Suche Objektiv für eine Hochzeit

  • Hi,


    Ich suche ein Objektiv für meine Canon 700D, womit ich im kommenden Jahr auf einer Hochzeit fotografieren kann. Der Raum ist relativ klein und recht dunkel. Sehr wahrscheinlich darf ich in dem Raum aber nicht blitzen... Also bräuchte ich ein Objektiv, das sehr Lichtstark ist, aber auch in der Lage ist, zu zoomen, da es zu der Feier in einen großen Raum geht.


    Welches Objektiv könntet ihr empfehlen? Preislich sollte es nicht über die 800€ gehen.
    Ich habe mich auch schon mal etwas informiert und dabei das Sigma 18-35mm F1,8 DC HSM entdeckt. Dort soll es wohl öfters Back/Frontfokus Probleme geben.
    Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Sigma gemacht bezüglich dieser Probleme? (Ich habe mir natürlich auch das Video von dem Valuetech Youtube Kanal angeschaut ;) )


    Oder gibt es noch Alternativen für das Sigma?
    Momentan besitze ich für das Canon 18-55mm IS STM Kit Objektiv und das Canon 100mm F2,8L IS USM.


    Gruß


    Hebd0ma

    Canon EOS 700D | Canon EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100mm 1:2,8L IS USM


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  • Es gibt keine Alternative für das Sigma, außer Festbrennweiten.
    Andere so offeblendige Objektive mit Zoom gibt es nicht, aber ist dir das Sigma für eine Hochzeit nicht zu weitwinklig?

  • ... aber ist dir das Sigma für eine Hochzeit nicht zu weitwinklig?

    Na ja, an APS-C mag es ja vielleicht sogar noch gehen, aber was will man im Endeffekt auf einer Hochzeit mit Blende 1.8 fotografieren!?
    Bei dem Schärfetiefebereich kann man da im Prinzip nur Einzelportraits machen ...!


    Das ist imho ein "typischer Denkfehler", den viele machen, dass sie meinen ein entsprechend lichtstarkes Objektiv sei die "Lösung" - ist es nicht.


    Im Endeffekt fotografiert man doch mindestens mit Blende 4/ 5.6 und das schaffen auch eine ganze Reihe anderer (Zoom-)Objektive.


    Und gerade bei Personen sollte man auch nicht unter 1/125s gehen, da ansonsten die Wahrscheinlichkeit für Bewegungsunschärfe enorm steigt.


    Wenn man tatsächlich nicht blitzen darf und auch keine "Dauerlichtquellen" aufstellen kann/ darf, dann hilft eigentlich nur mit dem ISO Wert entsprechend weit nach oben zu gehen. Bei der 700D dürfte aber auch schon ca. bei 1600 die Grenze "des Erträglichen" erreicht sein. Hier würde sich (ggf. halt nur für die Hochzeit) eine KB Kamera wie die 6D anbieten. Mit der kann man gut bis ISO 6400 gehen.

  • Naja, bei kleineren Brennweiten oder generell weiteren Entfernungen ist die höhere Lichtstärke schon hilfreich, da dort die Schärfentiefe soweit zunimmt, dass Du nicht großartig abblenden musst. Sagen wir er arbeitet bei f/1.8 aus 3 m Entfernung (recht normal für eine Hochzeit, wenn die Ringe getauscht werden): Da hat er bei 18 mm gute 2,5 m und bei 35 mm immer noch ausreichende 0,5 m Schärfentiefe. Da muss man nicht auf f/5.6 gehen. Und von weiter hinten oder für Portraits hat er dann ja noch das sehr gute 100er L.


    Kurzum: Ich würde auf jeden Fall das empfehlen. Gerade für Innenaufnahmen (egal ob Hochzeit, Tonstudio oder andere Veranstaltungen) ist es wirklich der ideale Mix aus Flexibilität und Lichtstärke (am Crop).

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Ja, bei 3m mag es noch OK sein. Bei 2m ist es aber schon weniger als die Hälfte (ca. 22cm), die sich dann ja auch noch ca. im Verhältnis 50:50 auf den Bereich vor und hinter dem Fokuspunkt verteilen. Und da man idR vor dem Fokuspunkt nichts zum fokussieren hat, bleiben einem eben dann nur die hinteren 50%, also in dem Fall ca. 11cm. Man bewegt sich also sehr schnell im "Grenzbereich". Und ganz ehrlich, wer nicht absolut geübt darin ist, der achtet bei solchen Events (hoffentlich) mehr auf "die einzufangenden Momente", als darauf, ob er jetzt 2m oder 3m Motivabstand und somit eine ausreichende Schärfentiefe hat.


    Und außerdem wäre mir ein 18-35 definitiv zu kurz für solche Veranstaltungen. Denn mal abgesehen davon, dass man gerade bei der Event-Fotografie nicht immer die Zeit hat seinen Standort zu wechseln, geschweige denn das Objektiv (bis dahin ist der "Moment" schon lange vorbei), kann (und sollte) man sich als Fotograf auch nicht immer direkt vor den Protagonisten aufbauen müssen, um zu fotografieren. Das wird schnell als "nervig + störend" empfunden, auch wenn man natürlich "schöne" Fotos als Erinnerung haben möchte.


    Ich nehme für solche "Menschenmengen" bspw. mein 18-135mm f/3.5-5.6. Und die Fotos verteilen sich über den gesamten Brennweitenbereich.
    Wenn die "Lage" dann etwas ruhiger und überschaubarer ist, kann man je nach Motiv dann immer noch die Linse wechseln.
    Oder man alternativ direkt den zweiten Body dabei. ;-)


    Ich bleibe dabei, ein lichstarkes Objektiv ist "nicht die Lösung für zu wenig Licht".
    Was ja nicht heißt, dass das Objektiv nicht gut oder sinnvoll wäre. Aber imho (alleine) weder für den Zweck, noch die (vermuteten) Lichtverhältnisse ausreichend, bzw. die Lösung.
    Aber in diesem speziellen Fall (oder eigentlich ganz allgemein), würde ich als allererste Maßnahme zu einem KB Body greifen, der vom Rauschen her wesentlich höhere ISO Werte zulässt als ein APS-C Body. Und dann scheidet das Objektiv aber wiederum aus, da es ein DC und kein DG ist. Und wie gesagt, mir wäre es auch (deutlich) zu kurz für diesen Zweck.


    Sollte das nicht die letzte Hochzeit sein, die der TO fotografiert, bin ich mir ziemlich sicher, dass er sich über kurz oder lang noch einen zusätzlichen KB Body zulegt. Da würde ich dann jetzt schon dran denken und es bei meiner Objektivauswahl berücksichtigen.


    Und dann würde ich also eher auf die Lichtstärke verzichten und stattdessen auf einen größeren Zoombereich achten. Gibt ja durchaus einige Auswahl so im Bereich 24-70/100mm.

  • Schon mal vielen Dank für eure schnellen und ausführlichen Antworten.


    Ich werde mir dann demnächst sehr wahrscheinlich das Sigma anlegen, trotz der "Problematik", dass ich dann im Grenzbereich fotografiere.

    Canon EOS 700D | Canon EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100mm 1:2,8L IS USM

  • Ich denke damit machst Du nichts falsch.


    @Netsurfer24: Deine Rechnung ist ja richtig, aber welcher Fotograf steht bei einer Hochzeit 2 m vom Braupaar entfernt? ;) 3 m sind schon recht nahe und der halbe Meter reicht definitiv aus. Und mit jedem mm weniger Brennweite wird der Spielraum merklich größer. Ich sehe da absolut keine Probleme mit der Schärfentiefe.

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Kleine Korrektur: der Schärfenbereich teilt sich 1/3 2/3 aus nicht 50:50. Würde aber den Tipp zum 24-70 ebenfalls beherzigen. Für mehr WW gibts dann schöne FBW von Walimex.

    5D mark 3+BG, 50/1.4 USM, Tamron 24-70, 70-200/4L non IS, 100/2.8L, 17-40/4L; GH5, 7-14/4, 20/1.7, 12-35/2.8 OS, 35-100/2.8 OS


    Nubert Nubox 481 (x2), Nubert Nubox 313 (x3), Nubert Nubox WS-103 (x4), Marantz SR7012 (Dolby Atmos&Auro 3D), Vota Sub 16, Dayton UM18-22 in 115L

  • Kleine Korrektur: der Schärfenbereich teilt sich 1/3 2/3 aus nicht 50:50.

    Wie kommst du darauf?
    Bei allen mir bekannten DOF Rechnern kommt immer ein Verhältnis von ca. 45% bis 49% zu 55% bis 51% raus.
    Siehe z.B.: http://www.dofmaster.com/dofjs.html


    Abhängig von der Brennweite und zunehmendem Abstand zum Motiv nimmt der Anteil des Schärfebereichs VOR dem Fokuspunkt ab.
    Aber bevor das obige Verhältnis unterschritten wird, bist du idR. schon bei Abständen, die in der Praxis nicht mehr relevant sind (bei den hier in Frage kommenden Brennweiten).
    Davon abgesehen bezog und beziehe ich mich auf die Offenblende, denn um die geht es ja hier als "Mittel bei dunklen Lichtverhältnissen".


    Ich denke damit machst Du nichts falsch.


    @Netsurfer24: Deine Rechnung ist ja richtig, aber welcher Fotograf steht bei einer Hochzeit 2 m vom Braupaar entfernt? ;) 3 m sind schon recht nahe und der halbe Meter reicht definitiv aus. Und mit jedem mm weniger Brennweite wird der Spielraum merklich größer. Ich sehe da absolut keine Probleme mit der Schärfentiefe.

    Bei uns in Köln im Rathaus in den Trauzimmern stehen bspw. ca. 5m breite Tische an denen Brautpaar und Trauzeugen sitzen. Neben dem Tisch ist an der einen Seite bis zur Wand nur ca. 1,5m Platz. Wenn du jetzt alleine die 4 Personen am Tisch scharf kriegen willst, ist jedenfalls nichts mit Blende 1.8 oder 2.8.


    Und gerade mit FB in ggf. engen Räumen, wo Leute bspw. an Tischen sitzen und du nicht immer hin und her springen kannst, braucht man meiner Erfahrung nach jedenfalls viel häufiger mehr Schärfentiefe, als dass man brauchbar mit großer Blendenöffnung fotografieren könnte.


    Ich persönlich finde halt Fotos auf denen mehrere Köpfe/ Personen drauf sind (was bei den hier relevanten Brennweiten ja durchaus öfter mal vorkommen kann), von denen jeweils immer nur eine scharf ist, nicht so prickelnd ...! ;)
    :P

  • Bei 1,5 m Distanz und einem bis zu 5 m breiten Objekt nehme ich (am Crop) aber auch keine 35 mm mehr ;) Damit spare ich mir schon wieder das Abblenden - bei 24 oder gar 18 mm ist das unproblematisch. Zumindest wenn die Leute in einer Reihe am Tisch sitzen, brauche ich nicht viel Spiel nach hinten.


    Zumal dein Beispiel schon extrem ist was die Enge angeht. Normalerweise hat man dahinter schon eben die üblichen 2-3 m Platz. Und allein die 50 cm mehr Abstand (1,5 m vs. 2 m) zur Wand würden schon deinen "Arbeitsbereich" bei Offenblende verdoppeln.


    Und selbst wenn er abblendet: Wir wissen alle, dass Objektive erst ein bis zwei EV abgeblendet ihr Maximum an Bildschärfe erreichen. Das habe ich zumindest lieber bei f/2.8-4 als bei f/4-5.6 ;)

    Canon EOS 5Ds R | Irix 15 mm f/2.4 | Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM | Sigma 35 mm f/1.4 Art | Canon EF 50 mm f/1.8 STM | Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM Macro

    Panasonic Lumix GH5 + Metabones Speed Booster XL

    Sony Alpha 7 III + Sigma MC-11

  • Wie kommst du darauf?

    Ganz einfach, ich habs im Unterricht gelernt.


    hier eine Quelle: http://www.fotoclub-ort.at/web…grafie/die-schaerfentiefe
    und da http://www.foto-kurs.com/schae…efe-in-der-fotografie.htm (weiter unten)
    Is nunmal so dass nähere Objekte schneller unscharf werden als die hinter dem fokusierten Objekt.


    Wenn mans genau nimmt dann sieht man aber, dass sich das Verhältnis mit dem Abstand ändert. Bei knapp nem Meter Abstand hat man ne 48/52% Aufteilung, je größer der Abstand desto besser sieht man, dass sich das ins 33/66% entwickelt.





    Zitat

    von denen jeweils immer nur eine scharf ist, nicht so prickelnd ...!

    4 Personen in dem Moment ablichten wo sie alle nen normalen brauchbaren Gesichtsausdruck haben ist bei sowas aber sowieso schonmal sehr schwierig. Da warte ich lieber auf eine Person um den richtigen Moment abzulichten, als auf alle.

    5D mark 3+BG, 50/1.4 USM, Tamron 24-70, 70-200/4L non IS, 100/2.8L, 17-40/4L; GH5, 7-14/4, 20/1.7, 12-35/2.8 OS, 35-100/2.8 OS


    Nubert Nubox 481 (x2), Nubert Nubox 313 (x3), Nubert Nubox WS-103 (x4), Marantz SR7012 (Dolby Atmos&Auro 3D), Vota Sub 16, Dayton UM18-22 in 115L

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