Bildschärfe?

  • Guten Tag,


    ich bin immer begeistert, wie die Profi´s die Bildschärfe hinbekommen, s. HIER. (500px)oder andere Seite HIER. (Facebook)
    Besonders die Augen ist immer der Hammer!
    Klar ist viel Nachbearbeitung dabei, aber man braucht ja schon gutes Ausgangsmaterial.
    Der Fotograf benutzt eine Nikon D800 (36MP) mit dem 85mm 1.4, liegt es an der Ausrüstung oder an der Fokussierweise?
    Ich hatte lange Zeit immer den Zentralen-Fokuspunkt genommen, den Fokus
    gesperrt (Auslösetaste halten) und dann den Bildausschnitt verschoben,
    wie man es häufig sieht, was aber leider falsch ist, wie ich merken musste.
    Ein Beleg dafür, ist Hier
    Nicht falsch verstehen meine Bilder sind schon scharf, aber nicht so. ;)


    Hätte da jemand ein paar Ratschläge oder Anregungen?


    Mein Equip:


    Canon 550D
    Canon 50mm 1.4
    Canon 85mm 1.8
    + Blitz


    PS: Vollformat ist in Planung!


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  • Eine erste Möglichkeit wäre natürlich, einfach mal von Hand die Schärfe zu ziehen. Womöglich stimmt ja was mit Deiner Fokussierung an der Kamera nicht, das gibt es schon mal.


    Wenn ich mir das von Dir verlinkte Bild aber mal so anschaue, dann ist diese extreme Schärfe fast ausschließlich in der Nachbearbeitung entstanden. Sieht für mich aus wie eine Kontrasterhöhung und dann vor allem ein Hochpassfilter im Overlay-Modus mit Maske, die vor allem auf die Augen abzielt. Dazu kommt, dass der Rest des Bilder, allem voran die Haut, extrem ge"airbrusht" ist, also weichgezeichnet. Das lenkt nochmal mehr Schärfe auf die Augen.


    Natürlich ist die D800 ein Schärfe-Monster, und das 85mm F/1.4 wird auch ein Klasse Instrument sein, aber ich vermute fast, dass Du mit Deiner Ausrüstung und dann natürlich Zeit und Talent in der Nachbearbeitung solche Bilder schießen können müsstest.


    Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, ihr anderen.

  • Nicht ganz on Topic aber eventuell hilfreich:
    Ich habe bei mir auf der Arbeit eine Abteilung mit ziemlich talentierten Grafikdesignern.
    Die machen mit Lightroom und Photoshop Dinge ... da muss irgendwo schwarze Magie im Spiel sein!


    Seitdem denke ich bei sowas auch: "Wow, tolles Photo!" aber solange ich mir das unbearbeitete RAW nicht anschauen kann gebe ich darauf nicht all zu viel.


    Klar: Gutes Licht und gute Bildkomposition helfen natürlich extrem. Genau wie gutes Glas. Aber die Möglichkeiten der Nachbearbeitung heutzutage sind so extrem...


    On Topic: Ich habe in letzter Zeit bei meinen Anfänger-Experimenten festgestellt: Manuelle Auswahl des AF Punktes gibt einem sehr viel Spielraum bei der Komposition. Und solange das Sujet nicht zu schnellen Bewegungen oder spontaner Flucht neigt kann man da auch alle nutzen, die die Kamera so hergibt, ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. :D
    Ach ja, und bei Portraits fokussiere ich immer auf das naheliegende Auge. Seit ich das mache habe ich auch bessere Ergebnisse.


    Sonnigen Gruß,
    Bernd

    Canon EOS 1100D | Canon EF-S 18-55mm IS II | Canon EF 50mm 1:1.8 II | Canon EF-S 24mm 1:2,8 | Yongnuo YN-568EX II

    • Offizieller Beitrag

    Letztendlich spielt da alles zusammen: Ausrüstung (inkl. Beleuchtung!), Erfahrung, RAW- und sonstige Nachbearbeitung. Wenn das Objektiv z.B. einen leichten Fehlfokus hat, hast Du schon verloren. Bei Portraits geht es ja teilweise um wenige mm Schärfe. Auch musst Du deine Ausrüstung kennen: Nur sehr wenige Objektive sind schon bei Offenblende wirklich scharf. 1-2 EV abblenden helfen bei vielen Wunder - eine wirklich gute Unschärfe gibt es da aber eben nur noch am Vollformat.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Sony Alpha 7R IV | Tamron 28-75mm f/2.8 Di III RXD | Sigma MC-11

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

  • Okay danke für die Anregungen!
    Da ich immer sehr mit offener Blende arbeite, ist das Problem wirklich der kurze Schärfentiefe.
    Der Fokus von den Objektiven ist in Ordnung. Habs getestet und testen lassen.


    Kurze Frage, benutzt ihr immer den zentralen Fokuspunkt?

    Einmal editiert, zuletzt von Sountec ()

    • Offizieller Beitrag

    Ich arbeite mit dem AF-Punkt der möglichst Nahe an meinem Zielobjekt dran ist. Dafür ist er da ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Sony Alpha 7R IV | Tamron 28-75mm f/2.8 Di III RXD | Sigma MC-11

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

  • Mach ich auch so, ich hab irgendwann angefangen, den Fokuspunkt aus der Mitte raus zu bewegen, hat aber eine Weile gedauert. :) Nur den mittleren verwend ich schon auch manchmal noch, aber eben vor allem dann wenn keine Zeit ist und ich sehr schnell sein will mit Fokussieren und Abdrücken.


    Was ich aber vor allem sagen wollte, nachdem ich in jüngster Zeit ein bisschen mit Makro rumgespielt hab (wo manuell fokussieren übrigens eh die bessere Idee ist): Man merkst sehr deutlich, dass etwa 1/3 der Fokusebene vor dem Fokuspunkt liegt und 2/3 dahinter, wenn auch bei Makro nicht ganz so extrem so doch bei Porträts absolut. Das bedeutet, wenn Du eine extrem dünne Fokusebene hast, ich weiß gar nicht ob Du mit einer Cropped Sensor Kamera so eine Unschärfe hinkriegen kannst, und dann auf die Pupille fokussiert hast, dann kann es sein dass 2/3 der Fokusebene in den Kopf rein "verschenkt" ist und 1/3 davor nicht ausreicht, die Wimpern noch in Fokus zu kriegen. Für mich jedenfalls war es manchmal schon sehr praktisch, im Hinterkopf zu behalten, wie das Verhältnis da aussieht und auf welchen Punkt ich dann sinnvollerweise scharf stellen will.