst nur bei starkem Weitwinkel aufpassen (siehe Bild 2 von Dir) - Bei Dir wird es in der oberen, rechten Ecke schon wieder heller. Das hängt mit dem Funktionsprinzip zusammen. Der Filtereffekt ist bei einem Winkel von 90° zur Lichtquelle (der Reflexion) maximal und wird zu 0/180° gleich null. Du kannst das einmal bei kleinster Brennweite probieren, auch wenn zum Demonstrieren natürlich 12 mm am Vollformat schöner wären^^



    Später ist mir eingefallen das mit den Gegenlichtblenden.. Brauche ich die beim Polfilter überhaupt? Der sorgt ja, dass das Licht von bestimmten Richtungen "gesperrt" wird. Dann ist doch die Gegenlichtblende in dem Moment unnötig, oder?

    Eine GeLi verhindert, dass viel Gegen/Streulicht auf die Frontlinse trifft und für Lichtreflexe sowie geringeren Kontrast sorgt. Ein Polfilter filtert hingegen polarisiertes Licht einer bestimmten Drehrichtung - Das ist ein anderen Prinzip, ein anderer Zweck und ein anderes Ergebnis ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Sony Alpha 7R IV | Tamron 28-75mm f/2.8 Di III RXD | Sigma MC-11

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

  • Na, die teuren Objektive fallen erstmal flach. Also muß es wohl erstmal so gehen. Es war ja auch keine Kritik am Filter, sondern eine Kritik an der Bedienung des gesamten Systems ;)
    Allerdings.. Wenn du sagst, das es "manche Objektive gibt, wo man die GeLi direkt ins Filtergewinde schraubt.. Das hat doch eigentlich nichts mit dem Objektiv zu tun?
    Ich meine ein 52mm Filtergewinde ist ein 52mm Filtergewinde.. Und der Polfilter hat ja "vorne" auch noch ein Gewinde.. Vielleicht einfach mal nach einer entsprechenden GeLi suchen? Die kann dann ja auf dem Filter verbleiben..


    Zu den Farben: Ich finde sie tatsächlich etwas blasser.. Jedenfalls kommt es mir so vor. Das Grün ist nicht so kräftig. Vielleicht ist es auch nur das Empfinden, weil der Himmel so Farbvoll ist.


    Aber wie sieht es mit den Bildern aus: Sind die jetzt gut oder misslungen? So als Fachmann. Ich muß ja lernen, ob ein Ergebnis nur gut aussehen muß oder dieses auch wirklich tut :D

    • Offizieller Beitrag

    Ein Fachmann bin ich ganz sicher nicht ;) Das erste Bild ist mir persönlich generell zu überladen, das zweite gefällt mir schon sehr gut, nur die helle Ecke rechts oben ist eben ein kleiner Formfehler.


    Zu den Farben: Diese werden tendenziell sogar kräftiger, da Du ja das reflektierende "Weiß" herausholst- Am Besten auch hier einmal Vergleichsbilder ohne sowie mit Polfilter zu machen und letzteren auch einmal in verschiedene Richtungen zu drehen.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

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  • Ich habe mir auch schon das eine oder andere Mal überlegt mir einen Polfilter zuzulegen. Nun wurde gesagt, dass der Polfilter Licht weg nimmt und da ich viel mit sehr kurzen Belichtungszeiten zu tun habe ist meine Frage, wie viel Licht durch den Filter "verloren" geht, sodass ich die Verschlusszeit durch den ISO hochdrücken muss? 8|
    An manchen Bildern ist mir aufgefallen, dass die Bilder durch den P-Filter viel klarer geworden sind, was auch noch ein Grund dafür ist. :)


    Kann jemand eventuell noch ein paar Beispielbilder beisteuern? :rolleyes:



    Viele Grüße, Daniel




    Meine Ausrüstung:


    Nikon D7000, Canon EOS 70D, Canon EFS 18-135 IS STM, Tamron 17-50 f/2.8 VC, Tamron 10-24, Tamron 70-300 VC, Nikon SB 28 DX, Canon PowerShot SX 280 HS, Manfrotto 055XPROB mit dem 804 RC 2

  • Ich habe zwar jetzt nicht die große Ahnung - bin ja auch noch Anfänger - aber der Polfilter nimmt ja nicht generell die Licht raus, sondern nur das Licht aus einer bestimmten Richtung.
    Das sieht beim drehen ziemlich interessant aus, da wird dann z.B. der Himmel dunkler, aber alles andere bleibt gleich Hell. Speziell die Wolken werden dabei sehr schön herausgearbeitet...


    Allerdings finde ich jetzt, das der "Arbeitsbereich" des Filters eher gering ist. Also Fenster- und Wasserreflexionen kann man damit abdämpfen, das ist klar. Und bei Landschaftsaufnahmen unter freiem Himmel kann man auch viel mit machen.
    Aber überall im Schattigen Bereich (Wald, Innen usw) konnte ich eher keinen Nutzen finden.


    Es ist auch nichts für "Schnappschüsse", denn man stellt das Bild scharf, justiert den Filter (sofern dieser sich beim fokussieren mitdreht, denn dann ist dieser wieder verstellt) und dann muß man ggf. noch mal nachjustieren, weil der Filter den Fokus-Ring schon wieder verstellt hat.
    Überhaupt kann ich es mir sehr schwer vorstellen mit dem Filter manuell zu fokussieren, denn dieser dreht bei mir den manuellen Fokus gleich mit. Man braucht also quasi zwei Hände, also ist ein Stativ gefordert..


    Aber wie gesagt; Ich bin Anfänger und kenne die "guten Tricks" noch nicht so.. Kann sein, das ich noch zu viel falsch mache..

    • Offizieller Beitrag

    Nun wurde gesagt, dass der Polfilter Licht weg nimmt und da ich viel mit sehr kurzen Belichtungszeiten zu tun habe ist meine Frage, wie viel Licht durch den Filter "verloren" geht, sodass ich die Verschlusszeit durch den ISO hochdrücken muss? 8|

    Polfilter verlängern die Belichtungszeit gut um 1,5 EV (je nach Produkt etwas mehr oder weniger), sprich statt ISO-100 bräuchtest Du etwa ISO-250 bis ISO-320. Denn neben dem eigentlich zu filternden Licht mit dem Drehwinkel von xy° gehen an den Sperrschichten auch andere Lichtstrahlen "hops".


    Vergleichsbilder... Es soll auch einmal eine Sendung zum Thema geben, dementsprechend mache ich immer mal wieder Bilder wenn mir ein passendes Motiv vor die Linse kommt. Hier einmal im Vergleich Ohne/richtig eingestellt/"falsch" eingestellt:


    Das sieht beim drehen ziemlich interessant aus, da wird dann z.B. der Himmel dunkler, aber alles andere bleibt gleich Hell. Speziell die Wolken werden dabei sehr schön herausgearbeitet...

    Genau das ist auch sehr schönes Beispiel, genauso z.b: "blauer Dunst" in der Ferne (Berglandschaften o.ä.) den man damit gut herausfiltern kann.


    Aber überall im Schattigen Bereich (Wald, Innen usw) konnte ich eher keinen Nutzen finden.

    Das liegt am Prinzip: Ein Polarisationsfilter filtert ja, wie schon beschrieben, licht mit einer bestimmten Polarisation. Und polarisiertes Licht entsteht durch Reflexionen an nichtmetallischen Oberflächen. Und eine Reflexion siehst Du ja immer nur aus einem bestimmten Einfallswinkel.


    Bist Du nun im Schatten (Wolken, Wald, Innenräume) hast Du kein direktes Licht mehr sondern indirektes (diffuses) Licht. Es strahlt aus allen Richtungen, wird von großen Flächen (Wolken, Blättern, Wänden) reflektiert und da kann der Polfilter nicht mehr viel machen, denn das Licht kommt aus allen Richtungen und wird mit dementsprechend vielen Drehwinkeln reflektiert.



    Faustregel: Gibt es "harte Schatten", kann man auch einen Polfilter einsetzen.


    Es ist auch nichts für "Schnappschüsse", denn man stellt das Bild scharf, justiert den Filter (sofern dieser sich beim fokussieren mitdreht, denn dann ist dieser wieder verstellt) und dann muß man ggf. noch mal nachjustieren, weil der Filter den Fokus-Ring schon wieder verstellt hat.
    Überhaupt kann ich es mir sehr schwer vorstellen mit dem Filter manuell zu fokussieren, denn dieser dreht bei mir den manuellen Fokus gleich mit. Man braucht also quasi zwei Hände, also ist ein Stativ gefordert..

    Das liegt einfach am Objektiv. Praktisch nur günstiger Einsteigerobjektive und ein paar ältere oder sehr spezielle Konstruktionen haben rotierende Frontgewinde. Die meisten hochwertigen, modernen Objektive haben entweder ein feststehendes Frontgewinde oder gleich eine Innenfokussierung.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Sony Alpha 7R IV | Tamron 28-75mm f/2.8 Di III RXD | Sigma MC-11

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

  • Ich habe mir heute eine Polfilter zugelegt und bin von der ersten Testaufnahme sehr erstaunt. Ich bereuhe den Kauf absolut nicht; was der Filter da noch an Farbsättigung rausholt und die oben schon angesprochene Wirkung auf den Himmel ist ebenfalls gut erkennbar :)


    Kleines Beispielbild

    Bilder




    Meine Ausrüstung:


    Nikon D7000, Canon EOS 70D, Canon EFS 18-135 IS STM, Tamron 17-50 f/2.8 VC, Tamron 10-24, Tamron 70-300 VC, Nikon SB 28 DX, Canon PowerShot SX 280 HS, Manfrotto 055XPROB mit dem 804 RC 2

    • Offizieller Beitrag

    Auch sehr nett geworden ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Sony Alpha 7R IV | Tamron 28-75mm f/2.8 Di III RXD | Sigma MC-11

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

  • Auch sehr nett geworden ;)


    Danke Matthias :) Morgen gehe ich mal auf Tour und test was der so alles kann :thumbup:




    Meine Ausrüstung:


    Nikon D7000, Canon EOS 70D, Canon EFS 18-135 IS STM, Tamron 17-50 f/2.8 VC, Tamron 10-24, Tamron 70-300 VC, Nikon SB 28 DX, Canon PowerShot SX 280 HS, Manfrotto 055XPROB mit dem 804 RC 2

  • Matze

    Hat das Label Filter hinzugefügt.